~ Panta Rhei ~

10.10.2010 um 21:05 Uhr

Flying to earth

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub



Und immer wieder...
neu.
Morgens beim Aufwachen, abends zum Einschlafen.
Den ganzen Tag davon begleitet.
 

Durch Wald, durch Meer, durch Sonne, durch Wind.
Zum Horizont.
Mit allen Elementen vereint. Komplett. Ich fühl mich ganz.


Sternschnuppenregen.

Und immer wieder der Gedanke: Hier bin ich richtig.





Augenblicksfreuden umarmen die Ewigkeit.
Glück geht zu Herzen...

20.09.2010 um 19:41 Uhr

Fliegend...

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Ich liebe es zu fliegen... zwischen Himmel und Erde... sage ich jedes Mal "Hallo"...

Hallo zur Melancholie...

  

 

Das federleichte Fliegegefühl wurde mir das ganze Wochenende geschenkt...

So frei und leicht und so Ich.



 

 

Und die Endorphine tanzten mit mir Hand in Hand die Berge hinauf und ließen mich das Glück berühren....

 

 

Geschmeidig wie ein Vogel... vom Wind getragen...


Vom Jetzt zum Augenblick.

  

 

Vom Moment zum Hier.

  

 

 

Von Engelwesen umgeben...

 

 



Und auf dem Rückweg nochmal in seinen buntesten Farben beleuchtet...


Von einer süßen Sehnsucht begleitet...
Und einem runden Gefühl...

Verpackt in einer Endlosschleife.

Fliegend.

 

 

16.09.2010 um 15:24 Uhr

Weißes Plus auf rotem Hintergrund

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Ich bin dann kurz mal gucken, wie die Schweizer die Löcher in den Käse bekommen

;-)

 

31.07.2010 um 23:44 Uhr

Ich bin dann mal weg...

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Ab morgen gibt es Müsli in den Highlands...

26.07.2010 um 12:10 Uhr

Nah und fern - Fernweh. Heimweh!?

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Schottland ist gerade wieder ganz weit weg. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen am Ende der Woche schon dort zu sein. Das letzte Wochenende war so fern von meinem Leben hier. Es existierte nur das Jetzt. Und das war wahnsinnig intensiv. Ich habe das Gefühl, ich war wochenlang weg… Es könnten auch 3 Lichtjahre gewesen sein und jedes Mal, wenn ich hier wieder lande, erinnere ich mich an dieses Hier, als wäre es gestern gewesen. Es gab weder Gestern noch Morgen und das ist es was mich in anderen Sphären weilen lässt. Das ist es auch, was die Zeit so illusorisch macht. Das Leben, in welches ich gestern zurückkehrte war zwar irgendwie fühlbar, aber es war wie ein ferner Traum. Wie ein Parallelleben. Es intensivierte sich noch dadurch, dass ich allein fuhr und Menschen wiedersah, die ich nicht alltäglich um mich habe. Das war ein Wochenende nur für mich… und mit Menschenkindern, die mein Herz weiter machten und mich mit ihrem Herzen verbinden ließen. Seelenverwandte. Überall Seelenverwandte. So stell ich mir das nach dem Tod vor. Ich kehre an einen Ort zurück, an dem ich mich zu Hause fühle, Seelenverwandte wiedertreffe und das Leben, welches ich gerade führte sich ganz weit weg anfühlt. Und wenn ich dann wiederkomme, dann war es, als wäre ich nie weg gewesen. Wenn ich mich weiter in diesen Gedanken hineinfühle, dann verwirrt das meinen Verstand. Welches Leben ist nun die „Realität“, die „Wirklichkeit“? Vielleicht stecke ich hier in einem sehr langen Traum fest und das wahre Leben findet für mich ganz woanders statt? Ich sehne mich nach diesem Ort, welches sich nach zu Hause anfühlt. Manchmal fühle ich mich, als würde ich eine große Weltreise machen, weit weg von zu Hause, um Erfahrungen zu sammeln, um sie danach mitzubringen und von den fernen Orten zu erzählen, an denen ich gewesen bin. Auf dem Weg treffe ich vertraute Seelen, die sich ein Stück wie Heimat anfühlen… Sie begleiten mich einen Moment lang und ich sie. Ich weiß, dass sie gerade auch ein Abenteuer er~leben… Eines das sich Leben nennt.

Und dann war ich erstaunt, wie sich meine Wunschgedanken materialisieren. Manchmal auch erst ein Jahr später (wenn du dir also etwas von Herzen wünscht, dann mit Zeitangabe. In der Ebene, in die du etwas hineinwünschst, existiert die Zeit nicht…). Ich erinnerte mich daran, wie ich eine Situation beobachtete und mir vorstellte, wie sich dieser Moment wohl anfühlen mag. Ich schickte anscheinend einen stillen Wunsch los, denn dieses Mal (ein Jahr später) erfüllte er sich. Ich durfte es erleben. Nach außen hin mag es gewirkt haben, als wäre das eine unangenehme Erfahrung, aber in mir drinnen fühlte sie sich an, als wird gerade etwas heil…

Ich kann noch kaum Worte für das ganze Wochenende finden. Ich möchte weinen und lachen, hüpfen und schreien, schwelgen, sehnen und träumen, und ich möchte zurück…

 

23.07.2010 um 13:39 Uhr

Hello Scotland

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Musik: „Das Wandern ist des Schnute’s Lust, das Waahaaaandern…“ *träller*

Man mag es kaum glauben, wenn man den Titel liest, aber ich flieg nach Schottland.

Und das schon nächste Woche. Wir haben dann doch mal mit einer kleinen Vorbereitung begonnen. Schließlich soll das ein Wanderurlaub in der Wildnis werden. Spontaneität gut und schön und bei mir GANZ GROß geschrieben, aber wenn ich drei Tage vorher lese, wo ich überall ertrinken, verknacksen, mich verlaufen und im Nebel verschlungen werden kann, dann berührt sogar mich das und ich möchte für mein Überleben etwas Vorsorge treffen. Vorsorge -> *örks* *schüttel* Dieses Wort ganz unbefangen ohne komische Gefühle auszuschreiben gelingt mir noch nicht schwindelfrei. Schließlich bin ich doch ein Glückskind und die Sonne wird mich zwei Wochen lang verwöhnen und die Wege ergeben sich spontan vor Ort (diesen Satz habe ich gerade übertrieben gesungen). Das ist eine Einstellung, die bisher wunderbar funktioniert hat. Und selbst wenn es plötzlich waagerecht und in strippenform in mein Gesicht regnet. Na und? Ich liebe und sammle Erfahrungen aller Art und irgendwie passt sowieso immer alles zusammen. „Na und?“ könnte so manches Mal mein Lebensmotto sein.

Nun habe ich aber wieder Stück für Stück erfahren dürfen, welche Vorteile mit einer Planung (iiieeh!) verbunden sind. Ich fühle nämlich so etwas wie Vorfreude. Die hat sich bisher eher sehr zurückgehalten. Alles war so ungewiss, alles war so abhängig. Ich wusste gar nicht auf was ich mich jetzt eigentlich gefühlsmäßig einstellen soll. Es gab lange weder Weg noch Ziel und nur grobe Ideen oder Wünsche. Es sollte eine Gruppenreise werden, obwohl mir so sehr die Erfahrung nach Alleinreisen war und immer noch der Wunsch in mir schlummert. Aber es sollte immer etwas Individuelles bleiben und wenn einer lieber nach links, als nach rechts oder drei Minuten länger an einer Blume schnüffeln möchte, oder einen anderen Rhythmus hat, dann sei es ihm freigestellt. Von sechs Menschenkindern gingen wir aus. Aus sechs wurden dann schnell fünf. Gut, meistens ist’s immer plus/minus einer, wenn man das so lange im Vorhinein entscheidet. Ein menschlicher Puffer, sozusagen. Aber dann war es dem einen zwischenmenschlich zu bunt, einer wurde plötzlich arbeitslos und wieder einer wachte mit einem Bauchgefühl auf, lieber nicht mitzukommen und am Ende waren’s nur noch drei. Interessant, dass wieder der harte Kern „überlebt“ hat. Ist zwar noch eine Woche, aber jetzt wo jeder Hunderte von Euros für Ausrüstung bezahlt hat, werden wir schlimmstenfalls auch mit Angina Pectoris losziehen.

Gestern ging es dann also in ein Outdoorgeschäft. Wer da schon einmal war, weiß Bescheid. Und wer Abenteuerreisen liebt hat bestimmt eine Idee davon, wie das dort abläuft. Eigentlich wird das Haus halb leer gekauft und es bleibt kein Taler für den Urlaub übrig. Was da plötzlich alles gebraucht wird! Selbstabwaschbare Teller, Wasserfiltertabletten, Strippchen, Schutzgitter, Bänder aller Art, Folien, Hüte mit Netzen. Schutz hiervor und davor, Vorsorge überall und überhaupt. Das braucht ihr AUF JEDEN FALL! Das ist UNVERZICHTBAR. Jahaaa, wenn ihr dann plötzlich in einen Schneesturm… im August…und so… und ach diese erdnussgroßen Killer-Biiienen in Schwärmen mit tödlichemVirus… und dieser Nebel des Grauens… und diese…. *murmel, murmel* …stechen… Angst… Tod… Gefahr… Hilfe….  Halleluja! Auf so was muss man erstmal kommen. Achso, übrigens… ich finde das ein klitzekleines bisschen übertrieben ;)

Aber es hat so Spaß gemacht in Gedanken schon mal Probe zu reisen. Auch wenn alles ganz anders kommt. Ich bin gedanklich schon mal losgestiefelt und hab die Weite und Einsamkeit gefühlt. In meinen NEUEN super Wanderschuhen! Ich habe eingesehen, dass Turnschuhe und Badelatschen nix für schottische Highlands sind…

Ein Reisebericht wird folgen. Hier oder -wenn ein Schutzgitterchen gefehlt hat- in der Zeitung.

Nein, ich bin voller Vertrauen und jetzt kann ich auch das Abenteuer und das Kribbeln in mir fühlen.

 

01.07.2010 um 14:40 Uhr

One Year ago...

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub


Gestern lag ich da so im Park und die Bilder zogen im Dämmerzustand vor meinem inneren Auge vorbei. Ich staunte darüber, Irland im Traum gesehen zu haben. Und im nächsten Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen: vor genau einem Jahr ging unser Flieger auf die grüne Insel.

Und ich erinnere mich so gern an unseren Urlaub...



Auf den Cliffs of Moher - die so steil waren, dass uns schwindelig wurde. Ich wollte Möwe Jonatan sein.



Der Gang in die Freiheit...





Die lustige Kuhkonferenz. Wer beobachtet hier wen?



*Hach*



Ein typischer Ire ;) (Er trag das T-Shirt ganz zufällig!)



Diese magische Ruine, in der wohl jemand mal dieses Lied: http://www.youtube.com/watch?v=IyCRJmerW1Q klimperte, denn es schwirrte mir immer wieder im Kopf herum...



Der Himmel berührte die Erde.


In der Ruine... und aus der Ferne eine gebärende, schreiende Kuh - das war beinah unheimlich



Kontraste



Romantisches Dinner auf einer Wiese, auf der das Pferd Luise zu Hause war und schnaubend und fußschabend ins Zelt gekrochen kam. Man hatten wir Schiss und flohen im Dunkeln eins, zwei, fix mit Zelt unterm Arm und kichernd auf den nebenliegenden Weg. Auf dem morgens ein Auto vor uns hupte... ;)



Selbst Scheiße ist in Irland schön!



Auf dem Hundekuschel-Schlossplatz.

 

Unser Highlight der besten Campingplätze der Welt: Mitten aufm Flughafen, zwischen Bar und Kinderparadies, hinter Klimaanlage und unterm Großbildfernseher. Der schmunzelnde Kommentar der Security: "Sowas hab ich auch noch nie gesehen. Hätte ich doch einen Fotoapparat dabei" Wie gut, dass wir hatten. Kurz vorm Akkuaus - das letzte Bild auf der Rücktour.



Vor einem Jahr... Und ich zehre immer noch von den Erinnerungen...

14.04.2010 um 16:39 Uhr

BilderPoesie

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Meine Schwedenpoesie in Bildern.

Ankunft in meinem kleinen Gasthäuschen. Eine magische Nacht mit EF

Der erste Tag: Grau in Grau

Doch der Frühling lässt sich nicht ergrauen

Kontinentalverschiebung. Das letzte Eis beginnt zu schmelzen. Ich auch irgendwie.

Meditative Momente am Wasserfall

Ausflug nach Smögen. Die sonnenreichste Insel an der Westküste.

Besuch von einer wippenden Bachstelze

 

Malerischer Sonnenuntergang in Gårvik

Die letzten Eisreste tauen an einer Felswand

 

 

 

 

Waldbrand

In der Spiegelung ist die Welt anders herum. Baumkronen werden zu Wurzeln.

Nach Sonnenuntergang und meiner Sternenhimmelreise, der Sonnen-Mond-Aufgang

Gänsepärchen gibt ein kleines Konzert zum Aufstehen

 

Mein Schlafgemach

Ein Frühlingsreicher Tag und die Glöckchen strecken und recken sich

 

Brennende Schnute

Mit viel Phantasie beinah ein Pentagramm

Schweden? Oder Griechenland? Ein zauberhaftes Kaffee in Uddevalla.

Baumfund auf dem Weg zur Elchjagd

... statt Elch

 

Auf Hamburgö
(Ö heißt Insel auf Deutsch. Es gibt also eine Hamburginsel in Schweden.)

 

Das wars schon. ;)
Und das ist nur eine kleine Auswahl. Herrje, ich konnt mich nicht entscheiden! Außerdem wollt ich den längsten Bilderblogeintrag gewinnen. Hab ich?

13.04.2010 um 10:06 Uhr

Zu Hause

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Ich bin wieder zurück. Die Stadt und das Leben hier haben mich wieder.
Die letzte Nacht hab ich wieder unter freiem Himmel verbracht. Der Geruch des Waldes fehlt mir. Das war so erfrischend und erdig, dass mir die Zeit zum Ausatmen zu schade war.

Den Abend verbrachten wir mit einer Elchjagd. Ich wollte endlich einen Mythos zerstören und Beweise für die auf Straßen gebauten Achtung-Elch-Schilder haben. Bisher sollte das nur ein Gerücht sein. Also machten wir uns auf zu einem Weg zwischen Wald und Wiesen, der -laut Hörensagen- zur Dämmerung garantiert immer einen Elch bereit hält. Es gab keinen. Keinen einzigen. Heute fressen sie wohl im Wald zu Abend. Sicher. So richtig schlimm fand ich das nicht, denn die Wiesen hatten so viele zauberhafte Wesen in sich umherhüpfen. Rehe, die irgendwie immer unter Strom stehen, uns anglotzten und dann unbeeindruckt weiter vor sich hinfraßen. Gänse, die uns den Hintern zeigten und im Stimmbruch davon watschelten, sofern wir ihnen zu nah kamen. Hoppelhäschen und Waschbären. Und das alles im Panorama der Abendsonne. Hach, ein tierisches Vergnügen in einer Idylle, die mich nicht eilen ließ, sondern einfach nur genießen. Die Elche, mein Gott, die hatte ich spätestens nach diesem Abend aufgegeben.

Und sobald der Wunsch losgelassen wird, passiert das, wovon wir alle träumen. Er erfüllt sich. Ganz einfach. Und das dort, wo ich es am wenigsten erwartet hätte. Mitten auf der Straße, kurz vor der Stadt am Vormittag auf dem Weg zum Flughafen. Ich quietschte vor Freude und Dankbarkeit, mir meinen Abschied so zu versüßen. Und wie süß diese großen Teile sind. Knuffig und kuschelig mit Teddy-Reh-Augen. Und schwupps, zwei kamen noch hinterher gewackelt. Du brauchst nur lange genug warten, dann ist die Freude doppelt so groß… Jetzt konnte ich nach Hause fahren. Das trotz des blauen Wunderhimmels mit knackiger Frühlingssonne und fetter Wolkendecke in Hometown. Aber eine Sonnenschneise wurde bei der Landung mit dem Flugzeug gebaut. Überall bedeckt, aber dort wo wir durchflogen, kam uns die Sonne hinterher.

Keiner sprang mir am Flughafen in die Arme und ich trottete ein bisschen traurig darüber, weil wohl zu sehr gewünscht, zu meiner Lieblings-WG. Dort angekommen gab es wie immer einen warmen, herzlichen, intensiven Wohlfühlempfang, der mich so geborgen umhüllte und ich dann durch und durch wusste: Ich bin zu Hause!

Eine kleine Bilderreihe meiner kleinen Reise folgt... Nur die Auswahl wird hart, ich kann mich an kaum einem Bild satt sehen.

10.04.2010 um 06:26 Uhr

Lebensgeister

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Lebensgeister. Ueberall. Alle geweckt und aus Ihren winterlichen Gemächen gekitzelt.
Das ist alles so wundervoll!
Komme gerade aus einer sternenversunkenen Nacht. Nicht ganz aus dem Wald, wie geplant. Dafuer war der Himmel zu schön, um nicht inmitten zu liegen und zu staunen. Die kalte Luft umstrich meine Nase. Der Rest meines Körpers warm umhuellt. Eine Sternschnuppe malte das Sahnehäubchen. Eine grosse SahneHAUBE! Das war ein unglaublich intensiver Moment. Ein Geschenk des Himmels. Ich wachte ganz oft auf und war wieder mittendrin im Himmelszelt. Und alles duftet nach Fruehling. Es sind zwar noch Minusgrade, aber wärmer kann ich mich gerade nicht fuehlen. Ich liebe diesen Planeten. Die Morgensonne begruesst mich so, wie sie mich gestern verabschiedete. Aber anders. Alles ist neu und die Gänse geben ihr Konzert dazu. Der Mond schimmert gleich daneben und spiegelt sich im Wasser. Alles kräucht und fläucht. Gestern war ein so schöner Tag. Sonne satt. Schmetterlingswesen an Schneeglöckchen. Hummeln summen zwischen noch kahlen Hecken und locken die Blueten hervor, Bachstelzeln zappeln und mein Herz quietscht eine lustige Melodie der Euphorie. Ne richtige Symphonie.

Wir waren auf einer der schönsten Inseln hier: Smögen. Felsen ragen aus dem Wasser, Möwen jagen sich und diese suessen Hafenhäuschen stehen sich bildschön und malerisch Richtung Sonnenschein. Das komplette Kontrastprogramm zum Grau-Grau-Feeling der ersten Tage. So liebe ich Schweden und so habe ich mir das gewuenscht. Man könnte glauben, ich kann zaubern. Und irgendwie ist der Verlauf genauso wunderbar, wie er ist. Die ersten Tage konnte man kaum die Welt sehen. Im Nebel versunken. Auch das war eindringlich. Die Nacht zuvor blieb ich wach. Ging um diese Zeit ins Bett. Heute stehe ich um diese Zeit auf. Das ist Urlaub. Das ist das Leben. In all seinen Facetten. Bunt. Unskizziert.

 

07.04.2010 um 13:31 Uhr

Schwarz-Weiss-Bunt

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Musik: *EF EF EF*


Gestern war's hier grau in Grau.
Ein Kontrastprogramm zum Tag davor. Nichts hat mich irgendwie motiviert.
Fuer einen langen Moment lag ich in der Hollywoodschaukel. Immerhin draussen im Schlafsack eingemummelt. Aber Hollywood kam nur in einer lauten Szene im Haus vorbei. Eine zwischenmenschliche Begegnung, die mich lähmte und mir die Kehle zuschnuerte. Ich war einfach unfähig aus dieser schmerzlichen Beruehrung heraus etwas zu tun. Also sass ich da. Liess mich vollregnen. Regen, Regen, Regen. Ueberall. Das Panorama hatte nichts mehr mit den bunten Winterbildern zu tun. Eine schwarz-weiss-Welt, die sich in meine Stimmung legte. Das Panorama passte sozusagen zum Rest. Soviele Möglichkeiten. Hier kann ich alles sein? Wann denn? Und was denn? Ich lasse alles an mir vorbei laufen und gucke zu. Kann mich nicht entscheiden aufzustehen. Fressen, schlafen, fressen... rumliegen... Tja nun, ist ja Urlaub.

Um acht haben wir es dann doch mal geschafft eine Runde um den "Block" zu drehen. Weils nicht anders ging. Chef kam und guckte sich die demolierte Tuer im anderen Haus an, wo sie nächste Woche schon hinziehen muss. In diesem Haus traf ich auf ihn. Ihn, der sonst immer hier war, wenn ich da war. Er, der mich mit seinen Pianokuensten in den Bann riss, er der mich zum Klettern verfuehrte. Er, der jemand anderen verfuehrte und nun ein Haus weiter wohnt... Er sass da auf der Couch in diesem kargen Zimmer und ich sass noch nicht mal und er begann schon mit seinen Ausfuehrungen, mit seinen Rechtfertigungen, die er selbst brauchte um gut dazustehen. Mich ueberkam eine Welle von bedrueckter Traurigkeit. Es war nicht meine und ich konnte sie dem Moment auch nicht zuordnen. Vielleicht war ich gerade sie und fuehlte mich in die Situation. Ich hätte auf der Stelle weinen können... Ich hielt mich neutral in meinen Äusserungen. Einmal ergriff ich Partei, aber weil ich es so empfand. Unabhängig davon, ob ich mit ihr befreundet bin oder nicht. Ich fände es fair, wenn sie die Chance bekommt ihr Leben zu leben und nicht mehr taktlos mit seinem Leben in Beruehrung gebracht wird. Ich kann sowohl ihn, als auch sie verstehen. Deshalb hörte ich beiden nur zu und gab nur etwas von mir, wenn ich dachte es sei angebracht. Wahrscheinlich wollten beide anderes von mir hören, aber ich sehe, betrachte das von aussen und im Weitblick und hoffe dadurch nicht meine Feinfuehligkeit und Einfuehlsamkeit zu verlieren.

Der Spaziergang tat gut. Uns beiden, denk ich.
Ein Schlenker am ortsansässigen Friedhof mit seinen drei Gräbern und asbestverseuchten, zauberhaften Kirche vorbei und ein waldfuehligen Rueckweg voll Käutzchengeräuchen, Gänsemeckern und Entengefluester auf dem kontinentalgespalteten See.

Die Sch'tis und ein fruchtiger Brombeer-Wodka-Cocktail brachten uns nachts um zwei die Suesse und Leichtigkeit zurueck. Und ich schlafe hier so friedlich.

Heute Nacht teile ich mir den Wald mit Elch und Wolf und verbinde mich mit den Wesen der Nacht. Ein nächster Schritt ueber meinen Schatten zu springen und Mädchenalpträume zu ueberwinden. Stockbrot und Lagerfeuer wird mir Mädchenträume zurueck bringen und den Einstieg in die Stille erleichtern. Das wird spannend. Und ich werde berichten. Fotos folgen uebrigens auch, sobald ich einen Kartenleser im schwedischen Wald gefunden habe. Nicht unbedingt von Hollywoodszenen, aber von grauen Kontinentalverschiebungen und Asbestfriedhöfen. Auch von Feuer in meinen Händen und wie ich fast abbrannte (hihi, das war lustig!). Und von der Kueste, die jetzt erst mal erkundet wird. Bin schliesslich fertig mit Fruehstueck und es kann schon losgehen.

 

06.04.2010 um 02:02 Uhr

Eins.

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Ich sitze im Flugzeug, durchbreche Wolkenfelder und werde eins mit den Nebelschwaden. Die Musik trägt mich durch die Sphäre und lässt alles energetisch durch die Luefte schwebende greifbar werden. Mein Herz ist weit und fuehlt eine suesse Melancholie.
Es ist, als fliege ich durch eine Sehnsucht, die keinen Namen trägt.


Ich liege in einem gemuetlichen, kleinen Raum *dessen suesslich, holzigen Geruch und reinem Feeling ich so gern mag* inmitten eines Waldes. Ich lausche vertrauten Klängen, die warme Sterne in meinen Bauch kitzeln und wieder diese namenlose Sehnsucht packen. Ich gleite mit der Stille zwischen den Tönen in den Schlaf und wache inmitten der Töne zwischen der Stille wieder auf und spuere diese starke Verbundenheit.

Hier ist alles möglich. Hier kann ich alles sein.... ~Es fliesst~

Tränen fliessen.
...Und ich bin total eins mit mir.
Es ist.

 

01.03.2010 um 07:23 Uhr

Mit'm Bollerwagen...

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

...daaamals! Damals am Wochenende. Mit'm Bollerwagen... voll beladen mit Blaukraut, Rosenkranz und Luftballons bin ich sumpf-deichig durch Nord- und Ostmeer karamellt und salsiert. Es wurde reichlich ent"puppt" und zwischengerollt... oder gebowlt!? Danke für die salzig süüüüßen und i-lust-ren Stunden! Mia-u! *schnurr* Trotz ohne Sonne hell-leuchtend!

 

31.08.2009 um 12:26 Uhr

Ostseemagie

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

Die Ostsee ist was Magisches.
Und das sage ich auch auf die Gefahr hin, wie ein immer wiederkehrender Refrain zu klingen.

Seit frühester Kindheit verbinde ich damit Urlaub, Sommer, Freiheit und Verbundenheit. Verbundenheit zu meiner Familie, zum Wasser, zur Weite und zu allem was dort lebt (…ja, auch Quallen und Fischkadaver)

Es vergeht kein Jahr, an dem ich dort nicht Rast mache – und wenn es nur für ein Wochenende ist. Und jedes Mal spüre ich die Magie, die sie umgibt und die mich umgibt.

Vor einer Woche wurde ich geradewegs wieder in meine Kindheit zurück katapultiert. Zwar umgaben mich andere Menschen, als meine Familie, aber angefühlt hat es sich trotzdem geborgen und familiär. Ich umgeben von zwei wundervollen Männern, die es geschafft haben nicht nur die Nacht mit mir unter romantischstem Sternenhimmel zu verbringen, sondern neben einem Schlafplatz, vor allem einen Herzensplatz in mir eingenommen haben.

Der Trip hin begann abenteuerlich mit Gestiefel durch den dichten Nachtwald. Zwei Meter weiter hätte es zwar einen Weg direkt zum Strand gegeben, aber wer will schon vorgemalte Wege gehen? Fräulein Schnute jedenfalls nicht. Sie wählte die gefährliche Urwaldvariante mit düsterer Nachtwandergeistergefahr inklusive Gepiekse und Zeckenalarm in SANDALEN. Jawohl. Um am Ende festzustellen, dass wir zwar vor einer Entführung wilder Waldwesen verschont blieben, aber dafür ein von Menschenhand errichteter Maschendraht uns den Weg zur Freiheit versperrte. Gruselig. Naja, das Drahtding muss ja irgendwann auch mal aufhören – also immer entlang der Versperrung zum Hotelgelände auf der anderen Seite der Zivilisation… Nach kiiiilometerlanger(ich bin zwar schlecht im Schätzen, aber es waren bestimmt hunderteinunddreißigkommasechs Kilometer – man muss ja die Umwege miteinrechnen, durch Bäume laufen ist mir (noch) nicht gegeben) Nachtwanderung durch Gestrüpp und Co. endeten wir dann schließlich am ursprünglich zwei Meter entferntem vorgemalten Weg. Ich hörte schon das Grummeln im Hintergrund *murmel, murmel* Frau Schnute *murmel, murmel* wieder Abenteuer *murmel, murmel* wären wir gleich *murmel, murmel* dann hätten wir *murmel, murmel* uns sparen können… *grummel* (natürlich mit zwinkernden Äuglein – ohne den Wunsch auf Schnutenprügel)… Naja, dann klettert man eben über den Zaun, wenn man sich schon dem Höllentrip durch Urwaldgestrüpp aussetzt… und das ganze wieder zurück? Nää! Selbst den Gesetzestreuesten unter uns erschien das als die einfachste Variante, endlich den langersehnten Strand zu erreichen. Und -mein Gott- es war beinah Mitternacht… Uuuuuuhhhh! Auf den Urwaldschreck erstmal ein Bierchen. Nee, nicht etwa Meeresrauschen, welches ich schon riechen konnte (Ja, Meeresrauschen kann man riechen!). Da erschien dieses Walhalla-Nobelrestaurant eine gute Quelle für das flüssige goldene Glück. Ob wir wohl mit zerfetzten Streunerklamotten ein Bier zum Mitnehmen bekamen? Was soll ich sagen, sie fragten uns tatsächlich, ob wir hier wohnen würden. Wir, Strolche!!! Ich weiß nicht, ob das jetzt für uns spricht oder gegen die Bewohner Usedoms…

Was ich eigentlich sagen will.
Ja, diese stundenlange Einleitung verfolgt nicht nur den Zweck der Belustigung, sondern sogar einer allseits weisen Aussage.
Bierbepackt und meeressüchtig rannten wir dem Strand entgegen und fragten uns, ob dieses Leuchten im Himmel ein Gewitter prophezeien würde. Und als ob, dass nicht schon magisch genug gewesen wäre, wurden wir von einem grandiosen Feuerwerk in weiter Ferne begrüßt. Wir drei... standen mit kindlich staunender Miene am einsamsten und perfektesten Strand mit frischester Mitternacht-Meeresluft zu unserer Seite und wurden mit einem Feuerwerk begrüßt. Genau zeitgleich mit Betreten des Strandes… und nackten Füßen.
Und kaum angekommen, riss die fette Wolkendecke über uns auf, um uns Glückskinder den prächtigsten Sternenhimmel inklusive Sternenschnuppenregen zu präsentieren. Kinders, ich sage Euch… Das hat Märchencharakter. Ein Märchen der Neuzeit. Und ein wunderbarer Beginn eines super schönen Wochenendes. Schöneres, als im Sommer unter freiem Himmel, mitten in der Milchstraße zu schlafen umgeben von Menschen, die man liebt, mit reinem Herzen, kann ich mir gerade nicht denken. Es war herrlich perfekt.

Mir schien die Sonne ausm Arsch… Zum Sonnenauf- und untergang.. und dazwischen sowieso. Dafür gibt es sogar Beweise:



Und auf die Haut – wir alle kamen als „In-den-Toaster-Gefallene“ zurück… Tag 1 wurden wir noch ausgelacht, Tag 2 schon still bewundert, ob unserer tiefen Schokocrossi-Bräune…


Wiederholung! Aber zack!






(unverfälscht und unbearbeitet)



(verfälscht und bearbeitet *komisch, sieht man kaum*)


(Nachtlager, Morgenlager, Taglager)

20.06.2009 um 01:04 Uhr

Von urlaubigen Momenten und Bruecken

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub


Normalerweise verabschiede ich mich hier in meinen Urlaub (wobei es "normalerweise" hier schon lange nicht mehr gibt. Eigentlich sollte ich das Wort generell aus meinem Wortschatz streichen), doch heute möchte ich Euch in meinem Urlaub begruessen. Einfach weil ich hier die innere Ruhe finde, die ich zum Schreiben brauche und weil es Momente gibt, die unbedingt zum Schreiben einladen. Folgende Sequenz lädt zum Beispiel zwei, drei Geniesser zu Tisch, vielleicht:

Links neben mir rauschen die Wellen des heute rauhen See's an mir vorbei.
Rechts erklingen wohlige Melodien am Klavier - gedämpft durch die geschlossene Tuer der kleinen Huette im Wald. Der Hausherr klimpert einige "Fingeruebungen" fuer sein nächstes Konzert herunter. Was er nicht weiss: Heute spielt er ein Privatkonzert fuer mich. Seine "Klimperuebungen" erreichen mich jetzt gerade besser, als auf jedem vorbereiteten Konzert.
Dazu gesellen sich die zarten Töne des hölzernen Windspiels.
Durch mein Haar weht ein wilder Wind, welcher die Tropfen des eben eingenommenen Seebades zum Takt der Klaviermusik auf meine Hände träufelt.
Die Sonne, die durch die Wolken blinzelt, wärmt mein Gemuet.
Das kuehle Nass des See's schmeichelt mir einen warmen Schauer ueber den Ruecken.
Ich fuehle das feuchte Gras zwischen meinen Zehen kitzeln und die Kraft der fruchtbaren Erde unter mir.

Alles scheint im Takt...
Alle Elemente vereint...

Es war ein Moment des Einklangs - vielleicht zwei Minuten - dann war es vorbei... Und doch bleibt es... Gut, dass ich Zettel und Stift greifbar hatte.   


Das ist der erste Teil meines dreiwöchigen Urlaubes.
Den zweiten kommenden Teil lasse ich jetzt mal aussen vor.

Wie der dritte Teil zustande kam, ist höchst intuitiv und schon seit zwei Jahren unbewusst vorgeformt… Man glaubt es kaum…

Ich erinnere mich an eine Autofahrt.
Ich lernte Dich kennen – fernab von Nullen und Einsen – der nächste Schritt nach vielen geteilten, schriftlich aufgesogenen Erlebnissen. Irgendwie kannten wir mehr von uns, als manch ein unvirtueller Mensch in unserem Leben. Zumindest ein Puzzleteil war uns von vorn und hinten anvertraut. Allein die Besonderheit eines solchen Treffens fuellte das Auto mit Spannungen, die aber nicht unangenehm waren. Eher war es ein Tasten zwischen uns – wir suchten die Bruecke zwischen Virtualität und dem Hier und Jetzt.
Mister Rice half uns dabei.
Er half ein Stueck mehr, als gedacht…
Diese irischen Klänge untermalten, die vorbeiziehende Landschaft. So rau und diesig. So gruen und ueppig. Ich fuehlte mich ploetzlich so irisch. Und der Wunsch entstand beinah automatisch, die irre Insel als mein nächstes Reiseziel zu kueren.

Ich weiss nicht, wie ich das zwei Jahre lang vergessen konnte…

Erst ein Traum im Maerz holte die Erinnerung zurueck. Dieser Traum bestand aus zwei Teilen. Im ersten lebte ich als Einheimische in Irland und im zweiten Teil erzählte mir eine Freundin sie zöge dahin, woraufhin ich lachend sagte, wie witzig ich das fände, da ich gerade davon träumte…
Am Morgen nach diesem Traum schaltete ich wie benommen das Radio an und eine fröhlich gestimmte Weiblichkeit lud zum irischen Tanz unterm Sternenhimmel ein. Ich musste wohl immer noch träumen... Einen Tag später strahlte mir ein sonst so verschlossener Kollege entgegen: ”Oh, Du siehst heute aus, wie eine kleine Irin.” Ich war ganz sicher, dass ich wach war… mein Kollege, war sich -dank meines Gesichtsausdruckes- nicht so sicher…

Diese kleinen, feinen Zeichen luden mich dazu ein ueber meinen ungeplanten Sommerurlaub nachzudenken. Vor zwei Jahren kopfkinote ich diesen Urlaub, jetzt sollte endlich der richtige Zeitpunkt dafuer sein. Einige Wochen des Hin- und Herueberlegens und Festigen meines bisher so chaotischen Schmetterlinglebens, sagte ich Ja. Ja zum Urlaub und Ja zu mir. Ich sollte noch einige Proben der Ernsthaftigkeit ueber mich ergehen lassen. Wuerde ich mich wieder durch die Gegend treiben lassen? An dieser und an jener bunten Bluete schnueffeln? Meine kommenden und gehenden kreativen Ideen erneut verpuffen lassen? Oder gebe ich meinen eindeutigen Zeichen endlich mal einen Anker? In dem Moment, als ich mit Kopf und Herz entschied diesen Urlaub mit Irland zu fuellen, kam plötzlich alles automatisch. Ich lernte einen Iren kennen, ich bekam Tipps wie von allein darueber, was ich auf keinen Fall auslassen sollte… Es nimmt alles seine eigene Dynamik an. Als waere es bereits vorskizziert…

Am 25.06.2007 fuhr ich diese Autofahrt.. zusammen mit Irland und Dir.
Am 30.06.2009 fliege ich nach Dublin… zusammen mit Dir… an Deinem Tag.

26.08.2008 um 11:43 Uhr

Vollkommen und rund

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Links ein farbenprächtiger Sonnenuntergang im Horizont über dem Meer, in dem kleine Felsformationen kontrastreiche Bilder malten.
Rechts die Dämmerung und der orange-rote Mond halbverdeckt vom Erdschatten.
Geradeaus ein süßes leuchtendes Hafendörfchen.
Und in der Mitte der Szenerie wir kleinen Wesen hoch oben auf einem Felsen.
Durchflutet von globaler Liebe und philosophischen Gedanken.
Der Rückweg eine Fahrt durch Nebel, der das Land bedeckte und wie Feenstaub tanzender Feen aussah.
Und ein kleines Reh -anstatt des bestellten Elches- mit neugierigen Blicken am Wegesrand, welches den Abend perfekt abschloss.

Magische Momente, die man nicht alle Tage erlebt.

Vollkommen und rund.

 

Kann man sich eine schönere Mondfinsternis vorstellen?

 

05.08.2008 um 13:45 Uhr

Spontane Planänderung

von: Tigerschnute   Kategorie: Urlaub

 

Na dann: auf nach Schweden.
Zu meiner kleinen Waldfee.
Und das nicht allein.
Man würde an dieser Stelle jetzt meine Löwin erwarten. Vor allem ich hätte das am ehesten erwartet. Und das auch, weil wir eigentlich noch eine Woche Urlaub zusammen verbringen wollten. Aber die Dinge gestalten sich ganz anders, als im Kopfkino szenisiert und skizziert. Ich kann ja nicht immer so vorausschaubar sein.

Wäre dieses Wochenende nicht so spontan und wir nicht von lauter Eingebungen verfolgt worden, dann lägen die Dinge heute ganz anders. Denn jetzt kommt das Wölfchen mit nach Schweden (da ist so ein Wolf doch gut aufgehoben). Das Bauchgefühl war bei beiden sehr angenehm, obwohl sehr viel zwischen uns in den letzten Jahren geschehen ist. Wir sind beide gewachsen und sehen diesen Urlaub als kleine Herausforderung, als Aufgabe und im Prinzip auch gelassen entgegen.
Die übliche überschwängliche Euphorie kam trotzdem nicht gleich auf, obwohl die Zeichen gut standen. Erst mussten bei beiden noch kopflastige und gesellschaftliche Umstände geklärt werden.

Am meisten Bauchschmerzen bereiteten mir, meiner Löwin diese Neuigkeit zu offenbaren. Man kann das kaum nachvollziehen, wenn man sich nicht in solch einer intensiven Beziehung befindet, die „nur“ freundschaftlich ist. Schließlich sind wir kein Paar – und selbst wenn, dann sollten solche Ausflüge erlaubt sein. Ich kann das nicht mal in Worte fassen, ohne dass es albern klingt.
Wir sehen uns täglich – berufsbedingt sowieso – aber eben auch zusätzlich abends und an den Wochenenden. Es ist der einzige Mensch, der mir nie über ist, bei dem ich wirklich frei und zu Hause bin, bei dem immer ein Energieaustausch stattfindet, was bedeutet, dass es uns immer besser geht, wenn wir uns sehen. Sie ist da für mich, auch aus der Ferne. Wir blicken uns in die Seele. Wir lesen unsere Gedanken. Wir sind soviel füreinander, das ein Wochenende ohne uns schon seltsam erscheint. Wir sprechen eine Sprache, was am meisten auffällt, wenn wir mit anderen unterwegs sind. Es gibt so viele Insider, die andere einfach nicht verstehen. Unsere Freundschaft ist gewachsen über viele Jahre. Eine tiefe Verbindung gab’s schon immer, aber intensiviert hat es sich erst, als wir beide Single wurden. Wir haben so viel voneinander gelernt. Wir haben uns angeglichen. So sehr, dass wir ständig gefragt werden, ob wir Zwillinge sind – obwohl wir uns äußerlich gar nicht so sehr gleichen.

Der Schwedenurlaub mit meiner Wölfin kam mir nun fast schon wie ein Fremdgehen vor. Zumal ich mit der Wölfin früher sehr intensive lehrreiche Zeiten erlebt habe und es viele Probleme gab. Dieses Denken ist natürlich völlig fehl am Platz, gerade mit meinem Schmetterlingswesen, dass sich ungern an etwas so fest bindet. Wir wissen ja, was wir voneinander haben und was wir uns bedeuten. Eine Wölfin kann niemals eine Löwin werden und umgekehrt genauso. Aber ich kann von beiden ein großes Stück lernen.

Das habe ich auch wieder, als mir eine gut gelaunte Löwin, nach zwei völlig unruhigen Nächten mit pochendem Herzen, ins Gesicht strahlte und sagte „Ist doch schön für Euch! – Mittlerweile, weiß und spüre ich, was wir beide füreinander sind und das niemand das je ersetzen kann!“ Da hab ich wohl zu sehr in der Vergangenheit gelebt, dass ich ihr diese Reaktion nicht zugetraut habe. Aber auch in ihrem Leben gibt es wohlige Veränderungen, die dazu beitragen. Vielleicht hat sie einen passenden Löwen an ihrer Seite gefunden….

Jetzt freue ich mich von Tag zu Tag mehr und sehe dem Urlaub gespannt, neugierig und beruhigend entgegen.