~ Panta Rhei ~

25.04.2009 um 00:47 Uhr

Wünsche im Meer des Chaos'

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Frei sein!
Einfach drucklos mit Sanftheit zu mir finden.
Verzettel mich im Chaos.
Vielleicht flüchte ich vor jeglichem Druck.
Flucht vor mir selbst?
Flucht vor dem Ich-Sein?
Dem grenzenlosen Ich-Sein?
Brauche ich denn Grenzen?
Grenzen um Licht in mein Chaos zu bringen?
Konfrontation treibt mich in den Trotz, lässt mein Herz verschließen
Löst ein Gedankenkino in fünf verschiedene Richtungen aus.
(Wie kannst Du auch verstehen, wenn ich die Dinge nicht erklären kann, weil ich alles und nichts, nichts und alles gleichzeitig sehe, während Du ein klares Ziel siehst?)
Lässt mich in eine Starre verfallen.
Machtlos Entscheidungen zu treffen.
Verlier meine Erdung, meinen Halt.
Versucht dann trotzdem jemand mein Herz zu berühren, oder sehe ich Dich und mich als großes Ganzes, fällt der Stolz von mir ab - gleitet davon, als wäre er nie dagewesen. Lässt mich verstehen und verzeihen. Und Tränen des Ärgernisses tauschen mit berührter Traurigkeit. Lösend und so guttuend.

Am liebsten wäre mir unendliche Harmonie...
Aber um zu mir stehen zu können und mich nicht selbst zu verleugnen, zu verbiegen, darf ich nicht mehr den Schwamm über alles wischen...

Manchmal erinnere ich mich einfach nicht mehr an Dinge, die mich einmal verletzten... Vielleicht weil der Augenblick für mich mehr Relevanz hat, als die Vergangenheit? Oder bedeutet das schon Flucht?

Ich möchte doch nur mit Freude lernen dürfen.
Meistens ist der Lerneffekt im Schmerzerleben tausend Mal größer.

Du nennst mich unmorlisch?
Wie das, wenn es doch keinerlei Moralregeln für mich gibt, die man brechen könnte?


 

02.04.2009 um 14:20 Uhr

Bedingungslose Liebe

von: Tigerschnute   Kategorie: Philosophisches


Meinem Blog muss wieder ein bisschen Leben eingehaucht werden, da er von der Vom-Aussterben-bedrohten-Liste verbannt werden möchte.

Deshalb möchte ich hier etwas mit Euch teilen, was nicht unreflektiert wieder davonziehen sollte, wie ich finde.


Frag 50 Menschen nach ihren Definitionen über die Liebe und Du wirst womöglich 50 verschiedene Antworten erhalten. Dabei ist Liebe nichts, was der bedingte menschliche Geist durch persönliche Meinungen entdecken könnte. Der menschliche Verstand kann Ansichten und Haltungen zur Liebe haben, doch nur ein spirituelles Bewusstsein vermag Liebe zu ~erkennen~

Liebe ist nicht Abhängigkeit, nicht Schwärmen, nicht Sentimentalität, nicht Sehnsucht und nicht Begierde. Beziehungen, die auf diesen Faktoren gegründet sind, bleiben gezwungen und können jederzeit auseinanderbrechen.

Wahre Liebe beginnt nicht mit einem Gefühl. Sie beginnt mit einem klaren Bewusstsein, einer tiefen Bewusstheit, wodurch man sich selbst und den anderen spontan tief verstehen kann.

Wenn dann hiervon Gefühle ausgehen, sind dies berechtigte und natürliche Früchte des anfänglichen Verstehens. Auch Zärtlichkeitsbedürfnis und Anziehung werden so entstehen. Doch wenn die Gefühle zuerst entstehen, dann handelt es sich nicht um wahre bedingungslose Liebe, sondern lediglich um deren schwachen Abglanz. Vielleicht ist es Begierde, vielleicht Leidenschaft, vielleicht auch der Versuch vor sich selbst davonzulaufen.

Bedingungslose Liebe kann sich nicht auf Wünschen und Begierde gründen. Manchmal fragen sich Menschen: „Ich habe ein starkes Verlangen nach einer bestimmten Person des anderen Geschlechts, die aber nicht erwidert wird. Wie kann ich mich von dieser Qual befreien?“

„Versuche zu erkennen, dass Deine Sehnsucht nicht auf wirklichen Werten des anderen Menschen gegründet ist. Vielmehr geht sie von Deiner eigenen unrealistischen Vorstellung über den anderen aus. Dieser Mensch steht für irgendetwas, was Du gerade brauchst. Vielleicht Stärke, Sicherheit oder Zuneigung. Doch dieses Idealbild ist nur eine Vorstellung in Dir, von der Du fälschlich annimmst, sie wäre Wirklichkeit geworden. Wenn einem das gelingt, dann wird man erstaunt sein, wie ganz anders einem diese scheinbar ideale Persönlichkeit plötzlich erscheint. Jener Mensch hat sich nicht geändert; doch Du und Deine Sichtweise haben sich geändert!“




Das sind die für mich bekannten Leuchtmomente. Momente in denen alles still steht und sich doch alles gleichzeitig bewegt. Tiefes universelles Verstehen ohne die Mithilfe des Verstandes. Ein Gefühl, das vielleicht für eine Sekunde anhält und sich doch ewiglich in Dein Bewusstsein brennt. Und willst Du es greifen, so schwindet es. Gibst Du ihm Raum, so dehnt es sich aus…

Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich mir solche Momente offenbaren. Ich weiß, das vielen Menschen dieser Zugang versperrt ist und es viel Arbeit braucht, um diesen wieder zu befreien. Trotzdem bleibt ein Seelenwunsch offen, der immer mal wieder vorbeischaut und von Zeit zu Zeit um Antwort bittet... Der Wunsch nach der Begegnung mit einem Seelenpartner, an dem diese bedingungslose Liebe wachsen kann…