~ Panta Rhei ~

23.05.2014 um 01:34 Uhr

Geerdet

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Die Autoluft ist voll von Ludovico Einaudi.
Und von einer leise sich heranschleichenden Wehmut.

Wie war das noch damals in der Unabhängigkeit? Ich erinnere mich an Norwegen. Vorfreude, kindliche Aufgewecktheit. Der Zauber des Neuen, des Abenteuers. Ich suche ganz kläglich danach in jeder Ecke in mir.
Wo ist sie nur? Ich wünsche mir gerade so sehr nicht erwarten zu können endlich anzukommen und mit der ganz anderen Luft, dem ganz anderen Duft, dem anderen Klang, dem Schwingen und dem Kribbeln spielen zu dürfen.

Wo ist sie hin, die Magie der Weihnacht? Die Vorfreude auf Verreisen? Überhaupt die Vorfreude auf irgendwas? Und ich meine nicht auf das Abendessen. Die Aufgeregtheit, Nervosität, die Schlaflosigkeit in der Nacht vor meinem Geburtstag. Geschenke! Ein Tag, der nur mir gehört. Glückwünsche in mein Herz rein – nicht via Facebook oder per SMS. Ein Danke für mein Sein, für meinen ersten Atemzug und die Entscheidung leben zu wollen vor etlichen Jahren.

Spiele, Spiele, Spiele. Ich will Gummihopsen, Verstecken und Fangen spielen! Will mich im Kinderzimmer mit begeisterungsvollen Zwergen am Boden suhlen und vergnügt jauchzen. Überdrehen und am Ende heulen, weil ich kein Ende kenne. Schreien, Zöpfe flechten, Puppen schminken, anstatt mit den Alten im Nebenzimmer über Nachbarn, Wind und Supermarktpreise zu schimpfen.

Lass mich spielen! Ich bin noch nicht fertig mit Kindsein! Menno!!!

Der Sonnenuntergang, meine Güte – er ist so schön. Aber nur mit den Augen. Wo kann ich den gerade fühlen? Wo nur? Dieser Bodennebel, in dem ich einst tanzende Feen sah, ist nur ein Bodennebel. Ich gucke nur kurz und fühl mich nicht berührt. Dass es mich nicht berührt, macht mich traurig. Immerhin. Ich bade darin und schöpfe daraus. Um mich beweglich zu fühlen.

Unbekümmert, zügellos, schwebend… Ich raste aus!
Selbst Konzerte meiner Lieblingsbands erreichen mich nicht mehr. Bin ich anspruchsvoller, abgestumpfter, brauch ich das gerade nicht?

Dann rasselt es auf dem Rücksitz. Ich drehe mich um und blicke in ein so heiles Gesicht voll Liebe. Es bringt mich ins Hier und Jetzt. Irgendwie bin ich doch angekommen in einem ganz, ganz anderem Abenteuer des Lebens. Kann ich es deshalb nicht mehr so spüren? Weil all meine Gefühle, sich all meine Sensoren versammelt haben um genau DAS zu empfinden? Weil ich all das, die Vorfreude und Aufgeregtheit des Neuen, gespeichert und reserviert habe für dieses Wunder auf dem Rücksitz? Darf ich all die Leichtigkeit, Neugier und Ungezügeltheit nun bei meinem murmelnden, rotbäckigen Rücksitzwunder gespiegelt nochmal erleben? Ich in doppelt so groß? Und bin ich als Ich jetzt deswegen weniger oder mehr? Oder beides zur gleichen Zeit? Da ist soviel Du da, dass ich mich suche. Und doch sind wir drei alle Ich.

Vielleicht geht es jetzt einfach darum den Zauber im Staubkorn auf dem Boden zu entdecken. Die Freude teilen zu dürfen einen Knopf im Kopfkissen zu knubbeln. Oder jede einzelne Stufe der Treppe abzuklopfen und mit dem Finger auf Brotkrümel zu drücken. Das erregte Mezzosoprankreischen beim Erblicken des Stubentigers. Das euphorische Reinbeißen in die schwedische Lieblingplüschseule. Dein  Weinlachen, wenn wieder mal alles auf einmal geschieht und du alles auf einmal ausdrücken musst. Dein ganzes Drama. Dein gesamter Kosmos, der jeden Tag wächst. Der faszinierende Staubkorn, der jeden Tag neu entdeckt wird… Hach…

Ja – nicht zu vergessen, die liebenden Arme, in denen ich jeden Abend geborgen ins Lummerland getragen werde. Mein Gott, ich bin so so dankbar! Schwer auszudrücken. Angekommen.

Und doch…
Ist die Sehnsucht da… so sehr…..

(Vergiss nicht, wer Du bist!)

06.04.2013 um 09:23 Uhr

Aufgewacht

 

Geht wahre Liebe so tief, dass sie Fluch und Segen gleichzeitig ist?
Dass sie alle Ecken Deiner Seele berührt?
Dass sie alle Emotionen gleichzeitig hervorzaubern kann?
Dass sie dich an den Rand des Abgrunds treibt und du springst…
Dass du Grenzen erkennst… sie überschreitest und erkennst wer du bist?
Dass innerer Wachstum niemals aufhört?
Dass du tiefstes Leid erfährst… und größte Freude?
Dass du gemeinsam alles erlebt hast und es doch immer wieder spannend bleibt?
Dass du ständig auf Reisen in dir selbst bist und doch in einem Gefühl angekommen bist?
Dass man sich tierisch auf die Nerven geht und zofft, um dann dankbar dafür zu sein, dass es jemand schafft, dich zur Verzweiflung zu bringen?
Dass Demut ganz eng mit Wertschätzung und Dankbarkeit verschmilzt und du endlich erkennst, dass du genauso wie du bist richtig bist… Der Vorhang ist gefallen.

… And I love you once again …

 

04.01.2013 um 12:30 Uhr

Hingabe an die Schönheit des Lebens

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Liebevolle Huskyschnauzen streicheln mein Gesicht und ich fühle mich zum ersten Mal wieder lebendig für einen Moment. Diese demütige Hingabe dieser wundervollen Tiere schenkt mir Liebe in ihrer reinsten Form und für einen Augenblick gibt es nur das. Es gibt kein Leid, keine Sorgen, keine virenverseuchten Gedanken, die alles fressen, was das Ego ihnen vor den Latz knallt. Da gibt es pures Glück. Das ist die wahre Schönheit des Herzens.

Was ist Schönheit?

Ich habe etwas so wundervolles in einem kleinen Schatz darüber gefunden:

Was macht die Tigerlilie so schön? Oder die blühende Wiese so verlockend? Es sind nicht die Farben oder Düfte oder ihre Beschaffenheit. Es liegt an der vollkommenen, totalen Verletzlichkeit der Lilie; es liegt an der Bereitschaft der Blumen, sich allem zu ergeben, was existiert. Das ist die Quelle aller Schönheit in der Natur.

In der Natur gibt es kein Lebewesen und kein Ding, das sich nicht in einem ständigen vollkommenen Zustand der Ergebung befindet. Verletzlichkeit in ihrer reinsten Form.

Das ist die größte Stärke und gleichzeitig ihre größte Schwäche. Ein Paradoxon, das sich durch alle Aspekte unseres Lebens hindurch zieht. Ein mächtiger Mammutbaum – so stark er auch ist – kann von den Händen der Erwachsenen, von der Heftigkeit eines Orkans, von den Flammen des Feuers zu Boden gestreckt oder zerstört werden. Ein Mammutbaum kann nicht davonlaufen; eine Lilie kann nicht fliehen; eine Wiese kann sich nicht selbst mit Wasser begießen. Die Lebewesen sind die tapfersten auf der Erde. Sie bleiben da, wo sie sind und ergeben sich dem, was ist – sei es ein sonniger Tag oder ein heftiger Sturm, ein atemberaubend schöner Sonnenaufgang oder ein wütendes Feuer. Diese große Fähigkeit, angesichts tief greifender Ereignisse einfach stillzuhalten, verleiht der Natur eine so außergewöhnliche Schönheit. Denn wahre Schönheit und Verletzlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen.

Am tiefsten Tiefpunkt meines Lebens angekommen, am Punkt eines Abschiedes, eines kleinen Todes, das gleichzeitig ein großer Tod meines Egos ist, der Tod der Abhängigkeit – mitten am Boden im Schmerz, erkenne ich meine wahre Schönheit. Genau hier erblühe ich neu: In der Verletzlichkeit und Verwundung. Ich bin die Tigerlilie und laufe nicht davon. Ich ergebe mich in Gnade und Demut. Lasse alles geschehen und akzeptiere die Mauern in meinem Weg. Ohne dass ich die Energie aufbringe drum herum zu laufen oder darüber hinweg springen zu wollen. Ich schaue sie mir an, heiße sie willkommen, integriere sie in meinem Leben und gehe sogar soweit ihr dafür zu danken… Und genau daraus entsteht Vergebung...

Willkommen in einem aufregenden neuen Jahr.
In einem neuen Leben…

 

25.12.2012 um 17:16 Uhr

Bunt und leicht.

 

Und dann gab es wieder ein Tief in mir und ich suhlte mich im Dreck. WILL ich mir wirklich in diesem Maße Schmerz selbst zufügen? Ich muss durch den Schmerz, ich muss ihn fühlen... blabla... Das ist doch selbst zusammengekaut. Lächerlich. Fühlen ja. Aber doch nicht darin baden! Ich hab entschieden, dass damit jetzt Schluss ist. Ich möchte nun Geborgenheit und Kraft in mir selbst finden und in anderen Dingen, auf die ich meinen Fokus legen MÖCHTE. Es kann doch nicht sein, dass ich diese Geborgenheit total von einem Menschen abhängig mache. Ich stelle mir vor, wie ich Kraft und Liebe aus mir selbst heraus schöpfe und mich das leicht, beschwingt und glücklich sein lässt... Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich kontrollieren will... Aber je klarer und öfter ich Stopp! sage und mich einfach - ganz einfach - dafür entscheide glücklich zu sein, desto leichter wird es sein, diese Fallen zu entlarven. Nichts ist schwer, wenn ich es nicht will. Mich einfach nicht zu ernst nehmen. Über mich selbst lachen. Ich male die Welt, wie sie mir gefällt!

 

23.12.2012 um 00:49 Uhr

Aufatmen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich glaube, ich habe noch nie so viel Dunkelheit und Schmerz auf einen Haufen erlebt. Unendliche Traurigkeit, Wut und Verzweiflung wechselten sich ab… dazwischen mal ein, zwei Lichtblicke, damit ich noch weiß, wofür den ganzen Scheiß überhaupt… aber ansonsten Verstrickung, Projektion und eigens erschaffene, innere Hölle. Das Tor zur Befreiung, oder so. Oh man, ich hatte keine Kraft mehr, der Schnippmoment schien weit weit entfernt und wurde täglich sehnsüchtig herbeigewünscht. Manchmal dachte ich: Jetzt geht’s bergauf, jetzt bin ich aus der akuten Phase. Dann gabs einen Moment, der alles wieder abstürzen ließ. Ich suchte nach Hilfe. Hier und Da. Am Ende war ich noch verwirrter und wusste gar nicht mehr wohin, was ist richtig, was soll ich machen. Distanz? Oder nicht? Kontakt? Selbsthilfegruppe? Haha. WIE kann ich den verdammten Schmerz endlich loswerden. Ja. Klar. Das ist der Schlüssel, ich weiß. Den Schmerz fühlen. Nicht im Denken verstricken, wie könnte was besser sein. Mein Hirn ist echt faszinierend. Es denkt sich Dinge im Ideal zusammen und ich glaube es so sehr, dass ich es fühlen kann. Aber Täuschung hat viele Gewänder. Ich soll ja nichts richtig machen, ich sollte nicht so oder so sein. Der Schmerz der da ist, möchte gefühlt werden, möchte angesehen werden, möchte hin- und hergewiegt werden, wie ein weinendes Kindlein. Die Feen basteln sich ein weiches Bett aus dem, wovor sie Angst haben und legen sich hinein. Genauso. Schließe Frieden. Endlich.

 

Und heute ist ein Knoten geplatzt. Nicht durch Strategie, oder Taktik, oder Manipulation oder Kontrolle, wozu ich die letzten Wochen immer wieder mal neigte. Und. Auch nicht durch Distanz. Distanz hat es furchtbar in mir werden lassen. Wie ein wüster, dunkler Strudel, der immer tiefer strudelt und Kälte bringt. Wir erreichten uns…. durch pure Herzenswärme. Durch ein Gespräch mit meiner größten Angst, gespiegelt in meinem liebsten Herzensfreund. Ich hab mein Herz sprechen lassen und genau in seins getroffen. Er hat sein Herz sprechen lassen und genau in meins getroffen. Mein Herz wurde wieder mit Liebe gefüllt. Und das letztendlich, weil ich auf niemanden gehört habe, als auf mich selbst. Alle Ratschläge haben mich inspiriert, aber auch komplett verwirrt und teilweise von mir weggebracht. Ich war nicht da. Jetzt weine ich, weil die Fesseln um mein Herz gesprengt wurden. Weil ich wieder „sehen“ kann… DICH! Und nicht meine Projektion, mein Bild von dir. Ich fühle wieder, was du fühlst. Fühle dadurch wieder mich. Endlich kann ich dich gehenlassen. Im Wissen, dass wir uns niemals verloren gehen. Im Wissen, wer ich für dich bin, wer du für mich bist und wer wir sind! Im Wissen, dass du da bist für mich. Du Anteil an meinem Leben hast und ich dir trotzdem dein Leben lassen kann. Dir endlich alles Liebe wünschen kann... und es wirklich so meine. Es ist noch nicht komplett geheilt, aber auf dem besten Weg. Es schnürt mich nicht mehr so ein, macht mich nicht mehr so eng. Du hast dich mir gezeigt. Ich darf ein Stück aufatmen. Und dafür danke ich dir von ganzem Herzen!

 

17.12.2012 um 23:29 Uhr

Vom Gehenlassen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Loslassen ist das Schwerste, sagt man.
Bisher fiel es mir recht leicht loszulassen. Ich kann mich jedenfalls nicht bewusst an Situationen erinnern, an denen ich lange und schmerzhaft unter einer Trennung -von wem oder was auch immer- gelitten hätte. Sicher war ich traurig und weinte meine Tränen, aber ich hatte immer Urvertrauen und immer diese Gewissheit, dass alles gut so ist und seinen Sinn hat. Es gibt immer eine Instanz in mir, die sich von Emotionen loslösen kann und beobachtet. Das ist sehr hilfreich bei schmerzhaften Prozessen. In verschiedenen Dimensionen gleichzeitig umherwandern zu können. Das macht es komplex und schwierig verständlich für meine Umwelt und es trainiert immer wieder meine Geduld und Akzeptanz. Zumindest konnte ich mich mit aktivem Ausleben meiner Gefühle immer ganz gut ausdrücken und somit den Schmerz gut auflösen und loslassen.

Jetzt allerdings stecke ich etwas tiefer. Jetzt gibt es da Ängste in mir, die ich so kaum kenne. Verlustängste, Angst vorm Verlassenwerden, tiefe Angst loszulassen. Sie bohrt sich von ganz Innen nach Außen und lässt mich den Schmerz teilweise extrem spüren. Es ist, als fühlte ich, eine Lebensphase endgültig zu verlassen und zu verabschieden. Und hier zeigt sich, wer an meiner Seite bleibt, weiter an meinem Leben teilhat, und wer geht. Es ist eine Prüfung. Eine Prüfung mich aus Abhängigkeiten endgültig zu lösen. Und ich ahnte ja nicht, wie tief diese einst lange gesäte Wunde sitzt. Es schmerzt. So richtig. Ich drehe mich im Kreis. Mir geht’s so schlecht wie lange nicht. Und ich weiß, ich „muss“ durch diese Enge um mich endgültig zu befreien. Ich möchte wieder so tiefen Frieden finden, dass ich alles akzeptieren kann, womit mich das Leben konfrontiert. Doch dafür muss ich zum Ursprung dieses Gefühls und mir erlauben, alles zu fühlen. Und trotzdem meiner Objektivität und Klarheit Raum geben.

Vielleicht wird es hier noch etwas länger dauern, als *schnipps*, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht kommt *schnipps* auch in der nächsten Sekunde. Ich warte, beobachte........

…und weine trotzdem.

 

17.12.2012 um 00:19 Uhr

Wie ein Blitz!

 

 

Ich bin fasziniert zu beobachten, wie schnell Wandlungen und Heilung mittlerweile geschehen. Es braucht nur ein Gedanke, eine bewusste Beobachtung, einen kurzen Atemzug, ein Innehalten, eine sekündlich durchströmende Gewissheit… und das Loslassen, das Freilassen, die Erkenntnis – ja – die Heilung folgt diesem einen kleinen bewussten Augenblick. Ganze Themen  können mit einem Fingerschnipps von einem Moment auf den anderen transformiert werden, wenn die Bereitschaft, die Akzeptanz und die Bewusstheit anwesend ist. Es braucht keine komplizierten Rituale oder langwierigen Meditationen. Es braucht „nur“ Mut und Entscheidungswillen. Den Mut, sich selbst zu leben und zu zeigen. Und die Kraft „Ja“ zu sagen. Ja zu sich selbst!

 

*schnipps*

 

16.09.2011 um 01:51 Uhr

Falling~Deeper and Deeper

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Alles ganz weich gerade.
Jede Bewegung - und mag sie noch so groß sein - kann ich durchatmen.
Durch innehalten.
Stürmisch und überschlagend zeigen sich die Ereignisse im Außen.
Doch im Innen ist Ruhe. Da ist es rhythmisch geborgen. Wissend. Der Fluß fließt einfach und die Bewegungen dazu sind bedacht, bewusst. Ja, gleichmütig. Annehmen, was ist. Nicht angekommen, aber auch nicht losgegangen. Einfach da. Pur und ganz. Sinkend. Tiefer und tiefer. In mich. Hinein.

Mir ist mehr als nur nach Seufzen.
Ein Ausstoß von innerer Glücksseligkeit bahnt sich an.

So hochtrabend das auch klingen mag. (Sagt der Verstand.)

08.07.2011 um 11:56 Uhr

Der Baum des Lebens

 

Ein sehr nachhaltiger Film voll mit schwerem Stoff und sagenhaften Bildern. Stille, die jede Pore öffnet. Ein einziges Kunstwerk. Ich wusste nicht, was ich von dem Film halten soll. Hin- und hergerissen... verstehend, warum Menschen vorzeitig das Kino verlassen... aber selbst zu gefesselt und mitgenommen auf einer philosophischen Reise. Kein Popcornkino. Nachdem mich der Film nun nach drei Tagen immer noch einholt und ein intensives Gefühl hinterlässt, hab ich nun beschlossen, dass hier ein eindrucksvolles Meisterwerk - mit sagenhaften Schauspielern und tiefbewegender Musik kreiert wurde - welches weit über den Horizont hinaus geht............. ~~~

 

26.05.2011 um 03:28 Uhr

Freigeist

Da gibt es Momente, die vor Intensität strotzen. Momente, in denen ich mit einem mir nahestehenden Menschen auf fünf Wolken gleichzeitig schwebe, wir uns in Nähe ertränken und uns dem Genuss des Seins und der Verbindung zueinander hingeben. Augenblicke in denen alles vibriert und nichts anderes existiert. Wie eine eigens erschaffene Galaxie und die Erde unter uns, zwischen uns, neben uns, um uns weit weit weg. Ein Stück Ewigkeit zum Greifen, Anfassen, Inihrsein.

Und dann - einen Augenblick weiter - gibt es das nicht mehr. Ist es weg. Losgelöst. Nicht mehr existent. Sicher nähre und labe ich mich an der Erinnerung. Aber nicht so sehr, dass ich sie festhalte und wieder und wieder aufatmen muss. Ich weiß irgendwie, es kommt ein neuer Moment. Und das immer wieder. Für mich ist das innerlich richtig schön. Ich lebe im Augenblick. Fühle mich mit dem Jetzt komplett verbunden. Ich bin selten woanders in solchen Momenten. Weder gedanklich noch geistig. Ich bin ganz und gar. Das macht mein Leben aus.

Irritierend wird es für mich jedoch, wenn ich genau mit diesem innerlichen Zauber von außen konfrontiert werde. Wenn es dann Ansprüche und Erwartungen an mich geben, weil eben diese Momente so eindringlich und verbindlich waren. Wenn es einen Augenblick so war, dann muss es doch auch weitere geben. Und da beginnt sich etwas in mir zu sträuben. Ich bin immer wieder im Tanz mit meinen inneren Widersprüchen und auf der Suche nach Gründen. Warum ist der Freigeist in mir so ausgeprägt? Das heißt, manchmal frage ich gar nicht und freue mich einfach nur darüber, dass ich keinen Abhängigkeiten erliege. Aber wenn es dann Unverständnis in meine Richtung gibt und mir so liebe Menschen enttäuscht von mir sind, weil ich von einen Moment in den nächsten hoppse und ihnen nicht die Aufmerksamkeit schenke, die sie doch schon einmal bekamen, dann frage ich mich selbst, warum das so ist und was mir vielleicht fehlt.

Letztlich sagte jemand zu mir, wie sehr er meinen Freiheitsdrang spürt... er meinte, ich wäre nicht unnahbar oder unverbindlich - ja, ich wäre ganz da - aber dennoch ist da etwas in mir zu spüren, dass sich nicht komplett vergibt. Ich war beeindruckt von dieser Beobachtungsgabe. Nur die darauf folgende Frage, ob ich von einem Mann schon einmal sehr verletzt wurde, erstaunte mich. Es war nicht das erste Mal, dass ich das gefragt oder es angenommen wurde. Ist es denn so abwägig einen momentlang alles voneinander zu genießen und im nächsten in einer anderen existenten Welt zu sein? Manchmal denke ich, dass ich völlig gut so bin und mein Sein nur im Widerspruch zur Gesellschaftsvorstellung einer Beziehung steht. Und dann hinterfrage ich mich wieder... in Momenten, des eingeschalteten Verstandes... Sicher spielt hier vieles mit ein. Und ja, ich löse mich wahrscheinlich immernoch aus einer Abhängigkeit, die mein Kindsein prägte. Vielleicht ist das immernoch ein Schutz... eine Angst davor zu sehr von jemandem gebraucht zu werden. Eine Angst davor zu sehr von jemanden in Anspruch genommen zu werden. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Dann spielt mein Naturell, meine Wesenszüge mit hinein...

Wahrscheinlich hab ich die Gänze noch gar nicht erfasst. Dieses Schmetterlingsein ist wirklich kein Herauspicken von den schönsten Momenten. Es ist viel mehr als das. Und wenn man ganz genau hinfühlt, dann sieht man das auch. Ja, da ist auch eine Sehnsucht verborgen. Die Sehnsucht anzukommen und sich bei einem Menschen niederzulassen. Vielleicht bin das auch erstmal nur ganz und gar ich. Ich verwirkliche mich gerade selbst. Ich schäle mich gerade Stück für Stück und gleite in meine eigens erschaffene Zukunft. Und da ist soviel Urvertrauen und Sicherheit. Da ist etwas in mir, das sich nach Beständigkeit, Ausdauer und Ankommen sehnt. Es existiert genausoviel Ordnung, wie Chaos da ist. So ist das mit den Extremen. Ist ein Extrem vorhanden, ist das andere nicht weit. Ich pendele solang, bis die Mitte gefunden ist. Und solange darf alles sein.

27.04.2011 um 11:40 Uhr

Glüüüückskind!

 

Ich bin ein Glückskind vom Glückskindplaneten!!!

Erwähnte ich das schon???

 

:-)

 

24.04.2011 um 10:42 Uhr

Die Geburt der Venus

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich schlage nun Wurzeln in der Wirklichkeit und finde ohne Kampf zur Lebensmitte ~ zur Liebe ~ Je reiner und unschuldiger meine Absichten dabei sind, umso größer ist die Erneuerung, die geschieht.

 

Und es ist Frühling. Welch schöner und passender Moment für eine Erneuerung!

26.01.2011 um 12:43 Uhr

Schmerz als Chance

 

Jedes Leid, jeder Schmerz den wir erleben ist eine Chance. Eine Chance auf Innenschau und Entdeckungsreise zu sich selbst. Eine Chance sich weiterzuent-wickeln, alte Schichten abzuschälen und zu sich zu finden. Wenn wir die Verantwortung für unseren Schmerz übernehmen, fangen wir an etwas in uns wachzurütteln und können so nach und nach erkennen, verstehen und den Schmerz transformieren.

Es ist niemals die Schuld der Anderen; je mehr wir uns darüber klar werden, desto mehr befreien wir uns von den Gedanken des Zorns und der Verbitterung, mit denen wir uns selbst gefesselt haben. Und spüren nach und nach unsere Liebe...

"Liebe wird aus Mut gemacht. Denk nicht lange nach, wir fahrn auf Feuerrädern Richtung Zukunft durch die Nacht"

Über diesen Text hab ich nie nachgedacht, bis er sich plötzlich als immer wiederkehrender Refrain in meinen Gedanken wiederfand. Und er passt. Wir sind auf dem Weg...

 

 

10.12.2010 um 00:32 Uhr

Vertrauen

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz


Und sie saß da und kämpfte mit den Tränen.
Da war nur ein Wort: Vertrauen.
Ihr Thema.
Und B. sowie ihre Beziehung halfen ihr dabei dieses Thema zu erkennen.
Sie sagt, sie ist so unendlich traurig, ihn verletzt zu haben, indem sie ihm misstraute. Und sie hat Angst selbst verletzt zu werden. Doch wem misstraut sie eigentlich wahrhaftig? Ihr Bauch sagt, da ist Liebe für ihn. Reine Liebe, die ganz und gar vertraut. Doch ihr Kopf baut Konstrukte. Und eine Handlung im Außen unterstützte ihr Konstrukt, machte es stabiler. Nur übersah sie dabei, dass dieses Konstrukt schmerzt. Und dass dieser Schmerz und diese Härte nur ihr galt, erschaffen im Innen um im Außen Resonanz zu finden. Denn wem misstraute sie hier eigentlich? Ihr Herz sagt: JA! - ihr Kopf sagt: NEIN!... sie misstraute sich selbst. Sie misstraute ihrem eigenen Herzen, ihrem eigenen Gefühl und bestraft sich nun selbst dafür. Sie suchte bei ihm, obwohl der Schlüssel in ihr liegt.

Als sie das erkannte, atmete sie auf, weinte nicht mehr und sah klarer. Sie ist durch die Beobachtung wieder ein Stück bei sich selbst angekommen. Und das verdient Hochachtung. Hochachtung für die Selbstachtung.

Es ist so wundervoll teilhaben zu dürfen während ein Prozess geschieht.

 

09.12.2010 um 16:36 Uhr

Frauen-Weihnachtsfeier

 

Menschen, die einander täglich sehen und doch kaum Gemeinsamkeiten haben, als das tägliche Sehen, treffen sich nach der Arbeit zum glühweinen. Und beinah wäre es das auch geworden. Ich gehöre nicht dazu, obwohl ich mittendrin bin. Einige meiner Kolleginnen haben eine private Ebene und sind sich viel näher, als ich es je sein möchte. Außerdem bin ich seit ein paar Jahren am Abnabeln und trage nicht mehr sehr viel zur Kommunikation bei. Und dennoch sitze ich am Tisch und fühl mich allein. Ich spüre, wie diese Verletztheit und Abgelehntheit ihr verlockendes Angebot machen. Ich spüre, wie diese Angebote automatisch kommen, weil ich das in diesen Situationen oft gewohnt bin. Ich spüre, wie diese Angebote nichts mit dem Moment zu tun haben. Da war überhaupt keine Ablehnung, sondern einfach nur keine Nähe und das ist zum Teil auch selbst gewählt. Und als ich beinah in mich zusammensinken und in Selbstmitleid zerfließen möchte, sehe ich plötzlich ein Stopp!-Schild und fühle dem Gefühl nach… Da ist gar nichts… Da ist keine Verletzung, die jetzt da ist. Das ist etwas Abgelegtes, etwas Altes und ich wollte dem schon fast blind folgen.

Und nun sitze ich wieder am Tisch, blicke um mich und beobachte jeden Einzelnen, jedes Individuum. Jetzt habe ich das Ego beiseite geschoben und mir taten sich Dinge auf, die ich vorher in meinem Film gar nicht wahrgenommen hatte. Jeder am Tisch trägt seinen Sack voll Probleme. Niemandem ging es wirklich gut. Jeder versuchte diese Tatsache zu überspielen. Jeder! Stattdessen wurde sein Alltags-Ich im Glühwein ersoffen und sich für einen Moment lang in eine ablenkende Heiterkeit begeben. Und in mir ging ein Licht auf: Mir geht es tatsächlich noch am besten von allen. Natürlich kann ich das so nicht beurteilen, aber es kam mir, als ich in all die geschichtenerzählenden Gesichter sah. Das war jetzt nicht wirklich angenehmer, aber dieser Blickwinkel half dabei mir wieder nah zu sein. Und so konnte ich auch jedem Anderen wieder nah sein. Auch wenn sich das im Nichtsichtbaren abspielte.

 

17.11.2010 um 12:33 Uhr

Stille

von: Tigerschnute   Kategorie: Konzerte

 

Als das Faszinierendste empfand ich die Stille. Wie sie sich ausdehnte in diesem Raum, der bis ins kleinste Detail für Stille ausgelegt wurde. Eigentlich für die Klänge, die in ihm stattfinden, aber die Klänge erfahre ich erst durch die dahinter kommende Stille. Ich badete förmlich in ihr – atmete sie auf. Leider ist sie ein rar gewordenes Gut. Vielleicht empfinde ich sie deshalb als so zart und groß und wertvoll. Schade, dass dieses Geschenk so schnell durch Klatschen zerstört werden musste. Weil man es so kennt? Muss denn eine Anerkennung des Künstlers immer nur durch Beifall kundgetan werden? Warum nicht durch das Geschenk der Stille und der daraus wachsenden Aufmerksamkeit? Durch die Präsenz, die nur dem Künstler gilt. Wenn keiner redet und alle gebannt mit dem Herzen hören. Ich empfinde das als etwas viel Größeres. Auch weil dadurch die zarten Töne der Musik nicht wieder „zerklatscht“ werden. Sie dürfen im Raum schweben und uns durchdringen. Können wir das aus Gewohnheit nicht zulassen? Zwischen dieser musikalischen Konzertreise, war einfach nicht der Moment zu klatschen. Zu Beginn ja, und zum Ende als Abschluss auch, aber dazwischen hat es den Zauber genommen. Es hat mich regelrecht herausgeworfen aus meiner Reise. Es war zu hart, zu kalt, zu nackt für diese unglaubliche Weichheit der Komposition. Und es hat irgendwie eine Trennung zur Musik geschaffen. Manchmal gibt es einfach Momente in denen Stille das Höchste für mich ist. Selbst Gespräche werden zu oft von lauten, vielen, unbedeutenden hin- und herjonglierten Worten gepuscht. Manchmal bin ich so müde davon, dass ich einfach nur still sein möchte.

http://www.youtube.com/watch?v=GTkzyyv0DuA&feature=related

 

09.11.2010 um 10:20 Uhr

Netzwerk

 

Als Erstes möchte ich heute Morgen danke sagen für die liebevollen Worte von Angelmagia und dem Feuerkind und die Geste des Awards.

Angelmagia, liebes Lichtwesen, ich besuche Dich seit vielen Jahren so gern in Deiner Blogheimat und bin fasziniert von Deinem hellen Wesen und Deiner Ausstrahlung. Du fühlst Dich so leicht und leuchtend zwischen uns allen an und dafür möchte ich Dir danke sagen. Danke für Dein Sein!

Feuerkindlein, Du bist hier so reingeschneit und nun verwoben mit dem Hier. Du hast Deinen Anker geworfen und bringst Festigkeit in die Mitte. Ich mag Deine authentische und neugierige Art mit dem Leben und dem Hier umzugehen. Du fragst mit kindlichen Augen und wandelst die Antwort als Frau. Du bist offen für Neues und doch stehst Du mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Das gibt mir irgendwie Halt. Danke Dir dafür!

Ich werde keinen Blogaward verleihen, auch wenn ich die Geste, jedem seine Besonderheit vor Augen zu halten sehr schätze. Ich mag dieses Netzwerk in seiner Gesamtheit, wie das Meer. Ich kann die einzelnen Tropfen sehen, fühlen und schätzen, die es nährt, aber ich mag keinen Tropfen besonders hervorheben, weil jeder seinen Platz hier hat.

Und das erinnert mich daran, was sich mir in meinem Traum heute Nacht zeigte. Es war alles so gefühlsintensiv, deshalb fällt es mir schwer, das mit dem Verstand zu greifen und in Worte zu pressen. Aber ich wäre nicht Schnute, wenn ich’s nicht trotzdem probieren würde… ;)

Es war genau das Gefühl in der Gesamtheit, welches ich vermittelt bekam. Ich war unterwegs – astral – und im Nachhinein fühlt sich das an wie ein Auftrag. Klingt komisch, aber es war unglaublich real. Immer wieder gab es alltägliche Dinge, mit deren Sinn ich mich zu beschäftigen versuchte und Entscheidungen vor denen ich stand. Aus der höheren Perspektive sah alles so banal aus. Ich wurde irgendwie aus meinem Körper rausgeschossen, das konnte ich richtig fühlen. Und als ich von dort aus betrachtete, zeigte sich mir immer wieder ein Wort: W e s e n. Dieses Wort überdeckte alles. Alles mit dem ich mich zuvor noch zu beschäftigen versuchte. Mit diesem Wort schwang ein unglaublich universelles Gefühl mit. Ich fühlte das W e s e n aller Dinge und jedes Einzelnen. Nichts anderes war wichtig und doch war dieses Nichtsanderes genau das: Das Wesen. Ich hörte die Worte flüstern und spürte das un-end-liche Gefühl nachdem ich regelrecht wieder „zurückgeschossen“ wurde. Ich wurde wieder hineingepresst in meinen Körper, mit dem ich dennoch immer verbunden bin. Das fühlte sich ungefähr so an, als würde ich fallen. Mein Herz schlug schneller und ich erschrak sogar ein bisschen. Augenblicklich war ich wieder hier. Noch benommen vom eben Erlebten. Ich war nicht gleich wach, aber ich fühlte die andere Ebene und meinen sprechenden Geist. Er sinnierte schon über die Unglaublichkeit, des eben Ge-wesen-en. Und das Gefühl überlagerte den Verstand. Ich konnte alles verstehen, aber nicht erklären. Genauso ist das, wenn man mit dem Herzen versteht. Mit allen Zellen, mit Haut und Haar…

 

09.11.2010 um 00:56 Uhr

Wohin fliegen Deine Sternengedanken?

von: Tigerschnute   Kategorie: Konzerte

 

Der hier ist für Dich... weil ich Dich fühlte... weil ich mich mit Deinem Herzen verbunden hab. Weil ich Dich einhüllte in Licht und Deine Liebe fühlen durfte. Weil Du so fern bist, aber einen Moment lang Teil von mir. Weil Du Dich mir plötzlich zeigtest. Weil ich Erinnerungen streicheln möchte... und Dich... Weil wir uns eng umschlangen... wie Schmerz und Glück in einer innigen Umarmung.

Weil ich nichts mehr ausklammern möchte.

Der hier ist für Dich...


Ich frag mich, ob Du wohl auch gerade fliegst...

Durch die Melodien, die ich Dir in Dein Schatzkästchen Deines Herzens zufliegen lassen hab?

07.11.2010 um 16:27 Uhr

Wunderbare Begegnung

 

Wunder stehen nicht im Widerspruch zur Natur.
Wunder stehen im Widerspruch zu unserem Wissen zur Natur.

Augustinus

 



Ich habe gerade „Das letzte Einhorn“ zum ersten Mal gesehen.
Zum ersten Mal. Und es ist durch und durch der perfekte Moment.
Es steckt soviel Wahrheit in diesem märchenhaften Film, dass es mir Tränen in die Augen treibt. Dieses Wesen berührt mich in seiner wahren Größe. Mit seiner Schönheit, seiner Reinheit, seiner majestätischen Anmut, seiner Liebe und seiner Verzweiflung wieder Kontakt zu uns herzustellen, da es vergessen wurde. Es wurde vergessen an Wunder zu glauben und dadurch vertrieben. Wenn wir in die Tiefe gehen, den Mut haben uns unseren Ängsten (dem roten Stier) zu stellen, erfahren wir wahre und fabel-hafte Wunder. Mit Ehrfurcht vor dem Leid, welches wir dadurch erfahren (durch die Liebe zu anderen Menschen), können wir die Gnade erfahren. Die Gnade der Liebe und des Lebens. Mensch zu sein bedeutet manchmal zu vergessen, wer wir wirklich sind… Wenn wir jedoch immer in Kontakt mit unserem Wesen sind, dann fühlen wir die Wahrheit. In uns. Nichts bleibt unvergessen. Wir nehmen Kontakt auf… mit Wundern… und sie dürfen wieder geschehen… Wunder sind unsterblich…


Es berührt mich unendlich, Dich durch diesen Film gefühlt zu haben. Ich danke Dir für Deinen Besuch heute Nacht, Deine Nachricht, dass es Dir gut geht und für die wunderbare Begegnung, die ich durch Dich erfahre.

 

03.11.2010 um 00:59 Uhr

Mein inneres Kind


Ich habe es gesehen. In mir. Es schmollte. Fühlte sich abgelehnt. Ungeliebt. Stampfte auf und sank traurig und zurückgelassen in sich zusammen.

Das äußerte sich im Außen mit Eifersucht und dem Gefühl nicht genug geliebt zu werden. Ich sah die Dinge aus einer Perspektive, die mir nicht gut tut – aus meiner bisherigen unsicheren und selbstzweiflerischen Perspektive. Ich interpretierte da und projizierte hier.

Und ich sah in mir, was dabei eigentlich passierte. Ich betrachtete mich von innen. Ich blickte auf dieses kleine abgelehnte, verletzte alte Knäuel. Und ich behandelte dieses seelenverletzte Ding genauso, wie es hätte behandelt werden müssen: als Kind. Ich nahm es an die Hand, beruhigte es, flüsterte ihm liebevolle Worte ins Ohr: Alles ist gut, auch wenn ich mich nicht genug um dich gekümmert habe, du bist und wirst geliebt und gesehen… wie du bist… wie du sein möchtest. Und ich sah mich mit diesem kleinen Mädchen an einer Klippe am Meer. Ich sah dieses Mädchen, wie der Wind durch ihr Haar strich, wie der Schmollmund abnahm, wie das Stirnrunzeln sich entspannte. Sie atmete Freiheit. Sie spürte, wie alles da ist und immer sein wird. Sie sah, wie Ablehnung nicht existiert, wenn sie offen bleibt… Und ich sah dabei zu, wie dieser Teil ein Stück mehr in mir heil wurde.

Ich wurde weicher an der Stelle. Ich reagierte anders. Anders als gewohnt. Ich nahm die Eifersucht in die Arme und löste sie damit auf. Und ich sah nun Perspektiven, die genauso da waren. Perspektiven, die komplett seitenverkehrt sind. Ich konnte das Licht anmachen, klarer sehen und auf dich zugehen…