~ Panta Rhei ~

10.12.2010 um 00:32 Uhr

Vertrauen

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz


Und sie saß da und kämpfte mit den Tränen.
Da war nur ein Wort: Vertrauen.
Ihr Thema.
Und B. sowie ihre Beziehung halfen ihr dabei dieses Thema zu erkennen.
Sie sagt, sie ist so unendlich traurig, ihn verletzt zu haben, indem sie ihm misstraute. Und sie hat Angst selbst verletzt zu werden. Doch wem misstraut sie eigentlich wahrhaftig? Ihr Bauch sagt, da ist Liebe für ihn. Reine Liebe, die ganz und gar vertraut. Doch ihr Kopf baut Konstrukte. Und eine Handlung im Außen unterstützte ihr Konstrukt, machte es stabiler. Nur übersah sie dabei, dass dieses Konstrukt schmerzt. Und dass dieser Schmerz und diese Härte nur ihr galt, erschaffen im Innen um im Außen Resonanz zu finden. Denn wem misstraute sie hier eigentlich? Ihr Herz sagt: JA! - ihr Kopf sagt: NEIN!... sie misstraute sich selbst. Sie misstraute ihrem eigenen Herzen, ihrem eigenen Gefühl und bestraft sich nun selbst dafür. Sie suchte bei ihm, obwohl der Schlüssel in ihr liegt.

Als sie das erkannte, atmete sie auf, weinte nicht mehr und sah klarer. Sie ist durch die Beobachtung wieder ein Stück bei sich selbst angekommen. Und das verdient Hochachtung. Hochachtung für die Selbstachtung.

Es ist so wundervoll teilhaben zu dürfen während ein Prozess geschieht.

 

22.09.2010 um 01:58 Uhr

SpiegelHerz real~life

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

 

Nun gut, fahren wir also in diesen Irish Pub und kippen uns ein/fünf Guinness zwischen Herz und Darm.
Wir hatten noch satte zwei Stündchen bis zum Beginn und kurvten so durch die Straßen, auf der Suche nach Essen und fanden dann spontan mal den Kudamm nicht. Bitte? WIR FANDEN DEN KUDAMM NICHT! Geboren und aufgewachsen in der großen Stadt...  Da müssen wir erst nem Schweizer Touristen (Guten Tach, lange nicht mehr um mich gehabt...), die Karte aus der Hand reißen, um den Weg wiederzufinden. Er kicherte in seinen Schweizer Bart, während er nach seinem Hotelweg suchte. Wir finden also nicht nur nicht mehr den Weg besoffen nach Hause, sondern schon nüchtern auf der Hinfahrt versagen wir in Ortologie. Das soll uns erstmal wer nachmachen. Nach ner halben Stunde Verspätung, fanden wir dann so ein kleines Häufchen Band in der Bar, mitten im Einkaufscenter. Folkrock. Stand in der Zitty. Soll DER Hit sein. Nur nicht hier. Soll voll die Lücke zwischen Johnny Cash und Co. füllen. Na denn wohl eher ne Lücke in Co. Hm... Wenn da schon keine Action, Stimmung und Gefühl aufkommen, dann muss sie eben selbst herbeigeführt werden. Und so kam es plötzlich, dass eine Situation gefunden wurde, die prima in Emotionen getunkt werden konnte. Ich sah uns plötzlich gegenseitig mitten aufm Kudamm anbrüllen. Wow! Was war das? Wo kommen plötzlich all diese zusammengeknüllten Emotionen aus mir her? Zwischendurch sah ich schon, wie Du Dir das Lachen nicht verkneifen konntest, weil Passanten dem Schauspiel Aufmerksamkeit schenkten. (Das haben wir heute doch schon mal geschafft. Mit einer Heilbehandlung mitten aufm Kotti...) Uns ist es einfach egal, wo wir gerade ~sind~ Wir beide haben uns heute mächtig gespiegelt und ich bin so überrascht darüber, dass ich brüllen kann und darüber, dass wir uns immer so schnell wiederfinden. Das wir Wandeln können und reflektieren. Das wir unser Herz wiederfinden um es miteinander zu vereinen - um UNS ineinander zu fühlen. Und dass wir all diese Emotionen einfach verpuffen lassen können. Im nächsten Moment. Einen neuen Moment gebären .. Mit wackeligen Knien und leichtem Heiserkeitsansatz fuhren wir Arm in Arm nach Hause.... Und schätzten uns... Das Anschreien tut mir leid. Aber es tat auch gut. Ich wollte das nicht so stehen lassen. Und ich wollte Dich und die ungeklärte Sache nicht einfach so stehen lassen. Dann hätte sich da was aufgebauscht und ich hätte womöglich projeziert und Gedankenkino gespielt. Und mit nem Grummeln wären wir nach Hause fahren... Hm, Du bist mir so wichtig. "Wir" ist mir wichtig. Wenn das kein SpiegelHerzAbend in voller Aktion wahr....

 

21.09.2010 um 18:37 Uhr

Spontan (oder: Pläne haben kann jeder!?)

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

Naja. Folkrock ist doch gerade auch ein Spiegel meines Herzens...

28.07.2010 um 11:50 Uhr

Was willst Du eigentlich?

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

Ich bin verwirrt. Herr SpiegelHerz hat mich gestern offiziell verwirrt.
Das ist ja nun kein neuer Zustand. Die Verwirrtheit in mir ist kein Zustand, der mich verwirren würde. Bisher hab ich mir nur immer etwas Greifbares mitnehmen können aus der Gruppe. Aber diesmal hat er wohl etwas tief in mir getroffen, was meinen Verstand irritiert. Ich bin in eine Ablehnungshaltung gegangen, weil ich mich in etwas hineingepresst gefühlt habe. Dabei hat er nur eine Facette von mir gespiegelt. Ich schwirre zu viel im Geistigen da oben rum. Ich winde mich und gehe nicht in die Dichte der Emotionen. Ich bin nicht greifbar. Und das war für mich schlecht greifbar. Ich nicht in den Emotionen??? Iiiich?? Pah! Ich kann sehr wohl emotional sein. So!

Aber das war ich nicht. Ich habe mit geistigem Abstand betrachtet, aus meiner so liebgewonnenen Beobachterposition. Diese Position macht es mir nämlich auch möglich, mich aus bestimmten Emotionen zu winden. Den Fisch, den man nicht halten kann, der Wassermann, den man nicht greifen kann. Ich kann mich zwar hier und da einfühlen und sehr mitfühlen, aber ich lasse es nicht in meinen Emotionalkörper. Zumindest in dieser speziellen Situation. „Ich weiß, dass diese unangenehmen Erfahrungen für etwas gut sind“ und so weiter blabla… Ich weiß immer schon alles und lasse mir da nix sagen. Aber so kommen wir hier nicht weiter, Mädel. Ich bin so abstrakt und unkonkret. Ich muss hier aber nichts abstrahieren. Mädel, wo bist Du? Werd konkret und fühl Dich mal in einen italienischen Bauarbeiter rein. Unverblümt, ungeschmückt, raus ausm Bauch und rein in die Welt. Komm auf die Erde. Hau raus, was Du eigentlich willst! Ich glaube so manches Mal möchte mich Herr SpiegelHerz packen und schütteln. Ich glaube so manches Mal möchte ich gepackt und geschüttelt werden! Dann fängt er an übertrieben mit mir zu berlinern, weil intellektuelles Geschwafel im Dialekt einfach albern klingt.
 
Ok. Das Thema der Woche ist also tatsächlich Klarheit. Ich möchte direkter werden. Ich möchte sagen, was ich möchte. In liebevoller Klarheit. Und kein „Ich fühle mich von Dir nicht ernst genommen, weil ich mich nicht ernst nehme“ sondern ein offenes „Stopp. Das geht mir zu weit!“

Stopp mit der Analyse und voll fett rein in den handgemachten Bauarbeiter-Slang, Alter.

Mach ick ma ne Ansage, wa!?



Klingt einfach. Ist aber für mein verzetteltes Wesen zu komplex.
Oft probiere ich rum und muss erst gucken, was ich eigentlich will. Ich kann mir so vieles vorstellen. Ich möchte möglichst viele Erfahrungen machen, dass ich gar nicht weiß, welche zuerst oder welche ich vielleicht schon hatte. Das Mädchen, welches 20 Mal auf die heiße Herdplatte fast und dann irritiert ist, weil sie immernoch heiß ist und sie das eigentlich gar nicht will... Da hat mir Herr SpiegelHerz nun aber wirklich etwas mit auf den Weg gegeben. Das erste Bild, was kommt, das nehme ich.

14.07.2010 um 12:00 Uhr

Hitze ist auch nur Energie...

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

… deshalb war ich gestern spiegelherzen.
Ich wollte es richtig, auch wenn die Aufregung mich immer wieder zurückdrängen möchte. Ich fühle diese Aufregung und denke, sie ist wohl einfach Teil des Abends. Willkommen Aufregung. Schön, dass Du da bist. Ich übe diesen Satz mit allen Negativitäten, bis ich es mehr und mehr glaube.

Wir dehnten uns aus. Spürten die Dichte des Raumes, die Fülle und die Spannung. Ich genoss diese Unendlichkeit und wurde Teil dessen. Wie ein Fisch, der allzeit mit dem Wasser und dessen Reichweite verbunden ist. Das Gefühl hört nicht einfach am Körper auf. Es geht weit darüber hinaus. So hätte ich Stunden verbringen können. Herr SpiegelHerz sagte dazu, ich bin sinnlich mit der Gegenwart und lutsche den Moment genüsslich wie ein Bonbon.

Da ist eine starke, königliche und gleichzeitig sanfte Seele, die ihre Schönheit, Reinheit und Klarheit durch ihre messerscharfen Augen dringen lässt. Sie erinnert mich an einen Puma.
Da ist diese zarte, fast zerbrechliche Seele, die nach über 30 Jahren gerade erst in ihren Körper inkarniert. Sie lebte die Jahre zuvor mit beinah purem astralem Wesen, hochsensibel, feinfühlig wie ein Orakel, geschmückt mit einem hauchdünnen Körperkleid, des Sterbens allzeit bereit. Jetzt beginnt sie langsam sich zu fühlen und das Irdische zu erleben. Das bringt auch den Schmerz in den Körper und die Polaritäten. Da zeigt sich Eifersucht. Eifersucht, in Richtung strahlende Königin der Gruppe, die immer gesehen wird und um deren Präsenz viele kreisen. Auch Herr SpiegelHerz. Hier darf sie eifersüchtig sein. Hier darf sie ihre Gefühle leben, ohne sich in ihnen zu verlieren. Und dann sagt sie diese Dinge zur majestätischen Königin und trifft auch bei ihr einen Punkt. Aber alles mit so liebenden sehenden und spielerischen Augen betrachtet, in einem Raum, der weit ist, der Platz hat für alle Emotionen. Keine Verdrängung, einfach da sein lassen. Diese glitzernde Kristallfrau war für mich so schön, so zerbrechlich, sie sprach so bedacht, so unglaublich zart, dass ich Gänsehaut bekam.

Und da ist Miss Mystery.
„In Dir sprudelt’s wie in nem Kochtopf." So ein Schnellkochtopf mit wackelndem Deckel. "Da will was raus. Was für eine erhöhte Energie.“ Und alle sind neugierig, was da wohl drin ist. Inklusive mir. Ich sage „Alles und Nichts“ Herr SpiegelHerz fragt sich mit den anderen Damen „Was ist mit ihr? Was ist da los?“ und nennt mich Mystery, als hüte ich ein großes Geheimnis. Er fordert mich auf das zu sagen. Ich bin Mystery. Ich. Bin. Mystery. Hm. Ja, ich fühl mich wohl mit.
Und dann mach ich einen Spalt vom Kochtopf auf und es sprudelt. Wohin weiß ich gar nicht so genau. Herr SpiegelHerz hat immer ein Auge für die Richtung in die es wohl möchte und berührt da wo es kitzelt oder wehtut, oder froh macht.

Und da gab es diesen Moment. Diesen Moment an dem die Worte zu ende waren und nur noch Fühlen anwesend war. Warme, tränenerfüllte Augen trafen in meine und eine Herzensverbindung berührte uns tief. Da war es wieder, dieses unbändige Mitfühlen für die Geschichte des Anderen. Blindes verstehen würde man das hier nennen. Ich sage lieber wortloses Sehen.

*Ich sehe Dich* bekam wieder seine tiefe Bedeutung. Wir sahen uns. Wir segneten uns.
Ich hab soviel Schönheit gesehen an diesem Abend.
Und die Umarmungen zum Abschied wurden ein bisschen enger, als die Male zuvor.

02.06.2010 um 17:45 Uhr

Vier~dimensional

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

Ich war spiegelherzen.
Wir waren zwei Mädels und Herr SpiegelHerz. Eigentlich eine zu kleine Gruppe, sagt Herr SpiegelHerz, aber wo wir schon mal da waren…
„Was bewegt euch denn so momentan?“, war seine Einstiegsfrage und was sich nach anfänglichem „Hm, tja, weiß nich“ plötzlich alles heraus kristallisiert ist schon erstaunlich. Der Mann ist toll. Er gibt einem Raum zum Erzählen und Gefühle fühlen und fragt dann genau die richtigen Fragen um Verborgenes offen zu legen. Er spürt, die Qualität der Berührung und nimmt subtile kleinste Zeichen wahr, um Dich genau dorthin zu führen, wo es… hmja… unangenehm ist und manchmal auch wehtut.

Das Thema, die Basis des Abends hat sich recht bald gefunden: Die zwei Ich’s
Das eine Welt-Ich, welches sich „draußen“ zeigt und welches mit allem Äußeren in Verbindung gerät, welches sich über die Darstellung definiert und das zweite oft verborgene Wesens-Ich, die Essenz, die sich in die Welt hinaus ausbreiten möchte. Und dieser Konflikt – die Dualität – die Ambivalenz zwischen den beiden Ich’s. Wie sie sich miteinander reiben und kämpfen und so oft ein Widerspruch in uns selbst entsteht.

Das höchst interessante, aber auch unangenehme daran war, dass an diesem Abend das erste Ich wieder so sehr präsent war. Die Klein-Schnute, die sich beweisen will, die trotzig ist, wenn sie spürt auf Widerstand in sich selbst zu stoßen. Dieses leicht verunsicherte, kleine Mäuschen von früher, das plötzlich versuchte Oberhand zu gewinnen. Aber das was Herr SpiegelHerz da in mir sieht, weil er MICH, mein Wesensanteil mit dem Herzen erfühlt, war phänomenal. Und ich fühlte mich nackt, peinlich berührt, irgendwie gescannt. Interessant, was man alles so macht, wenn man sich so fühlt. Wie sanft und leise ich die Tür öffnete und schloss –beinah unmerklich– und er das aber dennoch alles spürte. Er sagte mit einer sehr schamlosen und herausfordernden Stimme „Du bist wirklich (lange Pause mit einem bohrenden, unverschämten Blick)…… un...glaub…lich…… neugierig!“ Er nahm wahr, wie ich gern dasselbe tat, wie er. Beobachten. Mit dem Herzen sehen, was um einen Menschen passiert. Er sagte, ich würde be~zaubern mit meinem Wesen. Und das war kein dünnes Kompliment, sondern das war im wahrsten Sinne des Wortes gesprochen. Be~Zaubern. Das hat mir gefallen. Natürlich hat es mir gefallen. Aber wie lasse ich mir das am besten nicht so doll anmerken?? Hehe, das ging natürlich nicht. Ein breites Strahlen konnte ich dabei nicht unterdrücken. Und eigentlich WOLLTE ich das auch gar nicht. Denn Unterdrücken gehört einfach nicht zum Wesenskern. Im Unterdrücken sind wir leider alle viel zu sehr konditioniert worden. Diese wunderschöne junge Frau neben mir formulierte das flappsig, aber durchaus im Ernst: „Ihr beide seid schon zwei Aliens – nicht von dieser Welt“ Und Herr SpiegelHerz erkannte sich in mir und ich mich in ihm. Wir erkannten uns alle ineinander und waren Teil eines Ganzen. Ich spürte die Gruppe und genoss diese Hingabe, dieses Aufgehen in ihr. Es ist wundervoll zu sehen und gesehen zu werden! Aber der andere Teil in mir möchte sich am liebsten verstecken. Da ist meine Ambivalenz. Raus in die Welt und „Hier bin ich!“ schreien und gleichzeitig der Anteil in mir der ruft „Hilfe, wenn mich nun wer siiieht!?“ Das spielerische und liebevolle Annehmen dieser Seite vermittelt er uns und ich fühl mich ermutigt und stark dabei. Am liebsten würde ich heute kraftvoll in meine Tastatur beißen! Aber die Welt um mich, die nur mein Außen-Ich zu sehen bekommt, würde das wohl etwas seltsam finden…

Nein, es war keine wirkliche Theorie. Es war auch keine Praxis.
Es war mehr eine projizierte, theoretisch gefühlte Praxis.
Eine Theorie mit ganz viel Gefühl.

11.04.2010 um 07:57 Uhr

SpiegelHerz

von: Tigerschnute   Kategorie: SpiegelHerz

Die beste Art seine Träume zu verwirklichen ist aufzuwachen!

 

Ich kam aus den Türen dieser Messe gestürmt, die ich schnell verlassen wollte, und lief ihm direkt in die Arme. Die Glocken der örtlichen Kirche läuteten und schlugen genau 18 Uhr. Er hielt mir seinen Flyer entgegen und sagte, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt sei, mir diesen zu überreichen. Ich fand das frech und originell und kommentierte das im Vorbeihuschen noch keck. Na wenn das kein Zeichen ist…. Ich hatte eine lange Weiterfahrt, und da ich sowieso nichts weiter zu tun hatte, nahm ich mir diesen schnell in die Tasche gestopften Papierfetzen vor und las ihn ausgiebig. Seine Worte berührten mich und ich fühlte mich auf eine sanfte und liebevolle Weise zu seiner so lockeren Art hingezogen. Alle zwei Wochen kommt eine Gruppe zusammen, um an sich zu arbeiten.

In der liebevollen Aufmerksamkeit dieser Arbeit sind Klarheit und Bewusstheit leicht erfahrbar. Genieße es, gesehen und verstanden zu werden. Lachende Worte küssen Dich wach, heller Humor berührt Deine Seele und die Sanftheit des Herzens segnet Dich im Stillen. Du fühlst, was Dir unbewusst ist, siehst, was im Dunkeln war, hörst, was Du brauchst und erkennst, wer Du bist.

Ich bin ehrlich neugierig geworden. Und zwei, drei Wochen nach diesem Gongzusammentreff schrieb ich ihm das. Ein Schnupperabend mit seiner neuen Gruppe.

Auf dem Weg dorthin begann mein alt abgelegter Schweinehund mit mir zu kämpfen. „Ohje, ganz allein mit neuen Menschen, was dort wohl gemacht und erwartet wird, dann muss ich mich vorstellen und vor Leuten über mein Befinden quatschen… Ich trau mich nicht…“ Der andere, viel stärkere Teil in mir konterte… und musste eigentlich gar nicht kontern, fällt mir gerade auf, weil tief in mir weise und wissend. „Mein Gefühl hat mich auf den Weg gebracht. Es wird richtig sein. Punkt.“ Eine knappe Stunde Fahrt. Drei Mal umsteigen. Und Verspätung der Bahn. Mein Schweinehund erzählte mir, dass wenn ich zu spät dort landen sollte, ich dann nicht hingehe. Gleich am ersten Tag einen schlechten Eindruck machen? Nein. Dann lieber gar nicht auftauchen und verschieben oder so. Und er hüpfte, der Schweinehund und freute sich und wünschte sich einen seeeehr verspäteten Zug. Wollte extra noch langsam gehen, aber das ließ ich nicht zu, auch wenn es sehr verlockend war. Ich lief, wie automatisch und das Schweineherz klopfte mir bis zum Hals. Mannoman! Mist. Pünktlich. Trotz der Straßensuche vor Ort. Ich war punktgenau pünktlich. Tja nun, jetzt bin ich hier. Jetzt bleib ich hier. Die Neugier und die Lust auf Umsetzung waren größer. Und immer ein Stückchen weiter, als der Schatten groß ist. Das gibt Kraft.

Dort angekommen, traf ich auf einen warmen, offenen Menschen mit noch ein wenig Zurückhaltung, die sicher von beiden Seiten (SCHWEINEHUND!!) in Wechselwirkung entstand. Klar erstmal beschnuppern. Wir waren zu viert, mit Gruppenoberhaupt fünf. Eine gemütliche kleine Runde. Zwei Damen machten Lager aus Decken und lümmelten sich in dem großen, leeren, aber warmen Raum. Ich griff schüchtern zu einem kleinen Kissen.
Eine kleine Einführungsmeditation brachte uns nicht nur zum Thema des Abends, sondern wohl auch zu einem Thema unseres Lebens. Unsere innere Lebenskraft die stetig nach oben und raus will, durften wir erfühlen und erspüren. Und dann die andere Seite, die uns deckelt und die nach oben treibende Kraft zurückhalten will (Erziehung, Gesellschaft, Vernunft,…). Wie eine Schale, die umgedreht ins Wasser gedrückt wird und trotzdem nach oben will. Eine Übung danach zu zweit bekräftigte unser Fühlen. Einer sitzt auf dem Boden und fühlt sich in seine innere Kraft hinein. Der Andere drückt den auf dem Boden Sitzenden hinunter und fühlt sich in die Rolle hinein, die die Kraft im Leben zurückhält. Welche Sätze, welche Gefühle, welche Emotionen kommen. Welche Qualität hat das. Danach Rollentausch. Dann wird beides zusammen getragen und für sich beobachtet und reflektiert. Ohne Zwang, ohne Druck, ohne Erwartung. Das was dabei zum Vorschein kam überraschte mich nicht. Dennoch war es eine tolle Übung, um sich zu erinnern und eine erneute Ermutigung Ziele zu manifestieren. Angetan war ich von der Art und Weise, wie Herr SpiegelHerz, sich in die Themen der Anwesenden ganz individuell hineinfühlt und beidem und allem Raum gibt. Dieses Raumgeben finde ich mehr als angenehm und ich beobachtete das fasziniert den ganzen Abend lang. Das ist etwas, das so selten zu finden ist in unserer schnelllebigen Zeit, wo so viele hektisch am Anderen vorübergehen und vorüberreden. Dieses Zuhören, dieses Dasein, dabei leer sein und nah sein. Das ist eine unglaubliche Wertschätzung. Manchmal wurde das Gesagte einfach im Raum gelassen, um sich auszuweiten, um zu wirken. Keiner viel dem Anderen ins Wort. Jeder war sich selbst und dem Anderen gegenüber einfühlsam. Es kam aus dem Innen heraus. Man musste sich überhaupt keine Mühe dabei geben, es lief einfach. Wie automatisch, aber doch nicht, weil trotzdem alles bewusst. Dann gab es seinerseits zu dem genau richtigen Zeitpunkt eine Spiegelung, die er mit viel Humor bekräftigte, ohne dabei ins Lächerliche zu ziehen. Man musste einfach über sich selbst und seine eingefahrenen Muster schmunzeln. Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll, es wirkte nichts einstudiert oder professionell erlernt. Er ist kein Esoheini oder Psycho-Onkel. Es gibt keine Sparte dafür. Es fließt einfach und er gibt dort Impulse, wo sich gerade etwas zeigen möchte. Er ist fokussiert und schlendert nicht umher. An diesem Abend zeigte sich ein gerade sehr wichtiges Thema von Uschi. Und obwohl er sich beinah den gesamten Abend diesem widmete, langweilte ich mich keine einzige Sekunde. Ich verfolgte alles mit großer Neugier und Spannung. Ich lerne ständig über mich, über meine Mitmenschen. Auch das ist ein toller Spiegel.

Dann gab es noch eine Übung, die mich weit machte und die ganze Erde fühlen ließ. Mir wurde bewusst, wie sehr ich mein Hiersein liebe. Geistig umarmte ich die ganze Welt.
Ich fühlte mich so frei und lebendig.

Am Ende kroch ich dann hinter meinem Schweinehund hervor und sprach ganz offen meine Ängste an. Dass ich es immer noch seltsam finde vor einer Gruppe über mein Empfinden zu sprechen. Ich habe im Leben keine Angst davor auf Menschen zuzugehen, aber in einem geschaffenen Raum, in dem es erwartet wird, in welchem ich mir selbst Druck mache, fühle ich mich beengt. Und während des Ansprechens, löste sich dieser Druck und mein gering gehaltenes Selbstwertgefühl entfaltete sich. Ein altes Muster an die Wand gedrückt. Und der Schweinehund röchelt.

Belohnt wurde meine Anwesenheit und mein Ich-sein mit wundervollen Reflektionen. Ich bekam ein, aus dem Herzen kommendes, Danke für mein Hiersein und ich sei eine Bereicherung für die Gruppe. Oh man, das ging tief.

Ich bin gespannt auf den nächsten Abend...