Vampire - in der heutigen Zeit!
Es war schon spät. Die vorletzte Strassenbahn war gerade abgefahren. Die letzte fuhr kurz vor Mitternacht.
"Lasst uns durch das Waldstück gehen", schlug Horst vor. "Dann kommen wir an die Strasse und können ein Taxi rufen."
"Geht ruhig", meinte Hans-Georg. "Ich bleibe lieber hier und warte!"
"Über eine halbe Stunde? Du hast wohl Schiss?" fragte Horst. "Aber ich kenne eine Affirmation, die bei Angst hilft."
"Es ist keine gewöhnliche Angst", sagte Hans-Georg zögerlich. "Wenn ich es sage, grinst ihr nur."
"Niemand grinst. Esoteriker-Ehrenwort!"
"Naja", Hans-Georg druckste herum. "Wenn in dem Wald nun Vampire sind?"
"Du glaubst an Vampire?" Horst war verblüfft.
"Nicht richtig. Aber wenn es doch welche gibt?" -
"Ich habe ein Kreuz um den Hals." Heinz nahm es ab. "Ich glaube zwar nicht an Vampire, aber ich kann es dir geben. Wenn dann wirklich einer kommt - was eigentlich nicht sein kann - dann hälst du es ihm einfach vor's Gesicht!"
"Das genügt mir nicht!" Hans-Georg war nicht überzeugt.
"In der heutigen Zeit könnte er Atheist sein!"
