Ich versteh es nicht

30.06.2014 um 10:59 Uhr

Flashback

von: Hedera

Eben überflog ich meine letzten Einträge hier.....und mußte mit bestätigendem Entsetzen erkennen, es hat sich nichts geändert. Über die letzten Jahre hat sich nichts geändert.
Außer vielleicht dem Umstand, dass ich in diesem Jahr einem ständigen Gefühls Auf- und Ab ausgesetzt war bzw. es mir selbst so gemacht habe...........................nichts wird mit der Zeit anscheinend besser bei mir, es wird schlimmer und das entsetzt mich zutiefst. 
Letzte Woche, als eigentlich genau vor 7 Tagen meine Welt noch so völlig heile schien, hatte ich dazu, wie als Einleitung zu dem was kommt, eine Art Flashback.........
Ein Mann, der mir verspricht, er kommt wieder, natürlich....der Sachen bei mir vergisst, mir ein T-Shirt dalässt............................wie vor 6 Jahren dachte ich da schon......der Mann damals wollte natürlich auch wiederkommen, hatte sogar eine ganze Klamottensammlung bei mir..................und kam nie wieder. Genau diesen Gedankengang hatte ich und genau wie vor 6 Jahren wiederholt sich die Geschichte genau..........................................................Und wieder packe ich aus Selbstschutz die Sachen zusammen, räume sie in den Keller, damit ich sie nicht mehr sehen muss. Damals lagen sie in der alten Wohnung jahrelang in einer Kiste, bis ich sie irgendwann weggeschmissen habe.
Und ich dachte wirklich, ich wäre nach all den Jahren über diese Geschichte hinweg. Und ich muß erkennen, das bin ich immer noch nicht. Genausowenig, wie ich über meine Ehe hinweg bin, die ich beendet habe. Das Wissen, dass mein Mann jetzt entweder jedes WE Besuch hat oder über ein verlängertes WE wegfährt, macht mich mehr als sprachlos. Jetzt geht das? Mit mir war niemals ein Ausflug am Wochenende möglich und jetzt ist das wegfahren über 3-4 Tage kein Problem? 
Ich weiß genau, dass ich in den Mann von "jetzt" zu viele Hoffnungen gelegt habe, weil es so absurd gut zu passen schien. Ich verstand, was in ihm vorging, seine Art mit mir umzugehen machte mich mehr als glücklich, wir haben den selben Humor, konnten uns über tausend Sachen unterhalten...er schien mich genau so zu mögen wie ich ihn...........aber während ich mich einfach hineinstürzte, machte ihm diese Entwicklung sofort Angst und er sagte mir, dass er nicht das fühlte, was ich fühle. Obwohl er danach nicht gehandelt hat...ich verstehe es wieder einmal nicht.
Um mich zu schützen lösche ich alle Bilder, die er mir geschickt hat, würde mich am liebsten bei FB entfreunden, finde es aber doch als letzten Schritt zu albern, ich lösche seine Nr. , alle Gesprächsverläufe um ja nichts nachzulesen und noch weniger zu verstehen...ich putze die Wohnung, wasche...versuche jegliche Berührung seinerseits an "meinen" Dingen auszulöschen, würde, wenn es mir nicht darum zu schade wäre, sogar Handtücher und Bettwäsche wegschmeissen.......und fühle mich krank dabei. Kopfkrank. 
Obwohl mein Trainingspensum überschritten ist, treibe ich Sport wie eine Geisteskranke, weil es das einzige ist, was mich wenigstens in der Zeit völlig ablenkt. 
Sein Angebot mit mir weiterhin befreundet zu bleiben, weil er mich rein freundschaftlich so mag und wir uns so gut verstanden haben und er meine Gesellschaft so genossen hat, befremdet mich, obwohl es sicher lieb gemeint ist. Aber die Chancen ihn jemals wieder zu sehen, sind gleich unter Null, also macht es keinen Unterschied. Wenigstens dazu ist die Entfernung gut. Aus den Augen...aus dem Sinn.
Ich fühle mich krank. Kopfkrank. Natürlich frage ich mich, wie es sein kann, dass immer ich die Verlassene bin. Die aber natürlich eine ganz eine tolle ist. Nur nicht für die Männer, die erst so begeistert scheinen. Ich bin zu viel. Zu viel Gefühl, zu viel begeistert, zu wenig Selbstschutz. Anscheinend. Vielleicht sollte ich als nächste "Arbeitsaufgabe" in Angriff nehmen, einfach einmal eine sich anbahnende Unterhaltung abzulehnen. Weil nichts in mir anscheinend bereit ist, vernünftig an das Projekt Mann ranzugehen. Dabei habe ich ja nicht flehenden Blickes gesucht. Überhaupt nicht. Ich bin nur ohne auch nur an die Bremse zu denken mit über 100 Sachen weit übers Ziel hinausgeschossen.

Und all das lässt mich an Menschen in meinem Umfeld denken, von denen ich mehr oder weniger weiß, dass sie nie einen Partner hatten. Sind sie glücklicher  mit dem Wissen, dass sie eben nicht wissen, was Nähe ist? Was Zärtlichkeit ist?
Ich habe etwas kosten dürfen, dass nicht für mich war und das mich eben nicht zu dem überaus dusseligen Spruch hinreissen lässt....das ich dankbar sein soll, so etwas erlebt haben zu dürfen. Was nützt mir das? Das ich jetzt immer daran denke und dabei glaube zu sterben, weil ich es so nicht mehr erleben werde?
Was sagte er noch vorletzte Woche zu mir? Wo warst du alle die Jahre, warum habe ich dich nicht vorher kennengelernt? 
Es hätte nichts geändert. Ich bin die Frau, die manch einer gerne hätte, wenn er sie nicht hat. Wer mich kennt, der flieht vor mir....und wer mich behält, den will ich nicht..............Ich bin nicht vermittelbar. Ich löse freundschaftliche Gefühle aus, dass ist dann aber auch schon das Höchste. Der Rest geht und lässt nie wieder von sich hören. Diese eigentlich kleine, harmlose Episode löst eine ganze Lawine an Emotionen in mir aus, die ich nicht haben will. Ich hatte zwischendurch Zeiten in denen ich mir vorstellen konnte, wirklich alleine zu bleiben. Mein Bett niemals zu teilen. Niemals die Nähe zu spüren, nach der ich mich eigentlich sehne. Die gab es wirklich. 
Und ich frage mich, ob ich mich wieder von alleine derartig gedrosselt bekomme, dass ich so weitermachen kann. Leben, lachen, ohne das Gefühl etwas verloren zu haben. Im Moment ist das Loch in dem ich sitze tief. Sehr tief. Anscheinend habe ich gar nichts wirklich verarbeitet. Wenn 6 Jahre nicht genug sind, wie lange dauert es dann noch?
 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenredorange schreibt am 30.06.2014 um 11:26 Uhr:Irgendwie bin ich grad ganz schön betroffen... So gut kenne ich, was Du hier beschreibst und fühle mit Dir.
    Dankbarkeit "schleicht" sich erst ein, wenn es nicht mehr weh tut :(
    ...der Mann von vor 6 Jahren ist nicht derselbe wie aktuell?
  2. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 11:28 Uhr:Nein, einmal vorbei ist vorbei. Es ist ein Mann, den ich zufällig kennenlernte, bei Freunden, zu einem Zeitpunkt an dem ich auch niemanden suchte...auch deswegen ließ ich mich hinreissen zu glauben, dass es gut wird......
  3. zitierenredorange schreibt am 30.06.2014 um 11:36 Uhr:Mir hat mal jemand gesagt: "Eigentlich kann man dich nicht lieben. Du bist "zu sehr". Zu tiefgründig. Zu intensiv. Das hält man eigentlich nicht aus."
    Dieser Gedanke an sich tut weh, weil man zum einen doch nicht anders sein kann als man ist und weil man sich andererseits nicht vorstellen mag, dass einem Mann genügt, bloß ein bisschen an der Oberfläche rumzukratzen.
    Ich würde Dir so gern irgendetwas sagen, das Dir auch etwas gibt - aber in so ner Situation... klingt alles einfach irgendwie nur sch** :(
  4. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 11:44 Uhr:Wie sagte ich eben diesem Mann: der Idealfall wäre für mich, für DEN Mann in meinem Leben Freundin und Geliebte zu sein. Nur nicht Therapeutin...das sollte ich schon einmal sein und das geht eben nicht.
    Der Mann überlegte und sagte: da hast du wohl recht, aber Freundin...das sind die Frauen in den wenigsten Fällen...
    Warum eigentlich? Man braucht natürlich noch Freunde außerhalb der Beziehung aber warum in die Frau/der Mann nicht auch der beste Kumpel weil man über alles reden kann? Das konnte ich mit diesem Mann....und es schuppste mich auf die "Ersatzbank".
    Ja redorange, im Moment gibt es irgendwie keinen Spruch für diese Situation. Außer dass ich hoffe, dass der Moment schneller vergeht als ich zu hoffen wage....
  5. zitierenredorange schreibt am 30.06.2014 um 11:54 Uhr:Hm, siehst Du, das hat mir meine Schmerztherapeutin auch mal gesagt: "Sie müssen sich entscheiden, was Sie sein wollen, entweder seine Partnerin oder seine Therapeutin - beides ist nicht möglich."
    Und die Freundin des anderen zu sein: Na klar ist das möglich und das muss es doch irgendwie auch. Ist es denn nicht das, was mit der Zeit entsteht? Wenn das Vertrauen wächst? Wenn wir nicht mit unserem Partner über so ziemlich alles reden könnten - was macht dann so eine Beziehung aus?
    Und wenn wir uns vertrauen, wenn wir über alles reden können - sind wir dann nicht schon auch Freunde?
  6. zitierentrinidad schreibt am 30.06.2014 um 12:01 Uhr:da gibts wirklich nicht viel zu sagen. ich frage mich schon, was genau dazu beiträgt, eine interessante begegnung so scheitern zu lassen. machst du den herren gleich heiratsanträge? oder hast du mehr reininterpretiert, als war? ich versteh einfach nicht, wie es so schnell von 'es läuft' zu 'es läuft nicht mehr' gehen kann, wenn nicht was grundlegendes passiert bzw einer der beiden merkt, dass es doch nicht so toll ist wie gedacht.
    eines ist sicher: du wirst es überleben und es wird vorbei gehen, schneller als du denkst. soviel ist klar, das kannst du mir glauben. es wird alles gut!
  7. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 12:14 Uhr:Ich weiß es nicht Trini, ich weiß es einfach nicht. Ich war ich...von Anfang an. Aber er scheint dazwischen gesagt zu haben, was er gar nicht meinte.....ich habe keine Ahnung. Wie immer. Wenn es einen Wettbewerb gäbe für : wie schnell ist sie Geschichte, würde ich gewinnen. Was für ein Sieg....
  8. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 12:31 Uhr:und um das einzige mal hier etwas böse zu sein.....seine libido probleme, die habe ich (natürlich) bravourös in Luft aufgelöst. Und die Bettlangeweile seiner Ehe auch, davon profitiert, gottbewahremichvorweitereninformationen, dann die nächste Frau in seinem Leben...ich bin halt eine ganz nette...die kleine Schwester von Shice...
  9. zitierentrinidad schreibt am 30.06.2014 um 12:54 Uhr:vielleicht warst du ihm 'zu' versaut? Ich hab schon den eindruck, dass die herren eher gestresst sind wenn sie merken, eine leidenschaftliche frau im bett liegen zu haben...dann kommen sie ins grübeln und denken, nicht genügen zu können. dann ist das ruhige weibchen doch wieder attraktiv, weil man sich nicht so viel mühe machen muss...keine ahnung. andererseits werden sie nervös, wenn man mit sogenannter 'pärchenscheisse' anfängt. es ist wirklich nicht einfach eine balance zu finden, insbesondere wenn du etwas ernsterem nicht abgeneigt bist.
  10. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 13:28 Uhr:Auch das ist nicht unmöglich Trini, meine Aussage "wünsch dir was" stieß auch nicht unbedingt auf freudige Zustimmung...er wünscht sich nichts, hatte aber jahrelang den selben Einheitsbrei...aber er war mir wiederum vollkommen genug, ein Träumchen für meine Begriffe....ja und die Päarchenscheisse hat ihn definitiv wohl auch verschreckt.......dabei wollte er auch keine Frau nur für die Kiste....er ist sich selbst noch nicht einig, was er denn jetzt gerade will. Ich war es leider nicht. Leider.....
  11. zitierenlady_bright schreibt am 30.06.2014 um 16:05 Uhr:Was soll ich dazu sagen, als daß ich es verstehe. Ich erlebe gerade ähnliches.
    Wir sind wohl Zwischenfrauen, Hedi. Die Falschen, mit denen man Spaß hat, bis die Richtige kommt, oder bis man(n) weiß, was für ihn das Richtige ist.
    Und ich erlebe es ja auch gerade wieder, daß das, was sich für ihn mit uns falsch angefühlt hat, mit der nächsten genau richtig ist. Warum nicht mit uns? Ich werde es nie verstehen!
  12. zitierenHedera schreibt am 30.06.2014 um 16:16 Uhr:Vielleicht wäre manchmal der Typ Mutti doch richtiger....um einen Mann auf Dauer zu fangen...darauf scheinen viele zu stehen...............wenn ich mir die Frauen um mich herum so ansehe, die alle seit Jahren einen Partner haben und einen halbwegs glücklichen Eindruck machen....
    Die laufen vielleicht nicht weg, die haben überschaubare Ansprüche, was weiß ich.......wir verstehen es beide nicht. Und wie man an meinem Beispiel sieht...es wird auch im Alter nicht leichter...
  13. zitierenginablum schreibt am 30.06.2014 um 18:05 Uhr:Ach Hedi, ich könnte meinen Senf jetzt auch noch dazu geben. Aber alle haben schon alles gesagt. Es ist zu traurig...

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