~ Panta Rhei ~

04.01.2013 um 12:30 Uhr

Hingabe an die Schönheit des Lebens

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Liebevolle Huskyschnauzen streicheln mein Gesicht und ich fühle mich zum ersten Mal wieder lebendig für einen Moment. Diese demütige Hingabe dieser wundervollen Tiere schenkt mir Liebe in ihrer reinsten Form und für einen Augenblick gibt es nur das. Es gibt kein Leid, keine Sorgen, keine virenverseuchten Gedanken, die alles fressen, was das Ego ihnen vor den Latz knallt. Da gibt es pures Glück. Das ist die wahre Schönheit des Herzens.

Was ist Schönheit?

Ich habe etwas so wundervolles in einem kleinen Schatz darüber gefunden:

Was macht die Tigerlilie so schön? Oder die blühende Wiese so verlockend? Es sind nicht die Farben oder Düfte oder ihre Beschaffenheit. Es liegt an der vollkommenen, totalen Verletzlichkeit der Lilie; es liegt an der Bereitschaft der Blumen, sich allem zu ergeben, was existiert. Das ist die Quelle aller Schönheit in der Natur.

In der Natur gibt es kein Lebewesen und kein Ding, das sich nicht in einem ständigen vollkommenen Zustand der Ergebung befindet. Verletzlichkeit in ihrer reinsten Form.

Das ist die größte Stärke und gleichzeitig ihre größte Schwäche. Ein Paradoxon, das sich durch alle Aspekte unseres Lebens hindurch zieht. Ein mächtiger Mammutbaum – so stark er auch ist – kann von den Händen der Erwachsenen, von der Heftigkeit eines Orkans, von den Flammen des Feuers zu Boden gestreckt oder zerstört werden. Ein Mammutbaum kann nicht davonlaufen; eine Lilie kann nicht fliehen; eine Wiese kann sich nicht selbst mit Wasser begießen. Die Lebewesen sind die tapfersten auf der Erde. Sie bleiben da, wo sie sind und ergeben sich dem, was ist – sei es ein sonniger Tag oder ein heftiger Sturm, ein atemberaubend schöner Sonnenaufgang oder ein wütendes Feuer. Diese große Fähigkeit, angesichts tief greifender Ereignisse einfach stillzuhalten, verleiht der Natur eine so außergewöhnliche Schönheit. Denn wahre Schönheit und Verletzlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen.

Am tiefsten Tiefpunkt meines Lebens angekommen, am Punkt eines Abschiedes, eines kleinen Todes, das gleichzeitig ein großer Tod meines Egos ist, der Tod der Abhängigkeit – mitten am Boden im Schmerz, erkenne ich meine wahre Schönheit. Genau hier erblühe ich neu: In der Verletzlichkeit und Verwundung. Ich bin die Tigerlilie und laufe nicht davon. Ich ergebe mich in Gnade und Demut. Lasse alles geschehen und akzeptiere die Mauern in meinem Weg. Ohne dass ich die Energie aufbringe drum herum zu laufen oder darüber hinweg springen zu wollen. Ich schaue sie mir an, heiße sie willkommen, integriere sie in meinem Leben und gehe sogar soweit ihr dafür zu danken… Und genau daraus entsteht Vergebung...

Willkommen in einem aufregenden neuen Jahr.
In einem neuen Leben…