~ Panta Rhei ~

26.04.2010 um 17:20 Uhr

Feuer im Herzen – Flammen in der Hand

von: Tigerschnute   Kategorie: Feuerliebe

Musik: Omnia - Bran

Schon seit letztem Jahr freute ich mich auf dieses Wochenende.
Manchmal ist der Zeitpunkt aber noch nicht gekommen und die Umstände noch nicht fertig gereift. Deshalb sollte ich mich in Geduld üben und auf das warten, was einst gesät wurde. Alles war rundum perfekt und hatte dort seinen Platz, wo es hingehört. Als hätte es dafür bereits eine Schablone gegeben und wir glitten nun zusammen mit der Zeit hinein. Es kribbelt in mir vor Erfüllung, wenn ich an die vergangenen drei Tage denke.

Es fanden Menschen zusammen, die alle eine Basis haben und in dieser Basis dieselbe Sprache sprechen. Wir sprachen uns gegenseitig aus der Seele und wenn wir es nicht taten, dann dachten wir uns aus der Seele. Manchmal musste nicht viel gesagt werden, das gegenseitige Verstehen ließ genug Raum für das was ist. Wir waren eine Gemeinschaft, ein Miteinander, ein Füreinander. Wir alle haben zur richtigen Zeit, am richtigen Ort zusammen gefunden und uns von Beginn an verbunden gefühlt. Ich habe Freiheit gefühlt und fühlte mich verstanden. Jeder fühlte sich verstanden. Es gab keine Zeit und der Raum drehte sich ab und an.

Der Ort war magisch. Ein dichter Kiefernwald, der genug altes, herab gefallenes Holz für uns zum „feuern“ bereit hielt, ohne es gewaltsam von den Bäumen reißen zu müssen. Ein Hand-in-Hand mit der Natur. Ein Wiederverwerten und ein achtsames Seinlassen mit allem, was lebt. Es gab Bäume, die in ihrem Wachsen gelassen wurden und irre Ver-wachsungen entstanden. Einzelne Bäume hielten Händchen miteinander. Nadelbaum machte Liebe mit Laubbaum. Ein toller Anblick! Der Wald umarmte sich als Ganzes. Und ich wollte am liebsten jeden einzelnen Baum umgarnen und die Energie spüren. Es gab ein See vor unserer Nase, der mich so manches Mal einlud mit ihm in mich zu horchen.

Raimo unser Feuerkünstler und Initiator dieses Workshops führte uns hinein in die Welt des heißen Elements. Sein Konzept beinhaltet nicht nur den Feuertanz in allen möglichen Ausdrucksformen, sondern auch die Spiritualität des Feuers zu entdecken – hautnah. Wie wir Kontakt mit ihm aufnehmen, Antworten bekommen durch Geist und Materie. Das fügte sich nahtlos in all die letzten Wochen. In Schweden saß ich an einem Wasserfall und sprach mit dem Wasser. Dieses Wochenende durfte ich eins mit dem Feuer werden….

Eine Kerzenmeditation machte mir bewusst, was die Faszination ist, welche ich mit den Flammen zusammen empfinde und leben möchte.

Mit meiner Kerze fand ich einen Platz am Wasser, lehnte an einem kraftvollen Baum am Ufer. Ich fühlte den Boden unter mir. Das Wasser vor mir. Die Flamme tauchte in das Bild der Wellen. Als ich in meine Flamme starrte, dachte ich darüber nach, wie Feuer entsteht. Wo es herkommt. Ist es eins oder sind es viele? Es formte sich mir die gleiche Frage, wie vor dem Wasserfall vor zwei Wochen. Erstaunlich. Dann sah ich mich in der Flamme. Wie sie sich bewegte, sie wild flackerte und sanft loderte. Ich wusste, was ich will. Das äußere Feuer soll mein inneres widerspiegeln und entfachen. Meine innere Kraft, meine Leidenschaft möchte ich nach außen bringen. Die Flammen sollen ein Medium sein für das, was in mir vor geht. Ich möchte Grenzen überschreiten, respektvoll, neugierig und fasziniert mit den Flammen tanzen. Das Feuer umarmen, sanft umschlungen und kraftvoll zünden. Ich möchte es greifen und fühlen, es bändigen, Nähe und Distanz erfahrbar machen.

Und was mir bewusst wurde: Ich möchte durch das Feuer den Blick für das Ganze, für die Gesamtheit wahren und durch den Fokus nicht verlieren. Ich möchte den Boden unter mir spüren -> Erdgebundenheit. Ich möchte den Wind, die Luft, die das Feuer nährt um mich herum spüren. Ich möchte meine Gefühle lodern lassen -> Wasser. Ich möchte mit dem Feuer mit allem eins und verbunden sein.

Die Abende wurden mit viel Feuer und lauter Magie gefüllt. Ich nahm direkten Hautkontakt mit dem Feuer auf. Ich küsste und umarmte es. Ich schluckte und spuckte Feuer. Feuerspucken fühlt sich an, als würde man das Universum küssen, sagte Raimo…. und ja! ich füllte den dunklen Raum für einen kurzen Moment mit Licht und berührte damit das Universum.

Ich bin so dankbar, dass ich das alles erleben durfte, auch wenn ich dafür meine Lieblingsjacke und einen kleinen Berg meiner Klamotten dem Feuer opfern musste. Tja, sowas kommt vor bei einem Anfänger Mittelstufe. Gut, dass der danebenstehende Benzinkanister und angrenzende Wald nur kurz angekokelt und nicht in die Luft gejagt wurde… Nicht auszudenken…

Auch die 2:40 Stunden Warterei auf dem Bahnsteig hab ich gern in Kauf genommen und wurde dafür mit einem traumhaften Sonnenuntergang nach Hause getragen. Erst in der Bahn sitzend realisierte ich, was für ein wundervolles Wochenende ich erlebt habe. Es durfte sacken…

08.01.2010 um 13:12 Uhr

Feuerschnute

von: Tigerschnute   Kategorie: Feuerliebe

Den Feuertanz hab ich auf meine Liste der unbedingt durchzuführenden Aktionen in 2010 gesetzt. Schon letztes Jahr meldete ich mich bei einem Seminar dazu an und erzählte hier von meinem Grummeln im Bauch daran teilzunehmen, obwohl sich doch eigentlich schon lange etwas in mir danach sehnte. Ich konnte dieses Grummeln nirgends richtig einordnen und so wurde das Thema von selbst gelöst, indem der Veranstalter nach etlichem Hin- und Her schlussendlich doch das Treffen absagte. Das kam mir entgegen und ich wusste nicht einmal warum eigentlich. Einige Wochen später lüftete sich das Geheimnis um meinen Grummelbauch. Ich lernte einen Feuertänzer kennen, dem ich schon im Sommer begegnete und unsere Geschichte dort schon beginnen sollte. Unsere Seelen begrüßten sich vorab, wussten aber, dass der Zeitpunkt noch nicht der richtige war. Einige Monate später im November begegnete ich ihm „zufällig“ auf einer Party wieder, auf die ich sonst nie gegangen wäre. Boten führten uns zueinander.

Was lerne ich mal wieder daraus? Das Leben hat etwas mit mir vor, die Zeichen wurden schon lange gesetzt UND ich kann immer meinem Bauch vertrauen. Was für ein tolles Gefühl, und eine Sicherheit, die sich ausbreitet und noch stärker werden lässt.

Soviel zur Einleitung.
Ich könnte jetzt erwähnen, wie wir zueinander fanden, seitdem schon miteinander gewachsen sind und welche wunderbaren Tiefen wir uns gegenseitig schon gespiegelt haben. Aber das mach ich nicht. Das passt nicht ins Thema meines Aufsatzes. (Im neuen Jahr bin ich viel geordneter und geplanter – schon aufgefallen? Tut gut auch mal einen Plan vor Augen zu haben. Plan, Ordnung… iiieh, solche Worte aus mir… wer hätte das gedacht!? Das wäre nun wieder ein neues Thema… Himmel, ich schweife ab. Mein gegliederter super ordentlicher Aufsatz ist sonst gefährdet, das möchte ich ja nicht. Nicht, dass ich noch Klammern mit Nebenthemen benutze, die niemals enden und wo der Leser sich fragt, warum dieses Nebenthema jetzt unbedingt in Klammern steht, obwohl es doch anscheinend so wichtig ist, dass es sätzeweise aus dem Autor heraussprudelt. Wurden dafür Klammern gemacht? Nun ja, man könnte theoretisch auch Fußtexte benutzen, um den Leser nicht zu sehr zu verwirren und ihn selbst entscheiden zu lassen, ob er später weiterlesen möchte. Gut, dass ich mir darüber keine Gedanken machen brauche, denn ich bin dieses Jahr doch schon so viel geordneter.Klammerzu).

Jedenfalls, hab ich mir den Feuertanz gewünscht und ihn kurz nach Mitternacht gleich in die mutige Tat umgesetzt. Ich war nervös. Nicht, weil ich Angst vor dem Feuer, sondern weil ich Publikum hatte. Zwar keine Fremden, aber dennoch fühlte ich mich lampenfiebrig – trotz Mittelpunktmenschsein. Aber das passiert einfach, das plane ich vorher nicht. So ein Auftritt ist voll von Erwartungen und nicht aus dem Moment heraus entstanden. Deshalb werde ich lieber rein zufällig dabei erwischt, wie ich feuertanze oder singe. Können wir das zukünftig so handhaben, bitte?

Das erste Mal Feuer an mir vorbeisausen zu hören – zu spüren, war unbeschreiblich. Kraftvoll, energetisch, voller Macht, Grazie und Respekt. Die Musik, die die Flammen spielen ist berauschend, meditativ und fesselnd. Ich habe Feuerglutblut geleckt. Ja, so kann man das sagen. Ich war so ganz bei mir in meiner Welt, ohne Ablenkung, ohne Gedanken, ganz und gar rein und da. Der Weg zu den Techniken ist zwar noch ein bisschen zu gehen und am liebsten würde ich untechnisch drauflos spielen und mein Herz sprechen lassen, aber so einfach ist das als Menschsein hier nicht. Da erntet man noch und freut sich über die Saat. Versteh ich ja auch. Aber die Zeit ist so überall und manchmal so verteilt, dass die Fokussierung trotz innerstem Wunsch auf der Strecke bleibt. Nun ja, der Plan für die Ordnung und Prioritäten setzen wird mir bei der Umsetzung helfen. Ich glaub einfach mal ganz fest daran und bringe meinen Arsch vorwärts.

Diese Impressionen und die Erinnerung an das knisternde Prickeln um mich herum wird mein Antrieb sein. So.


     













Achja… Ich durfte sogar Feuerspucken! Wohooo!








16.10.2009 um 11:57 Uhr

Auflösung

von: Tigerschnute   Kategorie: Feuerliebe


Das ist echt amüsant!
Kaum hab ich mich ganz fest mit aller inneren Stärke, ohne Mister Wenn und ohne Misses Aber und zusammen mit Herrn A und Frau O für diesen Workshop entschieden… Kaum hab ich den Mut gefunden, mich auf etwas ganz und gar mit ganzem Herzen festzulegen, ohne Rumeierei, findet es nicht statt. Das ist echt witzig. Nein, ehrlich, ich freu mich richtig.

Ich freue mich, dass ich einem Lebensthema näher auf die Spur gerückt bin. Dass ich etwas wirklich Wichtiges für mich gewandelt habe und für mich eingestanden habe. Dass ich diesen Test bestanden habe, obwohl es keinen Prüfer, außer mir selbst gab. Hey, das kommt einer Erkenntnis gleich. Und ich fühlte sie ja bereits durch den Türspalt schmunzeln. Ich sagte vor zwei Tagen, dass ich ganz kurz vor etwas stehe… und noch nicht wisse wovor. Gestern fiel der Vorhang. Jetzt bin ich gespannt, wie sich das Wochenende gestaltet. Tut mir leid, für all die Verwirrung, die ich gestiftet habe! Entscheidungsschwäche ist echt ein Energiekiller. Kann aber auch unterhaltsam und aufregend und niiiie langweilig sein. (Kleine Anekdote dazu: Letztens war ich in der Sauna und hab den Saunaobermann total durcheinander gebracht. Da stand ich vor der unmöglichen Aufgabe mich zwischen 46 verschiedenen Saftsorten zu entscheiden. Ohgott, das ist dramatiös für Schnuten. Wenn ich doch alle gern mag? Er war leicht durch den Wind, als ich ihn mit meinen Umentscheidungen hin- und herscheuchte. Er hat ne Tochter und ist das gewöhnt, sagt er. Und mit gespielt ernster Miene hob er den Zeigefinger. Mit ironischem Unterton sagte er „Ich freu mich schon aufs nächste Mal“ hehe… Ich glaub da war Ironie in der Ironie!)

Na wenns nur um Saftsorten geht… Zukunftorientiert könnte es problematischer werden.
Ich stell mir das ungefähr so vor:
„Möchten sie diesen hier anwesenden Herrn Tralala zu Ihrem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen? Dann antworten Sie bitte mit: ‚Ja, ich will’!
„Ja!… Nein… öhm…. Warte mal… Ja… Nein…. Ja…. äh… Kann ich nochmal kurz drüber nachdenken? Will ich, will ich nicht? Darf ich noch ne Münze werfen? Eine Karte ziehen? Noch mal drüber schlafen und auf Hinweise achten? Dem Schicksal übergeben, ob vielleicht ein großes Unwetter in der Kirche aufzieht. Oder mein Verlobter es sich doch noch schnell anders überlegt? Meine Freundinnen befragen? Das Universum hinzuziehen? Nen Käffchen trinken? Meinem Bauch zuhören? Kinesiologische Tests durchführen? Psychologische Beratung einberufen? Kaffeesatz lesen? Schnick-Schnack-Schnuck spielen? Könnt ich vielleicht nen Telefonjoker und den 50-50 Joker bekommen, ach und ganz wichtig: das Publikum befragen??? Um all den Ergebnissen doch und sowieso misstrauisch entgegen zu sehen?


Wie paart man nur Entscheidungsschwäche mit Romantik?

Alles quark!
Ich hab mich entschieden!
Ich – hab – mich – e-n-t-s-c-h-i-e-d-e-n!
Das bedeutet, Gestern gibt’s nicht mehr!

Also auf nach Bremen !

Danke für Deine kleinen Tricks, Du Schicksal, Du!

30.09.2009 um 12:55 Uhr

At.tension - Feuerige Momente

von: Tigerschnute   Kategorie: Feuerliebe

 

Momente auf einem Theatherfestival, ohne viel Theater.




Das Feuer, das Element, welches mich dieses Jahr über begleitet und etwas in mir wachruft.



Der Feuertanz, der mich auffordert endlich getanzt zu werden.




Hier sah ich die Koordinationspunkte der Erde.
Unter dem Feuer liegend. Ein Windhauch zog über unsere Ohren, zog durchs Feuer und entlockte ihm dabei beruhigende und kraftvolle Töne. Ich hielt Dich in der Hand. Der Mensch, mit dem ich diesen Moment am allerliebsten teilen wollte. Wir waren eins und doch jeder für sich. Wir wurden von dieser wunderbaren Stahlkonstruktion umhüllt und geschützt. Stahl, das sich plötzlich formte und wie Strahlen blinkte, die kamen und gingen. Wie Computerkoordinaten. Es formten sich verschiedenste Muster, Figuren. Es bildeten sich Pyramiden, Sterne, das Rad des Lebens, dann war der Blick plötzlich wieder frei ins Universum gerichtet und keine Materie zwischen uns. Ich versank in den Sternen. Ich war so fasziniert und gefesselt. Die Bilder waren so klar auf meiner Reise. Verstandesgemäß könnte man es halluzinogen nennen, aber mein Wesen spürte die Wahrheit und die deutlich spürbare Realität – wie in einem Traum, der realer nicht sein konnte. Das Wachbewusstsein hat den Nachteil, dass der Verstand ebenso wach mitdiskutiert. Aber während des Traumes -oder des scheinbaren Traumes- habe ich Zugang zu den geheimen Welten hinter der Fassade des bürgerlichen Lebens. Zugang zu mir sehr vertrauten, vergessenen Welten. Es ist so magisch und NICHTS und ALLES ist plötzlich gleichzeitig von Bedeutung.

Ich sah die Menschen in Ihren Ketten wandeln. Starr, wie Stahl. Eingeengt und erdrückt von der Last ihrer auferlegten Bürden. Ich sah, wie Menschen kommunizierten. Wie wild. Worte hin- und herschwingen, jonglierend und auferlegend. Irgendwie bedeutungslos. Alles um Zuneigung und Aufmerksamkeit im Außen zu erhaschen. Ich sah, wie ich selbst das tat. Reden um zu gefallen, um akzeptiert und angenommen zu werden. Und ich fühlte eine innere Stärke und einen äußeren Schutz, der mir langsam den Rücken entlang kroch und mich wärmte und mir wieder und wieder sagte: „Du bist ein geliebtes Wesen“. Ich habe meinen Platz in der Welt, so wie jeder hier. Wir sind alle aufgehoben. Vertrauen und Liebe öffnet uns dafür. Zweifel und Angst trennt uns davon. Ich sprach mit dem Feuer. Es sagte: „Tu alles, was Dir beliebt. Nimm es mit auf Deiner Reise. Es ist ganz egal, was Du tust. Tu es mit ganzem Herzen und erfreue Dich daran!“ Es war so durchdringend. So erleuchtend. Und ich spürte, wie jede Unsicherheit von mir glitt. Ich kann alles tun! Jetzt. Immer. Lege Dein Herz in alles was Du tust! Das wird schon beinah mantrisch. Aber es wirkt. Mit jeder bewussten Faser meines Seins. Ich sehe, wie Materie plötzlich keine mehr ist. Wie Bürden einfach aufgelöst werden können. Wie Stahl plötzlich biegsam werden kann. Wenn doch nur nicht so viele Begrenzungen uns hindern würden, dem zu trauen, was wir fühlen…


Auf der Rückfahrt Stauentlohnung… ein Ergebnis aus Feuer und Wasser



Und wenn ich mit Feuer in Berührung komme, wenn ich es verstehe im Einklang und Respekt mit ihm zu jonglieren, vielleicht verwandle ich mich dann auch in ein buntes Farbspektrum – in einen leuchtenden Regenbogen!? Ein Versuch ist es wert. Ich werde schon gerufen…