Ein Mann namens Horst - neuzeitliche Narreteien

08.11.2006 um 17:00 Uhr

Verfeinerte Tantriker

Klaus-Jürgen und Horst hatten ein Tantra-Seminar mitgemacht; sie kamen strahlend und vergnügt in das Stamm-Cafe, in dem Silke, Elke und Narrbert sassen.

Nachdem sie, wie es ihre Art ist, ausführlichst erzählt hatten, meinte Klaus-Jürgen, an die Frauen gewand: "Wenn ihr wollt, wären wir bereit, euch einige Übungen beizubringen.  Meine Wohnung ist ziemlich gross - ich habe sogar eine CD mit Meditationsmusik."  "Träum weiter, du Lustbold", machte Silke ihn an.

"Aber es geht uns um Spirituelles", stellte Horst richtig. "Mit Sexualenergien den Geist verfeinern. So ist das."

"Und ihr seid nach einem Wochenendseminar schon Fachmänner" griente Elke, "bereit, lernwillige Schülerinnen einzuweihen."  Horst guckte woanders hin.

"Vielleicht übt und probt ihr zu zweit erstmal", brachte Narrbert sich ein.  "Und wenn ihr nach einiger Zeit verfeinerte Tantriker geworden seid, fragt ihr bei den beiden nochmal nach."

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHenri Hermes schreibt am 09.11.2006 um 18:38 Uhr:Kleine Info zum >Tantra< – es entstammt ja der östlichen Kultur.
    Ein sehr schönes Buch dazu: "Verführung zur Ekstase - Tantrische Gespräche über Liebe, Leib und Lust" von Eva Szabo, Aman Peter Schröter und Gabriele ten Hövel (Hans Nietsch Verlag)
    Ein Zitat: "In dieser jahrhundertealten, spirituellen Kultur sind Sinn und Sinnlichkeit, Eros und Religion selbstverständliche Seiten einer Medaille. Tantra feiert die Sexualität. Es hat ein fein abgestimmtes Instrumentarium an Übungen, Meditationen und Ritualen hervorgebracht, um die erotische Energie von Mann und Frau zu stärken, zu kultivieren und schliesslich zu verfeinern – im Tantra ist Eros Quelle der Ekstase und der spirituellen Transformation.
    Der tantrische Weg zur Geistigkeit führt über und durch den Körper – wer nicht gelebt hat, was er begehrt oder erhofft, kann es auch nicht loslassen oder transzendieren, sagen tantrische Meister. Der Leib gilt als Tempel der Seele, als blühender Garten, in dem Früchte der Lust und der Herzensliebe gedeihen. Der Körper ist nicht sündig oder ein funktionales Vehikel. Tantra ermuntert zur Sinnenfreude, anstatt sie als Versuchung und als Abweichung vom reinen Weg der Geistigkeit zu verdammen. Spiritualität beginnt nicht erst oberhalb der Gürtellinie – der Lotus hat im Sumpf seine Wurzeln."

    Das hier beschriebene Tantra wird als linkshändiges Tantra bezeichnet. Tantra ist allerdings weit umfassender.
    Dazu ein Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Tantra

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