Bewegungsfreiheit!?
Ich bin
bewegungslädiert.
Was eigentlich auch kein Wunder ist nach diesem Powerwochende. Ziehen wir den
Sonntag mal ab. Ok. Eigentlich war es nur ein Powersamstag. Aber ich fühle
mich wie nach fünfwöchigem Armeedienst. Also immerhin stelle ich mir vor, dass
das ein klein wenig anstrengend sein dürfte. Ist es das? Oder ist das nur der
Ruf, bedingt durch die Jammermentalität der Männer?
Wieauchimmer. Ich kann mich jedenfalls nicht mehr schmerzfrei umschauen. Ich
bitte also um anschleichfreies Herantreten von VORN, meine Damen und Herren!
Sonst kullert mein Kopf einfach so von meinem Hals. Dann tut mein Kopf zwar
nicht mehr weh, aber da hätten wir dann noch das Problem meines Rücken und
Halses. Wenn die auch noch abfallen, dann wäre ich nur noch ein Hühnchen auf
mit aus zwei Beinen. Ich müsste mich so ja nicht mehr sehen, aber den
Anblick möchte ich nun wirklich jedem anderen ersparen.
Gut. Hätten wir diese Eventualität geklärt. Also das kam so:
Zwei alte gute Freunde, aus dem Leben meines Freundes, die zufälligerweise auch
ein Paar sind und sich zufälligerweise(?!) neuerdings Familie nennen,
übermittelten uns die frohe Botschaft ihres Umzuges, bedingt durch dessen
Familienzuwachses. Och mönsch… ich meine… oh toll, ich liebe Umzüge (mmmh…)! Wo
solls denn hingehen? Ach, nur in eine Wohnung über uns. Oh toll! Gar kein
Problem!
Ich habe mich dabei wohl nicht umgesehen und kurz vergessen, dass die beiden
absolute Messies sind. Außerdem habe ich mich ein klein wenig an meinen Umzug
erinnert. Alles schön vorgekaut und transportfähig vor die Tür gestellt. Hier
war aber leider nix mit Kisten schleppen. Das hieß nun lose Ordner, mit
staubflusenüberladenen Büchern und mit Schmutzwäsche, alten Briefen und
Wasweißichnichtfürzeugs- beladenen Möbelstücken die Treppen hochgeschleppt. Das
es genau zwei Etagen höher war, musste ich vorher anscheinend gekonnt überhört haben.
Gut dass ich ein Bier im Bauch hatte, wie es sich für einen richtigen Umzug
gehört! Mein Gott, ich hab noch nie um 12.00 Uhr morgens Bier getrunken. Ich
wusste ja nicht, was das für Auswirkungen haben kann…. Aber lassen wir das
lieber… Ich hatte keine Ahnung, warum Staubflusen und Werbemüll direkt mit
umziehen mussten. Irgendwie richtig schade um die neue Glanzhütte. Auf die
Aussage hin „Das sieht alles viel schlimmer aus, als es ist“ hab ich innerlich
nur abgewunken und uns alptraummäßig nachts noch Regale abbauen sehen. Wie gut,
dass ich mich davor schon für 5 Stunden später abmeldete. So gab ich meinem
Freund symbolisch alle Arme, die ich noch hatte und machte mich daran in meine
Chaoshöhle zu kommen. Ich fühlte mich in meiner seit Wochen nicht aufgeräumten
Bude auf einmal pudelwohl. Komisch.
Aber wo ich schon dabei war, ging der Putzwahn gleich weiter, dem Ziehen und
Kneifen im Rücken zum Trotz.
Und als ob ich nicht schon genug Bewegung hatte musste ich unbedingt noch
tanzen gehen.
Prima. Wenn dann alles auf einmal
Wir gingen in einen dunklen Club, der 80ziger Jahre inpetto hatte, obwohl er
sich sonst so metalig gibt. Da hab ich gleich mal meine Freundin geschnappt und
bin mit ihr in dieses so abgewrackte Gebäude getänzelt. Sie ist es eigentlich
nicht gewohnt und erlitt beim Anblick schwarzbekleideter Menschenmassen einen
kleinen Semischock. Ok, es war wirklich ganz schön voll diesmal, bedingt durch
eines Konzertes im selben Haus. Und die Polizisten am Eingang taten auch noch
ihr Übriges. Drinnen angekommen, ein paar Drinks später und in „Send me an
angel“-Musik eingehüllt, fühlte sie sich allmählich wohl und schloss sogar
Kontakt mit einem jungen Herren aus Köln. Sagen wir er schloss Kontakt mit ihr.
Heute erfuhr ich, dass er sie zweimal auf die Wange küsste. Ungefragt.
Frechheit! Seine Worte „ich mache so lange weiter, bis Du mir eine scheuerst“
machten ihn nicht wirklich unaufdringlicher… Tzz… Leute Männer gibt’s…
Ich hätte ihn wohl nicht erst zum zweiten Zug kommen lassen…
5 Uhr früh zierte ich dann nun endlich verkokelt mit Rücken und Lungenschmerzen
(ich hasse Qualm!!!) mein Bett. Es wurde bis heute nicht besser… Nicht dass
jemand denkt, ich würde jammern… aber ich habe so das dumpfe Gefühl, mein
Körper kämpft gerade mit einer anfänglichen Grippe. Und ich selbst bin schuld!
Was ich noch erwähnen wollte. Natürlich habe ich auch an meine bestimmte
Freundin gedacht. Ich tanzte in Gedanken mit ihr. Immerhin war ich sonst immer
mit ihr in diesem Schuppen. Aber es war völlig ok, dass sie nicht da war. Und
ich merke, wie ich Schritt für Schritt meine Verkrampfung zu ihr lösen kann. Es
hilft mir aufzuschreiben, was ich nicht mehr möchte und vor allem, was ich möchte!
