Spuren der Vergangenheit
Stimmung: festgehangen - traurig
Ich habe sie sofort erkannt. So ein hübsches Mädchen!Sie hat sehr viel zu erzählen und ich lausche gespannt – mittendrin schweife ich wieder ab, weil ich sie staunend beobachte. Wow! Ich sehe noch dieses kleine Mädchen vor mir. Ich sehe uns, wie wir in Betten rumturnen und im Mittelmeer planschen…. und nun… puh… jetzt sitzt vor mir so eine erwachsene, junge Frau, die von ihren Wochenendpartys erzählt.
Sie zeigt mir Album an Album Ihrer Kindheit. Auch ich tauche darin auf. Erinnerungen durchfließen mich. Je älter sie wird und je jünger die Fotos, desto trauriger werde ich. Warum habe ich keinen Teil mehr daran? Ich sehe Bilder meines Vaters. Was für ein cooler Typ, denke ich mir. Genauso einen Vater, den ich mir immer vorstellte. Lange Haare, Schlagzeuger in ner Band – ein echter AC/DC-Typ. Metaller vor dem Herrn. Ist Musikgeschmack erblich? Muss wohl…
So ein sensibles Thema… Und so ein verdammt sensibles Hühnchen. Mir fehlt das echte Vater-Tochter-Verhältnis. Diese Familie nagt an mir, ich spüre Neid in mir aufflammen. Es ist doch auch mein Vater! Wie gern stände ich neben meiner kleinen Schwester… und das nicht nur auf den Fotos….
Eigentlich möchte ich seit gestern Abend nur noch weinen… Warum fühle ich mich so deprimiert, traurig und voller Wehmut? Ist es nicht wunderbar, endlich wieder Anschluss gefunden zu haben?
Ich kann es nicht leugnen.
Dieses starke Gefühl meine Kindheit verpasst zu haben...
Mit etwas abschließen zu müssen, das noch unheimlich schmerzlich ist.
Wie denkt man in solchen Momenten nur geradeaus?
Ich will wieder zurück….

Danke für Deine aufmunternden Worte, lieber Zwischenweltler!