~ Panta Rhei ~

31.07.2009 um 12:24 Uhr

Bewusstwerdung

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Wie geht das eigentlich? Wie kann man sein Leben ändern, wenn man genau weiß, dass eine Wandlung in einem passiert und nur darauf wartet freigelassen zu werden? Wie komme ich durch diese Tür, die sich da vor mir zeigt und von der ich weiß, dass ich genau durch diese gehen muss? Wo ist der Schlüssel? Brauche ich überhaupt einen Schlüssel? Vielleicht brauche ich auch nur aufzustehen und nachschauen, ob diese Tür geöffnet ist? Aber wie kann ich diese Lähmung in mir überwinden? Diese Traurigkeit, die sich in mir zeigt, woher kommt die? Ich fühle mich verloren, wohin soll ich nur gehen?

Immer häufiger bekomme ich diese Fragen gestellt…
Fragen, die mich selbst noch vor zweieinhalb Jahren beschäftigten.
Bis ich mich selbst kennenlernen und ent-falten durfte. Bis die Tore zu meinem neuen Selbst förmlich gesprengt wurden und der Weg sich bis heute nach und nach klarer zeigt.

Jeder von uns hat festgefahrene Strukturen, Muster, Programme in sich laufen, welchen man sich nicht bewusst ist und dessen Wirkung sich meistens erst im Außen zeigen. Erst der Spiegel der Umwelt lässt uns den Schmerz, die Sehnsucht, die Traurigkeit in uns fühlen. Oft begegnen mir Menschen, die die Ursache für ihren Schmerz suchen und die wissen, dass Veränderung stattfindet, aber nicht wissen, wie sie aktiv mitwirken können, den Weg frei zu machen. Jeder muss den Zugang zu seinem Inneren selbst finden. Ich kann dann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und vielleicht einen Impuls dafür geben.

Die Ursache?
Ist vorerst irrelevant.
Du wirst die Wurzel des Problems nicht finden, wenn der Weg dahin versperrt ist. Ich kann den Kuchen nicht essen, bevor er zubereitet und gebacken wurde. Da bedarf es zuerst mehrerer Zutaten und die richtige Mischung.
Was also tun um die Kanäle zu befreien, sodass ungehinderter Zugang möglich ist?

Mein Schlüssel: Bewusstwerdung.

Mit Allem. Und ich meine wirklich mit Allem in meinem Leben.
Und zwar im Kleinen, nicht im Großen.
Man braucht nicht unbedingt langwierige Problemanalysen, Traumaarbeiten oder komplizierte Wege nach Indien zu gehen. Wenn man denkt, man braucht das, dann manifestiert sich das und man braucht es wohl wirklich.

Ich stelle mir immer wieder folgende Fragen:
- Welche Gedanken habe ich?
- Welche Gefühle formen sich durch diese Gedanken?

Jeder Gedanke ist Energie, jeder kleinste Gedanke wirkt sich auf so vieles aus, was wir (noch!) nicht wissen.

 

- Wie ist mein Blick auf die Welt?
- Wie ist mein Blick auf die Menschen?
- Wie sehe ich mich selbst?

Selbstbeobachtung. Reflektion.

 

Wie schaffe ich das?
Am allerbesten mit Zeit. Zeit für mich selbst. Mindestens 30 Minuten am Tag an dem ich in mich gehe, in mich hineinlausche. Gedanken zum Stillstand bringen, Wertungen ablegen, sich frei machen vom Alltag. Bewusstes Atmen, bewusstes essen (auch der Körper mag Achtung), bewusstes Denken und Sprechen, Schauen und Hören, Schmecken und Fühlen. Die Sinne schärfen. Und immer den Blick darauf, was macht das mit mir? Welche Gefühle kommen dabei? Ohne zu werten, ob gut oder schlecht. Sondern nur in die Beobachtung gehen. Vielleicht auch die Vogelperspektive. Wie wirke ich in bestimmten Situationen? Meistens lösen sich durch diese kleinen Schritte schon bergeweise Felsen. Wenn man das schafft, diese kleinen, wirklich nicht schwierigen Schritte in seinem Alltag zu integrieren, wird man erstaunt sein, was dabei alles an die Oberfläche kommt und wie schnell man doch aus bekannten Mustern ausbrechen und Konflikte lösen kann.

Ich schaffe das immer besser.
Und das nur, weil ich einen Fuß vor den anderen setze. Weil ich auf Zeichen achte und inneren Impulsen nachgehe. Und weil ich trotzdem die Zeit finde mich umzuschauen und die Wunder des Lebens immer wieder neu spüren kann. Ich fühle mich so erfüllt voll lichter Strahlen und lauter Liebe, dass es fast schon kitschig klingen könnte. Ich fühle mich so bestärkt und voller Kraft meine Schatten umzuwandeln, dass das Annehmen dieser Herausforderung fast schon Spaß macht – obwohl das Lernen meistens über Schmerzen funktioniert. Diese Schmerzen lehren mich aber, dass sie eigentlich eine Illusion sind und aus längst vergangenen Zeiten resultieren. Durch dieses Erkennen, löst sich der Schmerz immer schneller und führt mich zu meinem Wesenskern, zu meiner Essenz. Zu unserer aller Essenz. Zum göttlichen Ursprung. Göttlich fernab von Christentum und menschlich erschaffenen Gestalten. Göttlich im Sinne von Liebe, aus der wir alle bestehen und die uns überall umgibt. Und diese Göttlichkeit kann ich mehr und mehr spüren. Nach und nach erfahre ich wo ich her komme, wohin ich gehe und warum ich hier bin. Alles formt sich zu einem Sinn. Manchmal kann ich alles ganz klar und deutlich vor mir sehen. Manchmal kann ich das ganz tiefe Wissen in mir anzapfen und fühlen, als gäbe es nichts anderes. Dann umgibt mich eine Gewissheit, die ich mit allen Sinnen aufnehmen kann. Es ist nur ein Bild, ein Gefühl – unbeschreibbar. Ich fühle, sehe, höre die Verbundenheit mit Allem und Jedem – ja und machmal kann ich sie sogar riechen und schmecken. Ich sehe die leuchtendsten Farben, Kaleidoskope, Energien und reise durchs Universum.

Und trotzdem habe ich das Gefühl nur von einem klitzekleinen Minihauch berührt worden zu sein und wir in Wahrheit die Fülle des Lichts noch gar nicht ertragen und verstehen können.

Noch nicht!
Alles zu seiner Zeit…

Auf einzelne Erfahrungen möchte ich so gern noch zurück kommen… Auch wenn jedes weitere Ereignis, jede weitere Erkenntnis alte Erlebnisse schon wieder überdecken… Aber sie sind zu schön und zu tief, um sie nicht festzuhalten…

 

31.07.2009 um 11:22 Uhr

Ballonfahrt

Gibt es einen schöneren Start in den Morgen??













Und da sich die Anreise, dank S-Bahn-Irritationen und Pampaqualitäten, etwas schwierig gestaltete fuhren die Löwin und ich schon einen Abend zuvor ins Brandenburgische Land. Nach einer abenteuerlichen Wanderung zwischen Breeennnnesseln und Diesteln *autsch*, zwei zerstochenen Beinen und Armen später, fanden wir auch den perfekten Ort zum Wildcampen am Fischerteich… Mit Sonnenuntergang und perfekter Prognose für den Geburtstagsmorgen meiner lieben Löwin. Mit Revuepassierenlassen des vergangenen Lebensjahres, Bewusstwerdung wieviel Wandlung und Veränderung es beinhaltete und Versiegelung der Wünsche für das nächste Jahr mittels Feuerritual. Alles wie bestellt. Und ich habe tatsächlich 3 Wochen lang dieses Geburtstagsereignis verschwiegen. Ich bin ja so stolz auf mich!

Das wäre dann jetzt der 3. Sonnenaufgang in meinem Leben, an dem ich aktiv und ganz bewusst teilnahm. Die Nacht durchmachen güldet allerdings nicht. Man muss dafür schon freiwillig seine Kuschelkissen verlassen haben. Den Preis des nächtlichen Aufstehens um 3.45 Uhr zahlt man jedoch gern bei solch einer einmaligen Traumreise.

Das Faszinierendste und der große Unterschied zum Sonnenuntergang:
Die Stille. Dieser Frieden und die neue Frische, die einen umgibt. Alles erwacht und der Schatten des Vortages verblasst durch die Regeneration über Nacht. Für was so eine Erdrotation doch alles gut ist…

Wir wurden nach unserer Jungfernfahrt sogar vom Piloten persönlich getauft. Mit Erde, Feuer und fürstlichem Sekt. Ein Taufspruch wurde aufgesagt und zum Abschluss gab es einen Adelstitel und die jeweilige Urkunde auf der uns das Stück Land unter uns, welches wir überflogen, geschenkt wurde.

Wolkenfee Schnute, die die Rehe übers Land rennen sah und Burgfräulein Löwin, die in den Sonnenaufgang fuhr, genossen den Tag mal wieder in Zweisamkeit… Alles höchstromantisch. Das gibt es auch mit seiner besten Freundin – trotz ohne knutschen… ;)

16.07.2009 um 19:09 Uhr

Ich bin ein Held!

Jahaaa! So ist das.
Ich habe nämlich einen Schmetterling gerettet!
Und das war ja soooo... hm... eigentlich eine sogenannte "Banalität" um die ich ein großes Geheimnis machen könnte und hunderte von Menschen anlocken mit Unterhaltungsprogramm und Vorbands und so. Aber das mach ich dann das nächste Mal. Versprochen! :)

Jedenfalls. Dieser Schmetterling.
Er flatterte ganz aufgeregt und nervös immer wieder gegen die Scheibe meiner Haustür. Klar, will ins Licht der kleine Racker. Und da dachte ich, spiele ich heute mal den Lichtbringer. Näherte mich mit meiner ruhigen Hand dem zittrigen Flatterwesen und es war als wäre meine Hand irgendwie magnetisch. Er floppte förmlich auf meinen Finger und blieb da ganz entspannt und ruhig sitzen. Nur seine kleinen Flügelchen bewegten sich im Takt zu meinen sanften Worten. Ich sah ihm nach wie er sich durch die Tür zur nächsten Blüte freisauste und musste von ganz innen drinnen lächeln. Im selben Moment durchkreuzte eine junge Frau die hindurchgelächelte Bahn zwischen mir und Flatterli und lächelte ebenso lieblich zu mir zurück.

Sagt was ihr wollt, das war magisch und das I-Tüpfelchen meines heutigen Tages.

16.07.2009 um 12:44 Uhr

Diese Emotionen...

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Manchmal gibt es da einen Kampf in mir. Einen Kampf zwischen Klein-Schnuti und Heute-Schnute. Da treten Muster auf, die eigentlich schon lange nicht mehr zur Heute-Schnute passen. Muster, die früher einmal von Nöten waren. Gefühle, die sich tief manifestiert haben, erscheinen plötzlich wieder an der Oberfläche. Es mag manches Mal nur ein Wort sein, eine Aussage oder eine ausgebliebene Tat. Kleine aneinandergereihte Dinge, die mich glauben lassen nicht mehr gut genug zu sein. Ja, die Sache mit der Eifersucht. Ich weiß es theoretisch alles. Zerstörerisch. Ausmerzend. Trennend. Fernab von Selbstwertgefühl. Und vor allem völlig unnötig. Ich weiß, wer ich heute bin. Ich bin von mir und meinen Taten überzeugt. Ich freue mich über den Weg, den ich bis hier schon gehen durfte – aus eigenem Herzen erschaffen.
Und dennoch, gibt es da Emotionen, die auftauchen, von denen ich glaubte, sie längst aufgelöst zu haben. Sie stürmen auf mich ein, als wären sie irgendwann mal einprogrammiert für solche Fälle. Solche Fälle? Man, klingt das trocken… Dann hämmern sie in mein Bewusstsein, erheben sich und die kleine Schnutestimme flüstert ein leises, piepsiges, kaum hörbares, aber unverwechselbar pochendes „Hab mich doch lieb“ durch mich. Wie grauenvoll ich das finde… Wie erniedrigend und so was von fehl am Platz.

Doch was mich stolz macht, ist dass ich schon viel besser damit umgehen kann und dieses olle Piepsstimmchen viel schneller verhallt als früher. Ich nehme es als das wahr was es ist: Als Projektion der Vergangenheit. Ungültig. Nur noch ein Nachziehen… Ein letztes Aufarbeiten. Ich bin nicht mehr das kleine schüchterne Mädchen, welches nach Liebe betteln muss. Es geschieht in mir. Das Lieben.

Braucht man denn Bestätigung von Außen um sich glücklich zu fühlen? Geht es einem erst dann gut, wenn Menschen uns Beachtung schenken? Nein, ich finde das ist nicht der richtige Denkansatz. So funktioniert das nicht. Innen wie Außen. Ich bekomme Anerkennung, wenn ich innerlich strahle, wenn ich eins mit mir bin. Dann, wenn ich leuchtend durch die Welt gehe, kann ich Anderen gut tun und sie tun es wiederum mit mir. Es potenziert sich. Das Licht weitet sich im Sauseschritt aus. Ping-Pong. Hin, her. Von Dir zu mir und zurück. Leuchtenergie, die sich vermehrt. Ein Austausch. Wundervoll dieses Gefühl der Lichtverbreitung. Und bin ich frustriert, enttäuscht, verletzt und neben mir, so gibt es auch die Resonanz von außen. Manchmal bleibt dann ein Lächeln einfach aus. Das ist gut so zur Reflektion. Wenn man es denn immer noch nicht geschnallt hat, dass man neben sich steht, macht’s dann vielleicht –Klick–
Aber dass ich erst glücklich bin, wenn ich Anerkennung bekomme, das wage ich stark zu bezweifeln. Nein, das kann ich gar nicht nachfühlen. Sicher. Es bestärkt mich und bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ich liebe dieses Gefühl von anderen geschätzt zu werden. Wer tut das nicht? Aber wirklich frei bin ich doch, wenn ich dieses Gefühl ohne mein Zutun erhalte. Oder?

Interessant sind sie doch. Diese Emotionen. So abartig, wie’s sich manchmal anfühlt. So fühlt man doch das Leben durch seine Adern fließen.
Voll das Lebensgefühl, wenn man dann mal wieder ein Puzzlestück gefunden hat. Ein Fädchen. Es dann auch noch ins Ganze passt. Und wenn man dann plötzlich versteht. Erkennt. Mit großen Augen. Staunend. Annehmend. Faszinierend.


Wenn ich das mal von meinem Planeten aus betrachte… Ganz schön abgefahren…

 

14.07.2009 um 09:41 Uhr

Wenn die Grenzen verschwimmen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lyrisches

 

Wer bist Du und wer bin ich?
Wie viel Ich verbirgt sich im Du?
Wo hörst Du auf, wo fang ich an?

Verwandte Seelen ineinander verschlungen.
Die Körper schmiegen sich zu einem Ganzen,
Ohne über Regeln nachzudenken

Ohne unausgesprochene Verpflichtungen entstehen zu lassen
Wir fühlen uns miteinander verbunden
Berührungen gehen über einen Rahmen hinaus, der nicht einmal entworfen ist

Um UNS als eine Einheit zu erfahren.

Manchmal gibt es kein Du und Ich.

Es existiert ein Wir, ohne das Individuum dabei in Frage zu stellen.
Um unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, über die wir uns noch nicht einmal bewusst sind.
Um sie dann nebeneinander zu legen.

... Und die vielen kleinen Bilder, EINS ergeben.

Wir kennen uns.
Schon so lange.
Wir sind Ich.
Ich ist Wir.