Ich versteh es nicht

16.02.2012 um 10:36 Uhr

Wo bin ich

von: Hedera

Gerade habe ich mal wieder das Gefühl, ich verliere mich so langsam. Der ganze Ärger, den ich momentan in mir herumtrage sorgt dafür, dass ich mich noch nicht mal mehr so richtig auf die neue Wohnung freuen kann, eher macht es mir Angst, weil die Miete teurer ist und ich noch mehr auf meinen Job angewiesen bin. Auf ihn, auf das Kindergeld, auf die Nebenjobs.

Und in mir macht sich, nicht zum ersten mal in den letzten jahren, wieder das gefühl breit, das ich mich verloren fühle. auf einsamem, unverstandenem Posten. Wie sagte gestern eine Bekannte zu mir: früher hätte sie auch im Job sozial gehandelt, aber irgendwann hätte sie sich das auch abgewöhnt, weil die heroische Haltung ihr nichts gebracht hat. Für sie setzte sich niemand ein. Schadenfreude und Mißgunst scheint Vielerorts eher das Spiel zu beherrschen. Berufsbedingt hatte sie eine Zeitlang sehr viel mit ihrer Chefin zu tun, die kam jeden Tag zu ihr (zur kosmetischen Behandlung, sprich, sie ließ sich schminken) und natürlich haben sie die Zeit nicht stumm verbracht. sie unterhielten sich. Aber eigentlich eher über private Dinge, sie erfuhr von der Chefin einiges aus deren Familie etc...wie man das halt so macht. Die Kollegen hingegen schienen zu denken, dass es bei den Gesprächen sicherlich um sie ginge, sie mißtrauten der Kollegin. Dann gab es wegen Krankheit etc. einen Knacks in dieser Beziehung. Die Bekannte hat ihren "Stand" verloren, schaltete einen Anwalt ein um ihre Rechte durchzusetzen und die Chefin war sauer und mied fortan die Dienste der Frau. Seitdem verzeichnet die Dame einen Wechsel im Umgang mit ihren Kolleginnen. Wie drückte sie es aus: sie scheinen froh zu sein, dass die Chefin mit ihr gebrochen hat. Das rückt sie wieder auf einen Platz in den Augen der KollegInnen zurecht, den sie - deren Ansicht nach - eher verdient hat. Und sie meinte noch, so ginge es sicherlich auch mit mir. Früher hatte ich eine Art Sonderstellung inne. Mein erster Chef mochte mich sehr und besorgte mir eine Parkkarte, nahm mich gerne mal mit auf Reisen....Jetzt ist damit Schluß. Schluß mit Sonderbehandlungen, mit Sondergenehmigungen, mit Sonderarbeitszeiten, mit eigenem Büro, mit eigenen Aufgaben. Ich bin herabgestiegen , dabei habe ich eh all die Jahre weitaus weniger verdient als genau die, die jetzt so süffisant lächelnd darüber bestimmen, was ich jetzt tun werde und was nicht.

Wenn mir noch eine Kollegin die Frage stellt: "Wann kommst du denn in den kleinen zugigen Kabuff da unten?" klatscht es.

Ich bin mit Sicherheit total empfindlich. Ich ärgere mich (immer noch) über den Lärm und den Geruch zu Hause, ich bin gereizt und empfindlich hier und ich merke, wie eine große depressive Wolke genau Ziel auf mich nimmt. Und ich bemühe mich, vor ihr wegzulaufen und habe das Gefühl, dass ich es doch nicht schaffen werde. Ich weiß, ich muß im Job gelassen tun und freundlich lächelnd demnächst "da unten" sitzen und gute Miene zum bösen Spiel machen. Ich werde es auch versuchen. Ich will weder Mitleid noch hämisches Grinsen hinter meinem Rücken.

Ich würde einfach gerne gehen wollen.

Ich hätte früher gehen sollen, so ist es richtig. Jetzt ist es ein wenig spät für Wechsel.

Gestern habe ich mir sogar die Jobbörsenseite meiner alten Heimat angesehen. Ich will da nicht wieder hin. Aber ein kleines Stimmchen sagt mir, was, wenn wirklich nur vielleicht ganz woanders für mich ein Job verfügbar ist. Und dann ziehen wir in 6 Wochen um und ich kann dann natürlich nicht nochmal umziehen. Und was wäre mit meinem Kind? Die löst sich ja nicht in Luft auf. Gestern habe ich mich hier - unweit meines Arbeitsortes- online bei einem neu eröffnendem Hotel als Nachtportier beworben. Lustig, was? Warum nicht. Mein Männe meint, ich würde die halbe Arbeitszeit verschlafen...öhöm. Wahrscheinlich höre ich dort eh nix weiter, die wollen sicherlich einen Mann. Außerdem hatten sie einen 400EuroJob als Bürotante zu vergeben, ich habe geschrieben, das könnte man ja vielleicht in einen Job verbinden, da eine halbtagsstelle Nachtportier, eine Vollzeitstelle und dieser Bürojob zu vergeben sind. Sonst ist da einfach nix derzeit.

Letztes Jahr war ich so voller Freude darauf auch endlich einen Job zu finden, bei dem ich mal MEHR verdiene. Alles den Bach herunter...jetzt treibt mich nur noch die Angst einen zu finden, bei dem ich nicht noch weniger verdiene...... und je weiter ich von meinem gelernten Beruf weggehe, desto eher besteht die Chance, dass genau das passiert.....

Und das wiederum treibt die Wolke unaufhaltsam auf mich zu....Ich drehe mich im Kreis und alle stehen so, dass sie mich nicht sehen müssen. Wegsehen. Ja Freunde, Kollegen etc....warum machte ich mir die Probleme anderer so gerne zu eigen? Warum machte ich mir einen Kopf? Den macht ihr euch doch auch nicht und ihr fahrt gut dabei. Der Spruch "man sieht sich immer zweimal" ist zwar etwas tröstlich aber ich sehe nicht viele Menschen, die irgendwann ihre Rechnung zu zahlen haben.

14.07.2011 um 14:28 Uhr

Summerblues

von: Hedera

komisches Wort. Winterblues und Herbstblues geht auch noch und paßt auch. Frühlingsblues klingt eher seltsam paßt aber auch.

Mittlerweile verbringe ich in jeder Jahreszeit Tage oder Wochen mit üblen Gedanken - für deren Anlaß genügt eine Begegnung, ein Film, ein Buch oder ein Vorstellungsgespräch.
Und gleichzeitig erinnere ich mich an die Worte, die ich meinem Kind immer versuche zu sagen: Hinfallen ist nicht schlimm aber nicht wieder aufzustehen.- und nicht weiterzugehen. Und so muß ich mich auch selbst am Riemen reißen. Trotz des einladend schlechten Wetters, das eher zu rufen scheint: geh nach Haus, auf deine Couch, nimm dein Buch..denke an nichts mehr....
Aber das geht nicht. Ich habe doch noch ein paar Termine und Verpflichtungen. Frau Hedera, die niemals ihre Bestimmung zu finden scheint, die muß trotzdem irgendwie funktioneren. Ein Segen oder ein Fluch ;o))
Und dann bin ich so, wie das banalste Horoskop über mein Sternzeichen behauptet: flüchte mich, zumindest in der Zeit, in der meine Nase in einem Buch steckt, in eine Welt,die nicht existiert und es nie wird. Und scheine darüber fast die Wirklichkeit zu vergessen und es auch zu wollen. Wie eine Droge ist das manchmal.
Und sonderbare Gedanken gehen mir durch den Kopf:
Ich glaub, was Gefühle und Leidenschaft und all das betrifft, bin ich sehr oberflächlich. Oder nein, eher auf diese bedacht: auf eigentliche Oberflächlickeiten.
Wenn ich diesen das Oberwasser lasse, bin ich umgeben von extrem gut aussehenden Menschen. Und die Welt da draußen schreit auf: ogott, wie banal. wie oberflächlich, wie indiskutabel. Wen interessiert ein schöner Körper oder ein schönes Gesicht? Der Inhalt zählt, die Liebe...
Und trotzdem. Wenn ich wählen könnte, wär da ein Mensch dessen Berührung mich in Flammen versetzt und dieser Mensch wäre schön. Und ich denke, natürlich wäre er dies nichtfür alle, aber er wäre unbestreitbar schön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.06.2011 um 09:17 Uhr

Neulich

von: Hedera

lag ich morgens wach im Bett, starrte aus dem Dachfenster in den Himmel, sah den Wolken beim davoneilen zu und dachte -natürlich- an die ganzen Umstände, die mich in dieses Zimmer, in diese Wohnung gebracht haben - ich dachte an dich.

Und daran, wie ich meiner eigenen Versuchung nicht wiederstehen konnte und mir dein Profil bei FB angesehen habe. Es verletzt mich noch nichtmal wirklich das neue Bild zu sehen, dass deine Traumfrau und dich beim innigen Kuss zeigt. Es bestärkt sogar meine Gedanken, dass diese Frau schon so rein äußerlich nichts mit mir gemein hat und du tatsächlich doch so ganz anders bist, als ich es angenommen habe. Sie scheint zumindest nicht mehr blutjung zu sein und hat zwei Kinder, die Tochter gefällt dir auch, in deinem früheren Leben hätte sie sogar in dein Beuteschema gepasst. Jetzt zumindestens das nicht mehr. Was für eine Art Frau hat da dein Herz erobert? Eine, die auf nahezu jedem Bild ihre Zunge für den Fotografen herausstreckt um ihr neonfarbenes Zungenpiercing zu zeigen. Oder die den Finger hebt, zusätzlich zu der anderen Pose oder Solo. Die ein hartes Gesicht hat. Das ist es was du wirklich gebraucht hast, eine Frau, die dir sagt wo DU lang gehst. Ich hab das nicht gemacht, du solltest selbst gehen und nicht geschoben werden.

Was wäre aus uns geworden? Nichts. Hätte auch nie was werden können, wenn deine angebliche Zuneigung so weit reichte, dass du zwischendurch noch mit deiner eigentlich schon Exfreundin schliefst, weil sie sich anbot und dir gerade danach war und ich dachte, du kannst zu einem mir wichtigen Event nicht kommen, weil du deine Kinder am WE da hast.

Oder als du angeblich mit der um eine Entscheidung gerungen hast. Kein Telefon am ganzen WE. Man fährt zum Bruder, spricht sich dort mal aus und überlegt wie es weitergeht. Allein mit sich......es fühlte sich schon wie das Ende an, kam trotzdem für mich wie aus heiterem Himmel. Ein WE voller Bangen...und dann kurz vor Mitternacht die Nachricht, du kommst zu mir...Wie hab ich mich gefreut um dann nachher zu erfahren, du bist mit deiner ON/OFF Freundin hingefahren, nix mit alleine. Gezofft habt ihr euch, das alleine wird deine Entscheidung beeinflußt haben. Nicht deine übergroße Zuneigung zu mir.

Alleine diese beiden Dinge hätten jeder normalen Frau einzeln gereicht um zu sagen: piss off. Mir nicht. Ich habe milde darüber hinweggelächelt. Schwer verletzt in meiner Seele. Aber ich habe es mir schön erklärt. Habe immer an deine Gefühle zu mir geglaubt. Und habe selbst gedacht, dass meine eigenen Gefühle doch so unbedingt erwidert werden MÜSSEN. Im Nachhinein betrachtet ist das natürlich unsinn. Wieviele Menschen gibt es, die sich sinnlos und planlos in jemanden verlieben? Und wird diese Liebe dann erwidert, nur weil der andere doch so viel investiert hat in sein eigenes Gefühl? Natürlich nicht. Es gäbe auf der Welt keine Stalker wenn dem so wäre...es gäbe nur glückliche Paare.

Es hat einfach nie gepaßt. Aus ganz anderen Gründen als denen, die mein Mann mir immer vorhielt. Der hat doch schon drei Kinder, was willste denn mit dem....

Das ging mir an diesem Morgen durch den Kopf und ich dachte noch, wie einfach das ganze eigentlich zu durchschauen war und wie lange ich immer und immer wieder seinem "Zauber" erlegen bin um am Ende völlig geplättet dazuliegen.

Liebe macht blind. Und dumm. Das kann wahrlich Angst vor ihr machen. Jetzt und für immer.  

27.04.2011 um 12:38 Uhr

Never ending memories

von: Hedera

Nächsten Monat habe ich, nein, haben wir, unseren 3. Hochzeitstag. Der natürlich wieder stillschweigend übergangen wird. Nicht, weil ich es will. Und dieses Jahr nähert sich zum 3. x die Zeit, die mein ganzes Leben verändert hat, weil ich jemanden traf, den ich nie hätte treffen dürfen und über den ich mich immer noch, nach so vielen Tagen, erinnere und ärgere. Erst gestern, ich lag im Bett, gingen mir wieder so viele Gedanken durch den Kopf. Wie dumm ist man doch, dass man so oft meint, weil die eigenen Gefühle so stark waren, müßten sie beim Gegenüber ebenso gewesen sein. Das waren sie nie. Niemals. Es war ein Trugschloss, dass mich alles hat riskieren lassen und sich als Fata Morgana entpuppte. Während sich der eine emsig nicht davon abhalten ließ endlich eine neue Liebe zu finden, hadert der andere mit allem was ihm passierte und was er passieren ließ. So viele verletzte Gefühle, so viele gestohlene Augenblicke. Für nichts. Schlicht und ergreifend für wenige Momente angeblichen Glücks.

Und das Schlimmste für mich daran ist, dass ich immer noch geneigt bin daran Gedanken zu verschwenden. Keine Gefühle, das nicht. In mir ist, was das betrifft, kein Platz mehr für solche "Narreteien". Jedenfalls nicht für solche Gefühle, die ich früher immer sehr genossen habe, dieses alles oder nichts Gefühl... Es ärgert mich immer noch so wahnsinnig maßlos, diese Naivität meinerseits, dieses sinnlose hoffen und bangen damals. Mein Unfähigkeit selbst zu sagen: vergiss es. Aber zumindest hoffe ich immer noch, das ich über kurz oder lang in der Lage sein werde, endlich, endlich Gras über all das wachsen zu lassen. Das es mich endlich nicht mehr interessiert was ist........

10.11.2010 um 16:31 Uhr

Peinlich

von: Hedera

Manche Dinge sind mir selbst so peinlich, dass ich mich noch nichtmal traue sie quasi anonym meinem virtuellen Tagebuch anzuvertrauen. Und doch möchte ich so gerne meinem tiefsitzenden Ärger Luft machen. Meiner Wut über einen Menschen, der es schafft auch ohne etwas zu sagen, vielsagend zu sein.

Du bist sogar ein noch größeres A*loch als ich in meinen künsten Träumen gewagt hätte anzunehmen. Noch größer mein Bester!!! Soviel Narzissmus hätte ich selbst dir nicht zugetraut aber ich bin sicher, ich liege richtig, dass du dich nur dort angemeldet hast um einigen wenigen Leuten zu zeigen: schaut her. Oder gar nur mir.

Bösartig ist das. Aber es passt schon. zu dir. nicht zu mir.