Ich versteh es nicht

22.09.2009 um 16:13 Uhr

wenn schon, denn schon

von: Hedera

Manchmal hat mein pessimistisch eingestelltes Kind ja recht. Bei ihr ist das Glas immer halb leer etc.

Dieses Jahr klappte einiges nicht

  • Mathe
  • Mofa kaputt
  • Handies andauernd hin

und zur Krönung stellte sie vergangenen Freitag nach dem Besuch der Berufsschule auf dem Festland fest, dass ihr Fahrrad, morgens noch brav an der Bushaltestelle "angeleint" nicht mehr da war. Weg. Zum zweiten Mal.

Da kann man schon verstehen, dass das Kind nicht gerade überzeugt ist, das alles toll wird.....es wird meistens immer schlimmer bei uns.

Aber ein "positives" bemerkte sie dennoch:

"Die Elster war es nicht, der war ja gar nicht hier"

Schade eigentlich......da hätten wir ja wenigstens gewußt, an wen wir uns wenden können.

21.09.2009 um 16:12 Uhr

SMS aus dem Nichts...II

von: Hedera

Knapp ein Monat um und Zack, trudelt wieder eine SMS ein. Wiedermal liebreizend formuliert und immer noch im Norden unterwegs und ich könne mich ja mal melden. Aha. Tat ich, und wenn ich drauf gewartet hätte eine Antwort zu erhalten, würde ich jetzt immer noch die F5 Taste zum aktualisieren meiner Mails drücken und bittere Tränen über das Nichterhalten einer Mail weinen.

Alle Jubeljahre eine kleine SMS. Ob er weiß, dass das reicht um ihn wieder ein kleines Stückchen in mein Gehirn zu schieben? Sicher weiß er das. Irgendwann erschlag ich ihn, dann ist Ruhe.

17.09.2009 um 11:20 Uhr

Liebespaarungen

von: Hedera

 von Lionel Shriver (Autorin) wird von mir gerade gelesen.

Eher gesagt, ich bin mitten drin. Anfangs war das Buch sehr verwirrend für mich, bis ich kapierte, dass das Buch ein kleines bißchen wie eine Art Experiment ist. In einem Kapitel wird beschrieben war passiert ist und dann wiederholt sich quasi die Sequenz, nur dass die Protagonistin dann getan hat, wovor sie sich in der "Wirklichkeit" fürchtete - den anderen Mann nicht nur ein bißchen angehimmelt sondern geküsst und eine Affaire angefangen:

Lawrence ist ein ganz besonderer Mensch, klug, geistreich, verlässlich. Und ist es nicht ganz natürlich, dass die Leidenschaft seiner Liebe nach zehn Jahren nachgelassen hat? Ein Leben ohne ihn kann Irina sich jedenfalls nicht vorstellen. Auch an dem Abend nicht, an dem sie mit Ramsey, dem gemeinsamen Freund, ausgeht. Aber dann ist Ramseys Anziehungskraft überraschend groß, Irina verliert den Überblick und lässt sich zu einem leidenschaftlichen Kuss hinreißen. Mit einemmal tritt sie in ein neues Leben ein. Und mit Ramsey, dem professionellen Snooker-Spieler, verändert sich vieles, mit ihm wird Irina zu einer anderen Frau. Das Leben mit Lawrence, das Leben ohne diesen Kuss, wäre vorhersehbarer gewesen. Oder? Das ist eine andere Geschichte – aber warum sollte sie deshalb nicht erzählt werden? Nur um zu erfahren, was gewesen wäre, wenn

Und wie ich die Geschichte so las, kam ich zu dem Abschnitt der sich mit dem Küssen beschäftigte. Irina vermisst das Küssen. Sie schläft 3x pro Woche mit ihrem Mann, davon träumen andere Paare nach 8 Jahren nur noch - aber geküsst wird nie und sich angesehen während der "Paarung" auch nicht. Wo ist die Leidenschaft hin, wo die gemeinsamen Ziele? In Ramsey, den sie in der einen Variante gerne geküsst hätte und in der anderen Variante ist gerade dass der Grund, warum sie so auf ihn abfährt. Und siehe da, es gibt schon Gemeinsamkeiten mit dem realen Leben...Wer von euch ist schon seit Jahren mit seinem Partner zusammen und küsst immer noch wie verrückt? Nicht der obligatorische "Guten Morgen" und "Tschüß" Bussi ist gemeint - der tiefe, der innige, der leidenschaftliche ist gemeint. Gibt es ihn noch - nach Jahren der Beziehung?????


 

 

08.09.2009 um 11:09 Uhr

Das Geheimnis

von: Hedera

Das Geheimnis der Liebe

Es ist bemerkenswert, daß wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, daß sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, daß jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet, und daß auch dem Liebenden sich alles entfaltet, das Nächste, das lange Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Male. Die Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, daß wir mit dem Menschen, die wir lieben, nicht fertigwerden: weil wir sie lieben; solang wir sie lieben. Man höre bloß die Dichter, wenn sie lieben; sie tappen nach Vergleichen, als wären sie betrunken, sie greifen nach allen Dingen im All, nach Blumen und Tieren, nach Wolken, nach Sternen und Meeren. Warum? So wie das All, wie Gottes unerschöpfliche Geräumigkeit, schrankenlos, alles Möglichen voll, aller Geheimnisse voll, unfaßbar ist der Mensch, den man liebt. Nur die Liebe erträgt ihn so.

Unsere Meinung, daß wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind - nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muß es sein. Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft auf, weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch auf alles Lebendige, das unfaßbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, daß unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.

"Du bist nicht", sagte der Enttäuschte oder die Enttäuschte: "wofür ich Dich gehalten habe."

Und wofür hat man sich denn gehalten?

Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind.
Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat...

Du sollst dir kein Bildnis machen, heißt es von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfaßbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlaß wieder begehen - Ausgenommen wenn wir lieben.

Max Frisch

Nichts was ich jemals in der Schule gelesen habe, ist mir so in Erinnerung geblieben wie dies hier.

Leider stelle ich nur manchmal fest, dass ich mir selbst manchmal auch ein Geheimnis bin, mir fremd vorkomme, wenn in meinem Kopf und in meinem Herz Dinge passieren, die ich mir gar nicht erklären kann.

Aber grundsätzlich spiegelt der Text meinen Glauben über das Wesen der Liebe wieder: man soll, man darf, man muß den Anderen nicht besser kennen wollen als sich selbst, ein bißchen Zauber muß bleiben.......

07.09.2009 um 11:29 Uhr

Zugegeben

von: Hedera

Ich bekenne:

ich schlaf gern allein.

Letzthin träumte ich davon mein heiliges kleines Bettchen (140 cm - nur so zur Info für die interessierte Leserschaft) nicht immer alleine auszufüllen. Aneinandergekuschelt in den Schlaf zu sinken und morgens glücksseelig aufzuwachen - immer noch im Arm des geliebten Menschen zu liegen, das ist so meine Traumvorstellung. Die Realität sieht aber anders aus. Wie ich leider zugeben muß!

Ich liebe es alleine zu schlafen, ich schlafe wie ein Murmeltier, wie ein Stein. Das aufwachen ist leider immer wieder noch oft von negativen Gedanken besetzt aber der Schlaf ansich ist super. Weniger super, wenn ich nicht alleine schlafe. Plötzlich habe ich einschlafprobleme, wohl weil auf einmal jemand neben mir liegt. Aneinandergekuschelt zu liegen hat auch seine Schattenseiten: das Liegen auf einem freundlich dargebotenen Arm birgt nicht nur Probleme für meine Schulter, die das Gefühl hat, dass ein Krampf sich anbahnt, auch der Arm, der sich mir anbietet, möchte irgendwann seine Lage verändern, also wälzen wir uns beide in eine andere Lage, schon kuschel ich mich vielleicht in Löffelchenstellung an den mir dargebotenen Rücken um dann festzustellen, das ich eigentlich lieber auf der anderen Seite liege...kurzum: der Schlaf ist nie der Beste. Und der morgendliche Austausch von Zärtlichkeiten ohne vorheriges Putzen der Beißerchen ist auch nicht mein Ding. Abgesehen davon, dass mein Mann auch nicht gut schlafen kann, morgens aufsteht, ich davon wachwerde weil kurz darauf im Wohnzimmer zur ungewohnten Zeit der Fernseher läuft. Er schläft sowieso schlecht in meinem Bett. Trotzdem sonne ich mich weiter in der Illusion, dass es schön ist, einen vertrauen Menschen neben sich liegen zu haben. Wenn auch mein Bett leider nicht für Wachaktivitäten geeignet ist: es quitscht. Fürchterlich. Ich persönlich schlafe gerne und prima in meinem Bett aber gymnastische Übungen rächen sich: der Holzboden knarrt, das Bett quitscht, das wiederum macht mich nervös und lenkt ab, bis ich keine Lust mehr hab, im wahrsten Sinne des Wortes.

Und selbst ohne die eigenheiten meines noch neuen Bettes muß ich zugeben, dass auch letztes Jahr meine Freude über den kurzzeitigen Begleiter im Bett getrübt war: eingekuschelt gelegen, wachgeworden weil sich der Mann gedreht hat, beleidigt gewesen, weil ich Nähe wollte und er seine Ruhe.....Die These, dass mein Schlaf besser wird, wenn der "Richtige" neben mir liegt, hat sich nicht bestätigt. Ich habe nicht gut geschlafen. Ich schlafe immer nur gut, wenn ich ebenfalls meine Ruhe habe.

Aber die Vorstellung wird mich nie loslassen, dass es dann und wann nett ist, wenn man nicht alleine liegt.......;-)))

04.09.2009 um 15:37 Uhr

Endlose Ruhe oder Ruhe vor was auch immer

von: Hedera

Um es mit einem Wort zu beschreiben:

N I C H T S, nada, nothing happened

Ich kann es kaum fassen aber es ist so. Sehr viele Zellen meines Körpers, meines Geistes wünschen sich, dass das so bleibt. Das die Menschen, die sich anscheinend bezüglich meiner Person in den Ruhemodus begeben haben, auch dort bleiben. Und nicht nächste Woche wieder entdecken: da war doch noch eine, der schreiben wir mal, bevor sie vergisst, dass es uns gibt....

Es geht mir besser damit. Wirklich. Ich kann es kaum glauben. Ein angekratzes Ego bringt es auch in solchen Situationen noch fertig beleidigt zu sein, da ein, wenn auch geheucheltes Interesse an der eigenen Person besser erscheint als gar keins. Aber so ist es nicht. Was nützen einem Menschen, die von Zuneigungen reden und die eigentlich nur Egoisten sind? Nichts. Man sonnt sich 5 Minuten in deren Aufmerksamkeit um dann flugs vergessen zu werden. Ich wünschte wirklich, ich müßte nicht mehr bangen, dass mein PC an einem Montag Nachrichten hervorspuckt, die ich gar nicht haben will. Auch keine SMS. Und Urlauber endlich in Urlaub fahren.......weils besser ist.

Und ehrlich gesagt, zumindest heute noch beseelt mich die Vorstellung, dass morgen kein extra putzen woanders angesagt ist, dass keine Fete ansteht, dass ich evtl. gemütlich meine Bude putzen kann und mich dann abends auf das Sofa werfe, nachdem ich den Nachtisch für Sonntag gebastelt habe, eingekauft hab, draußen evtl. immer noch der Wind weht als obs kein Morgen mehr gäbe....

Zu zweit kuscheln wär schön, ich hab ja noch meine Katze. Sonntag wird vielleicht gekuschelt, das ist auch schön. Und ich hab noch eine DVD - Elizabeth - das goldene Königreich...hach, das ist doch Romantik für Eine genug, oder?