~ Panta Rhei ~

31.08.2009 um 12:26 Uhr

Ostseemagie

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Die Ostsee ist was Magisches.
Und das sage ich auch auf die Gefahr hin, wie ein immer wiederkehrender Refrain zu klingen.

Seit frühester Kindheit verbinde ich damit Urlaub, Sommer, Freiheit und Verbundenheit. Verbundenheit zu meiner Familie, zum Wasser, zur Weite und zu allem was dort lebt (…ja, auch Quallen und Fischkadaver)

Es vergeht kein Jahr, an dem ich dort nicht Rast mache – und wenn es nur für ein Wochenende ist. Und jedes Mal spüre ich die Magie, die sie umgibt und die mich umgibt.

Vor einer Woche wurde ich geradewegs wieder in meine Kindheit zurück katapultiert. Zwar umgaben mich andere Menschen, als meine Familie, aber angefühlt hat es sich trotzdem geborgen und familiär. Ich umgeben von zwei wundervollen Männern, die es geschafft haben nicht nur die Nacht mit mir unter romantischstem Sternenhimmel zu verbringen, sondern neben einem Schlafplatz, vor allem einen Herzensplatz in mir eingenommen haben.

Der Trip hin begann abenteuerlich mit Gestiefel durch den dichten Nachtwald. Zwei Meter weiter hätte es zwar einen Weg direkt zum Strand gegeben, aber wer will schon vorgemalte Wege gehen? Fräulein Schnute jedenfalls nicht. Sie wählte die gefährliche Urwaldvariante mit düsterer Nachtwandergeistergefahr inklusive Gepiekse und Zeckenalarm in SANDALEN. Jawohl. Um am Ende festzustellen, dass wir zwar vor einer Entführung wilder Waldwesen verschont blieben, aber dafür ein von Menschenhand errichteter Maschendraht uns den Weg zur Freiheit versperrte. Gruselig. Naja, das Drahtding muss ja irgendwann auch mal aufhören – also immer entlang der Versperrung zum Hotelgelände auf der anderen Seite der Zivilisation… Nach kiiiilometerlanger(ich bin zwar schlecht im Schätzen, aber es waren bestimmt hunderteinunddreißigkommasechs Kilometer – man muss ja die Umwege miteinrechnen, durch Bäume laufen ist mir (noch) nicht gegeben) Nachtwanderung durch Gestrüpp und Co. endeten wir dann schließlich am ursprünglich zwei Meter entferntem vorgemalten Weg. Ich hörte schon das Grummeln im Hintergrund *murmel, murmel* Frau Schnute *murmel, murmel* wieder Abenteuer *murmel, murmel* wären wir gleich *murmel, murmel* dann hätten wir *murmel, murmel* uns sparen können… *grummel* (natürlich mit zwinkernden Äuglein – ohne den Wunsch auf Schnutenprügel)… Naja, dann klettert man eben über den Zaun, wenn man sich schon dem Höllentrip durch Urwaldgestrüpp aussetzt… und das ganze wieder zurück? Nää! Selbst den Gesetzestreuesten unter uns erschien das als die einfachste Variante, endlich den langersehnten Strand zu erreichen. Und -mein Gott- es war beinah Mitternacht… Uuuuuuhhhh! Auf den Urwaldschreck erstmal ein Bierchen. Nee, nicht etwa Meeresrauschen, welches ich schon riechen konnte (Ja, Meeresrauschen kann man riechen!). Da erschien dieses Walhalla-Nobelrestaurant eine gute Quelle für das flüssige goldene Glück. Ob wir wohl mit zerfetzten Streunerklamotten ein Bier zum Mitnehmen bekamen? Was soll ich sagen, sie fragten uns tatsächlich, ob wir hier wohnen würden. Wir, Strolche!!! Ich weiß nicht, ob das jetzt für uns spricht oder gegen die Bewohner Usedoms…

Was ich eigentlich sagen will.
Ja, diese stundenlange Einleitung verfolgt nicht nur den Zweck der Belustigung, sondern sogar einer allseits weisen Aussage.
Bierbepackt und meeressüchtig rannten wir dem Strand entgegen und fragten uns, ob dieses Leuchten im Himmel ein Gewitter prophezeien würde. Und als ob, dass nicht schon magisch genug gewesen wäre, wurden wir von einem grandiosen Feuerwerk in weiter Ferne begrüßt. Wir drei... standen mit kindlich staunender Miene am einsamsten und perfektesten Strand mit frischester Mitternacht-Meeresluft zu unserer Seite und wurden mit einem Feuerwerk begrüßt. Genau zeitgleich mit Betreten des Strandes… und nackten Füßen.
Und kaum angekommen, riss die fette Wolkendecke über uns auf, um uns Glückskinder den prächtigsten Sternenhimmel inklusive Sternenschnuppenregen zu präsentieren. Kinders, ich sage Euch… Das hat Märchencharakter. Ein Märchen der Neuzeit. Und ein wunderbarer Beginn eines super schönen Wochenendes. Schöneres, als im Sommer unter freiem Himmel, mitten in der Milchstraße zu schlafen umgeben von Menschen, die man liebt, mit reinem Herzen, kann ich mir gerade nicht denken. Es war herrlich perfekt.

Mir schien die Sonne ausm Arsch… Zum Sonnenauf- und untergang.. und dazwischen sowieso. Dafür gibt es sogar Beweise:



Und auf die Haut – wir alle kamen als „In-den-Toaster-Gefallene“ zurück… Tag 1 wurden wir noch ausgelacht, Tag 2 schon still bewundert, ob unserer tiefen Schokocrossi-Bräune…


Wiederholung! Aber zack!






(unverfälscht und unbearbeitet)



(verfälscht und bearbeitet *komisch, sieht man kaum*)


(Nachtlager, Morgenlager, Taglager)

26.08.2009 um 12:57 Uhr

Die Reise über den Tod hinaus

Hier bin ich kleben geblieben, habe mitgefühlt und tief verstanden: http://www.wahrheitssuche.org/todeserfahrung.html

Dieser Bericht gibt Mut und Vertrauen, dass alles gut ist und wird und wir geschützt sind.

Es steckt ein Haufen universelles Wissen in dieser Erfahrung und es macht alles leichter… Leichter zu verstehen, warum manche Dinge sind, wie sie sind. Warum wir bestimmte Dinge erleben und manches sein muss um Entwicklung zu erfahren.

Den ersten Teil seiner Reise, durfte ich schon in Ansätzen erleben und habe eine ungefähre Ahnung von dem, was geschehen wird – auch wenn mich nur ein winziger Hauch berührte. Man kann sie fühlen, die Wahrheit. Sie ist größer und weiser, als Worte es erklären könnten…

Es war eine Reise über den Tod hinaus. Eine meditative Rückführung (vielleicht auch Hinführung!?)
Was wäre, wenn ich wüsste, dass ich nur noch zehn Jahre Lebenszeit hätte? Was wäre, wenn ich nur noch ein Jahr hier in diesem Körper leben würde? Was wenn es nur noch ein Tag wäre? Eine Stunde? Was ist mein Herzenswunsch? Wie sterbe ich? Wohin reise ich nach dem Verlassen meines Körpers? Was sehe ich? Was fühle ich?

Ich war zu Teilen überrascht, welch Bedürfnisse sich in mir zeigten. Selbst als ich nur noch ein Jahr vor mir hatte, wollte ich Leben in mir spüren. Ich spürte den starken Drang, ein eigenes Universum in meinem Bauch für ein Seelenwesen zu schaffen, welches mich begleiten sollte und für welches ich Begleiter sein durfte. Obwohl mir klar war, dass ich nur noch ein Jahr in dieser Form hier sein würde. Vielleicht ein natürlicher Wunsch, Nachkommen zu zeugen… Noch mehr überraschte mich aber der Wunsch mit mir und meinem Körper in den letzten Stunden für mich allein bleiben zu wollen. Ich tauschte einen Tag vorher noch wissende Blicke mit mir hier wichtigen Seelenpartnern. Sie wussten, was ich wusste, ohne ein Wort sprechen zu müssen... Alles lief telephatisch ab. Am Tag selbst allerdings, wollte ich nichts anderes als mit meinem Körper – der Hülle, die mich ein kurzes Leben lang trug, allein sein. Ich war an der Ostsee. Die Wellen waren rau und peitschten ihr kaltes, klares Wasser auf meine nackte Haut. Kein Stoff stand zwischen mir und der Natur. Es stürmte und ich fühlte mich lebendiger denn je. Nichts anderes war mehr wichtig. Das fand ich faszinierend. Und es ist wahr. Wenn ich in der Ostsee schwimme, fühle ich mich zu Hause, geborgen und kein Gedanke hat Raum für anderes. Nur dieses Lebensgefühl und ich. (Witzig ist, dass ich vor dieser Reise genau das in einem Gedicht verpackte. ( Dieses Menschenpaar ist ein zweiter Seelenteil von mir, mit dem ich über dem Meer tanzte…)

Ich spürte, wie ich mich ausdehnte und mein Körper keine Begrenzung mehr darstellte. Ich konnte plötzlich überall hin. In die Zukunft, in die Vergangenheit. Zeit und Raum wurden überwindbar. Zur letzten Stunde lag ich in der Badewanne, umgeben von Wasser und dem Wissen, dass nun die Zeit gekommen ist. Als ich dann aus meinem Körper glitt – es war wirklich ein leichtes Davongleiten – fühlte ich grenzenlose Freiheit und eine Kraft führte mich aus dem Raum in dem ich mich befand. Ich blickte mich nur noch einmal kurz um und sah geschlossene Augen und ein friedliches Lächeln auf meinem Gesicht. Dann schwebte ich sauseschnell von der Erde weg und sah, was ich mir schon immer wünschte: ~die Erde~ zwischen den Sternen schwebend. Ein atemberaubendes Bild, wenn ich denn noch geatmet hätte. Ich war weit und weiter, ich fühlte wie ich tief berührt wurde von allen Seiten. Wie ich getragen wurde, wie Wesenheiten um mich herum schwebten und tanzten vor Freude. Ich wollte nicht zurück… Und ich weiß, dass ich nicht mehr zurückkehren werde. Ich weiß, dass meine Reise hier auf der Erde mit meinem nächsten Tod abgeschlossen sein wird, ich meine Erfahrungen gesammelt und das Menschsein nach -zig Inkarnationen hinter mir liegen wird. Erst war ich erschrocken über diese Erkenntnis. Gerade weil ich es so sehr mag Mensch zu sein, einen Körper zu haben, diese wilden Gefühle zu leben. Aber nach und nach machte meine einst getroffene Entscheidung Sinn. Es fügte sich alles. Und jetzt ist es die Gewissheit, dass alles gewollt ist und ich immer noch frei entscheiden kann, egal, was ich mal gewählt habe.

Fazit aus dieser Reise und Trost für all diejenigen, die sehr erdgebunden sind, Angst vor dem Loslassen und vor dem Tod haben:
Sterben ist wunderschön!

Nur bitte nicht als Aufruf verstehen! ;)

Eigentlich wollte ich nur den Bericht von Mellen Thomas Benedikt veröffentlichen… Aber meine eigene Erfahrung schloss sich beinah automatisch mit an.

Ich würde mich dolle freuen, wenn mir jemand von Euch mitteilt, was er empfunden hat beim Lesen dieser Todeserfahrung!

 

 

19.08.2009 um 10:30 Uhr

Ein schwerer Schritt zur Leichtigkeit

Ein neuer Tag.
Die Luft, die mir auf dem Fahrrad entgegen weht, scheint heute irgendwie anders zu schmecken. Die Sonne wärmt meine müden Glieder. Sie lächelt. Sie lächelt mich an. Und ich lächle zurück mit liebevollen und ebenso warmen Gedanken. Mein Herz ist weit und frei. Es ist leichter geworden über Nacht… und reiner. Es schenkt mir sogar ein Kribbeln. Sagt mir danke. Und Dir! Es flüstert dankbar in Deine Richtung, verbindet sich noch mehr mit Dir. Ich lausche noch Deiner Stimme, die irgendwie anders klang in ihrem Ausdruck. Reife, Mitgefühl, Selbsterkenntnis und Liebe schwangen in ihr. Sie erzählte mir von Dir. Sie erzählte mir von uns. Nichts, was mit einem Lachen überdeckt werden musste. Nichts, was verborgen blieb. Selbst Deine Unsicherheit wirkte plötzlich aufrichtig. Es gab kein Platz für Versteckspiele. Wir gaben uns Raum. Wir sprachen endlich aus, was Monate zwischen uns schwebte und immer dicker wurde. Rosapink gefleckte Elefanten. Immer pinker und immer fetter. So grell und fett, das wir lieber blind werden wollten. Doch je mehr wir die Augen davor verschlossen, desto schwerer und auffälliger wurden sie. Jetzt haben wir sie umarmt und geachtet und sie stehen nicht mehr zwischen uns. Versperren nicht mehr die Sicht.

Auch wenn ich Dich immer mit meinem Herzen sah -auch in Momenten in denen es mir schwer fiel- so hast Du mich Dir endlich gezeigt. Ein letztes Stück, was ich an Dir schätzen darf. Ein weiteres Stück, welches mir die Intensität und Tiefe zwischen uns erlaubt zu leben.

Dafür danke ich Dir sehr!

 

18.08.2009 um 10:56 Uhr

Traumfänger

Ich habe heute Nacht geträumt.
Wie ungewöhnlich! *haha*

Ich habe von einem Mitblogianer geträumt, mit dem ich ganz selten etwas zu tun habe sonst…

Seltsam.

Wir waren uns so nah und vertraut.
Ich hab sogar das Aussehen wahrgenommen und sein Wesen gefühlt, obwohl ich ihn noch nie sah (geh ich mal davon aus...)

Verbundene Grüße an den Besucher in meiner Welt!

Vielleicht weißt Du, dass ich Dich meine...

 

18.08.2009 um 01:48 Uhr

Von jetzt aus betrachtet...

von: Tigerschnute   Kategorie: Brückenarbeiten


...wirkt alles wieder abgerundet...

Es ist wirklich der Druck, den ich mir selbst auferlege.

Wie schnell man sich doch in selbstkreierten Kopfkinofilmen verlieren kann...
Wie schnell man doch Gedankenkreise auflösen kann, indem man sie klar kommuniziert und filtert.
Die Angst vor Gedanken kann ein echter Teufelskreis sein...

Und schon ist alles wieder halb so wild...
Worum gings gleich nochmal ;)

 

17.08.2009 um 16:49 Uhr

Wenn die Grenzen verschwinden...

von: Tigerschnute   Kategorie: Brückenarbeiten

 

Im Gedankenlabyrinth wird Fußball gespielt.
Ich hab das Gewinde verlegt, sonst wär’ er jetzt ab, der Kopf.

Wo ich doch genau weiß, dass Gedanken die Gefühle formen und ich mein Gefühl nicht bin...
Wo ich doch ganz genau weiß, dass man rein gar nichts besitzt oder man einen Anspruch auf etwas hätte...
Wo ich doch meine zu glauben, welche Themen hier gerade quer laufen...

Und obwohl ich denke zu durchschauen, was hier passiert...

...Kann ich dennoch nicht heraus aus mir… Kann ich die Emotionen nur schwerlich befreien.

Fühle mich von meinem eigens erschaffenen Gefühl beengt und eingesperrt.

Reise durch eine Zwischenwelt. Ohne oben, ohne unten. Ohne Erde, ohne Himmel. Ohne Durchblick. Ohne Mitte. Ich schwebe mich schwindelig. Davon wird mir schlecht. Die Luft wird knapp, das Atmen fällt schwer.

Ich bin verwirrt...
Was ist nur passiert?

Ein Abholservice aus diesem Zwischenraum wär toll!

08.08.2009 um 09:45 Uhr

Für Dich...

 


Kannst Du es fühlen?

Vertraue,
und die Pforten Deines Herzens werden sich wieder öffnen! :)

~Ich denk an Dich!~

06.08.2009 um 16:49 Uhr

Wut im Bauch

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich hab mich geärgert. Richtig doll. Sogar ein bisschen Wut hat ausbrechen wollen. Uiuiui…
Und als ich mich da so im Ärger suhlte – rechts, links, oben, unten, vorn, hinten, mittendrin und allen Himmelsrichtungen, die wir noch nicht kennen, meine Gedanken im Kreise Zwölferbahn fuhren und mein Körper langsam zittrig wurde, passierte es plötzlich in mir.

STOPP!
Was soll das eigentlich? Was mach ich hier? Wohin führt das Ganze?
Mir ist aufgefallen, was ich mit mir und anderen tue.
Jemand ist wegen einer scheinbaren Banalität sauer auf mich. Und ich? Ich geh voll rein, nehme mir das an, suhle mich, ärgere mich, rege mich auf, weine und wüte… wegen was? Einer scheinbaren BANALITÄT! Moment mal! Ich ärgere mich hier gerade krumm, weil sich jemand über eine Kleinigkeit ärgert???? Tue ich dann nicht in diesem Moment genau dasselbe, was ich bei anderen ablehne? Was für ein Mechanismus, mannoman. Ich kann mich entschuldigen und dann die Dinge, die da noch ablaufen, bei „jemandem“ lassen. Fertig. Aus die Maus. Wenn ich mich da hineinsteigere, was passiert dann wohl? Ich nähre das Problem des anderen und versau damit nicht nur seine Stimmung (die ohnehin schon unten ist) sondern auch noch meine eigene. Bei mir läuft das alles mehr oder weniger intern ab, aber der Andere spürt doch trotzdem die Energien, die da durch die Gegend purzeln. Es wirkt. So oder so. Mit oder ohne bewusstem Einfluss…

Was tue ich stattdessen?
In Liebe sehen. Wirklich. Von Herzen.
Das fällt oft schwer, weil aus den Emotionen heraus alles schwarz ist und man doch eigentlich sooo Recht hat!
Der Trick? Vogelperspektive. Mal wieder. Wie sieht denn diese Starre in mir und uns überhaupt aus dem Universum (Baum reicht ja auch schon)
betrachtet aus? Ja, total albern! Im Moment ist es vielleicht das größte Problem, aber im ganzen Leben? Also steh ich mir mit meiner in mir zusammen gefallenen Starre nicht mehr selbst im Weg und betrachte mit Liebe. Das ist die Lösung aller Probleme. Ich möchte ja echt nicht hippiemäßig klingen, aber es hilft. Das sind alles die verletzten inneren Kinder, die da in uns walten. Wenn man das verstanden hat, kommt die Liebe von allein.

Und wenn ich verzeihen kann… dem Anderen und vor allem mir selbst… dann ist es Liebe. (Amen.)

Ein schönes Gefühl Fortschritte zu spüren. Fast schon bin ich solchen Situationen dankbar, weil sie mich immer wieder zum Weiterkommen animieren.
Und das ist wiederum paradox. Denn einerseits ist der Auslöser eine Kleinigkeit, die Programme dahinter aber andererseits viel größer… Ich kleines Menschlein guck mich also von oben an, um festzustellen, dass die Situation aus einer Lappalie heraus resultiert, um dann mit Liebe zu fühlen und am Ende doch festzustellen, dass die Situation zum Wachstum notwendig und wichtig uuund eigentlich KEINE Kleinigkeit war… Ohje, ohje… Kann mir wer folgen?

Macht ja nüscht.
Gut ist jedenfalls, dass aus der kleinen Kleinigkeit keine kaputten Wände zustande kamen… Die hätte ich nämlich beinah eingetreten… Die Rechnung meiner Firma hätte ich ungern begleichen wollen…

 

05.08.2009 um 10:38 Uhr

Dänische Kinder von Herr Kaiser

von: Tigerschnute   Kategorie: Albernheiten

Musik: LongDistanceCalling - Apparitions (Schnuten-Tipp)

 

An einem Hamburgwochenende haben vier Mädels eine wundervolle Zeit zusammen verbracht und eine kinesiologische Methode entdeckt ihre Zukunft vorauszusagen. Laut dieser Methode haben wir herausgefunden wie viele Kinder wir wann bekommen, welches Geschlecht, wann unser Traumpartner vor der Tür steht, wo wir mal wohnen werden und aus wie vielen Leben wir uns bereits kennen. Auch banale Alltagsentscheidungen haben wir durch die Fingerklicktechnik fällen können. Welches Essen bekommt uns jetzt wohl am besten und ist diese Mango schon reif und saftig? Sollen wir nach links oder rechts weitergehen? Werden wir in dieser Bahn kontrolliert? Fällt in Timbuktu Stroh vom Dach? Das war so witzig, dass wir uns beinah nur noch so unterhalten und aus allem eine Geschichte formen konnten. Überall war der berühmte Finger im Spiel und wir kicherten uns durch die Nacht.

Mutti, ich habe Neuigkeiten: Du wirst Oma.
Also in 3 Jahren. Zwei Söhne. Und später eine Tochter.
Und ich werde in Dänemark leben.
Mit meinem Traummann ausm Kaisers, der Däne ist aber deutsch spricht.

Ich fang schon mal an Namen für meine drei Kinder zu überlegen und Sachen zu packen.
Ob ich auch schon mal einen VHS-Kurs in Dänisch belegen soll?

Jeg glæder mig allerede!

 

05.08.2009 um 01:32 Uhr

Ausgedehnt

von: Tigerschnute   Kategorie: Konzerte

 

Manchmal passiert so etwas. Man hört Musik und plötzlich entsteht ein Film vor dem inneren Auge. Ein monumentaler, ach was - ein epochaler Riesenfilm. Dieser hier, ausgelöst durch die schwedische Band EF, nimmt einen mit in den hohen Norden, auf eine Reise nach Götaland und Svealand, von da geradewegs nach Norrland. Die Geschichte scheint fragil, traurig, melodiös, melancholisch und voller Ruhe, doch voller Spannung. Post-rockig soll es sein. Schön ist es.

Und so war es. Ist es immer noch.

Und jetzt gerade lasse ich mich wieder von diesen wunderbar sphärischen Klängen durch Raum und Zeit tragen und genieße das Gefühl mich auszuweiten...

Ich bin tief berührt und durchflutet von ganz kraftvollen und doch zarten Gefühlen, die von der Intensität des Augenblicks und der Vergänglichkeit erzählen. Ich lasse mich einhüllen von dieser elfminütigen Geschichte, die mich auf diese Reise mitreißt, im Gepäck nur die Ausdrucksstärke und dem was die Emotionen des Lebens erzählen - genau JETZT.

Eine so wunderbar hoffnungsvolle Melancholie, die mich gänzlich aus meinem Körper beamt.

Ich durfte sie auf der Fusion, einem für mich ganz besonderem Festival dieses Jahr, erleben. Drei Mal ist mir das bisher auf einem Konzert passiert, dass ich vor lauter Ergriffenheit nicht mal mehr tanzen konnte. Und wenn ich nicht tanze, will das was heißen... Mal abgesehen davon, dass dieses Festival ein wahrer Klangkosmos für die Seele war und sich Musikstile vereint haben, von denen man nicht mal wusste, dass sie existieren, sich Menschen aus allen verschiedenen Richtungen als Ganzes fühlten und sich dabei solch eine Harmonie und wohliger Frieden ausbreitete, schaffte es diese Band gleich zu Beginn den Zauber und die Magie dieser 4 Tage zu versiegeln. Ich fühlte den Boden unter meinen Füßen nicht mehr und befand mich direkt unter der Zeltdecke des -wie passend- Luftschlosses. Ich fing die Noten in der Luft und sog sie in mir auf um sie dann bunt leuchtend wieder in die Menge zu streuen. Mir rannen die Tränen in Bächen und ich hatte keine Ahnung, dass soviel Traurigkeit und Sehnsucht an diesem so verspielten Tag hervor gekitzelt werden konnte. Das Schweben hallte dann auch den Rest der Nacht nach und ich war in mir, mit mir und zu Gesprächen kaum noch fähig...

Wie gut, dass wir uns diese Band unter hunderten im Fusionheftchen markierten und die letzten drei Songs auch noch mitbekamen.


Eine von vielen schönen Geschichten:
Diese hier

Zu schön, um sie für mich zu behalten.