Ich versteh es nicht

02.07.2014 um 12:36 Uhr

Klären

von: Hedera

Ich suche nicht.
Ich suchte nicht.
Ich werde nicht auf die Suche gehen.

Natürlich findet man nicht unbedingt, wenn man nicht sucht. Das war aber in den letzten Monaten/Jahren nie mein Plan, gefunden zu werden. Es ergab/ergibt sich zufällig. Irgendwie habe ich mir eingebildet, dann würde es gut. Und nicht, wenn man sich evtl. mehr oder weniger verzweifelt einem Dating-Portal zuwendet. Meine Kosmetikerin hat so ihren aktuellen Freund gefunden und ist glücklich mit ihm und der Möglichkeit. Ich wäre es nicht. Allein die Vorstellung mich erklären zu müssen, zu wollen, schreckt mich ab. Weil, wie gesagt, ich suche gar nicht. 
Ich habe nicht gesucht. Ich hatte gefunden. Ohne Suche. Und trotzdem hat es nicht geklappt. 
Ich erkläre dies hier nur noch mal, weil ich aufgrund der Kommentare das Gefühl bekam, nicht richtig verstanden worden zu sein. Natürlich bin ich jetzt frustriert. Mehr als das. Aber allein die Vorstellung diese Enttäuschung zu verarbeiten, in dem ich mich in das "nächste Abenteuer" stürze, die finde ich absurd. Für mich. Jeder geht anders mit so einem Vorfall um. Ich rede hier aber im Freundinnenkreis überhaupt nicht darüber. Die wissen zwar, es geht mir nicht gut, da die eine ihn aber kennt, beschränke ich meine Aussage lediglich auf, es geht mir nicht gut jetzt. Es wird wieder. Alles paletti...keine Sorgen machen..blabla.
Ich hatte mich arrangiert. Ich fand mein Leben da auch schon nicht spannend. Es ist nie spannend nur mit sich allein. Aber es war okay solange ich es nicht besser kannte oder wusste. Jetzt bin ich verwirrt....als ob jemand vergessen hätte, mich wieder auf "aus" zu schalten. Es dauert halt, bis alles wieder im normalen Fluss verläuft. 
Es schmerzt mich natürlich, dass die aufgezählten Möglichkeiten in unseren Gesprächen sich nicht erfüllen konnten...keine Ausflüge zu zweit...an tausend Orte, die mir eingefallen wären und an denen er Spaß bekundet hatte. 
Das worüber wir sprachen ist nicht mit irgendjemandem zu ersetzen. Will ich auch gar nicht. 
Ich fange heute schon an, ein klitzekleines bißchen wütend zu sein. Das war ich die Tage davor nicht. Wie konnte er behaupten, ich hätte seine Seele berührt, wenn er so leicht gehen konnte............................................Wo hat er mich in seinen Gedanken hingestellt...in eine verborgene Abstellkammer, die ich bei mir leider nicht kenne?
Immer noch Fragen auf die es nie eine Antwort geben wird...und wenn ja, wäre es sicher keine, die mir gefallen würde.
Ich überlebe alles. Natürlich. Keine Frage. 
Anders wäre es schöner gewesen, auch keine Frage, für mich

 

01.07.2014 um 15:06 Uhr

Was es

von: Hedera

Musik: Passenger " Let her go"

ist....

Es ist Unsinn
sagt die Vernuft
es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Herr Fried hätte Fisch sein können, isser aber nicht. 
 

30.06.2014 um 10:59 Uhr

Flashback

von: Hedera

Eben überflog ich meine letzten Einträge hier.....und mußte mit bestätigendem Entsetzen erkennen, es hat sich nichts geändert. Über die letzten Jahre hat sich nichts geändert.
Außer vielleicht dem Umstand, dass ich in diesem Jahr einem ständigen Gefühls Auf- und Ab ausgesetzt war bzw. es mir selbst so gemacht habe...........................nichts wird mit der Zeit anscheinend besser bei mir, es wird schlimmer und das entsetzt mich zutiefst. 
Letzte Woche, als eigentlich genau vor 7 Tagen meine Welt noch so völlig heile schien, hatte ich dazu, wie als Einleitung zu dem was kommt, eine Art Flashback.........
Ein Mann, der mir verspricht, er kommt wieder, natürlich....der Sachen bei mir vergisst, mir ein T-Shirt dalässt............................wie vor 6 Jahren dachte ich da schon......der Mann damals wollte natürlich auch wiederkommen, hatte sogar eine ganze Klamottensammlung bei mir..................und kam nie wieder. Genau diesen Gedankengang hatte ich und genau wie vor 6 Jahren wiederholt sich die Geschichte genau..........................................................Und wieder packe ich aus Selbstschutz die Sachen zusammen, räume sie in den Keller, damit ich sie nicht mehr sehen muss. Damals lagen sie in der alten Wohnung jahrelang in einer Kiste, bis ich sie irgendwann weggeschmissen habe.
Und ich dachte wirklich, ich wäre nach all den Jahren über diese Geschichte hinweg. Und ich muß erkennen, das bin ich immer noch nicht. Genausowenig, wie ich über meine Ehe hinweg bin, die ich beendet habe. Das Wissen, dass mein Mann jetzt entweder jedes WE Besuch hat oder über ein verlängertes WE wegfährt, macht mich mehr als sprachlos. Jetzt geht das? Mit mir war niemals ein Ausflug am Wochenende möglich und jetzt ist das wegfahren über 3-4 Tage kein Problem? 
Ich weiß genau, dass ich in den Mann von "jetzt" zu viele Hoffnungen gelegt habe, weil es so absurd gut zu passen schien. Ich verstand, was in ihm vorging, seine Art mit mir umzugehen machte mich mehr als glücklich, wir haben den selben Humor, konnten uns über tausend Sachen unterhalten...er schien mich genau so zu mögen wie ich ihn...........aber während ich mich einfach hineinstürzte, machte ihm diese Entwicklung sofort Angst und er sagte mir, dass er nicht das fühlte, was ich fühle. Obwohl er danach nicht gehandelt hat...ich verstehe es wieder einmal nicht.
Um mich zu schützen lösche ich alle Bilder, die er mir geschickt hat, würde mich am liebsten bei FB entfreunden, finde es aber doch als letzten Schritt zu albern, ich lösche seine Nr. , alle Gesprächsverläufe um ja nichts nachzulesen und noch weniger zu verstehen...ich putze die Wohnung, wasche...versuche jegliche Berührung seinerseits an "meinen" Dingen auszulöschen, würde, wenn es mir nicht darum zu schade wäre, sogar Handtücher und Bettwäsche wegschmeissen.......und fühle mich krank dabei. Kopfkrank. 
Obwohl mein Trainingspensum überschritten ist, treibe ich Sport wie eine Geisteskranke, weil es das einzige ist, was mich wenigstens in der Zeit völlig ablenkt. 
Sein Angebot mit mir weiterhin befreundet zu bleiben, weil er mich rein freundschaftlich so mag und wir uns so gut verstanden haben und er meine Gesellschaft so genossen hat, befremdet mich, obwohl es sicher lieb gemeint ist. Aber die Chancen ihn jemals wieder zu sehen, sind gleich unter Null, also macht es keinen Unterschied. Wenigstens dazu ist die Entfernung gut. Aus den Augen...aus dem Sinn.
Ich fühle mich krank. Kopfkrank. Natürlich frage ich mich, wie es sein kann, dass immer ich die Verlassene bin. Die aber natürlich eine ganz eine tolle ist. Nur nicht für die Männer, die erst so begeistert scheinen. Ich bin zu viel. Zu viel Gefühl, zu viel begeistert, zu wenig Selbstschutz. Anscheinend. Vielleicht sollte ich als nächste "Arbeitsaufgabe" in Angriff nehmen, einfach einmal eine sich anbahnende Unterhaltung abzulehnen. Weil nichts in mir anscheinend bereit ist, vernünftig an das Projekt Mann ranzugehen. Dabei habe ich ja nicht flehenden Blickes gesucht. Überhaupt nicht. Ich bin nur ohne auch nur an die Bremse zu denken mit über 100 Sachen weit übers Ziel hinausgeschossen.

Und all das lässt mich an Menschen in meinem Umfeld denken, von denen ich mehr oder weniger weiß, dass sie nie einen Partner hatten. Sind sie glücklicher  mit dem Wissen, dass sie eben nicht wissen, was Nähe ist? Was Zärtlichkeit ist?
Ich habe etwas kosten dürfen, dass nicht für mich war und das mich eben nicht zu dem überaus dusseligen Spruch hinreissen lässt....das ich dankbar sein soll, so etwas erlebt haben zu dürfen. Was nützt mir das? Das ich jetzt immer daran denke und dabei glaube zu sterben, weil ich es so nicht mehr erleben werde?
Was sagte er noch vorletzte Woche zu mir? Wo warst du alle die Jahre, warum habe ich dich nicht vorher kennengelernt? 
Es hätte nichts geändert. Ich bin die Frau, die manch einer gerne hätte, wenn er sie nicht hat. Wer mich kennt, der flieht vor mir....und wer mich behält, den will ich nicht..............Ich bin nicht vermittelbar. Ich löse freundschaftliche Gefühle aus, dass ist dann aber auch schon das Höchste. Der Rest geht und lässt nie wieder von sich hören. Diese eigentlich kleine, harmlose Episode löst eine ganze Lawine an Emotionen in mir aus, die ich nicht haben will. Ich hatte zwischendurch Zeiten in denen ich mir vorstellen konnte, wirklich alleine zu bleiben. Mein Bett niemals zu teilen. Niemals die Nähe zu spüren, nach der ich mich eigentlich sehne. Die gab es wirklich. 
Und ich frage mich, ob ich mich wieder von alleine derartig gedrosselt bekomme, dass ich so weitermachen kann. Leben, lachen, ohne das Gefühl etwas verloren zu haben. Im Moment ist das Loch in dem ich sitze tief. Sehr tief. Anscheinend habe ich gar nichts wirklich verarbeitet. Wenn 6 Jahre nicht genug sind, wie lange dauert es dann noch?
 

16.02.2012 um 10:36 Uhr

Wo bin ich

von: Hedera

Gerade habe ich mal wieder das Gefühl, ich verliere mich so langsam. Der ganze Ärger, den ich momentan in mir herumtrage sorgt dafür, dass ich mich noch nicht mal mehr so richtig auf die neue Wohnung freuen kann, eher macht es mir Angst, weil die Miete teurer ist und ich noch mehr auf meinen Job angewiesen bin. Auf ihn, auf das Kindergeld, auf die Nebenjobs.

Und in mir macht sich, nicht zum ersten mal in den letzten jahren, wieder das gefühl breit, das ich mich verloren fühle. auf einsamem, unverstandenem Posten. Wie sagte gestern eine Bekannte zu mir: früher hätte sie auch im Job sozial gehandelt, aber irgendwann hätte sie sich das auch abgewöhnt, weil die heroische Haltung ihr nichts gebracht hat. Für sie setzte sich niemand ein. Schadenfreude und Mißgunst scheint Vielerorts eher das Spiel zu beherrschen. Berufsbedingt hatte sie eine Zeitlang sehr viel mit ihrer Chefin zu tun, die kam jeden Tag zu ihr (zur kosmetischen Behandlung, sprich, sie ließ sich schminken) und natürlich haben sie die Zeit nicht stumm verbracht. sie unterhielten sich. Aber eigentlich eher über private Dinge, sie erfuhr von der Chefin einiges aus deren Familie etc...wie man das halt so macht. Die Kollegen hingegen schienen zu denken, dass es bei den Gesprächen sicherlich um sie ginge, sie mißtrauten der Kollegin. Dann gab es wegen Krankheit etc. einen Knacks in dieser Beziehung. Die Bekannte hat ihren "Stand" verloren, schaltete einen Anwalt ein um ihre Rechte durchzusetzen und die Chefin war sauer und mied fortan die Dienste der Frau. Seitdem verzeichnet die Dame einen Wechsel im Umgang mit ihren Kolleginnen. Wie drückte sie es aus: sie scheinen froh zu sein, dass die Chefin mit ihr gebrochen hat. Das rückt sie wieder auf einen Platz in den Augen der KollegInnen zurecht, den sie - deren Ansicht nach - eher verdient hat. Und sie meinte noch, so ginge es sicherlich auch mit mir. Früher hatte ich eine Art Sonderstellung inne. Mein erster Chef mochte mich sehr und besorgte mir eine Parkkarte, nahm mich gerne mal mit auf Reisen....Jetzt ist damit Schluß. Schluß mit Sonderbehandlungen, mit Sondergenehmigungen, mit Sonderarbeitszeiten, mit eigenem Büro, mit eigenen Aufgaben. Ich bin herabgestiegen , dabei habe ich eh all die Jahre weitaus weniger verdient als genau die, die jetzt so süffisant lächelnd darüber bestimmen, was ich jetzt tun werde und was nicht.

Wenn mir noch eine Kollegin die Frage stellt: "Wann kommst du denn in den kleinen zugigen Kabuff da unten?" klatscht es.

Ich bin mit Sicherheit total empfindlich. Ich ärgere mich (immer noch) über den Lärm und den Geruch zu Hause, ich bin gereizt und empfindlich hier und ich merke, wie eine große depressive Wolke genau Ziel auf mich nimmt. Und ich bemühe mich, vor ihr wegzulaufen und habe das Gefühl, dass ich es doch nicht schaffen werde. Ich weiß, ich muß im Job gelassen tun und freundlich lächelnd demnächst "da unten" sitzen und gute Miene zum bösen Spiel machen. Ich werde es auch versuchen. Ich will weder Mitleid noch hämisches Grinsen hinter meinem Rücken.

Ich würde einfach gerne gehen wollen.

Ich hätte früher gehen sollen, so ist es richtig. Jetzt ist es ein wenig spät für Wechsel.

Gestern habe ich mir sogar die Jobbörsenseite meiner alten Heimat angesehen. Ich will da nicht wieder hin. Aber ein kleines Stimmchen sagt mir, was, wenn wirklich nur vielleicht ganz woanders für mich ein Job verfügbar ist. Und dann ziehen wir in 6 Wochen um und ich kann dann natürlich nicht nochmal umziehen. Und was wäre mit meinem Kind? Die löst sich ja nicht in Luft auf. Gestern habe ich mich hier - unweit meines Arbeitsortes- online bei einem neu eröffnendem Hotel als Nachtportier beworben. Lustig, was? Warum nicht. Mein Männe meint, ich würde die halbe Arbeitszeit verschlafen...öhöm. Wahrscheinlich höre ich dort eh nix weiter, die wollen sicherlich einen Mann. Außerdem hatten sie einen 400EuroJob als Bürotante zu vergeben, ich habe geschrieben, das könnte man ja vielleicht in einen Job verbinden, da eine halbtagsstelle Nachtportier, eine Vollzeitstelle und dieser Bürojob zu vergeben sind. Sonst ist da einfach nix derzeit.

Letztes Jahr war ich so voller Freude darauf auch endlich einen Job zu finden, bei dem ich mal MEHR verdiene. Alles den Bach herunter...jetzt treibt mich nur noch die Angst einen zu finden, bei dem ich nicht noch weniger verdiene...... und je weiter ich von meinem gelernten Beruf weggehe, desto eher besteht die Chance, dass genau das passiert.....

Und das wiederum treibt die Wolke unaufhaltsam auf mich zu....Ich drehe mich im Kreis und alle stehen so, dass sie mich nicht sehen müssen. Wegsehen. Ja Freunde, Kollegen etc....warum machte ich mir die Probleme anderer so gerne zu eigen? Warum machte ich mir einen Kopf? Den macht ihr euch doch auch nicht und ihr fahrt gut dabei. Der Spruch "man sieht sich immer zweimal" ist zwar etwas tröstlich aber ich sehe nicht viele Menschen, die irgendwann ihre Rechnung zu zahlen haben.

14.07.2011 um 14:28 Uhr

Summerblues

von: Hedera

komisches Wort. Winterblues und Herbstblues geht auch noch und paßt auch. Frühlingsblues klingt eher seltsam paßt aber auch.

Mittlerweile verbringe ich in jeder Jahreszeit Tage oder Wochen mit üblen Gedanken - für deren Anlaß genügt eine Begegnung, ein Film, ein Buch oder ein Vorstellungsgespräch.
Und gleichzeitig erinnere ich mich an die Worte, die ich meinem Kind immer versuche zu sagen: Hinfallen ist nicht schlimm aber nicht wieder aufzustehen.- und nicht weiterzugehen. Und so muß ich mich auch selbst am Riemen reißen. Trotz des einladend schlechten Wetters, das eher zu rufen scheint: geh nach Haus, auf deine Couch, nimm dein Buch..denke an nichts mehr....
Aber das geht nicht. Ich habe doch noch ein paar Termine und Verpflichtungen. Frau Hedera, die niemals ihre Bestimmung zu finden scheint, die muß trotzdem irgendwie funktioneren. Ein Segen oder ein Fluch ;o))
Und dann bin ich so, wie das banalste Horoskop über mein Sternzeichen behauptet: flüchte mich, zumindest in der Zeit, in der meine Nase in einem Buch steckt, in eine Welt,die nicht existiert und es nie wird. Und scheine darüber fast die Wirklichkeit zu vergessen und es auch zu wollen. Wie eine Droge ist das manchmal.
Und sonderbare Gedanken gehen mir durch den Kopf:
Ich glaub, was Gefühle und Leidenschaft und all das betrifft, bin ich sehr oberflächlich. Oder nein, eher auf diese bedacht: auf eigentliche Oberflächlickeiten.
Wenn ich diesen das Oberwasser lasse, bin ich umgeben von extrem gut aussehenden Menschen. Und die Welt da draußen schreit auf: ogott, wie banal. wie oberflächlich, wie indiskutabel. Wen interessiert ein schöner Körper oder ein schönes Gesicht? Der Inhalt zählt, die Liebe...
Und trotzdem. Wenn ich wählen könnte, wär da ein Mensch dessen Berührung mich in Flammen versetzt und dieser Mensch wäre schön. Und ich denke, natürlich wäre er dies nichtfür alle, aber er wäre unbestreitbar schön.