Taubenkot, esoterisch
Horst machte sich stark für Tierrechte; eine Kundgebung von Tierschützern fand auf dem Rathausplatz statt. An einem der Stände verteilte er Flugblätter. Auch andere Freunde waren gekommen. Plötzlich klatschte ihm etwas warmes, weiches, feuchtes auf den Kopf.
"Eine Taube hat deinen Kopf als Endlager benutzt" bemerkte Udo. "Ha-ha. Ha-ha." machte Horst. "Ausserdem finde ich das nicht in Ordnung. Ich setze mich hier ein, für alles, was kreucht und fleucht. Und dann gerade ich!"
"Vielleicht soll es Sympathie ausdrücken." meinte Hans-Georg. "Kleinkinder haben auch ein anderes Verhältnis zu ihren Exkrementen. Sie ekeln sich nicht und spielen damit." "Ich bin nicht überzeugt." brummte Horst.
"Sieh es doch mal esoterisch" schaltete sich Frau Schneider-Lützgendorf ein. "Metaphysisch gesehen ist alles ein Ausdruck des Göttlichen. Somit auch dieser Taubendreck."
"Das klingt schon plausibler." Horst schien immer noch nicht zufrieden. "Aber warum landet der göttliche Taubenkot unbedingt auf meinem Kopf?"
