~ Panta Rhei ~

28.04.2010 um 16:14 Uhr

Ein Parkausflug zur Mittagszeit, der etwas anderen Art

 

Ich suchte mir ein ruhiges, mildes Plätzchen zum Sonnetanken, pausieren und um Zwischi’s M. gebündelte Energie zu schicken. Da war’s schön ruhig und ich konnte für mich sein, um den Kanal aufzubauen. Ab und an kam mal ein Jogger oder Spaziergänger vorbei, aber das störte nicht weiter… Obwohl ich Reiki schon seit längerer Zeit nicht mehr aktiv anwendete, ploppte da sofort die Energie auf und durchströmte mich – ich wette die Sonne, die Vögel und die Bäume halfen mir dabei. Diese Wärme, die durch meinen ganzen Körper ging war so weich und so lebendig. Ich erinnerte mich wieder an meine Reikigruppe und Helene war irgendwie anwesend. Sie ist immer noch und immer mal wieder allgegenwärtig…
Ich hüllte M. in einen lichten Liebesenergieball. Das war kein Plan, das passierte einfach wie von selbst. Diese Heilenergie, die ich anzapfte, ist immer da, für uns alle. Sie braucht nur jemanden, durch den sie fließen kann. Jemanden, der ihr eine Richtung gibt. Ein Kanal. Ich erinnerte mich daran, dass ich gern Kanal bin, auch wenn es immer einer gewissen Grunddisziplin bedarf, zu der man sich zuvor aufraffen sollte… Ich fühlte, wie die heilenden Strahlen ankamen und auf irgendeine Weise ihr Gutes tun. Was M. damit machen möchte, ob er sie annehmen möchte, bleibt seine Entscheidung…

Irgendwann mitten in meiner „Session“ setzte sich ein Jogger direkt vor mich. Der Park ist groß und frei war er zu der Zeit auch. Aber er fühlte sich wohl von mir gerufen. Denn er zog irgendwann sein Shirt aus und poste vor mir rum. Links, rechts, vorn, hinten, Muskelspiele zuckten da durch seinen Körper, Verrenkungen machte er mit allen Gliedmaßen (mit allen sichtbaren zumindest…), Schweiß rollte über alle Hautpartien (naja, so genau hab ich nicht nachgeguckt…) um wohl meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Während ich mit dem Feuerlöwen telefonierte, musste ich ständig in mich hineinkichern und mich wegdrehen, damit ich nicht laut losprustete... Ich fand das kleine Schauspiel echt amüsant. Zum Ende meiner Pause losgestiefelt, stellte er seine Übungen sofort ein, sah mir nach und murmelte noch ein „Tschüßiiiee“ hinter mir her. Hehe, ich bin froh, dass es bei dieser Abschiedsfloskel blieb und dass ich wegging, bevor er seine Hose… und… andere… Verrenkungen… ähm…… Gut. Lassen wir das. *kicher*

 

Zuerst Reiki. Dann Fleischbeschau. Da kamen wohl mal wieder zwei Realitäten zusammen...

27.04.2010 um 10:19 Uhr

Irgendwann

Musik: Stille

Ich liege hier und halte deinen Brief in meinen Händen, mit der Aufschrift "...irgendwann". Ich spüre den Wert in ihm, süße und bedeutende Worte. Worte, die nicht alltäglich sind oder in Massen am Wegesrand liegen. Ich fühle diese Worte und ich weiß sie würden mich nicht überraschen. Ich würde in Deinen gemalten Worten baden, so wie so oft und doch wird es immer wieder neu und anders sein – nicht zurücknehmbar, nicht zerstörbar. Sie würden um mich herum fliegen und ich würde sie bewundert und fasziniert betrachten, dann würden sie sich um mich schmeicheln, mein Herz berühren und unsere Brücke schmücken.

~ Ich komme von einem rundum gelungenem Wochenende, von einer Reise ins innerste Ich und bin vollkommen eins mit mir. Ich meditiere noch einmal mit der Kerze, die mich begleitete und neben mir dein Brief. Jetzt wäre, laut Deines Wunsches, der perfekte Zeitpunkt. Aber er ist es nicht. Er hat noch nicht genug Raum. Es sacken noch Erlebnisse nach, die verdaut werden wollen. Ich bin zu sehr bei mir und obwohl ich an Dich denke, bin ich zu wenig Uns. Trotz meiner Neugier, leg ich ihn behutsam wieder weg.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Ich verwerfe im gleichen Augenblick die Frage, denn ich werde es wissen.

Irgendwann...


(Und es wird kein "Irgend" sein...)

26.04.2010 um 17:20 Uhr

Feuer im Herzen – Flammen in der Hand

von: Tigerschnute   Kategorie: Feuerliebe

Musik: Omnia - Bran

Schon seit letztem Jahr freute ich mich auf dieses Wochenende.
Manchmal ist der Zeitpunkt aber noch nicht gekommen und die Umstände noch nicht fertig gereift. Deshalb sollte ich mich in Geduld üben und auf das warten, was einst gesät wurde. Alles war rundum perfekt und hatte dort seinen Platz, wo es hingehört. Als hätte es dafür bereits eine Schablone gegeben und wir glitten nun zusammen mit der Zeit hinein. Es kribbelt in mir vor Erfüllung, wenn ich an die vergangenen drei Tage denke.

Es fanden Menschen zusammen, die alle eine Basis haben und in dieser Basis dieselbe Sprache sprechen. Wir sprachen uns gegenseitig aus der Seele und wenn wir es nicht taten, dann dachten wir uns aus der Seele. Manchmal musste nicht viel gesagt werden, das gegenseitige Verstehen ließ genug Raum für das was ist. Wir waren eine Gemeinschaft, ein Miteinander, ein Füreinander. Wir alle haben zur richtigen Zeit, am richtigen Ort zusammen gefunden und uns von Beginn an verbunden gefühlt. Ich habe Freiheit gefühlt und fühlte mich verstanden. Jeder fühlte sich verstanden. Es gab keine Zeit und der Raum drehte sich ab und an.

Der Ort war magisch. Ein dichter Kiefernwald, der genug altes, herab gefallenes Holz für uns zum „feuern“ bereit hielt, ohne es gewaltsam von den Bäumen reißen zu müssen. Ein Hand-in-Hand mit der Natur. Ein Wiederverwerten und ein achtsames Seinlassen mit allem, was lebt. Es gab Bäume, die in ihrem Wachsen gelassen wurden und irre Ver-wachsungen entstanden. Einzelne Bäume hielten Händchen miteinander. Nadelbaum machte Liebe mit Laubbaum. Ein toller Anblick! Der Wald umarmte sich als Ganzes. Und ich wollte am liebsten jeden einzelnen Baum umgarnen und die Energie spüren. Es gab ein See vor unserer Nase, der mich so manches Mal einlud mit ihm in mich zu horchen.

Raimo unser Feuerkünstler und Initiator dieses Workshops führte uns hinein in die Welt des heißen Elements. Sein Konzept beinhaltet nicht nur den Feuertanz in allen möglichen Ausdrucksformen, sondern auch die Spiritualität des Feuers zu entdecken – hautnah. Wie wir Kontakt mit ihm aufnehmen, Antworten bekommen durch Geist und Materie. Das fügte sich nahtlos in all die letzten Wochen. In Schweden saß ich an einem Wasserfall und sprach mit dem Wasser. Dieses Wochenende durfte ich eins mit dem Feuer werden….

Eine Kerzenmeditation machte mir bewusst, was die Faszination ist, welche ich mit den Flammen zusammen empfinde und leben möchte.

Mit meiner Kerze fand ich einen Platz am Wasser, lehnte an einem kraftvollen Baum am Ufer. Ich fühlte den Boden unter mir. Das Wasser vor mir. Die Flamme tauchte in das Bild der Wellen. Als ich in meine Flamme starrte, dachte ich darüber nach, wie Feuer entsteht. Wo es herkommt. Ist es eins oder sind es viele? Es formte sich mir die gleiche Frage, wie vor dem Wasserfall vor zwei Wochen. Erstaunlich. Dann sah ich mich in der Flamme. Wie sie sich bewegte, sie wild flackerte und sanft loderte. Ich wusste, was ich will. Das äußere Feuer soll mein inneres widerspiegeln und entfachen. Meine innere Kraft, meine Leidenschaft möchte ich nach außen bringen. Die Flammen sollen ein Medium sein für das, was in mir vor geht. Ich möchte Grenzen überschreiten, respektvoll, neugierig und fasziniert mit den Flammen tanzen. Das Feuer umarmen, sanft umschlungen und kraftvoll zünden. Ich möchte es greifen und fühlen, es bändigen, Nähe und Distanz erfahrbar machen.

Und was mir bewusst wurde: Ich möchte durch das Feuer den Blick für das Ganze, für die Gesamtheit wahren und durch den Fokus nicht verlieren. Ich möchte den Boden unter mir spüren -> Erdgebundenheit. Ich möchte den Wind, die Luft, die das Feuer nährt um mich herum spüren. Ich möchte meine Gefühle lodern lassen -> Wasser. Ich möchte mit dem Feuer mit allem eins und verbunden sein.

Die Abende wurden mit viel Feuer und lauter Magie gefüllt. Ich nahm direkten Hautkontakt mit dem Feuer auf. Ich küsste und umarmte es. Ich schluckte und spuckte Feuer. Feuerspucken fühlt sich an, als würde man das Universum küssen, sagte Raimo…. und ja! ich füllte den dunklen Raum für einen kurzen Moment mit Licht und berührte damit das Universum.

Ich bin so dankbar, dass ich das alles erleben durfte, auch wenn ich dafür meine Lieblingsjacke und einen kleinen Berg meiner Klamotten dem Feuer opfern musste. Tja, sowas kommt vor bei einem Anfänger Mittelstufe. Gut, dass der danebenstehende Benzinkanister und angrenzende Wald nur kurz angekokelt und nicht in die Luft gejagt wurde… Nicht auszudenken…

Auch die 2:40 Stunden Warterei auf dem Bahnsteig hab ich gern in Kauf genommen und wurde dafür mit einem traumhaften Sonnenuntergang nach Hause getragen. Erst in der Bahn sitzend realisierte ich, was für ein wundervolles Wochenende ich erlebt habe. Es durfte sacken…

22.04.2010 um 09:23 Uhr

Das Erste...

 

...was ich morgens erblicke ist das hier:


Dazu stelle man sich jetzt bitte noch ein unglaublich knuddeliges Schnurren und wippende Pfoten vor.

Und ich kann trotzdem nicht aufstehen!
Nee. Moment. Der Satz ist irgendwie falsch...


Deshalb kann ich morgens nicht aufstehen.
Das schick ich meinem Arbeitgeber. Wer da kein weiches, weites Herz bekommt, dem kann schwer mehr geholfen werden...

 

21.04.2010 um 17:40 Uhr

Immer wieder A N D E R S!

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Immer mal wieder keimt in mir der Wunsch nach Veränderung auf und da ich nicht alle Nase lang umziehen, neue Partner und Friseurbesuche über mich ergehen lassen kann, muss ich eben die vorhandenen Rahmenbedingungen anpassen. Deshalb wurde mal wieder ne Spontanaktion gestartet. Habe meine kleine Bude umgekrempelt, von links nach rechts geschoben, Fleischwunden, Beinbrüche, Angriffe von Raubtieren und Hüftgelenksverschiebungen in Kauf genommen um wieder ein bisschen frische Briese in mein Heim zu zaubern. Eigentlich ist da nicht groß viel zu räumen, alles hat seinen Platz, Spielraum gibt’s nicht, aber wenn der Drang erstmal da ist, dann ist’s mir egal. Dann muss improvisiert werden und Bett aufn Schrank gebastelt werden, oder so… Und ich bin sooo stolz auf mich! An einem Abend hab ich alles mir vorgestellte umgesetzt. Keine Verfrickelungen im Detail alter Aufzeichnungen, Postkarten von Oma aus 1992 oder Ablenkungen in Form von Fressen, Fernsehen, Internet, Telefonate. Mit einem Rutsch hintereinanderweg. Optimal ist es nun vielleicht nicht, aber ANDERS!! Und Anders ist toll! *Außer vielleicht der Thomas.. ähäm*

Jetzt bin ich wieder gern zu Hause und meine kleine Rotznase kann selbige wieder in neue Abenteuerentdeckungsreisen stecken.

Ich klopf mir mal eben auf die Schulter.

20.04.2010 um 11:48 Uhr

Aus Wassermelone wird Pampelmuse

 

Mr. Peru setzte sich mir gegenüber mit den Worten er wäre nun mein neuer Kollege. Ich erwiderte, dass er dann ja meine Arbeit erledigen und künftig seine Angebote selbst schreiben könne. Und das ganz ohne Rotwerden! Und das obwohl mich alle sehen konnten! Ich bin so stolz auf mich. Es war schon komisch meine Arbeit wie gewohnt weiterzuführen, während er mir gegenüber saß und ich seinen Blick manchmal fühlte. Dann wollte er von mir wissen, warum er keine E-Mails empfangen könne. Ohje, eine technische Computerfrage. Ich war unter Druck nun schnell eine Lösung zu finden, obwohl ich nicht mal das Problem kannte. Also rannte ich zum nächsten freien Administrator. Mr. Peru hinter mir her. Ich fragte ihn das mit hochrotem Kopf. Verdammt. Ruhe bewahren! Na-tür-lich konnte er mir und ihm nicht helfen. Weder E-Mail-Provider noch der Hintergrund waren bekannt. Internet würde ja funktionieren, also was willst Du von mir, wollte Herr Administrator von mir wissen. Ein Kopfschütteln und das wars. Warum bin ich jetzt der blöde Vermittler hier? Ich trabte also zu ihm, der ja dicht hinter mir stand und übersetzte das. Mir schien, als wüsste er irgendwie die Antwort und sein Kommentar war nur: „Danke Du hast mir sehr geholfen! Wenigstens hatte ich die Chance Dich kurz zu sehen“ Ich lief mit meinem gemurmelten Aha wieder zu meinem Platz.

Sowas.
Diese Südländer…

 

19.04.2010 um 11:01 Uhr

Ich habe eine Wassermelone getragen

So fühlte ich mich heute Morgen wieder…

Geschäftskunden begrüßen ist eigentlich nicht der Hit. Normalerweise, sagt man „Tag-Hallo-Wie-Geht’s“ und dann schwirren sie wieder ab. Selbst in Englisch stammelt man seine Sätze runter und dann war’s das. Das ist der Vorteil, wenn man nicht direkter Verkäufer ist, sondern nur im Innendienst arbeitet. Unangenehm ist’s nur, wenn Vertretungen aus aller Welt hier anreisen *zumindest der Drittel, der es schon vor ein paar Tagen ohne Vulkanpups in der Luft hierher geschafft hat* die ich schon seit Jahren gut genug kenne um den Smalltalk ein bisschen auszudehnen. Vor allem bei einem Peruaner, der mir schon seit Jahren Avancen macht und der immer einen Vorwand hat mir zu schreiben – ich mach ihm immerhin Angebote. Nur über unsere Geräte und Maschinen, versteht sich. Klar. Da wird sich schnell ein Vorwand finden und wenn es nur die Frage nach seiner Kleiderwahl ist. Okay, nicht direkt nach der Kleiderwahl, sondern eher nach dem Wetter hier in Deutschland…

Jetzt stand er vor mir gespielt cool und lässig, total seriös und begann mit einem deutschen „Guten Morgen“ und ging dann direkt über in ein unverständlich gebrabbeltes Spanisch. Ich glaube es war die Frage nach meinem Befinden, also wollte ich genauso cool mit den beiden einzigen Sätzen auf Spanisch, die ich kenne, antworten und heraus kam leider Französisch. Toll! Gepaart mit meine Schüchternheit, die mir keiner abnimmt und mein Kopf, der die Farbe meiner Bluse annahm *und die ist nicht blau!* kam ich mir total hilflos vor. Ich habe eine Wassermelone getragen… Mal wieder… Oh man!

 

 

16.04.2010 um 03:22 Uhr

Seelengeflüster

von: Tigerschnute   Kategorie: Lyrisches

 

  • W:  Du bist das, was Du gerade wirklich bist.
    Du bist nie Zukunft und nie Vergangenheit.

  • Ich: Wow, wie poetisch...

  • W:   Ich könnte viele schöne Worte finden, der Poesie nacheifern
    und Herzen anderer Menschen öffnen. Aber ich habe kein
    Interesse an schönen Sätzen der Poesie wegen, sondern am
    Ausdruck meiner innigsten Gefühle für Dich.
    Gefühl wird zu Poesie, aber Poesie niemals zu Gefühl.

 

~~~
Ich begab mich in die Welt der Musik und tauchte ein in jedes einzelne Instrument. Zusammen wurde es  eine Symphonie und mit dem Gefühl des Spielenden untermauert, wurde es einzigartig. Ich hörte Gesang, der wie Engelschöre klang und mir war klar, dass es Engel geben musste. Denn wenn ich den Gesang damit assoziiere, dann nicht, weil es mit weitergetragenen Mythen in meiner Kindheit zu tun hat, sondern weil es mal jemanden gegeben haben muss, der tatsächlich Engel sah. Das denkt sich niemand aus. Es gibt hinter allem einen Ursprung. Vor jedem Gesetz muss es eine Erfahrung gegeben haben. Vor jeder Geschichte ein Erleben. Vor jeder Poesie ein Gefühl.... Und ich habe Engel gesehen und gefühlt... Meine Seele tanzte und ist zu Hause.

 

 

14.04.2010 um 16:39 Uhr

BilderPoesie

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Meine Schwedenpoesie in Bildern.

Ankunft in meinem kleinen Gasthäuschen. Eine magische Nacht mit EF

Der erste Tag: Grau in Grau

Doch der Frühling lässt sich nicht ergrauen

Kontinentalverschiebung. Das letzte Eis beginnt zu schmelzen. Ich auch irgendwie.

Meditative Momente am Wasserfall

Ausflug nach Smögen. Die sonnenreichste Insel an der Westküste.

Besuch von einer wippenden Bachstelze

 

Malerischer Sonnenuntergang in Gårvik

Die letzten Eisreste tauen an einer Felswand

 

 

 

 

Waldbrand

In der Spiegelung ist die Welt anders herum. Baumkronen werden zu Wurzeln.

Nach Sonnenuntergang und meiner Sternenhimmelreise, der Sonnen-Mond-Aufgang

Gänsepärchen gibt ein kleines Konzert zum Aufstehen

 

Mein Schlafgemach

Ein Frühlingsreicher Tag und die Glöckchen strecken und recken sich

 

Brennende Schnute

Mit viel Phantasie beinah ein Pentagramm

Schweden? Oder Griechenland? Ein zauberhaftes Kaffee in Uddevalla.

Baumfund auf dem Weg zur Elchjagd

... statt Elch

 

Auf Hamburgö
(Ö heißt Insel auf Deutsch. Es gibt also eine Hamburginsel in Schweden.)

 

Das wars schon. ;)
Und das ist nur eine kleine Auswahl. Herrje, ich konnt mich nicht entscheiden! Außerdem wollt ich den längsten Bilderblogeintrag gewinnen. Hab ich?

13.04.2010 um 10:06 Uhr

Zu Hause

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Ich bin wieder zurück. Die Stadt und das Leben hier haben mich wieder.
Die letzte Nacht hab ich wieder unter freiem Himmel verbracht. Der Geruch des Waldes fehlt mir. Das war so erfrischend und erdig, dass mir die Zeit zum Ausatmen zu schade war.

Den Abend verbrachten wir mit einer Elchjagd. Ich wollte endlich einen Mythos zerstören und Beweise für die auf Straßen gebauten Achtung-Elch-Schilder haben. Bisher sollte das nur ein Gerücht sein. Also machten wir uns auf zu einem Weg zwischen Wald und Wiesen, der -laut Hörensagen- zur Dämmerung garantiert immer einen Elch bereit hält. Es gab keinen. Keinen einzigen. Heute fressen sie wohl im Wald zu Abend. Sicher. So richtig schlimm fand ich das nicht, denn die Wiesen hatten so viele zauberhafte Wesen in sich umherhüpfen. Rehe, die irgendwie immer unter Strom stehen, uns anglotzten und dann unbeeindruckt weiter vor sich hinfraßen. Gänse, die uns den Hintern zeigten und im Stimmbruch davon watschelten, sofern wir ihnen zu nah kamen. Hoppelhäschen und Waschbären. Und das alles im Panorama der Abendsonne. Hach, ein tierisches Vergnügen in einer Idylle, die mich nicht eilen ließ, sondern einfach nur genießen. Die Elche, mein Gott, die hatte ich spätestens nach diesem Abend aufgegeben.

Und sobald der Wunsch losgelassen wird, passiert das, wovon wir alle träumen. Er erfüllt sich. Ganz einfach. Und das dort, wo ich es am wenigsten erwartet hätte. Mitten auf der Straße, kurz vor der Stadt am Vormittag auf dem Weg zum Flughafen. Ich quietschte vor Freude und Dankbarkeit, mir meinen Abschied so zu versüßen. Und wie süß diese großen Teile sind. Knuffig und kuschelig mit Teddy-Reh-Augen. Und schwupps, zwei kamen noch hinterher gewackelt. Du brauchst nur lange genug warten, dann ist die Freude doppelt so groß… Jetzt konnte ich nach Hause fahren. Das trotz des blauen Wunderhimmels mit knackiger Frühlingssonne und fetter Wolkendecke in Hometown. Aber eine Sonnenschneise wurde bei der Landung mit dem Flugzeug gebaut. Überall bedeckt, aber dort wo wir durchflogen, kam uns die Sonne hinterher.

Keiner sprang mir am Flughafen in die Arme und ich trottete ein bisschen traurig darüber, weil wohl zu sehr gewünscht, zu meiner Lieblings-WG. Dort angekommen gab es wie immer einen warmen, herzlichen, intensiven Wohlfühlempfang, der mich so geborgen umhüllte und ich dann durch und durch wusste: Ich bin zu Hause!

Eine kleine Bilderreihe meiner kleinen Reise folgt... Nur die Auswahl wird hart, ich kann mich an kaum einem Bild satt sehen.

11.04.2010 um 07:57 Uhr

SpiegelHerz

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

Die beste Art seine Träume zu verwirklichen ist aufzuwachen!

 

Ich kam aus den Türen dieser Messe gestürmt, die ich schnell verlassen wollte, und lief ihm direkt in die Arme. Die Glocken der örtlichen Kirche läuteten und schlugen genau 18 Uhr. Er hielt mir seinen Flyer entgegen und sagte, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt sei, mir diesen zu überreichen. Ich fand das frech und originell und kommentierte das im Vorbeihuschen noch keck. Na wenn das kein Zeichen ist…. Ich hatte eine lange Weiterfahrt, und da ich sowieso nichts weiter zu tun hatte, nahm ich mir diesen schnell in die Tasche gestopften Papierfetzen vor und las ihn ausgiebig. Seine Worte berührten mich und ich fühlte mich auf eine sanfte und liebevolle Weise zu seiner so lockeren Art hingezogen. Alle zwei Wochen kommt eine Gruppe zusammen, um an sich zu arbeiten.

In der liebevollen Aufmerksamkeit dieser Arbeit sind Klarheit und Bewusstheit leicht erfahrbar. Genieße es, gesehen und verstanden zu werden. Lachende Worte küssen Dich wach, heller Humor berührt Deine Seele und die Sanftheit des Herzens segnet Dich im Stillen. Du fühlst, was Dir unbewusst ist, siehst, was im Dunkeln war, hörst, was Du brauchst und erkennst, wer Du bist.

Ich bin ehrlich neugierig geworden. Und zwei, drei Wochen nach diesem Gongzusammentreff schrieb ich ihm das. Ein Schnupperabend mit seiner neuen Gruppe.

Auf dem Weg dorthin begann mein alt abgelegter Schweinehund mit mir zu kämpfen. „Ohje, ganz allein mit neuen Menschen, was dort wohl gemacht und erwartet wird, dann muss ich mich vorstellen und vor Leuten über mein Befinden quatschen… Ich trau mich nicht…“ Der andere, viel stärkere Teil in mir konterte… und musste eigentlich gar nicht kontern, fällt mir gerade auf, weil tief in mir weise und wissend. „Mein Gefühl hat mich auf den Weg gebracht. Es wird richtig sein. Punkt.“ Eine knappe Stunde Fahrt. Drei Mal umsteigen. Und Verspätung der Bahn. Mein Schweinehund erzählte mir, dass wenn ich zu spät dort landen sollte, ich dann nicht hingehe. Gleich am ersten Tag einen schlechten Eindruck machen? Nein. Dann lieber gar nicht auftauchen und verschieben oder so. Und er hüpfte, der Schweinehund und freute sich und wünschte sich einen seeeehr verspäteten Zug. Wollte extra noch langsam gehen, aber das ließ ich nicht zu, auch wenn es sehr verlockend war. Ich lief, wie automatisch und das Schweineherz klopfte mir bis zum Hals. Mannoman! Mist. Pünktlich. Trotz der Straßensuche vor Ort. Ich war punktgenau pünktlich. Tja nun, jetzt bin ich hier. Jetzt bleib ich hier. Die Neugier und die Lust auf Umsetzung waren größer. Und immer ein Stückchen weiter, als der Schatten groß ist. Das gibt Kraft.

Dort angekommen, traf ich auf einen warmen, offenen Menschen mit noch ein wenig Zurückhaltung, die sicher von beiden Seiten (SCHWEINEHUND!!) in Wechselwirkung entstand. Klar erstmal beschnuppern. Wir waren zu viert, mit Gruppenoberhaupt fünf. Eine gemütliche kleine Runde. Zwei Damen machten Lager aus Decken und lümmelten sich in dem großen, leeren, aber warmen Raum. Ich griff schüchtern zu einem kleinen Kissen.
Eine kleine Einführungsmeditation brachte uns nicht nur zum Thema des Abends, sondern wohl auch zu einem Thema unseres Lebens. Unsere innere Lebenskraft die stetig nach oben und raus will, durften wir erfühlen und erspüren. Und dann die andere Seite, die uns deckelt und die nach oben treibende Kraft zurückhalten will (Erziehung, Gesellschaft, Vernunft,…). Wie eine Schale, die umgedreht ins Wasser gedrückt wird und trotzdem nach oben will. Eine Übung danach zu zweit bekräftigte unser Fühlen. Einer sitzt auf dem Boden und fühlt sich in seine innere Kraft hinein. Der Andere drückt den auf dem Boden Sitzenden hinunter und fühlt sich in die Rolle hinein, die die Kraft im Leben zurückhält. Welche Sätze, welche Gefühle, welche Emotionen kommen. Welche Qualität hat das. Danach Rollentausch. Dann wird beides zusammen getragen und für sich beobachtet und reflektiert. Ohne Zwang, ohne Druck, ohne Erwartung. Das was dabei zum Vorschein kam überraschte mich nicht. Dennoch war es eine tolle Übung, um sich zu erinnern und eine erneute Ermutigung Ziele zu manifestieren. Angetan war ich von der Art und Weise, wie Herr SpiegelHerz, sich in die Themen der Anwesenden ganz individuell hineinfühlt und beidem und allem Raum gibt. Dieses Raumgeben finde ich mehr als angenehm und ich beobachtete das fasziniert den ganzen Abend lang. Das ist etwas, das so selten zu finden ist in unserer schnelllebigen Zeit, wo so viele hektisch am Anderen vorübergehen und vorüberreden. Dieses Zuhören, dieses Dasein, dabei leer sein und nah sein. Das ist eine unglaubliche Wertschätzung. Manchmal wurde das Gesagte einfach im Raum gelassen, um sich auszuweiten, um zu wirken. Keiner viel dem Anderen ins Wort. Jeder war sich selbst und dem Anderen gegenüber einfühlsam. Es kam aus dem Innen heraus. Man musste sich überhaupt keine Mühe dabei geben, es lief einfach. Wie automatisch, aber doch nicht, weil trotzdem alles bewusst. Dann gab es seinerseits zu dem genau richtigen Zeitpunkt eine Spiegelung, die er mit viel Humor bekräftigte, ohne dabei ins Lächerliche zu ziehen. Man musste einfach über sich selbst und seine eingefahrenen Muster schmunzeln. Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll, es wirkte nichts einstudiert oder professionell erlernt. Er ist kein Esoheini oder Psycho-Onkel. Es gibt keine Sparte dafür. Es fließt einfach und er gibt dort Impulse, wo sich gerade etwas zeigen möchte. Er ist fokussiert und schlendert nicht umher. An diesem Abend zeigte sich ein gerade sehr wichtiges Thema von Uschi. Und obwohl er sich beinah den gesamten Abend diesem widmete, langweilte ich mich keine einzige Sekunde. Ich verfolgte alles mit großer Neugier und Spannung. Ich lerne ständig über mich, über meine Mitmenschen. Auch das ist ein toller Spiegel.

Dann gab es noch eine Übung, die mich weit machte und die ganze Erde fühlen ließ. Mir wurde bewusst, wie sehr ich mein Hiersein liebe. Geistig umarmte ich die ganze Welt.
Ich fühlte mich so frei und lebendig.

Am Ende kroch ich dann hinter meinem Schweinehund hervor und sprach ganz offen meine Ängste an. Dass ich es immer noch seltsam finde vor einer Gruppe über mein Empfinden zu sprechen. Ich habe im Leben keine Angst davor auf Menschen zuzugehen, aber in einem geschaffenen Raum, in dem es erwartet wird, in welchem ich mir selbst Druck mache, fühle ich mich beengt. Und während des Ansprechens, löste sich dieser Druck und mein gering gehaltenes Selbstwertgefühl entfaltete sich. Ein altes Muster an die Wand gedrückt. Und der Schweinehund röchelt.

Belohnt wurde meine Anwesenheit und mein Ich-sein mit wundervollen Reflektionen. Ich bekam ein, aus dem Herzen kommendes, Danke für mein Hiersein und ich sei eine Bereicherung für die Gruppe. Oh man, das ging tief.

Ich bin gespannt auf den nächsten Abend...

 

 

10.04.2010 um 12:36 Uhr

Eine Nacht im März

von: Tigerschnute   Kategorie: Philosophisches

 

Fuehle kaltes Wasser auf meiner Haut, tauche hinein und fuehle meinen Körper, fuehle mich.
Die Luft streift in ersten fruehlingsmilden Zuegen ueber mich. Die Wärme, die meinen Ruecken hochkraucht lässt mich erschauern. War ich so zeitig im Jahr schon mal anbaden, ohne vorher sauniert zu haben?

Sitze am Feuer und atme die geräucherte Luft. Durch das lodernde Licht erblicke ich Schneeglöckchen und Krokusse um mich herum sammeln. Und weil die Liebe da ist, gebe ich ihnen Namen.
Ich greife nach einem Stueck Holz, welches man mir entgegenhält und fuehle diesen starken Sog. Die Energie ist mächtig und fordert mich zum Tanz auf. Zum Tanz mit Frau Birke. Der Frau des Waldes, zu der ich mich so hingezogen fuehle.
Dazwischen schaltet sich mein Verstand ein und kommt sich vor wie in einer Therapiegruppe, weil plötzlich alle ein Stueck Holz in den Händen halten, es streicheln und daran schnuppern. Dummerweise spreche ich diesen Gedanken aus und der Zauber ist wieder verschwunden. Gelächter fuellt nun die Stille.

Der Fokus wandert. Mal ist er in mir, mal in der Gruppe und dann sehe ich wieder alles von weit weg, das Ganze im Blick. Dann fliegen Gedanken umher, die ich auffange und zurueck sende. In einem Moment weiss ich mit jeder Faser, worum es hier, ueberall, im Leben und darueber hinaus geht. Kristallklar. Ich darf ihn nur nicht versuchen zu greifen und festzuhalten. Dann ist er weg. Er möchte nur beobachtet und gesehen werden.

Ich gehe einen Schritt ueber meine Angst hinweg, trotze vorsichtig der Illusion und gehe diesen dunklen, ellenlangen Weg, auf dem alles gleichzeitig passieren kann. Zwischen Phantasie und Realität. Und umgekehrt. Wer weiss schon, was was ist? Ich laufe auf Pfaden der Erinnerung. Seltsam. Interessant. Intensiv. Surreal und doch wieder wahrhaftig. Schritt fuer Schritt. Bewusst und klar. Herausfordernd. Mut macht mich stärker. Uns. Alle.

Ich liege im Bett und esse Schokolade, als wuerde ich es zum ersten Mal in meinem Leben tun. Wow! Diese Suesse. Dieser Schmelzvorgang fasziniert mich. Und plötzlich sind da diese Bilder vor meinem Auge. Sie reichen der Erkenntnis die Hand. Der Geschmack sind aneinandergereihte Bilder aus der Vergangenheit. Der Geschmack sind Erinnerungen.
Unbeschreibbar, aber so klar und einleuchtend.

Ich sitze am Wasserfall und spiele gedanklich mit den Elementen. Wasser. Feuer. Erde. Luft. Fragen und Antworten kommen zu mir - durch mich hindurch - von allein.
Das Wasser plätschert. Wo kommt das Wasser her? Aus den Weltenmeeren? Ist Wasser ein Ding, oder mehrere? Ich fuehle mich wieder, wie ein neugieriges Kind und es macht Spass, dieses Spiel zu spielen. Ich weiss, dass alles miteinander verbunden ist, aber ich mag die Art mit Gedanken zu jonglieren und von allen Seiten zu beleuchten.

Ich fuehle mich auf zwei Ebenen. Auf der körperlichen und der energetischen Ebene. Mir ist klar, dass Kälte und Wärme nur Energie ist und ich diese nur als dieses empfinde, wenn ich mich auf dieser Ebene befinde. Schmerz ist hier nicht vorhanden. Wärme und Kälte haben dieselbe Energie. Energetisch gesehen kann mir nichts geschehen. Ich kann unter Wasser atmen und im Feuer nicht verbrennen. Mir wird bewusst, dass es hier diese zwei Ebenen gibt. Polaritäten und das aus beider Sicht betrachtet, alles existiert und nichts lebt ohne das andere. Es gibt die biologische, wissenschaftliche Seite, die sich auf die körperliche Ebene bezieht und Menschen, die sich fuer diese Seite entscheiden. Menschen, deren Wahrheit nur auf dieser Ebene basiert. Und die spirituelle Seite, fuer die sich andere Menschen ausschliesslich verschreiben. Beides ist existent. Beides ist wahr. Das ist klar. Aber ich kann das gerade so sehr fuehlen, weil ich zwischen beiden Welten hin und herswitchen kann. Und erst zusammen ergibt das die gesamte Wahrheit. In einem Moment frieren mir die Finger ab, im nächsten ists nur eine Welle von Energie. Der Perspektivwechsel macht Spass und ist lehrreich. Wenn ich das verstehe, dann kann ich die ganze Welt verstehen...


10.04.2010 um 06:26 Uhr

Lebensgeister

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Lebensgeister. Ueberall. Alle geweckt und aus Ihren winterlichen Gemächen gekitzelt.
Das ist alles so wundervoll!
Komme gerade aus einer sternenversunkenen Nacht. Nicht ganz aus dem Wald, wie geplant. Dafuer war der Himmel zu schön, um nicht inmitten zu liegen und zu staunen. Die kalte Luft umstrich meine Nase. Der Rest meines Körpers warm umhuellt. Eine Sternschnuppe malte das Sahnehäubchen. Eine grosse SahneHAUBE! Das war ein unglaublich intensiver Moment. Ein Geschenk des Himmels. Ich wachte ganz oft auf und war wieder mittendrin im Himmelszelt. Und alles duftet nach Fruehling. Es sind zwar noch Minusgrade, aber wärmer kann ich mich gerade nicht fuehlen. Ich liebe diesen Planeten. Die Morgensonne begruesst mich so, wie sie mich gestern verabschiedete. Aber anders. Alles ist neu und die Gänse geben ihr Konzert dazu. Der Mond schimmert gleich daneben und spiegelt sich im Wasser. Alles kräucht und fläucht. Gestern war ein so schöner Tag. Sonne satt. Schmetterlingswesen an Schneeglöckchen. Hummeln summen zwischen noch kahlen Hecken und locken die Blueten hervor, Bachstelzeln zappeln und mein Herz quietscht eine lustige Melodie der Euphorie. Ne richtige Symphonie.

Wir waren auf einer der schönsten Inseln hier: Smögen. Felsen ragen aus dem Wasser, Möwen jagen sich und diese suessen Hafenhäuschen stehen sich bildschön und malerisch Richtung Sonnenschein. Das komplette Kontrastprogramm zum Grau-Grau-Feeling der ersten Tage. So liebe ich Schweden und so habe ich mir das gewuenscht. Man könnte glauben, ich kann zaubern. Und irgendwie ist der Verlauf genauso wunderbar, wie er ist. Die ersten Tage konnte man kaum die Welt sehen. Im Nebel versunken. Auch das war eindringlich. Die Nacht zuvor blieb ich wach. Ging um diese Zeit ins Bett. Heute stehe ich um diese Zeit auf. Das ist Urlaub. Das ist das Leben. In all seinen Facetten. Bunt. Unskizziert.

 

07.04.2010 um 13:31 Uhr

Schwarz-Weiss-Bunt

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Musik: *EF EF EF*


Gestern war's hier grau in Grau.
Ein Kontrastprogramm zum Tag davor. Nichts hat mich irgendwie motiviert.
Fuer einen langen Moment lag ich in der Hollywoodschaukel. Immerhin draussen im Schlafsack eingemummelt. Aber Hollywood kam nur in einer lauten Szene im Haus vorbei. Eine zwischenmenschliche Begegnung, die mich lähmte und mir die Kehle zuschnuerte. Ich war einfach unfähig aus dieser schmerzlichen Beruehrung heraus etwas zu tun. Also sass ich da. Liess mich vollregnen. Regen, Regen, Regen. Ueberall. Das Panorama hatte nichts mehr mit den bunten Winterbildern zu tun. Eine schwarz-weiss-Welt, die sich in meine Stimmung legte. Das Panorama passte sozusagen zum Rest. Soviele Möglichkeiten. Hier kann ich alles sein? Wann denn? Und was denn? Ich lasse alles an mir vorbei laufen und gucke zu. Kann mich nicht entscheiden aufzustehen. Fressen, schlafen, fressen... rumliegen... Tja nun, ist ja Urlaub.

Um acht haben wir es dann doch mal geschafft eine Runde um den "Block" zu drehen. Weils nicht anders ging. Chef kam und guckte sich die demolierte Tuer im anderen Haus an, wo sie nächste Woche schon hinziehen muss. In diesem Haus traf ich auf ihn. Ihn, der sonst immer hier war, wenn ich da war. Er, der mich mit seinen Pianokuensten in den Bann riss, er der mich zum Klettern verfuehrte. Er, der jemand anderen verfuehrte und nun ein Haus weiter wohnt... Er sass da auf der Couch in diesem kargen Zimmer und ich sass noch nicht mal und er begann schon mit seinen Ausfuehrungen, mit seinen Rechtfertigungen, die er selbst brauchte um gut dazustehen. Mich ueberkam eine Welle von bedrueckter Traurigkeit. Es war nicht meine und ich konnte sie dem Moment auch nicht zuordnen. Vielleicht war ich gerade sie und fuehlte mich in die Situation. Ich hätte auf der Stelle weinen können... Ich hielt mich neutral in meinen Äusserungen. Einmal ergriff ich Partei, aber weil ich es so empfand. Unabhängig davon, ob ich mit ihr befreundet bin oder nicht. Ich fände es fair, wenn sie die Chance bekommt ihr Leben zu leben und nicht mehr taktlos mit seinem Leben in Beruehrung gebracht wird. Ich kann sowohl ihn, als auch sie verstehen. Deshalb hörte ich beiden nur zu und gab nur etwas von mir, wenn ich dachte es sei angebracht. Wahrscheinlich wollten beide anderes von mir hören, aber ich sehe, betrachte das von aussen und im Weitblick und hoffe dadurch nicht meine Feinfuehligkeit und Einfuehlsamkeit zu verlieren.

Der Spaziergang tat gut. Uns beiden, denk ich.
Ein Schlenker am ortsansässigen Friedhof mit seinen drei Gräbern und asbestverseuchten, zauberhaften Kirche vorbei und ein waldfuehligen Rueckweg voll Käutzchengeräuchen, Gänsemeckern und Entengefluester auf dem kontinentalgespalteten See.

Die Sch'tis und ein fruchtiger Brombeer-Wodka-Cocktail brachten uns nachts um zwei die Suesse und Leichtigkeit zurueck. Und ich schlafe hier so friedlich.

Heute Nacht teile ich mir den Wald mit Elch und Wolf und verbinde mich mit den Wesen der Nacht. Ein nächster Schritt ueber meinen Schatten zu springen und Mädchenalpträume zu ueberwinden. Stockbrot und Lagerfeuer wird mir Mädchenträume zurueck bringen und den Einstieg in die Stille erleichtern. Das wird spannend. Und ich werde berichten. Fotos folgen uebrigens auch, sobald ich einen Kartenleser im schwedischen Wald gefunden habe. Nicht unbedingt von Hollywoodszenen, aber von grauen Kontinentalverschiebungen und Asbestfriedhöfen. Auch von Feuer in meinen Händen und wie ich fast abbrannte (hihi, das war lustig!). Und von der Kueste, die jetzt erst mal erkundet wird. Bin schliesslich fertig mit Fruehstueck und es kann schon losgehen.

 

06.04.2010 um 02:02 Uhr

Eins.

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Ich sitze im Flugzeug, durchbreche Wolkenfelder und werde eins mit den Nebelschwaden. Die Musik trägt mich durch die Sphäre und lässt alles energetisch durch die Luefte schwebende greifbar werden. Mein Herz ist weit und fuehlt eine suesse Melancholie.
Es ist, als fliege ich durch eine Sehnsucht, die keinen Namen trägt.


Ich liege in einem gemuetlichen, kleinen Raum *dessen suesslich, holzigen Geruch und reinem Feeling ich so gern mag* inmitten eines Waldes. Ich lausche vertrauten Klängen, die warme Sterne in meinen Bauch kitzeln und wieder diese namenlose Sehnsucht packen. Ich gleite mit der Stille zwischen den Tönen in den Schlaf und wache inmitten der Töne zwischen der Stille wieder auf und spuere diese starke Verbundenheit.

Hier ist alles möglich. Hier kann ich alles sein.... ~Es fliesst~

Tränen fliessen.
...Und ich bin total eins mit mir.
Es ist.