~ Panta Rhei ~

21.06.2007 um 11:38 Uhr

Versumpft

von: Tigerschnute   Kategorie: Philosophisches

Empor gekrochen aus Sümpfen, hast du dich mühsam herausgezogen, musstest dich rein waschen und ganz neue Wege ergründen. Vorderrangig war, dass der Treibsand nicht weiter hat sinken lassen. Dass du gerade noch die letzte Kraft hattest dich daraus zu befreien. Denn um dich herum wurde es immer matschiger und dunkler, du fühltest auf einmal Deinen Körper nicht mehr, warst schwach vom vielen Kämpfen. Und je länger du dich auf dieses Dunkel um dich herum konzentriertest, desto weniger Kraft hattest du – du ließest dich vom Sog treiben und rutschtest immer tiefer. Du spürtest dich nicht mehr, deine Glieder wurden schwach, Dein Herz schlug kaum noch. Die leisen Hilferufe Deiner Seele wurden kaum noch hörbar. Und du wusstest gar nicht so recht, wie du dort hinkamst.

Und dann… plötzlich… flattert ein Schmetterling vor deiner Nase, die sich gerade noch oberhalb des Matsches befand. Der hat sich wohl in dieses Sumpfgebiet verirrt. Und du hältst inne für einen Moment. Beobachtend. Fasziniert von diesem geschmeidigen Flatterwesen. Und alles Dunkel ist auf einmal unwichtig. Du blickst ihm paralysiert hinterher –ja– schon beinah bewundernd. Diese Schwerelosigkeit, diese Leichtigkeit mit der er sich fortbewegt! Und du siehst wie er ins Licht fliegt, du wagst einen Blick in den Horizont. du kannst nicht erkennen, was dort hinten ist – die Konturen verschwimmen. du glaubst zu sehen, wie sich der farbenfrohe Schmetterling auf eine wunderschöne Blüte setzt. Und du nimmst diese Schönheit wahr, diese Reinheit, mit all deinen taubgeglaubten Gliedern und mit deinem ganzen Herzen. Du spürst wieder, wie es schlägt und Sehnsucht empfindet.

Und als du wieder zur Besinnung kommst und merkst, was da gerade passiert ist, ziehst du dich aus dem Sumpf. Du wandelst diese Kraft um. Du weißt wofür du kämpfst und siehst immer wieder dieses Licht vor Augen. Du sammelst dich und tankst kurz auf für die Stärkung auf deinem Weg. Ein Weg der von tausenden Schmetterlingen übersät ist und wunderschöne Blumen, mit einer Farbenpracht die du so noch nie sahst, oder vielleicht nie wirklich wahrnehmen konntest. Du weißt, dass es auch mal spitze Steine geben wird und du auch mal vom Weg abkommen wirst Aber du weißt auch aus tiefstem Herzen, dass es nie wieder so sein wird wie früher. Jetzt kennst du ein Stück vom Paradies. Und wo das herkommt ist noch viel mehr!

Und dann erblickst du in dem Schmetterlingsschwarm diesen einen unverkennbaren, der dir den Weg wies. Du bildest dir ein er zwinkert dir zu. Und er begleitet dich ein kleines Stück deines Weges. Die Lust des Lebens packt dich und du bist unendlich dankbar.

Er war wie ein Bote des Himmels.
~Ein Bote Deiner Seele~

20.06.2007 um 02:21 Uhr

Abendlicher Ausklang

Stimmung: erfüllt und glücklich
Musik: leises Herzkribbeln

Ich komme gerade vom Reiki-Abend.

Es ist erstaunlich.
Jedes Mal ist es komplett anders.
Ich bin zwar noch nicht so lange dabei, aber trotzdem weiß ich, dass die vielen nächsten Male wieder total anders verlaufen werden. Es ist immer eine andere Konstellation und wir gehen immer ganz ungeplant auf andere Themen ein. Wir waren zu acht - verhältnismäßig viel. Was mich sehr erfreut, die Hälfte davon waren Männer - das ist (leider) eher selten. Dieser Ausgleich war spürbar und der männliche Part stärkt die Gruppe sehr, habe ich das Gefühl. So gibt es genug Ying/Yang. Ich finde das sehr inspirirend.

Ich fühlte mich erst ein wenig Fehlintegriert. Wir machten Partnerübungen und es gab ein paar Kommunikationsprobleme mit meinem Partner. Danach wechselte ich in die Rolle des Beobachters. Wir behandelten zwei Herren, die chronische Schmerzen an verschiedenen Stellen hatten. Helene ist es gelungen in den Ursprung zu kehren und im Kern zu lösen. Es war schon beeindruckend das zu beobachten und dabei zu erspüren, was genau ich wahrnehme.

Zum Ende fühlte ich mich ein wenig gefangen. Wahrscheinlich hab ich zuviel aufgenommen.
Ich begleitete jedenfalls noch zwei der Herren zum Essen. Und das war mein eigentliches Highlight heute Abend. Wir plauderten ganz ungezwungen in lockerer Runde über den Abend und über unsere Leidenschaften im Allgemeinen. Dabei wurde ich mit einer Mini-Analyse eines "neuen" Reiki-Teilnehmers -einer der beiden Männer- überrascht. Er erzählte mir vorher schon, dass er Aura und Gefühle seit seiner Kindheit sehen und wahrnehmen kann. Er hat mich beobachtet den Abend... und eine kleine Einschätzung über mein derzeitiges "Problem" abgegeben. Das brachte mich zum Schlucken. Denn darum gings. Ums Schlucken. Ich erzählte von meinen unterschwelligen Schluckbeschwerden der letzten Woche. Irgendwas wollte seit dem letzten Reiki-Abend raus. Mein Halschakra ist extrem aktiviert. Meine innere Wahrheit will raus. Ich schlucke sie aber noch herunter. Er sagte, ich wäre sehr offen und hätte wirklich intuitives Potential, aber mein Kopf stellt sich mir in den Weg und sobald das passiert, schlucke ich. Das ist ein Mechanismus, der in Verbindung mit meinen Emotionen auftaucht.

Ich denke zuviel... Ohje...
Das stimmt. Ich denke zuviel darüber nach, was andere denken, anstatt meine Emotionen einfach mal "auszukotzen". Ich dachte das würde ich tun... aber ich kontrolliere noch zu sehr... Ich will das nicht! Gespannt bin ich... wie es weiter geht... was an dem Seminarwochenende passiert.

Der Abend war toll - auf jeder Ebene. Zur Krönung wurde ich eingeladen. Zum Essen, zum Trinken, zum Backstage-Musical und das Taxi nach Hause wurde mir auch spendiert. Ich war ganz schön verlegen aber auch so sehr dankbar! Ich lag den beiden zum Schluss nur überaus dankend und glücklich in den Armen... vielleicht lags am Bier... aber es war ehrlich...

 

19.06.2007 um 18:03 Uhr

Übergeschnappt

Stimmung: schnapsig
Musik: schalalala "Zehn nackte Friseuseeee"

Ich glaub ich bin besoffen!
Lauter Zweien…

Na wenn das mal kein Glück bringt…
Das verdient doch glatt einen Eintrag!

Liebste Schnaps-Grüße an alle, die dabei geholfen haben, dass diese tolle Zahl nun meinen Blog schmückt!

Besonders Liebe Grüße an die beiden Zwischenweltler *hicks*, die diese Besucher 2222 *hicks* waren und mich darauf aufmerksam gemacht haben. *hicks* (Gib’s zu, das hast Du extra gemacht ;)

So. Ich bin dann mal Bier holen.

19.06.2007 um 15:57 Uhr

Bla Blubb

Stimmung: komisch - nach müde kommt doof!
Musik: singt mir jemand was?

Ich kämpfe, dass ich nicht falle.

Und Fallen wäre gerade so schön…

Ich denke an Ägypten und wünsche mich wieder hin.
Wehmut, süßer Schmerz.
Zehre noch immer von dieser erlebten Zeit.

Was für eine Kaugummiwoche…
Werd mal einen essen, vielleicht hilft’s.


Ein Witz wär mir lieber!
Irgendwas Endorphin- oder wahlweise Adrenalinreiches.
Oder einfach nur ein Bett *schnarch*

Ich kann ja mal meine Teekanne anbrüllen, oder auf einem Bein um den Kopierer hüpfen. Scheiße… bindet mich an, ich dreh gleich durch.


Warum müssen manche Kollegen eigentlich immer halb in mich reinkriechen?
Ich mag das nicht, wenn die Leute keine Distanz wahren können und in meine Privatsphäre eindringen. Hab das Gefühl, meine Haut kribbelt unangenehm nach. Ich bin nicht taub und blind - ein paar Millimeter weniger und sie sitzen auf mir.

Gut, bei dieser Vorstellung bin ich ein bisschen wacher. *örks*

Danke für die Aufmerksamkeit!
Von Beifallsbekundungen bitte ich Abstand zu nehmen.

*knicks*

(Ich bin einfach nur doof heute) 

18.06.2007 um 18:18 Uhr

Planung

Stimmung: hibbelig
Musik: Sting - Fragile

Ein Blick in meinen Kalender verrät meine Planung der nächsten Wochen. Das ist nichts Ungewöhnliches, mag man nun denken. Wer mich aber kennt, der weiß, dass ich ein eher kalender-untypisches Wesen bin. Meistens lasse ich mich in den Tag treiben und gucke was er zu bieten hat. Das lässt mir jede Menge Spielraum für Flexibilität und Spontaneität. Dabei spreche ich nun nicht von Zahnarztbesuchen oder Geburtstagen. Ein Minimum an Vorausplanung kann selbst ich organisieren.

Aber nun hab ich mich selbst total übertroffen. Eine Planung jagt die nächste. Und das durchweg bis Mitte Juli. Nicht, dass ich mich beschweren möchte. Nein. Mir ist es nur aufgefallen. Zwar bin ich auch ein bisschen wehmütig über meine geliebte Flexibilität, die ich nun einschränken muss, aber freue ich mich doch auf die Ereignisse der kommenden Wochen und die Ziele, die ich mir gesetzt habe.

Es gab Zeiten, da hab ich zu Hause gesessen und wusste nicht wohin mit meiner vielen jugendlichen Energie. Da musste ich mich etablieren, finden und an meine Freiheit gewöhnen. Wusste noch nicht wohin mit der Guten. Meistens hab ich das genossen - ich konnte schon immer mit mir allein sein. Hab den Eremiten in mir gepflegt. Aber manchmal fühlte ich mich einsam. Ich hatte immer eine beste Freundin, die mich einen bestimmten Zeitraum über begleitete. Das waren meine so genannten „Beziehungen“ Tja und wenn diese dann mal keine Zeit hatten, oder sich in Beziehungen verhakten und sich schwer lösen konnten und wollten und mich obendrauf Einsamkeit kombiniert mit energischem Weggehrausch packte, hab ich verrückte Dinge getan. Bin nachts stundenlang S-Bahn gefahren und hab mich anquatschen lassen. Hab beim Radio angerufen und tauchte plötzlich auf einer fremden Party auf (fragt nicht), es war schon recht abenteuerlich. Was man so macht, wenn man gerade dabei ist „erwachsen“ zu werden. Zum Glück waren das nur Phasen.

Heute ist alles anders.
Heute habe ich eine Beziehung UND eine beste Freundin (ohne Freund), neue Freunde, eine neue und eine verlorengelaubte Familie. Mit mir ist auch mein Drumherum gewachsen. Das schränkt mich in meiner Freiheit gewissermaßen ein. Trotzdem sorge ich für meine Freizeit, wo es geht. Fahre mit meiner Freundin in den Urlaub, mache mein Reiki, unternehme viel außerhalb der Beziehung. Hätte ich nicht solch einen verständnisvollen Freund an meiner Seite, wäre das nicht möglich. Auf der anderen Seite hätte ich dann wahrscheinlich auch keinen Freund. Einengung war mir schon immer ein Gräuel.
Trotzdem bin ich viel gebundener. Wie schön auch alles ist, wie sehr ich mich jahrelang danach sehnte, wie sehr ich diese Zweisamkeit genieße und niemals missen möchte, so gern wünsche ich mir auch manchmal ein Stück Unabhängigkeit zurück. Keine Rechtfertigungen, was ich heute und morgen tue, keine Absprachen, keine Rückversicherungen. Einfach TUN.

Ist das denn Verantwortungslosigkeit, die da aus mir spricht? Hab ich mich einfach zu sehr an Freiheit gewöhnt? Oder steckt dieser Drang danach zu sehr in mir? Ich bin ein Luftzeichen - nicht greifbar, vielleicht ist das die Erklärung.

Ich möchte einfach nur verstehen. Mich verstehen. Wie viel ist angeboren, wie viel ist Charakter, wie viel ist vererbt, wie viel Erziehung spielt mit in die Persönlichkeit, was kommt aus früheren Leben. Sicher von allem etwas. Aber wie viel von jedem? Das würde dabei helfen, ob ich etwas lösen kann, oder einfach nur annehmen soll.


Verrückt…
Nun ist zum Schluss etwas ganz Anderes raus gekommen, als ich zu Beginn eigentlich sagen wollte.
Da haben sich meine Finger wohl total frei gefühlt ;)

Ich hatte eben nicht geplant, was ich schreibe.

Und schon ist es wieder rund *lach*

16.06.2007 um 17:49 Uhr

Mystik

Stimmung: entspannend
Musik: Sonata Arctica - Under your tree


Das war schon überaus mystisch heute Nacht.

Ich habe kummuliert zwei Stunden für ca. fünf Kilometer gebraucht, für die ich sonst eine halbe Stunde brauche. Es begann mit knisternden, lautlos hellen Blitzen, die sich alle fünf Sekunden in der trockenen Luft entluden. Dann landete ich um halb zwei über Umwege an einer falschen Straßenbahnstation, an der ich geschlagene 30 Minuten warten musste. Begleitet wurde mein Warten mit tosendem Eimerausschüttens und krachendem Donner-Blitz-Hagel-Regen-Schlags über mir. Es klang wie im Weltkrieg.
Neben mir verrückte Freitag-Abend-Leute inklusive Flaschenbier. Die eine Seite ließ sich meckernd über dieses "verdammte Scheißdreck-Wetter" aus und von anderer Seite ertönte widerwörtig ein "Ist-doch-kein-Scheißwetter-ist-doch-obergeil"-Sternburg-Bier-Gelalle. Es war faszinierend. Auch das Wetter. An der nächsten Haltestelle hatte ich genug Zeit tausende Blitze zu zählen, die mein Herz haben höher und lauter schlagen lassen. Ich war beeindruckt. Sekundenlang leuchtete der Himmel. Wow! Sowas Tolles habe ich noch nicht gesehen!

Geschmälert wurde dieser Eindruck durch den nächtlichen Nachrichtenbericht. Als ich dann nämlich endlich mal gegen zwei Uhr zu Hause ankam, ließ mich dieses Naturschauspiel kaum schlafen - trotz unbändiger Müdigkeit. Was so ein schön anzusehendes Feuerwerk in der Luft alles anrichten kann.... Keller unter Wasser, Dächer eingestürzt, Bäume auf die Straßen geknickt. Ich dachte sofort an jemand Lieben, der in einer dieser Katastrophengegenden lebt und hoffte, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Seltsam.
Faszination und Angst liegen so dicht beieinander.

Ich mag dieses Wetter trotzdem.

14.06.2007 um 17:36 Uhr

Merkwürdiges Verhalten einer Großstädterin

Stimmung: quicklebendig *hüpf*
Musik: Beatsteaks - Cut of the top

Unentschlossen schlenderte ich gestern nach meinem lapidaren Orthopädenbesuch die Straßen entlang. Es war ja noch so schön und so früh und irgendwas wollte ich doch noch tun. Als ich diesen Bus mit dem roten Kreuz vor der Einkaufspassage erblickte, dachte ich spontan: Och, spendest Du doch einfach mal Blut… ich hatte ja Zeit und wusste nicht so recht wohin mit mir. Ich dachte an das Gespräch mit meinem Papa und erinnerte mich, dass er eine seltene Blutgruppe hat, vielleicht ich dann auch – die Chance ist hoch und mir war gestern total nach Leben retten… klingt komisch, oder!? Außerdem kann man so seine Gesundheit durch die Bank weg checken lassen – ein netter Leben… äh Nebeneffekt. Eine halbe Stunde Listenausfüllen später (mich wunderte, das sie meine BH-Größe nicht wissen wollten) wurde ich dankend wieder nach Hause geschickt. Super. Da will man einmal Leben retten! „Kommen Sie in 4 Monaten noch mal wieder.“ Malaria-Blut wollen sie nicht. Haha… Naja, Ägypten ist eben nicht nur paradiesisch gewesen. Der Fluch des Pharao hat uns alle heimgesucht. Und das wirkt sich ein klitzekleines bisschen aufs Blut aus. Wie schade. Dann eben später mit reingewaschenem Blut.

Dann geh ich eben einkaufen, sagte ich mir trotzig. Was brauch ich denn? Mmh… brauchen? Was will ich denn?
Nix großes eigentlich. Geht ohne Korb. Wie das nun mal so ist, wenn große hungrige Augen einkaufen gehen, und mehr sehen, als sie tragen können. Völlig überfordert mit Dinkelbrötchen, die ständig abhauen wollten, unterm Arm geklemmt und allerhand Käse-Brot-Gummibärchen-Zeugs zur Kasse marschiert um dort dann festzustellen, dass ich kein Bargeld zur Hand habe. Macht ja nüscht in der heutigen bargeldlosen Gesellschaft, Karte gezückt und 10,51 € losgezahlt. Denkste, Puppe! Zwei Versuche, aber meine Karte wollte er einfach nicht akzeptieren. Was denn los!? Mein Blut will keiner, mein Geld auch nicht. Und nun? Rucksack wieder auspacken? „Ich brauch mal nen Stornoschlüssel!“, brüllte die Kassenfrau. Wie peinlich, die Schlange hinter mir wurde immer länger und die Blicke immer tiefer, wie mir schien. Rucksack hab ich da gelassen und auf zur Bargeldsuche. Vielleicht hätte ich mich mit Hut auf die Straße stellen sollen, neben den anderen Bettlern, denn mein Blick auf den Kontostand verriet, warum das alles nicht klappen konnte. 10,14 € zeigte er mir traurigerweise an. Es ging um gute 30 Cent. Ich hab mich kaputtgelacht – so was kann auch nur mir passieren ;)))

Bin trotzdem nicht verhungert. Hab trotzdem noch aus ungeahnten Quellen Geld aufgetrieben.
Und die ganze Einkaufsaktion nur weil ich zu viel Zeit hatte und zu faul war, was Sinnvolles zu machen… nicht mal mehr Kochen ging. Hab einfach ne Pizza vertilgt, die nicht mehr allein sein wollte.

Und dafür, dass ich nicht mehr alleine sein wollte, musste ich mit tausend Folgen Stargate zahlen – ein Science-Fiction-Abend, der meine Begeisterung in Grenzen hielt.

Dafür hat mich dann heute Morgen beim Radeln meine Strickjacke verlassen. Die Gute. Es fühlte sich zwar an, als bräuchte ich sie nicht mehr, aber dafür muss sie doch nicht gleich ganz abhauen. Tz, diese Jacken heutzutage…
Aber Gott sei Dank gibt es ja noch nette Herren, die daran interessiert sind, Verlorenes der Inhaberin wiederzubringen. Ein Radfahrer kam mir entgegen und brüllte mir in meine Kopfhörer, dass ich da was verloren hätte. Und ein paar Meter weiter trug sie mir ein netter Mann auf dem Rad entgegen. Nette Menschen.

Das ist immer wieder herzerfrischend.
Genau wie die Damen, die mir neulich in der S-Bahn ein Messer anboten, weil mein Rucksack in der Tür klemmte. Nicht fragen.
Es war voll in der Bahn. Sehr voll.
Ich musste mich samt Rucksack reinschieben und klebte mit der Nase unter irgendwelchen Achselhöhlen.

Soviel zu dem merkwürdigen Verhalten eines Großstadtmädchens (zur Paarungszeit!?).

In diesem Sinne wünsche ich Euch (und mir) einen ruhigen Abend!

Wobei... so ein bisschen Aufregung hat schon was Lebendiges!
Mal sehen, was heute noch passiert! ;)

13.06.2007 um 20:43 Uhr

Ein reinigender Abend

Stimmung: ausgeglichen
Musik: Peter Gabriel - Cloudless

Erschöpft und ausgelaugt raffte ich mich gestern zu meinem Reiki-Abend auf.
Nicht, dass ich meinen Geist dazu ermutigen müsste, aber meinen schlaffen Tigerkörper zog es nur noch matschig ins Bett... oder in eine andere ruhige Ecke... so wählerisch war er nicht mehr.

Nach der Arbeit fühle ich mich oft, als hätte ich Extremsport betrieben. Ich verbrenne soviel Energie, dass es mir jedes Mal wie eine ungeheure Verschwendung vorkommt. Ich glaube, wenn man erstmal die Möglichkeit hat das zu machen, was man liebt, dann wandelt der Körper diese Energie anders um. Man bekommt etwas dafür zurück - es findet ein Austausch statt. Und das, was danach übrig bleibt ist eine ganz andere Erschöpfung... und Erfüllung!

Genauso fühlte es sich gestern Abend an. Ich war zwar erschöpft und müde aber es war eine andere Müdigkeit, als die, die mich auf dem Hinweg begleitete. Ja, ich fühlte mich unendlich erfüllt und voller Liebe! So geht es mir jedes Mal nach diesen Abenden.
Und was zurzeit für mich sehr wichtig ist: ich fühle mich viel ausgeglichener. Meine Emotionen kochten in den letzten Tagen über und ich hatte das Gefühl, nur ein kleiner Stups hätte ausgereicht und ich wäre übergelaufen... Nein, ich wäre geplatzt!

Diese tiefe Sehnsucht, all die Emotionen in mir fühlte meine liebe Helene bei der Behandlung sehr stark. Schon die erste zarte Berührung von ihr ließ mich völlig hingeben. Ich bin jetzt so empfänglich dafür... Gerade der Kopf und das Gesicht sind meine berührungsempfindlichsten Stellen. Dort fühle ich mich beschützt und Geborgenheit durchströmt mich. Ohja, die Behandlung tat mir wahnsinnig gut. Es wurde geglättet, was überhing und gestärkt, was zu wenig war. Und was das Schöne ist, ich bekam die Gelegenheit mich dieses Mal an Helene auszuprobieren. Etwas unsicher noch in meiner Art, aber dann immer offener und vertrauensvoller behandelte ich sie und beobachtete dabei. Es war einfach unglaublich, wie sehr ich sie fühlte. Auch ihr tat es sehr gut mal wieder zu nehmen, anstatt immer nur zu geben. Gerade weil sie endlich mal die Last der vergangenen Wochen von ihren Schultern nehmen konnte. Seinen Vater verabschieden zu müssen ist sehr schmerzlich und nun braucht es Zeit um damit zu wachsen.
Wir haben uns sehr verbunden gefühlt und unseren Draht dadurch noch fester gewebt. Ich mag sie wirklich sehr.

Das reflektierte auch der Herr, der uns zusammenführte und den ich gestern das allererste Mal sah. Er war damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um mir diesen Kurs zu vermitteln. Es war Fügung und rückblickend kann ich nur mein Gefühl bestätigen, welches ich schon beim ersten Telefonat mit Helene hatte: Da ist eine Bindung zwischen uns.

Nun ergab sich mir gestern auch die Möglichkeit ein einmaliges Seminar zu besuchen. Vier Tage Tiefenarbeit mit mir und anderen in der Gruppe an der Ostsee. Vier Tage die wirklich in die Tiefe der Seele gehen werden und traumatische Erlebnisse in der Kindheit bereinigen können. Tage, die mir Helene sehr ans Herz gelegt hat – sie spürt noch starke Mutterthemen bei mir. Vier Tage mit mir und meinem inneren Kind. Innerlich willigte ich sofort ein. Äußerlich vielen mir spontan ein paar fadenscheinige Gründe ein, warum das vielleicht nicht klappen könnte. Geld, Termine und Zeit:

  1. Es ist eine etwas kostenintensivere Investition, die nach dem Urlaub nicht mehr wirklich drin ist.
  2. Dummerweise habe ich Konzertkarten für dieses besagte Wochenende,
  3. und eigentlich nur noch einen Tag Urlaub übrig


Wie der Tiger in mir aber nun mal so ist, brüllt er leidenschaftlich los, wenn er etwas will.Und setzt es meistens auch um. Also ergaben sich nach kurzer Überlegung und eine Nacht drüber schlafens folgende Dafür-Gründe:

  1. Es gibt Urlaubsgeld und eine klitzekleine Gehaltserhöhung ab nächsten Monat… und wie ich heute erfahren habe eine kleine Prämie obendrauf (kann ich also gleich wieder auf’m Kopp kloppen, damit ich meinem „Kronisch-Pleite-Na-und!?-Motto“ treu bleibe ;)
  2. Was wiegt ein Konzert meines Lebens neben der wichtigen Chance meine Vergangenheit aufzuarbeiten? (Und das aus meinem „Dieses-supergeile-Konzert-verpasse-ich-unter-keinen-Umständen-
    Munde“)
  3. Und genau einen Tag Urlaub brauche ich auch nur für diesen Ausflug…


Ha. Was sagste nun, Du kleiner Verstand? Ich hüpfte ja gestern bereits aufgeregt Hin- und Her und bastelte mir Möglichkeiten zurecht. Auf geht’s nach Rostock, oder!?

Ich bin gespannt… Total!



12.06.2007 um 13:04 Uhr

Strömung

von: Tigerschnute   Kategorie: Lyrisches



Ich gebe mich dem Strom hin,

Möchte mich fallenlassen,

Im Rausch versinken,

Fliegen, ohne sich in den Bäumen zu verheddern
 


~Im grenzenlosen Ich~


Doch wie viel Ich ist erlaubt?

Und wenn es sich im Du verheddert?

Wenn der Anker sich tatsächlich verhakt?

In eine ungewollte Richtung?


Wie viel Ich darf man sein, wenn man ein Wir ist?


Der Intellekt phantasiert unvernünftig

Das Herz fühlt seine eigene Wahrheit.

 

 


 

11.06.2007 um 16:36 Uhr

Hunger!

Gucken, aber nicht anfassen
Anfassen, aber nicht kosten
Kosten, aber nicht runterschlucken



Ich lechze nach Sehnsuchtsfüllung.
Auf der intensiven Suche nach einem Anker
Skizziert in meiner Phantasie

Nein, ich werde nicht satt.
Wie sollte ich?
Es bat sich mir noch keine Möglichkeit für ein Festschmaus.
Nur ein Leckerbissen als Köder baumelt vor meiner Nase.
Mit einem Riesenloch im Bauch verharre ich.
Darauf wartend, dass diese flatterigen Leuchtgefühle mit etwas Handfestem tauschen.

09.06.2007 um 18:34 Uhr

Wortlos

Stimmung: verliebt!?
Musik: Peter Gabriel - The return part 1, 2 & 3

Ich glaube hier sitzt ein ganz böser Virus in meinem PC.
Irgendwer frisst Worte.
Wo sind sie sonst hin?
Kein einziges mehr übrig.
Nicht ein winziges.
Irgendein kleines muss es doch geben.
Eines, das in etwa beschreibt, was in mir vorgeht.

Flatterig, zappelig
schwindlig, besoffen
adrenalinisiert
Ich weiß auch nicht

Verliebt!?
Aber wie sollte ich das erklären?
Ich bin es ja nicht
Nicht im üblichen Sinne

Ich hab so Sehnsucht
sonderbar
undefinierbar...



07.06.2007 um 14:29 Uhr

Auf dem richtigen Fuß erwischt!

Nun wurde ich schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit völlig aus dem Kalten mit Emotionen überschüttet.
Total unerwartet… ohne Vorankündigung… nicht mal unbewusst….
Eine Vorbereitung wird es wohl gegeben haben, sonst wäre ich heute nicht an diesem Weg angekommen. Aber in mein Bewusstsein kam diese Mitteilung erst nach dem Aussprechen der ganz entscheidenden, langersehnten und doch so überraschenden Worte:

Du warst immer hier drin in meinem Herzen, auch wenn es nicht den Anschein hatte. Ich hab dich sehr lieb!

Und bumm!
Das Flüsschen ist am fließen und sprießen…
Ab hier geht ein neuer Weg los…
Ein Weg, an dem es kein Gestern mehr gibt. Ein Glück. Wie heilsam!

Diese ungefilterte Zuneigung wünschte ich mir schon mein Leben lang ganz tief in mir.
Mein Steckenpferd, mein Schatten, meine große Aufgabe.

Das ist doch mal was, womit ich „arbeiten“ kann.

Ich habe sehr viel mit mir zu tun im Moment – in breiten Spektren.
Aber ich bin auch sooo glücklich!!!

Ich verstehe!
In jeglicher Hinsicht.

Ich verstehe mein Leben.

 

05.06.2007 um 19:53 Uhr

... und wieder aufgetaucht!

Stimmung: erfüllt
Musik: Secret Garden

Sonnengetankt, goldbraun gebacken und natürlich UNVERHÜLLT bin ich wieder zurück vom kargen Wüstenlande und knallbunten -nicht nur- Roten Meer.

„Das Wetter ist schön, das Essen schmeckt, das Hotel ist nett und wir waren heute Wandern.“
Postkarten in diesem Stil haben absolut keinen Platz gefunden. Mal abgesehen davon, dass überhaupt keine Postkarten ihren Weg nach Deutschland gefunden haben. Man mag meinen, dass sich doch bestimmt mal ein Tag der Entspannung zum Schreiben hätte finden müssen. Pustekuchen! Wir waren mit so vielen Dingen um uns herum beschäftigt, dass sich dafür absolut keine Zeit erübrigen ließ. Und selbst wenn… was hätte ich auf 20 cm Papier pressen wollen? Der Wille war da… Immerhin hab ich die Adressen eingefügt….

Nun, diese Plattform hier ist keine Postkarte mit Zeichenbegrenzung.
Dafür besteht aber die Gefahr der Ausartung in Romanform, denn ich hatte ja versprochen ein, zwei Eindrücke hier zu lassen.
Ich habe so viel erlebt, was mich geprägt und definitiv einen Meilenstein hat wachsen lassen. Diese zwei Wochen, die sich viel, viel länger anfühlten, haben sich in meine Erinnerung gegraben und werden so schnell nicht verblassen.

 

Mein Urlaub bestand aus zwei Teilen:
Aus einer Woche Nilkreuzfahrt und einer Woche Tauch- und Schnorchelurlaub. Es waren zwei komplett unterschiedliche Wochen mit komplett anderen Emotionen und Erlebnissen. Ist ja klar, gegensätzlicher kann Wüste und Wasser nicht sein.

Jedoch fasziniert war ich in beiden Wochen von der komplett anderen Kultur. Man befand sich in einer anderen Welt, die schon vor über 10.000 Jahren Geschichte schrieb und aber immernoch spürbar war. In einem Land, wo selbst die Schrift für mich nicht lesbar ist und der Mond andersherum hängt. Witzig, wenn der große Wagen nicht mehr von oben befüllt werden kann ;)
Man war komplett eingehüllt in einem fremden Mantel, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn mal tragen werde. Er passte die Zeit über und es war sehr interessant zu beobachten, wie ich mich darin fühlte.

Ich hatte einige innere Kämpfe auszutragen, die sich vor dem Urlaub schon abzeichneten. Es beinhaltete mehrere Aufgaben für mich, hinter denen ich teilweise ein kleines Häkchen setzen kann (zumindest hinter kleinere Kapitel davon) und zum anderen Teil welche, die sich nun erst recht herauskristallisiert haben. Beides ist ein Stück Wachstum, für den ich dankbar bin, was aber auch schwierig werden kann.


Ich dachte mir einen kleinen Bildband zu basteln, um die Romanform etwas kürzer zu halten.

…und wieder abgetaucht…






Die wunderbare Nillandschaft, erblickt von unserem Schiff. Beinah tropisch, idyllische Bilder zogen an uns vorüber. Leider wird nicht sehr viel für die einzige Zukunft der Ägypter getan. Das Wasser wurde als Müllhalde zweckentfremdet. Undefinierbare Suppen schwappten an unserem Fenster vorbei direkt ins Wasser. Öl lief aus, Plastikflaschen und anderer Schrott fand neue Flächen im Fluss. Je näher man aber den verhältnismäßig wohlhabenderen Gebieten kam, desto sauberer erschien es mir. Armut beinhaltet wohl leider auch immer Dummheit.















Die geheimnisvollen Tempel, bei denen mir beim Anblick der Atem stockte und ich mir wie ein kleiner Wurm vorkam. Wie haben die alten Ägypter das hinbekommen? Mir fielen die oberschlauen Neuzeitmenschen ein, die nicht mal den Hauptbahnhof von Berlin wind- und wetterfest bauen konnten... Und die Ägypter setzten sich hin, beobachteten das Sonnensystem und bauten den Tempel Punkt genau so, das Ramses der II. zwei Mal im Jahr für 10 Minuten von der Sonne angestrahlt wird. Wow! Welch Perfektion. Und das von Hand. Sie waren dem Ursprung wohl noch näher, als wir es heute sind.... naja... und sie litten wohl auch ein wenig an Selbstüberschätzung... bei den überlebensgroßen Pharaonen.




Die Ton- und Lichtshow unseres letzten Abends. Diesen Tempel haben wir als erstes besichtigt und angestrahlt am letzten Abend bei Nacht. Der Kreis schließt sich. Untermalt von sphärischen Melodien erzählten Menschen aus alter Zeit... und man fühlte sich mal eben um 4000 Jahre zurückkatapultiert. Wahnsinniges Gänsehautfeeling!

 

Unser letzter Abend mit dem weiblichen Teil unserer kleinen Reisegruppe. Das war für eine Woche meine kleine Familie. Wir hatten alle sofort einen Draht und ließen andere auf dem Schiff spüren, als hätten Eltern und Kinder gemeinsam diesen Urlaub gebucht. Erstaunlich, wie schnell sich jemand in so kurzer Zeit direkt in Dein Herz einfinden kann. Dieser letzte Abend war etwas ganz Besonderes. Es lag ein Zauber in der Luft, den selbst die Männer spürten. Es öffneten sich Kanäle, die bei manch einem fest verschlossen waren. Und ich hielt ihn fest diesen Augenblick (im wahrsten Sinne des Wortes), sodass er ein Leben lang Zuflucht in mir finden kann.

 


Strände wie in der Karibik.... wie ich sie noch nie sah und ich mir niemals zu träumen gewagt habe...



nahbare Pinguine der Lüfte ;)



Die zauberhafte Farbenpracht der Unterwasserwelt!
Das erste Mal tauchen... auch hier blieb mir trotz Pressluft der Atem weg!
Ich war unendlich begeistert und hatte ein Strahlen im Gesicht, mit dem hätte ich locker ein Handy quer fressen können ;) Mein Dank gilt hier meinem lustigen und einfühlsamen Tauchlehrer!



Ein Blaupunktrochen, den ich am liebsten knuddelnd mit nach Hause genommen hätte! Aber wir respektieren alles Lebewesen und berühren nichts, es sei denn, es berührt Dich... So wie es Nemo tat. Er knabberte in meine Hand - ich war entzückt.

 



Ein Strudelwurm... so klein und so bunt... Herzallerliebst.



Eine gesellige kleine Schildkröte... man wirds kaum glauben, aber ich hab Knuddelhunger, wenn ich das sehe ;-)




Ein Highlight des Urlaubes: Delfine! Ich war so berührt, dass nicht nur das Salz des Meeres mein Gesicht streifte...

Trotz einiger Zwischenfälle, die unter anderen Umständen nicht so schön in Erinnerung geblieben wären, war es wie im....

 

Und hier zum Abschluss noch die versprochene Sonne:

 

... und dann kommt später noch ein weiteres Highlight, dass hier unbedingt noch rein muss... Ich muss ja meine Leserschaft noch bei Laune halten ;)

 

 

©Unterwasserfotos von Michael Töllner
©alle anderen von Tigerschnute