Tick-Tack
Stimmung: gelangweilt
Musik: Muse - Stockholm Syndrome
Gestern war mal wieder so ein Kaugummi-Tag. Und der heute zieht sich auch schon wieder so eigenwillig gnitschig hin. Ich starre auf die sich nicht bewegende Uhr. Und denke nur ans Essen oder an meine nächste Freizeitgestaltung. Jeden Morgen nachdem der Wecker ne halbe Stunde sein Tanzprogramm für mich durchgezogen hat, frage ich mich wozu ich mir das eigentlich antue. Mein Leben bewegt sich gerade gewaltig. Und irgendwie muss diese blöde Jobfrage doch nachziehen! Ich beschließe mir also einen Hinterntreter zu besorgen, um mich anzutreiben. Ich komm ja bei mir selbst nicht hinten dran. Am Samstag soll nun also der erste Sch(T)ritt getan werden (gedanklich bin ich schon hundert Schritte gelaufen – wahrscheinlich bin ich deshalb so müde). Warum bitteschön, kann ich mir einen Hinterntreter besorgen, aber nicht gleich einen neuen Job? Manchmal bin ich so kurz vor Kurzschlussreaktionen, die eindeutig aus dem Bauch kommen: „Kündige doch einfach – Na los, kündige!!!“ – das der aber auch immer so schreien muss! Kein Wunder, wenn ich immer dauernd Hunger habe – der Körper muss ja eine irre Verbrennung haben! Das Witzige dabei ist, dass ich in diesen Momenten keinerlei Angst vor Konsequenzen habe. Es ist diese Fügung, an die ich glaube. Man muss nur den ersten Schritt wagen und danach folgt automatisch der nächste… als Vertrauensbeweis, sozusagen. Aber dann gibt es diese Vernunftsstimmen von außen und innen, die so überzeugend sind. Vielleicht sind sie’s auch. Aber –mein Gott- manchmal belebt so eine Unvernunft!
Vernünftig bleiben, vernünftig bleiben, vernünftig bleiben…………………..
Hab ich erzählt, dass sich mein Vater gemeldet hat?
Mein Reality Daddy, wie er sich liebevoll nennt freut sich auf ein Wiedersehen. Puh… und ich erst!
Ich bin wieder mal fasziniert von dieser Fügung.
Nachdem ich bei meiner Schwester war, schrieb ich ihm eine Nachricht, wie traurig ich bin und dass ich einem Wiedersehen ungeduldig entgegenblicke!
Nichts. Keine Reaktion. Ich wusste, dass sie in den Urlaub wollten. Und da die letzten Kontakte etwas unschön abliefen, hab ich mich auch nicht groß gewundert. Alle paar Minuten aufs Handy gestarrt. Vielleicht ist sein Handy aus, vielleicht ist sie nicht angekommen, vielleicht kann er nicht antworten…. Vielleicht, vielleicht…. Ich habe ihn so verkrampft festgehalten und umklammert den armen Wunsch, der sich nicht befreien konnte und somit auch keine Erfüllung prophezeien konnte. Also hab ich ihn losgelassen, rausgeschickt in die weite Welt. Und siehe da… bis nach Rhodos ist er gekommen, denn von da erreichten mich die lieben Grüße.
Wenn ich mich nur nicht so verkrampfe und mir sage: Der Wunsch ist doch rausgeschickt - Alles schön, alles super, ich brauche die Erfüllung nicht zum Glücklich werden! Dann ist es viel einfacher für den Wunsch, sich zu entfalten. Ich speise ein, und das bekomme ich zurück. Wie mit dem Computer. Ich hacke ja auch nicht tausendmal auf derselben Taste rum, um schnell ans Ziel zukommen. Gediegen…. Einmal drücken reicht… und dann schön loslassen…. Nebenbei vielleicht ein anderes Programm starten… im Hintergrund beschäftigt sich das System mit dem Wunsch schon.
Hachja… ich wünsche mir einen neuen Job!............
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(Ich drück schon wieder zu oft auf diese Taste……)

Das Loslassen von Wünschen, Menschen, Vorstellungen, Forderungen ist sooo schwer... wie schön, dass es Dir hier gelungen ist!
Ja, das liebe Loslassen... es packt mich wieder! Ich kämpfe gerade wieder mit mir...
Die eigenen Ziele zu finden ist wohl das schwerste, aber wenn es soweit ist, kannst Du den Weg konsequent gehen. Schreib Dir Dein Ziel auf ein Stück Papier. Zerknüll es und tu' es in Deine Handtasche. Du wirst das geknäulte Papier immer wieder mal berühren und Dich an das Ziel erinnern und Stück für Stück wird es ein fester Bestandteil Deines Denkens, dass sich auf das Handeln auswirkt.