~ Panta Rhei ~

23.12.2012 um 00:49 Uhr

Aufatmen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich glaube, ich habe noch nie so viel Dunkelheit und Schmerz auf einen Haufen erlebt. Unendliche Traurigkeit, Wut und Verzweiflung wechselten sich ab… dazwischen mal ein, zwei Lichtblicke, damit ich noch weiß, wofür den ganzen Scheiß überhaupt… aber ansonsten Verstrickung, Projektion und eigens erschaffene, innere Hölle. Das Tor zur Befreiung, oder so. Oh man, ich hatte keine Kraft mehr, der Schnippmoment schien weit weit entfernt und wurde täglich sehnsüchtig herbeigewünscht. Manchmal dachte ich: Jetzt geht’s bergauf, jetzt bin ich aus der akuten Phase. Dann gabs einen Moment, der alles wieder abstürzen ließ. Ich suchte nach Hilfe. Hier und Da. Am Ende war ich noch verwirrter und wusste gar nicht mehr wohin, was ist richtig, was soll ich machen. Distanz? Oder nicht? Kontakt? Selbsthilfegruppe? Haha. WIE kann ich den verdammten Schmerz endlich loswerden. Ja. Klar. Das ist der Schlüssel, ich weiß. Den Schmerz fühlen. Nicht im Denken verstricken, wie könnte was besser sein. Mein Hirn ist echt faszinierend. Es denkt sich Dinge im Ideal zusammen und ich glaube es so sehr, dass ich es fühlen kann. Aber Täuschung hat viele Gewänder. Ich soll ja nichts richtig machen, ich sollte nicht so oder so sein. Der Schmerz der da ist, möchte gefühlt werden, möchte angesehen werden, möchte hin- und hergewiegt werden, wie ein weinendes Kindlein. Die Feen basteln sich ein weiches Bett aus dem, wovor sie Angst haben und legen sich hinein. Genauso. Schließe Frieden. Endlich.

 

Und heute ist ein Knoten geplatzt. Nicht durch Strategie, oder Taktik, oder Manipulation oder Kontrolle, wozu ich die letzten Wochen immer wieder mal neigte. Und. Auch nicht durch Distanz. Distanz hat es furchtbar in mir werden lassen. Wie ein wüster, dunkler Strudel, der immer tiefer strudelt und Kälte bringt. Wir erreichten uns…. durch pure Herzenswärme. Durch ein Gespräch mit meiner größten Angst, gespiegelt in meinem liebsten Herzensfreund. Ich hab mein Herz sprechen lassen und genau in seins getroffen. Er hat sein Herz sprechen lassen und genau in meins getroffen. Mein Herz wurde wieder mit Liebe gefüllt. Und das letztendlich, weil ich auf niemanden gehört habe, als auf mich selbst. Alle Ratschläge haben mich inspiriert, aber auch komplett verwirrt und teilweise von mir weggebracht. Ich war nicht da. Jetzt weine ich, weil die Fesseln um mein Herz gesprengt wurden. Weil ich wieder „sehen“ kann… DICH! Und nicht meine Projektion, mein Bild von dir. Ich fühle wieder, was du fühlst. Fühle dadurch wieder mich. Endlich kann ich dich gehenlassen. Im Wissen, dass wir uns niemals verloren gehen. Im Wissen, wer ich für dich bin, wer du für mich bist und wer wir sind! Im Wissen, dass du da bist für mich. Du Anteil an meinem Leben hast und ich dir trotzdem dein Leben lassen kann. Dir endlich alles Liebe wünschen kann... und es wirklich so meine. Es ist noch nicht komplett geheilt, aber auf dem besten Weg. Es schnürt mich nicht mehr so ein, macht mich nicht mehr so eng. Du hast dich mir gezeigt. Ich darf ein Stück aufatmen. Und dafür danke ich dir von ganzem Herzen!

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 23.12.2012 um 12:54 Uhr:So zeigt sich die wahre Größe der Herzen.
    Ich bin soooo froh, dass ihr das geschafft habt.
    ((@))
  2. zitierenTigerschnute schreibt am 06.04.2013 um 09:35 Uhr:Da hatten wir es lange nicht geschafft... Das war ein kurzer Moment inniger Liebe. Das war ein Moment, wo wir uns zeigten. Ein Moment, wo ich vollgepumpt war mit der Droge der Liebe und später merkte, dass ich kalten Entzug brauchte, um durch die äußere Distanz wirklich zu erkennen, was ist. Heute ergibt alles einen Sinn. Wir waren einfach nicht bereit...
  3. zitierenTigerschnute schreibt am 06.04.2013 um 09:36 Uhr:... und wer weiß... ob es ein "geschafft" bei uns je geben wird... Jetzt ist der Weg immerhin klarer und nach Monaten endlich wieder eine Richtung zu erkennen.

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