Ich versteh es nicht

25.07.2010 um 14:07 Uhr

Eigen...artig

von: Hedera

wie sich manchmal Ereignisse bei verschiedenen Menschen gleichen....Schrieb Lady einen Eintrag, dass sich Kater gemeldet hat......ich bekomme eine ähnliche Meldung...und das nachdem etwas in mir gekribbelt hat, das ich gar nicht näher beschreiben könnte, wie eine Art Gedankenübertragung zwischen ihm und mir - jedenfalls hab ich mir das früher so eingebildet, weil immer eine Nachricht kam, wenn ich an ihn dachte....Gedanken an jemanden kreuzen mein Hirn....ich kann immer noch nicht ganz verstehen, warum man einem Menschen begegnet, soviel passiert und die Tatsache ansich, das man DIESEN Menschen traf und einen wie auch immer gearteten bleibenden Eindruck hinterlassen hat und der umgekehrt bei einem selbst auch - das alles soll völlig umsonst gewesen sein? Völlig ohne Abschluß, ohne jeglichen positiven Sinn??? Schade. einfach nur Schade irgendwie.

Und die anderen Gedanken gehen in eine ganz andere Richtung. Je mehr ich meiner Tochter versuche zu vermitteln, wie immens wichtig es doch ist, gerade als Frau ein Leben lang selbstständig zu sein, eigenes Geld zu verdienen, von niemandem abhängig zu sein....hinterfrage ich meinen eigenen Werdegang und muß zum 100.000x feststellen, dass ich aus allen möglichen und unmöglichen Möglichkeiten nichts gemacht habe.

Beruflich? Sackgasse irgendwie. Trotz Weiterbildung keine Chance auf Änderung.

Finanziell? Schlimmer statt besser über die Jahre. Meine Angst ist schon die, das ich, wenn ich irgendwann mal Rente beziehe noch ärmer dran bin als ich mich jetzt bisweilen schon finde....Und dann begegnen einem Leute, die vor 10/15 Jahren mit gerade mal 40 berentet wurde - von der Post, von der Bahn. Die gut leben, wirklich, richtig gut. Die sich ihres Lebens lang erfreuen können, weil die Gründe ihrer Frühpensionierung eigentlich ein Witz waren..aber das wäre wieder eine andere Geschichte.

Materiell? Hah, ein Auto das bis Oktober TÜV hat...keine Chance auf Reparatur und auf ein neues erst recht nicht. Minimaler Bestand an billigen Möbeln.

Das Resümee meiner über 40 Jahre.....ich habe nichts geschafft. Ich habe weder viele ferne Länder gesehen und darein mein Geld investiert, noch tausend Ausbildungen gemacht. Ich habe von jetzt auf gleich gelebt, wie mir im Nachgang scheint und habe zu oft auf mein Herz, statt auf meinen Verstand gehört. Ich hätte wohl berechnender sein sollen um nicht dort zu landen, wo ich jetzt bin. Eine zweite Chance gibt es bei vielen Dingen, aber nicht bei allen. Ich kann das Rad der Zeit nicht zurück drehen. Für nichts. Alles kann schlechter, alles kann besser werden.....aber jetzt schon weiß ich, am Ende des Jahres wird auch dieses Jahr keines sein, von dem ich sagen werde: super, das wäre mein Jahr. Das ist so lange nicht passiert, das ich mich frage, wann ich überhaupt mal so ein Jahr hatte. Dabei bin ich kein Pessimist. Manchmal, ganz alleine für mich selbst im stillen Kämmerlein eher Realist. Und dann komm ich vor mir selber nicht gut weg. Gar nicht gut.

Seufz.

Aber jetzt erstmal Urlaub  von mir selbst.....

05.07.2010 um 18:59 Uhr

Wenn der Kopf brummt...

von: Hedera   Stichwörter: Chouchou

Wenn man älter wird, wird man weiser.

Schön, wenn es so wäre. Wenn man älter wird, stellt man evtl. fest, dass man völlig vergessen hat, wer man eigentlich ist und was man wollte.

Man ist so um die 40, vielleicht, und hat jahrelang, achwas evtl. sein halbes Leben oder mehr vielleicht mit einem Menschen verbracht, der das eigene Ego so gedrückt hat, dass man alleine nicht mehr weiß, wer man ist und was man ist. Man hat schon gespürt, nein gewußt, dass die Dinge, die er sagt nicht stimmen. "Du bist nichts, gar nichts. Ohne mich bist du nichts." Der, der das sagt, ist selbst ein kleiner Mensch und nur das Gefühl einen anderen noch kleiner machen zu können, gibt ihm Größe. Man weiß, dass das gelogen ist, das der andere Unrecht hat. Aber jahrelanges, wohldosiertes Gift wirkt doch.  Und dann kommt der Tag, an dem man sich davon löst. Vielleicht und eher noch sogar, wenn man auf einen Menschen trifft, der das Gefühl vermittelt endlich erkannt zu werden als das, was man ist: ein wertvoller, ein einzigartiger Mensch, wert geliebt zu werden. Und wenn dann dieser Mensch nicht hält, was man sich versprochen hat, stürzt die Welt ein. Weil das Gefühl Kraft gegeben hat, aber der Mensch letztendlich nicht......

Das Leben besteht aus vielen Hochs und Tiefs. Manchmal scheinen die Tiefs zu überwiegen. Alleine sein will gelernt sein. In Gesellschaft fühlt man sich noch wohl, aber die langersehnten eigenen 4-Wände können in Zeiten von Tiefs ersticken. Alles braucht Zeit. Was es nicht braucht ist das unbedingte klammern an eine Idee, an einen Menschen, der alles schlimmer macht. Auch das erkennt man eigentlich, will es nur so ungern wahrhaben. Es kann doch nicht sein, und dann steht da der andere, der sich ins Fäustchen zu lachen scheint. "Hab ich dir nicht immer gesagt, das dich keiner mehr will?" Und sein Lachen tut doppelt weh. Hat er nicht doch recht?

Meine Zeit mit einem Menschen, der mir das immer wieder eingetrichtert hat, währte nur 3 Jahre, nicht ganz, gottseidank. Niemand hat mich verstanden, hat meinen Schmerz und meine Unfähigkeit mich daraus zu lösen, verstanden. Erst als ein anderer Mann kam, fühlte ich mich gerettet. Aber das war nicht meine Rettung. Warum sind wir so, wie wir sind? Wir lassen es zu, obwohl wir auf andere wirken, wie starke, selbstbewußte Frauen. Alles Fassade. Wenn wir nichts gelernt haben, dann das gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Was man 40 Jahre erfolgreich verdrängt hat, man selbst zu sein, genauso Grenzen abzustecken, wie das unsere Gegenüber immer getan haben, das lernt man nicht in ein paar wenigen Wochen. Das ist harte Arbeit, weil die Muster, die wir gehen, immer die gleichen sind und leider auch die Fehler, die wir machen. Es ist irrsinnig mühsam auszubrechen, aus dem eigenen Gefängnis der Muster. Aber es geht, und wenn es immer wieder 1 Schritt vor und 2 zurück ist. Es geht. Keiner muß Opfer sein, denn letztendlich wären wir unsere eigenen Opfer, weil nur wir über unser eigenes Leben bestimmen können. Und die Ziele sollten nicht zu hoch gesteckt sein. Kleine Schritte. Jeden Tag ein neuer dazu......