~ Panta Rhei ~

19.04.2007 um 14:56 Uhr

Windzauber

Stimmung: schwebend
Musik: Loreena McKennitt - Caravanserai


Ich würd so gern 1001 Dinge berichten
Meine Gedanken mit meinem liebsten Ventil klären
Die Ströme des Flüsschens entwirren… ihnen die eine Richtung geben

Ich möchte euch an meinen Visionen teilhaben lassen
Euch mit verbundenen Augen in meine Welt führen
Und spüren lassen, wie diese Welt sich um mich dreht und ich mich um sie - mehrmals am Tag

So fliege ich über den Dächern des Alltags und höre wie sich die Vögel in der Luft küssen.

Und nur dem Wind,
der ganz sacht durch mein Haar streicht
Mir liebliche Gesänge in mein Ohr säuselt…
Nur ihm, kann ich meine Liebe flüstern!

Er antwortet mit einem Knistern in der Atmosphäre.

 

Es ist ein Segen:
~Ich liebe das Leben!~

 

13.04.2007 um 10:23 Uhr

My Dear Mr. Singing Club!

Stimmung: sonnenverliebt
Musik: Damien Rice - Coconut Skin

... mein lieber Herr Gesangsverein ;)


Alter Schwede, ist miiir heute sonnig ums Gemüt!

Ungewohnt hell strahlte es heute Morgen ins Zimmer. Mag daran liegen, dass es nicht meins war. Wach gekitzelt von der golden strahlenden Himmelskugel, statt piependem Wecker. So ist der Aufwachrhythmus richtig! Mit meiner lieben Herzensfreundin E. neben Milchkaffee, Quark-Lachs-Broten und frischem O-Saft über unsere Tagesplanung sinniert. Fröhlich hüpfend hoppeln wir durch die Bude und freuen uns des Lebens. Gut, dass ich dageblieben bin. Gut, dass die Sauna gestern ausfiel. Zwischen Frühstück und Potsdam liegt noch ein bisschen nottuende Arbeit, die heut überhaupt gar nicht wehtut.

Robbie Williams „Madonna“ ruft liebevoll sphärisch Erinnerungen hervor:
Durch die Straßenbahn dringt dieser sonnige Song zu mir. Ich blicke zur Seite und sehe zwei junge Herren, vielleicht 16 Jahre. Jeder hat einen Knopf im Ohr. Beide wippeln im Takt. Vielleicht sind es Brüder? Sie sind ein Schlag. Die Bahn hält und beide wollen während des Aussteigens die Hörer nicht aus den Knopflöchern nehmen – so drin sind sie in Ihrer kleinen Robbiewelt. Beim Aussteigen beobachte ich, wie sie sich liebevoll an den Händen nehmen und gemeinsam, eng aneinander im Gleichschritt der Sonne entgegen gehen. Was ein Zauber in der Luft, welch Liebe in meinem Herzen. Ich fand das unglaublich süß. Eine Minute dauerte diese Szene von Straßenbahn bis Haltestelle. Aber die beiden angehenden jungen Männer haben ein ewigliches Bild in meine Erinnerung gebrannt, die jedes Mal aufblinkt, wenn Robbie „Madonna“ trällert.

Sonne, warte auf mich! Ich möchte Potsdam heute Strahlen sehen!
Mit einem lustig bunten J.B.O-Konzert soll dieser schöne Freitag versiegelt werden.

Guten Morgen Welt!
Du bist ein Tick zu groß für meine Arme heute!




 

11.04.2007 um 18:26 Uhr

Kreislauf des Lebens

Das war es nun. Das merkwürdige Osterfest einer Großstädterin innerhalb einer dörflichen Stadtgegend. Hier ist der Blickwinkel grobstofflich geschrumpft. Jedoch feinstofflich geweitet.

Mit dem 1. Geburtstag des kleinen Linus am Karfreitag begonnen und den Tag mit dem traurigen Empfang meiner Schwiegereltern in Spe abgeschlossen.
Oma ist gestorben. Trotz des absehbaren Endes durchfuhr uns erstmal ein Schock. Niemand kann Tag und Uhrzeit des Abschiedes genau vorhersehen. Mein Liebster paralysiert, schwere Kost zum Verdauen. Gut, dass ich da war. Der Zeitpunkt war passend. Alles passt zusammen. Das Loslassen ist unsere Aufgabe. Und meine momentan mehr denn je.

Ich sah sie da liegen, in diesem kleinen, kalten Raum - aufgebahrt. Liebevoll war er hergerichtet: Ein Engel zierte den Eingang, Blumen standen in der Mitte, eine Kerze brannte und signalisierte einen letzten Hauch Leben in der Luft. Ihre kleinen zerbrechlichen Hände waren zusammengefaltet, dem Himmel entgegen. Klein sah sie aus. Ich fühlte mich schwindelig, als ich versuchte in ihr kahles Gesicht zu schauen. Es war so unwirklich. Noch nie sah ich einen toten Menschen. Und eigentlich wollte ich das auch vermeiden. Aber irgendwie fühlte ich diesen Impuls, es könnte hilfreich sein auf meinem Weg.

Nun blickte ich schwindlig mit tausend und doch keinem Gedanken in ihr ruhendes Gesicht. Wo war sie wohl hin, die Energie, die sie sonst umhüllte? Noch in diesem Raum? Zu Hause bei ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter, wo sie die letzten 30 Jahre verbrachte? Oder gar schon in der Umwandlung? Energie stirbt nicht. Und so erfreue ich mich an der Vorstellung, der inkarnierten Seele - auf dem Weg in ein neues, erfülltes Leben. Das mag nach Trost klingen, und sicher tröstet mich das auch, aber nicht, weil ich nicht Loslassen kann, sondern weil ich mit jeder Faser spüre, dass es ein „Danach“ geben wird. Warum auch nicht? Warum sollte wohl gerade beim Tod alles zu Ende sein? Wo es doch im gesamten Leben, innerhalb der ganzen Natur kein definitives Ende zu geben scheint? Es gibt zu viele Warum’s, als dass ich nicht daran glauben könnte. Es gibt zu viele Erfahrungsberichte, als dass ich diesem „Wissen“ keinen Anker in mir verschaffen könnte.

Die Familie ist christlich erzogen und so haben sie ihren „Glauben“ an Gott und dem Leben im Himmel. Dass es eine übergeordnete Person geben soll, die über mein Leben bestimmt, entzieht sich nun hier meiner Vorstellungskraft.
Es bleibt natürlich nicht aus, dass wir zu Feiertagen gemeinsam öfter mal den Gottesdienst besuchen. In mir wehrt es sich aber jedes Mal diese Gotteshuldigungslieder zu singen. Ich stehe dem so zwiegespalten gegenüber: Einerseits freue ich mich über die vielen zusammengefundenen Menschen, die in Harmonie miteinander singen und etwas haben, woran sie sich festhalten können. Andererseits sträube ich mich diese Texte an mich heran zu lassen und frage mich, wie man das wirkliche Leben als Sünde betrachten kann. Eigentlich wollte ich mit meinem romantischen Gemüt immer mal kirchlich heiraten. Ich kann mich aber einfach nicht mit diesem Glauben identifizieren. Ich empfinde dieses Versprechen vor Gott als Drohung vor einer Gefängnisstrafe – „…bis das der Tod euch scheidet“ das kann ich so einfach nicht unterschreiben…


Die Traurigkeit der Familie legte einen kleinen Schatten über Ostern und rührte mich sehr. Trotz allem war die Stimmung ausgelassen und auch lustig. Lange hat man sich auf diesen Moment vorbereitet. Oma starb zu Hause und nahm noch eine letzte Wegzehrung mit auf ihre Reise. Ich freue mich, dass ihr Wunsch im vertrauten Heim zu sterben leise erfüllt wurde. Ich freue mich, dass sie kein Bettlegerfall war und keine schweren Schmerzen erleiden musste. Sie war zwar in den letzten Jahren oft im Krankenhaus, weil sie einfach immer mal wieder „umfiel“, aber sie war oft in der Zwischenwelt währenddessen. Sie suchte sich den Tag des Sterbens aus, da bin ich sicher! Eigentlich verabschiedeten wir uns bereits letztes Jahr von ihr, als wir sie im Krankenhaus besuchten und sie mich mit diesem wissenden Blick aus einer anderen Sphäre ansah, der mir durch und durch ging.


Es war alles sehr bewusstseinserweiternd an diesem Wochenende Und es ließ mich einmal wieder verstehen: Es ist alles miteinander verbunden und der Kreis schließt sich irgendwann, irgendwie - immer.

Obendrein hielt es noch andere Überraschungen bereit, die ich auch noch unbedingt an anderer Stelle aufgreifen möchte.

05.04.2007 um 19:12 Uhr

Böse? Gut?

 

 

Dem stand ich Aug’ in Aug’ in Göteborg gegenüber…
Schon gruselig.
Vor allem, wenn man sich einen Tag zuvor nachts im Wald „Open Water“ anguckt.

Und dabei sind die doch gar nicht böse…
Und dabei gibt es doch gar kein Böse im eigentlichen Sinne…

Böse <-> Gut
(Polare Gesetzmäßigkeiten)


Hinter der Scheibe wirkten sie zwar Furcht einflößend, aber irgendwie auch ein bisschen traurig und lustlos.

Mir tut’s –wie immer– leid… Deshalb sind Zoobesuche für mich ein Gräuel.
Weil ich noch nicht gelernt habe, das Blut meines Herzens zu transformieren und zu kanalisieren…
Weil ich danach Zeit brauche um die Warums zu verstehen und den Schmerz zu verarbeiten...

Weil es einfach Spuren hinterlässt...
Weil es mich in meiner Erinnerung zu Schlüsselerlebnissen zurücktreibt...
Weil es immer und immer wieder aufreißt...

Ich arbeite daran...
Denn schließlich gibt es kein Gut und Böse...

04.04.2007 um 23:05 Uhr

ZwischenZeit

Stimmung: geduldig
Musik: De/Vision - Time stands still (tonight)


Diese Ungeduld, die uns manchmal bei den Hörnern packt. Als würde die Zeit schneller vergehen. Oder langsamer!? Da wartet man, dass Wunder geschehen. Und je mehr man auf Wunder wartet, nach ihnen schaut, sucht, lechzt, sind sie auch schon wieder weg. Verstecken sich in den hintersten Ritzen. Vielleicht geht man dadurch an anderen Wundern vorbei!? Welche, die man vielleicht gar nicht als solche erkennen würde!? Alles verkrampft sich und die Kanäle verstopfen. So wird das nix mit dem Fließen...

Die Zeit dazwischen ist der Schlüssel!

Dahinter,

Daneben,

Dadrunter,

Davor,

Dadrüber.

Ein Blick zur Seite, ein Blick drumherum.

Es gibt nicht nur die Mitte! 

02.04.2007 um 06:52 Uhr

Wunder

Stimmung: aufgewühlt
Musik: Secret Garden

Noch vor dem üblichen Weckerklingeln werde ich wach. Heute klingelt doch aber gar kein Wecker! Aber ich bin wach. Überprüfe meinen Körper. Meine Hände kribbeln. Sie glühen. Ich fühl mich magisch. Dabei ist das die natürlichste Sache der Welt. Ich überprüfe meine Träume. Mache Updates in Etappen. Wildes Zeug, sagt mein Intellekt. Ich schaue in den Spiegel. Verschiebt sich mein Spiegelbild? Verschiebe ich mich? Meine Chakren wirbeln hin und her. Eigentlich nur hin. Sie sind aktiv und glühen. Alles einheitlich. Von der Krone bis zur Wurzel. Und doch sendet mein Solar Plexus kleine Blitze in mein Herz. Was für eine geballte Energie! Was ich damit alles anfangen kann, sage ich mir. Nicht alles auf einmal. Portiönchenweise. Geduld!

Ich denke an Helene. Sie katapultierte sich direkt in mein Herz. Im Geiste nehme ich sie in meine glühenden Arme. So, wie ich es gestern tat. In mir schlummert einer Menge Potential, das kann sie sehen, flüsterte sie mir auf meinen Weg mit. Auch mein Gesicht glüht nun. Innerhalb von zwei Tagen haben sich solch liebevolle Gedanken für sie aufgetan. Es wundert mich nicht.

Bailey macht eine Kuhle in meinen Schoß. Er verbiegt sich für meine streichelnden Hände und schnurrt, was das Zeug hält. Seine Pfötchen wippen hin und her. Wenn ich aufhöre, schaut er mich mit seinem verträumten und doch klaren Blick an. Bing! Und die Herzmuskeln zucken wieder. Ich bin so dankbar für dieses Geschöpf!

Mein Blick fällt auf die liebevoll ausgestellte Urkunde:
~Reiki~ I. Grad.

Es geht nun los...


 

~Wunder~
stehen nicht im Widerspruch zur Natur,
sondern im Widerspruch zu
unserem Wissen zur Natur.

Augustinus