~ Panta Rhei ~

23.05.2014 um 01:34 Uhr

Geerdet

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Die Autoluft ist voll von Ludovico Einaudi.
Und von einer leise sich heranschleichenden Wehmut.

Wie war das noch damals in der Unabhängigkeit? Ich erinnere mich an Norwegen. Vorfreude, kindliche Aufgewecktheit. Der Zauber des Neuen, des Abenteuers. Ich suche ganz kläglich danach in jeder Ecke in mir.
Wo ist sie nur? Ich wünsche mir gerade so sehr nicht erwarten zu können endlich anzukommen und mit der ganz anderen Luft, dem ganz anderen Duft, dem anderen Klang, dem Schwingen und dem Kribbeln spielen zu dürfen.

Wo ist sie hin, die Magie der Weihnacht? Die Vorfreude auf Verreisen? Überhaupt die Vorfreude auf irgendwas? Und ich meine nicht auf das Abendessen. Die Aufgeregtheit, Nervosität, die Schlaflosigkeit in der Nacht vor meinem Geburtstag. Geschenke! Ein Tag, der nur mir gehört. Glückwünsche in mein Herz rein – nicht via Facebook oder per SMS. Ein Danke für mein Sein, für meinen ersten Atemzug und die Entscheidung leben zu wollen vor etlichen Jahren.

Spiele, Spiele, Spiele. Ich will Gummihopsen, Verstecken und Fangen spielen! Will mich im Kinderzimmer mit begeisterungsvollen Zwergen am Boden suhlen und vergnügt jauchzen. Überdrehen und am Ende heulen, weil ich kein Ende kenne. Schreien, Zöpfe flechten, Puppen schminken, anstatt mit den Alten im Nebenzimmer über Nachbarn, Wind und Supermarktpreise zu schimpfen.

Lass mich spielen! Ich bin noch nicht fertig mit Kindsein! Menno!!!

Der Sonnenuntergang, meine Güte – er ist so schön. Aber nur mit den Augen. Wo kann ich den gerade fühlen? Wo nur? Dieser Bodennebel, in dem ich einst tanzende Feen sah, ist nur ein Bodennebel. Ich gucke nur kurz und fühl mich nicht berührt. Dass es mich nicht berührt, macht mich traurig. Immerhin. Ich bade darin und schöpfe daraus. Um mich beweglich zu fühlen.

Unbekümmert, zügellos, schwebend… Ich raste aus!
Selbst Konzerte meiner Lieblingsbands erreichen mich nicht mehr. Bin ich anspruchsvoller, abgestumpfter, brauch ich das gerade nicht?

Dann rasselt es auf dem Rücksitz. Ich drehe mich um und blicke in ein so heiles Gesicht voll Liebe. Es bringt mich ins Hier und Jetzt. Irgendwie bin ich doch angekommen in einem ganz, ganz anderem Abenteuer des Lebens. Kann ich es deshalb nicht mehr so spüren? Weil all meine Gefühle, sich all meine Sensoren versammelt haben um genau DAS zu empfinden? Weil ich all das, die Vorfreude und Aufgeregtheit des Neuen, gespeichert und reserviert habe für dieses Wunder auf dem Rücksitz? Darf ich all die Leichtigkeit, Neugier und Ungezügeltheit nun bei meinem murmelnden, rotbäckigen Rücksitzwunder gespiegelt nochmal erleben? Ich in doppelt so groß? Und bin ich als Ich jetzt deswegen weniger oder mehr? Oder beides zur gleichen Zeit? Da ist soviel Du da, dass ich mich suche. Und doch sind wir drei alle Ich.

Vielleicht geht es jetzt einfach darum den Zauber im Staubkorn auf dem Boden zu entdecken. Die Freude teilen zu dürfen einen Knopf im Kopfkissen zu knubbeln. Oder jede einzelne Stufe der Treppe abzuklopfen und mit dem Finger auf Brotkrümel zu drücken. Das erregte Mezzosoprankreischen beim Erblicken des Stubentigers. Das euphorische Reinbeißen in die schwedische Lieblingplüschseule. Dein  Weinlachen, wenn wieder mal alles auf einmal geschieht und du alles auf einmal ausdrücken musst. Dein ganzes Drama. Dein gesamter Kosmos, der jeden Tag wächst. Der faszinierende Staubkorn, der jeden Tag neu entdeckt wird… Hach…

Ja – nicht zu vergessen, die liebenden Arme, in denen ich jeden Abend geborgen ins Lummerland getragen werde. Mein Gott, ich bin so so dankbar! Schwer auszudrücken. Angekommen.

Und doch…
Ist die Sehnsucht da… so sehr…..

(Vergiss nicht, wer Du bist!)

04.01.2013 um 12:30 Uhr

Hingabe an die Schönheit des Lebens

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Liebevolle Huskyschnauzen streicheln mein Gesicht und ich fühle mich zum ersten Mal wieder lebendig für einen Moment. Diese demütige Hingabe dieser wundervollen Tiere schenkt mir Liebe in ihrer reinsten Form und für einen Augenblick gibt es nur das. Es gibt kein Leid, keine Sorgen, keine virenverseuchten Gedanken, die alles fressen, was das Ego ihnen vor den Latz knallt. Da gibt es pures Glück. Das ist die wahre Schönheit des Herzens.

Was ist Schönheit?

Ich habe etwas so wundervolles in einem kleinen Schatz darüber gefunden:

Was macht die Tigerlilie so schön? Oder die blühende Wiese so verlockend? Es sind nicht die Farben oder Düfte oder ihre Beschaffenheit. Es liegt an der vollkommenen, totalen Verletzlichkeit der Lilie; es liegt an der Bereitschaft der Blumen, sich allem zu ergeben, was existiert. Das ist die Quelle aller Schönheit in der Natur.

In der Natur gibt es kein Lebewesen und kein Ding, das sich nicht in einem ständigen vollkommenen Zustand der Ergebung befindet. Verletzlichkeit in ihrer reinsten Form.

Das ist die größte Stärke und gleichzeitig ihre größte Schwäche. Ein Paradoxon, das sich durch alle Aspekte unseres Lebens hindurch zieht. Ein mächtiger Mammutbaum – so stark er auch ist – kann von den Händen der Erwachsenen, von der Heftigkeit eines Orkans, von den Flammen des Feuers zu Boden gestreckt oder zerstört werden. Ein Mammutbaum kann nicht davonlaufen; eine Lilie kann nicht fliehen; eine Wiese kann sich nicht selbst mit Wasser begießen. Die Lebewesen sind die tapfersten auf der Erde. Sie bleiben da, wo sie sind und ergeben sich dem, was ist – sei es ein sonniger Tag oder ein heftiger Sturm, ein atemberaubend schöner Sonnenaufgang oder ein wütendes Feuer. Diese große Fähigkeit, angesichts tief greifender Ereignisse einfach stillzuhalten, verleiht der Natur eine so außergewöhnliche Schönheit. Denn wahre Schönheit und Verletzlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen.

Am tiefsten Tiefpunkt meines Lebens angekommen, am Punkt eines Abschiedes, eines kleinen Todes, das gleichzeitig ein großer Tod meines Egos ist, der Tod der Abhängigkeit – mitten am Boden im Schmerz, erkenne ich meine wahre Schönheit. Genau hier erblühe ich neu: In der Verletzlichkeit und Verwundung. Ich bin die Tigerlilie und laufe nicht davon. Ich ergebe mich in Gnade und Demut. Lasse alles geschehen und akzeptiere die Mauern in meinem Weg. Ohne dass ich die Energie aufbringe drum herum zu laufen oder darüber hinweg springen zu wollen. Ich schaue sie mir an, heiße sie willkommen, integriere sie in meinem Leben und gehe sogar soweit ihr dafür zu danken… Und genau daraus entsteht Vergebung...

Willkommen in einem aufregenden neuen Jahr.
In einem neuen Leben…

 

23.12.2012 um 00:49 Uhr

Aufatmen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich glaube, ich habe noch nie so viel Dunkelheit und Schmerz auf einen Haufen erlebt. Unendliche Traurigkeit, Wut und Verzweiflung wechselten sich ab… dazwischen mal ein, zwei Lichtblicke, damit ich noch weiß, wofür den ganzen Scheiß überhaupt… aber ansonsten Verstrickung, Projektion und eigens erschaffene, innere Hölle. Das Tor zur Befreiung, oder so. Oh man, ich hatte keine Kraft mehr, der Schnippmoment schien weit weit entfernt und wurde täglich sehnsüchtig herbeigewünscht. Manchmal dachte ich: Jetzt geht’s bergauf, jetzt bin ich aus der akuten Phase. Dann gabs einen Moment, der alles wieder abstürzen ließ. Ich suchte nach Hilfe. Hier und Da. Am Ende war ich noch verwirrter und wusste gar nicht mehr wohin, was ist richtig, was soll ich machen. Distanz? Oder nicht? Kontakt? Selbsthilfegruppe? Haha. WIE kann ich den verdammten Schmerz endlich loswerden. Ja. Klar. Das ist der Schlüssel, ich weiß. Den Schmerz fühlen. Nicht im Denken verstricken, wie könnte was besser sein. Mein Hirn ist echt faszinierend. Es denkt sich Dinge im Ideal zusammen und ich glaube es so sehr, dass ich es fühlen kann. Aber Täuschung hat viele Gewänder. Ich soll ja nichts richtig machen, ich sollte nicht so oder so sein. Der Schmerz der da ist, möchte gefühlt werden, möchte angesehen werden, möchte hin- und hergewiegt werden, wie ein weinendes Kindlein. Die Feen basteln sich ein weiches Bett aus dem, wovor sie Angst haben und legen sich hinein. Genauso. Schließe Frieden. Endlich.

 

Und heute ist ein Knoten geplatzt. Nicht durch Strategie, oder Taktik, oder Manipulation oder Kontrolle, wozu ich die letzten Wochen immer wieder mal neigte. Und. Auch nicht durch Distanz. Distanz hat es furchtbar in mir werden lassen. Wie ein wüster, dunkler Strudel, der immer tiefer strudelt und Kälte bringt. Wir erreichten uns…. durch pure Herzenswärme. Durch ein Gespräch mit meiner größten Angst, gespiegelt in meinem liebsten Herzensfreund. Ich hab mein Herz sprechen lassen und genau in seins getroffen. Er hat sein Herz sprechen lassen und genau in meins getroffen. Mein Herz wurde wieder mit Liebe gefüllt. Und das letztendlich, weil ich auf niemanden gehört habe, als auf mich selbst. Alle Ratschläge haben mich inspiriert, aber auch komplett verwirrt und teilweise von mir weggebracht. Ich war nicht da. Jetzt weine ich, weil die Fesseln um mein Herz gesprengt wurden. Weil ich wieder „sehen“ kann… DICH! Und nicht meine Projektion, mein Bild von dir. Ich fühle wieder, was du fühlst. Fühle dadurch wieder mich. Endlich kann ich dich gehenlassen. Im Wissen, dass wir uns niemals verloren gehen. Im Wissen, wer ich für dich bin, wer du für mich bist und wer wir sind! Im Wissen, dass du da bist für mich. Du Anteil an meinem Leben hast und ich dir trotzdem dein Leben lassen kann. Dir endlich alles Liebe wünschen kann... und es wirklich so meine. Es ist noch nicht komplett geheilt, aber auf dem besten Weg. Es schnürt mich nicht mehr so ein, macht mich nicht mehr so eng. Du hast dich mir gezeigt. Ich darf ein Stück aufatmen. Und dafür danke ich dir von ganzem Herzen!

 

17.12.2012 um 23:29 Uhr

Vom Gehenlassen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Loslassen ist das Schwerste, sagt man.
Bisher fiel es mir recht leicht loszulassen. Ich kann mich jedenfalls nicht bewusst an Situationen erinnern, an denen ich lange und schmerzhaft unter einer Trennung -von wem oder was auch immer- gelitten hätte. Sicher war ich traurig und weinte meine Tränen, aber ich hatte immer Urvertrauen und immer diese Gewissheit, dass alles gut so ist und seinen Sinn hat. Es gibt immer eine Instanz in mir, die sich von Emotionen loslösen kann und beobachtet. Das ist sehr hilfreich bei schmerzhaften Prozessen. In verschiedenen Dimensionen gleichzeitig umherwandern zu können. Das macht es komplex und schwierig verständlich für meine Umwelt und es trainiert immer wieder meine Geduld und Akzeptanz. Zumindest konnte ich mich mit aktivem Ausleben meiner Gefühle immer ganz gut ausdrücken und somit den Schmerz gut auflösen und loslassen.

Jetzt allerdings stecke ich etwas tiefer. Jetzt gibt es da Ängste in mir, die ich so kaum kenne. Verlustängste, Angst vorm Verlassenwerden, tiefe Angst loszulassen. Sie bohrt sich von ganz Innen nach Außen und lässt mich den Schmerz teilweise extrem spüren. Es ist, als fühlte ich, eine Lebensphase endgültig zu verlassen und zu verabschieden. Und hier zeigt sich, wer an meiner Seite bleibt, weiter an meinem Leben teilhat, und wer geht. Es ist eine Prüfung. Eine Prüfung mich aus Abhängigkeiten endgültig zu lösen. Und ich ahnte ja nicht, wie tief diese einst lange gesäte Wunde sitzt. Es schmerzt. So richtig. Ich drehe mich im Kreis. Mir geht’s so schlecht wie lange nicht. Und ich weiß, ich „muss“ durch diese Enge um mich endgültig zu befreien. Ich möchte wieder so tiefen Frieden finden, dass ich alles akzeptieren kann, womit mich das Leben konfrontiert. Doch dafür muss ich zum Ursprung dieses Gefühls und mir erlauben, alles zu fühlen. Und trotzdem meiner Objektivität und Klarheit Raum geben.

Vielleicht wird es hier noch etwas länger dauern, als *schnipps*, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht kommt *schnipps* auch in der nächsten Sekunde. Ich warte, beobachte........

…und weine trotzdem.

 

16.09.2011 um 01:51 Uhr

Falling~Deeper and Deeper

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Alles ganz weich gerade.
Jede Bewegung - und mag sie noch so groß sein - kann ich durchatmen.
Durch innehalten.
Stürmisch und überschlagend zeigen sich die Ereignisse im Außen.
Doch im Innen ist Ruhe. Da ist es rhythmisch geborgen. Wissend. Der Fluß fließt einfach und die Bewegungen dazu sind bedacht, bewusst. Ja, gleichmütig. Annehmen, was ist. Nicht angekommen, aber auch nicht losgegangen. Einfach da. Pur und ganz. Sinkend. Tiefer und tiefer. In mich. Hinein.

Mir ist mehr als nur nach Seufzen.
Ein Ausstoß von innerer Glücksseligkeit bahnt sich an.

So hochtrabend das auch klingen mag. (Sagt der Verstand.)

24.04.2011 um 10:42 Uhr

Die Geburt der Venus

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich schlage nun Wurzeln in der Wirklichkeit und finde ohne Kampf zur Lebensmitte ~ zur Liebe ~ Je reiner und unschuldiger meine Absichten dabei sind, umso größer ist die Erneuerung, die geschieht.

 

Und es ist Frühling. Welch schöner und passender Moment für eine Erneuerung!

11.10.2010 um 15:27 Uhr

Umbruch

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Eigentlich war alles ganz anders gedacht.
Es sollte der zweite Teil des Traumaarbeitseminars werden. Ich reichte Urlaub ein für Donnerstag und Freitag, kratzte das Geld zusammen und bereitete mich innerlich darauf vor meiner Selbstständigkeit entgegen zu arbeiten.

Ich nahm meinen Schwund (Schweinehund) an die Leine, obwohl er an diesem Morgen wirklich mächtig kläffte und meine Unlust in eine Richtung führte, die mein Verstand versuchte zu unterbinden. Das unangenehme Kribbeln im Bauch war heute irgendwie doller als sonst und ich versuchte Erklärungen dafür zu finden. Auf dem Weg meinte die U-Bahn dann auch einfach mal aussetzen zu müssen und der Schaffner schmiss alle Fahrgäste mit bekannter Berliner Freundlichkeit aus dem Zug („Zuch is kaputt, keene Ahnung wie se von hier wegkommen…“). Also ein kleiner halbstündiger Spaziergang durchs angesnobte, mittagshungrige Charlottenburg. Ich hatte keine Lust. Einfach keine Lust und ließ mir Zeit mit dem Schlendern, in Erinnerungen im Abend zuvor schwelgend… Am Seminarort eingetroffen, warteten die bereits Anwesenden auf alle noch hängengebliebenen U-Bahnopfer. Und dabei hoffte ich so, den Anfang verpasst zu haben. Nein! Ich wollte mich zusammenreißen und alles mit Lust und Laune mitnehmen. Aber es wollte einfach nicht zum Gefühl passen….

Ich kam überhaupt nicht richtig an. Ich konnte mich weder mit der Gruppe verbinden, noch mit mir. Ich war gar nicht da. Und mit jedem zurück in den Raum zwingen, spürte ich wie ich mich irgendwie in ein Schema eingrenzte und wie ich etwas tat, was gerade einfach kein Teil in mir wollte. Ich rebellierte, mein Verstand versuchte zu rebellieren und dieser Kampf ließ mich traurig werden. Diese Art von Arbeit, sich mit der Familientraumathematik zu beschäftigen passte gerade so überhaupt nicht in mein Gefühl. Ich hatte keine Lust eine Selbsterfahrung zu durchleben in der Familienproblematiken an den Haaren herbeigezogen wurden (wenn ich nur nach Problemen suche, dann finde ich auch welche…). Ich wollte keine Ahnen aus der Vergangenheit hinter mir aufstellen und fühlen…. Mir ging es gerade viel zu gut um irgendwo rumzurühren, wo ich früher schon rumrührte. Das hier war mein ureigenster Rhythmus, dem ich nachgehen wollte und der gerade stattfindet. Und hätte ich gewusst, dass es in Richtung Familienaufstellung geht, dann hätte ich einfach nicht teilgenommen.

Ich fühlte mich einfach vollkommen falsch in diesem Raum. Ich wollte flüchten. Ich fühlte mich beinah schon aus meinem Körper schwinden und mir drohte schwindelig zu werden. Ich sah mich am Meer, ich sah mich immer wieder auf dem Anathema-Konzert. Ich spürte, wie ich das als viel heilsamer empfand in der Gegenwart zu genießen, als in der Vergangenheit nach Traumata zu wühlen. Ich konnte einfach nicht fühlen, was er erzählte. Es fügt sich alles, ohne dass ich in die Tiefe einer Vergangenheitsbewältigung hinein muss. Es wird auf anderer Bewusstseinsebene etwas heil. Das war ein intensives, inneres Durchleben und eine Erkenntnis für mich selbst...

Und ich sah mich wieder am Meer und mir tat sich das unbändige Gefühl auf, dem einfach nachzugehen. Ich spielte immer tiefer mit dem Gedanken, das hier einfach abzubrechen. Erst als am Nachmittag die erste Behandlung auf der Liege begonnen wurde, kam ich ein stückweit wieder zu mir. Diese Art zu behandeln tut mir einfach so gut. Ich war bewusst und präsent, als ich meine Übungspartnerin behandelte und unser Erfahrungsaustausch deckte sich mit unser beider Empfinden und Intuition. Und ich strudelte in andere Welten, als sie mich behandelte. Ich sah Bilder, hörte Töne, ich fühlte, wie sich etwas ordnete und sortierte, wie eine bestimmte Ebene in mir „glatt“ wurde. Und mein Körper unterstrich das, indem er sich öffnete und weit atmete. Meine Übungspartnerin bestätigte mir das, sie sagte, alles fühlt sich ganz weit und wohlig an.

Beim Gruppenaustausch am Ende erzählte ich das so. Dass ich davonschlummerte und andere Welten betrat, aber trotzdem spürte, dass etwas passierte, ohne dass ich das genau benennen oder bestimmen konnte. Ich sah keine Ahnen oder konnte erklären, wie sich spezifisch wo, was in mir veränderte. Ich fühlte einfach den Fluss, der sich von selbst regulierte. Mein Seminarleiter W. sah darin wohl ein tief sitzendes Problem und schob das in meine „ProblemThematik“-Schublade. Wohl auch, weil ich zu Beginn kein Gefühl zu meinen Familienmitgliedern und Ahnen aufbauen wollte und das bei ihm als Verweigerung ankam. Wahrscheinlich habe ich wohl ganz viel zu verbergen, wovor ich gerade Angst habe, so seine Gedanken, die mich erreichten… Er nahm mich oft nicht ernst und dass er sich vor der Gruppe anmaßte mir zu erklären, dass ich nicht bewusst genug wäre, weil ich davonschwebte (meine Traumwelt ist der beste Heilort für mich, den es gibt…), erklärte dann meine Verschlossenheit der Gruppe gegenüber. Witzigerweise erzählten viele der Teilnehmer ähnliches, nur sie formulierten es anders. Sie schliefen nämlich einfach nur ein und da war es wohl völlig in Ordnung unbewusst zu sein. So manches Mal kam mir das mit ihm und mir schon wie ein kleiner, indirekter Machtkampf vor, weil ich nicht zu hundert Prozent dem folgte, was er seit Jahren lebt… Andere finden ihn wohl wahnsinnig faszinierend, wenn er sich mit seinen Behandlungserfolgen schmückt und seine Bühne für seinen Auftritt bereitet. Eigentlich sah ich darüber immer hinweg und fand es nur spannend, wie andere mit großen Augen an seinen Lippen klebten. Jeder hat so sein Steckenpferd und er braucht eben seinen Mittelpunkt und seine Streicheleinheiten. Und so konzentrierte ich mich auf das, was ich mitnehmen wollte. Das war mit jeder Faser diese Art der Körpertherapie. Und er hat eine Menge Wissen, welches er zu vermitteln wusste. Nicht alles stieß auf Resonanz in mir, aber das muss es ja auch nicht.

Ich beschloss also am Ende des Tages meinem Impuls zu folgen und ihm offen mein Empfinden zu vermitteln. Er nahm es anfangs hin und legte mir sogar meinen Wunsch in den Mund hier abzubrechen. Dabei beließ er es allerdings nicht. Plötzlich endete es in einem cholerischen Tobsuchtsanfall und er schrie mich an. Ich erstarrte kurz und Stück für Stück realisierte ich, was hier eigentlich abging. Trotz, dass meine Halsschlagader anschwoll und pumpte und pumpte, weil es mich eben nicht kalt lässt, wenn mich jemand anschreit, musste ich innerlich sogar ein bisschen schmunzeln, ob des Theaterstückes, welches er gerade aufführte. Er tat eigentlich genau das Gegenteil von dem, was er immer predigte. In liebevoller Achtsamkeit und Offenheit, blabla – nichts davon war gerade mehr von Bedeutung. Er sah mich gar nicht – hat mich nie wirklich gesehen. Er stieß auf etwas in mir, was er in sich ablehnte. Als er lauter wurde, stand ich einfach auf und ging. Ich muss mich nicht anschreien lassen für eine Sache, die ich freiwillig tue…

Das war es wohl. Meine Ausbildung ist an diesem Ort nun zu Ende und ich weiß jetzt auch warum…

Auf dem Rückweg war ich dann in Gedanken, in Zweifel und in dennoch immer wieder dazwischen auftauchender Bestätigung… Und ich fuhr mit der U-Bahn in die komplett andere Richtung, als ich eigentlich wollte und bemerkte es erst, als ich schon fast am Ende war. Wenn das kein Zeichen ist…;) Es musste wohl so kommen. Mit viel Explosion und Action. Es passt gerade alles zusammen...

Ich habe beschlossen nur noch zu genießen und mich nicht mehr in irgendwelche Zwänge zu verwurschteln und mich anzupassen. Wozu auch? Wenn ich mich ganz und gar fühle, glücklich und ausgeglichen, was mehr kann ich mir hier in diesem Leben wünschen?

Ich fuhr zum Meer und fühlte mit jedem Moment die Richtigkeit meiner Entscheidung.
Mir wurde ein Sternenschnuppenregen im Universum geschenkt, welcher das alles nicht hätte besser besiegeln können…
Ich hatte nicht mal einen Wunsch, weil gerade irgendwie alles da ist…

Und zu meiner Überraschung laß ich dann einen Artikel, der mich staunen ließ, weil ich genau das gerade durchlebte…

 

01.10.2010 um 10:42 Uhr

Wandlung

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Nach elf Jahren, mache ich nun einen Schritt ins Unbekannte. Ich laufe einfach los und fühle dabei, wie sich mein Weg manifestiert. Ich muss nicht wissen wohin, oder warum. Es gibt so viele Gründe, so viele Ideen, so viele Möglichkeiten, dass mir schwindelig würde, wenn ich sie alle von allen Seiten betrachten würde. Ich fühle all diese verschiedenen Ebenen. Aber es macht keinen Unterschied. Es ist egal, denn eines überwiegt: Meine innere Stimme. Meine Sicherheit, wo äußerlich eigentlich keine Sicherheit greifbar ist. Es ist nichts Physisches, nichts Greifbares. Das lässt unsere menschliche Seite zweifeln und jagt ihr Angst ein. Manchmal kommen Zweifel und ich fühle nach, woher diese Zweifel kommen. Was ist es in mir, das einen Schritt zurück möchte? Und in diesem Moment ist es die Angst. Die auferlegte und irgendwann einmal automatisch angenommene Angst. Wenn ich erkenne, wer in mir diesen Schritt möchte, ohne es abzulehnen oder weghaben zu wollen, dann kann ich entsprechend handeln. Ich beobachte und erkenne. Und dann kommt das Handeln von allein. Ja, ich fühle mich stark und ich fühle mich mutig. Aber das ist etwas, was einfach irgendwie passiert, wenn meine Zeit dazu gekommen ist.

Es ist etwas, das ~ist~
In der nichtpolaren Welt, dem Universum, da gibt es kein Richtig, kein Falsch, kein Oben, kein Unten, kein Misstrauen, kein Vertrauen, keine Angst, keine Sicherheit. Da ist es einfach „nur“. Ich verstehe das vollkommen. Doch jetzt kann ich es auch fühlen… Ich möchte es Dasein lassen, während ich meine menschlich, physischen Erfahrungen sammele.

Der gestrige Abend war spiegelherzlich, aber dieses Mal war ich bei einer bewussten Frau, die das Wesentliche liebevoll zum Vorschein bringt. Sie bringt dich intuitiv zu deinem wahren Kern und lädt dich ein, bewusst zu fühlen, wenn du es möchtest… Wenn ich bei ihr war, dann strahle ich aus meinem tiefsten Innern und fühle mich bestärkt in meinem Sein. Ich nehme mich an. In jedem Moment…

Und dann ziehe ich auch noch diese Karte...

 



 

10.09.2010 um 11:51 Uhr

Veränderungen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich bin gerade verliebt in die ganze Welt. Alles kribbelt und bewegt sich, tanzt und schlägt Purzelbäume in mir. Da macht es auch gar nichts, dass Autofahrer mir wütend hinterher hupen oder Sprühregen waagerecht in mein Gesicht klatscht. Auch, dass ich so früh aufstehen muss stimmt mich nicht länger muffelig, als innerhalb der Zeit des Aufstehens. Emotionen, die kommen und gehen. Letzte Woche um diese Zeit bin ich durch das ganze Spektrum menschlicher Emotionen innerhalb weniger Minuten gegangen. Trotz, Resignation, Wut, Trauer, Erleichterung. Ich hab sie alle einmal durchgefühlt und spürte, wie ich mich entscheiden kann. Als stünde ich in einem Baumarkt in dem mir alle möglichen Wandfarben gezeigt werden und ich mich letztendlich für eine dieser Farben entscheide. Ich wusste, wenn ich mir eine dieser Emotionen näher betrachte – heranzoome – dann werde ich zu dieser; dann identifiziere ich mich mit ihr und steigere mich hinein. Dieses bewusste Beobachten schenkte mir Freiheit, Abstand und einen klaren Kopf. Es konnte eine Ebene tiefer sinken, weil ich nicht aus einer Emotion heraus handelte. Mein Herz durfte sprechen und einen Impuls in die Richtung geben, in die es gehen soll. Auch mit dem Durchleben einer dieser Emotionen, wäre ich wohl in die für mich bestimmte Richtung gegangen. Allerdings hätte ich dann nicht aus meiner Mitte heraus entschieden, sondern vom Außen über das entscheiden lassen, was Innen sowieso da ist. Ich hätte mich vielleicht getriebener gefühlt... So fühle ich mich nun gestärkt und klar und weiß, wohin ich möchte. Vielleicht entscheide ich mich nicht bewusst für das "Ziel"… Aber ich kann meinen Romweg wählen und die Umstände bestimmen und fühle mich dem Leben nicht so ausgeliefert. Auch wenn ich weiß, dass selbst dann alles seinen Sinn hat.

Mein Traum ist schon bald zu Ende geträumt und ich fühle nur noch Erleichterung, Motivation und Umbruchfreude.

 

21.04.2010 um 17:40 Uhr

Immer wieder A N D E R S!

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Immer mal wieder keimt in mir der Wunsch nach Veränderung auf und da ich nicht alle Nase lang umziehen, neue Partner und Friseurbesuche über mich ergehen lassen kann, muss ich eben die vorhandenen Rahmenbedingungen anpassen. Deshalb wurde mal wieder ne Spontanaktion gestartet. Habe meine kleine Bude umgekrempelt, von links nach rechts geschoben, Fleischwunden, Beinbrüche, Angriffe von Raubtieren und Hüftgelenksverschiebungen in Kauf genommen um wieder ein bisschen frische Briese in mein Heim zu zaubern. Eigentlich ist da nicht groß viel zu räumen, alles hat seinen Platz, Spielraum gibt’s nicht, aber wenn der Drang erstmal da ist, dann ist’s mir egal. Dann muss improvisiert werden und Bett aufn Schrank gebastelt werden, oder so… Und ich bin sooo stolz auf mich! An einem Abend hab ich alles mir vorgestellte umgesetzt. Keine Verfrickelungen im Detail alter Aufzeichnungen, Postkarten von Oma aus 1992 oder Ablenkungen in Form von Fressen, Fernsehen, Internet, Telefonate. Mit einem Rutsch hintereinanderweg. Optimal ist es nun vielleicht nicht, aber ANDERS!! Und Anders ist toll! *Außer vielleicht der Thomas.. ähäm*

Jetzt bin ich wieder gern zu Hause und meine kleine Rotznase kann selbige wieder in neue Abenteuerentdeckungsreisen stecken.

Ich klopf mir mal eben auf die Schulter.

04.02.2010 um 17:11 Uhr

Erinnerungen

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Manchmal wünscht ich mir, ich hätte die Muße Tagebuch zu schreiben.

Ich treffe einen jungen Mann wieder, den ich 2001/2002 (siehste, ich kann mich nicht einmal mehr genau an das Jahr erinnern…) das erste Mal getroffen habe und mit dem ich einige Monate (oder wie lang auch immer ;) ) verbracht habe. Es war ein Kennenlernen. Ein Genießen des gemeinsam erlebten Sommers in der großen Stadt. Und ein Abschied in ferne, mir nur aus Rundfunk bekannten, Welten. Welten am anderen Ende, die man erreicht, würde man hier ein Loch in die Erde bohren. Er verweilt nun also wieder in D. Und wie immer, wenn das der Fall ist, gibt’s einmal jährlich – wenn’s hochkommt (ihr wisst ja, Zeit merken und so…) – eine „Weißt-Du-noch-damals“-Begegnung. Natürlich werden auch Neuigkeiten ausgetauscht, die niemals alle in einen kleinen Abend passen. Aber diese „Weißt-Du-noch-Geschichten“ verblüffen mich. Mich überkommt das Gefühl, gar nicht dabei gewesen zu sein. Da ernte ich detailgetreue Geschichten einer frühen Schnute, was sie in welcher Satzstellung in welchem Tonfall gesagt hat und was sie dabei an hatte. Nach neun oder zehn Jahren(!?). Ich bin überrascht und lausche mit großen Augen, Ohren und offener Schnute(so oder so) den Monolog. Überrascht auch deshalb, weil ich mich heute darin einerseits wieder erkenne und auf der anderen Seite so komplett gar nicht. Ich bekomme meine Entwicklung gespiegelt, die in keiner anderen Zeit so vorangeschritten ist, wie in dieser. Zehn Jahre (Plus/minus 1 – 5 *lach*). Ich könnt Bücher über Bücher schreiben. Allein das letzte Jahr würde Wälzerformat annehmen.

Ich wünschte mir ein passionierter Tagebuchschreiberling zu sein.
Aber vielleicht treffe ich auch etappenweise immer mal wieder Menschen, die mich in intensiven Zeiten begleiten (also immer). Das ist dann zwar aus einer anderen Perspektive, aber nicht minder spannend...

Immerhin gibt es immer eine Musik, die mich an wichtige Menschen in meinem Leben erinnern. Wenigstens. So auch hier .

 

26.01.2010 um 17:23 Uhr

Den Gefühlen auf der Spur...

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Versunken in meinen Emotionen starre ich auf belanglose Worte auf dem Papier. Sie verschwimmen und ich bin nur noch eins mit meinem Selbstzweifel. Sie verschwimmen und ich kann nicht sagen, wie lange ich schon auf diese Worte starre, die keinen Sinn ergeben. Worte, die ich nicht mal reinlasse. Ich weiß nicht, ob schon eine halbe Stunde oder gerade mal 3 Sekunden vergangen sind. Ich spüre nur die Beklemmung in meiner Brust und meine angestrengte Stirn, die sich verkrampft in Falten legt. Mein zappelndes Bein versucht die Spannungen zu lösen, die sich stapelweise in meinen Körper und Geist gelegt haben. Gedankenkreise bahnen sich ihren chaotischen Weg und finden die Tür nicht. Nichts hat mehr Raum, außer diesem Gefühl und dieses Bild, welches ich nicht mehr aus meinem Kopf gejagt bekomme. Zu Hilfe, ich bin Mensch! Ich fühle mich lebendig und spüre diese fette Aufgabe, die ich mir wohl mal aufgebrummt habe. Ich verschmelze mit dem Schmerz und laufe ihm nach, anstatt meinem eingeimpften Impuls Folge zu leisten, ihn wegzudrücken. Zu welchem Ursprung führt er mich? Was verbirgt sich dahinter?

Ich, Mensch, darf es mir erlauben so zu fühlen… Ich darf mir dafür Verständnis entgegenbringen. Ich darf mir für dieses Fühlen vergeben und mich in Dankbarkeit hüllen, dass mir die richtigen Menschen, am richtigen Ort dabei helfen, diese Herausforderung anzunehmen, auch wenn ich sie durch mich gespiegelt sehe und manches mal am liebsten den Stolz gewinnen lassen möchte, weil es doch so schön einfach wäre.

Von innen sieht die Tretmühle sehr viel enger aus, als von außen.
Ich komm mal raus und atme Frischluft…

 

05.01.2010 um 13:13 Uhr

Schritt für Schritt

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Musik: Röyksopp - This must be it

Nun sind sie vorbei gerauscht, die Tage, die Wellen, die Gefühle. Vorweihnachten, Weihnachten, Nachweihnachten, Silvester, Neujahr. Alles Hand in Hand. Intensiv, erkenntnisreich, wachsend, entfaltend, dramatiös  und lichterloh blinkten die Tage. Eine Spirale bildend, zwischen Schatten und Licht.

Meine Geschichte, meine Zukunft, mein Jetzt füllt sich, dehnt sich aus, das Spektrum erreicht ungeahnte Tiefen, überschreitet Hürden, durchläuft Gassen, gelangt ans facettenreiche Licht mit all seinen Farben. Und am Schönsten: Der Preis, das Ankommen - das immer mehr Seindürfen. All die Spiegel um mich herum, hinter denen sich ein Stück Ich verbirgt, zeigen mir die Schönheit meines Seins und vermischen die Strahlen der Anderen zu einem. Gott, sind wir hell, wenn wir wollen!

Doch auch das Dunkel wirft sein Licht auf mich. Führt mich zu Ecken und Kanten an denen ich mich stoße. Es tut so weh. Und im Moment des Schmerzes und der Trauer wünsche ich mir das Aussterben – das aus mir heraus sterben meines Egos. Dann kämpfe ich und sehe ganz genau, was da kämpft und was da gerade so sehr schmerzt. Und auf kuriose Art und Weise macht mir das keine Angst. Rückwirkend betrachtet ist das ein süßer Schmerz, weil er mich vorwärts bringt, weil er mich heilt, weil er mich stärkt und mutig werden lässt. Natürlich brauche ich den Schutz und mein gewobenes Netzwerk an Vertrautheit, an Liebe von meinen Herzstreicheln.

Punkt Zwölf. Ich stand inmitten von selbsterwählten Menschenkindern zu diesem Ereignis. Am Strand mit Wellenrauschen im Ohr. Mit Salz auf den Lippen. Erst durch die Luft, dann durch die Tränen, die sich ihren Weg bahnten. Punkt Zwölf und ich war berührt. Knopf an. Komisch. Ich hatte das nicht geplant. Und auch nicht vermutet. Aber plötzlich kamen alle Erinnerungen des vergangenen Jahres in Dosen, in Wellen. Nicht als Bilder. Eher als Gefühl. Als einen ganzen gesammelten Klumpen an Gefühl. Menschen, die mir dieses Jahr so ergreifend nah kamen, standen nun vor mir. Worte waren mal wieder schwer formbar, mein Herz schrie zu laut. Und winkte dem Windlicht gen Süden hinterher. Mir war nach einer Liebeserklärung. Mir war nach Festhalten und nach Gehenlassen. Ich wollte Dich greifen und tat es auch. Dabei traf ich Entscheidungen, die Andere zurückstießen und ins Wanken brachte. Aber auch da wurde aufgedeckt, gelernt und erkannt.

***

Mit schwerem Herzen und einem Pieksen in der Brust laufe ich Deinen frischen Schneespuren nach, ohne auf sie zu treten.
~Manchmal flüchten wir ohne zu erkennen, dass wir gerade vor uns selbst flüchten~
Ich werde zum Meer geführt, wo die Wellen ihre eigene dynamische Sprache sprechen, die ich gerade glasklar verstehe. Der Strand ist schneeweiß, der Morgen grau. Immernoch tapse ich neben Deinen Spuren her, die mir entgegen kommen. Ich bin versunken in meinen Gedanken und gebe meinen Emotionen Raum, die die Wellen sofort transformieren und gleichzeitig mit Neuem füllen und stärken. Ich fühle mich so klein mit meinen Ängsten neben dem wilden Meer. Und doch spüre ich die Wichtigkeit meines Anteiles hier. Hier. Genau hier. Die stürmischen Wellen machen frei und erzählen wie alles seiner Logik folgt. Sowieso. Immer wieder. Es ist einfach so. Einfach so. Ich nehme dieses Gefühl mit. Es inkarniert in mir.
Ich sehe einen Stein, der meine Geschichte zu erzählen scheint. Er erinnert mich an… mich… Ich hebe ihn auf und denke dann, dass diese Erinnerung an mich genau hier liegen bleiben sollte. Sie gehört hierher und summiert sich mit all den anderen Erinnerungen.
Als ich wiederkomme mit Frischluft in meinen Lungenflügeln, mit neuem Elan, mit klarem Hiersein, bist Du da und breitest Deine Arme aus. Wir gucken uns in unsere verweinten dicken Augen und verstehen uns schweigend. Alles ist gut.

Es kommt etwas ins Rollen, das nicht aufzuhalten ist. Es rollt in seinem eigenen Zeitgeist. Wir entkleiden uns auf der Suche nach unserem Innersten. Je bewusster, desto spürbarer und wirkungsvoller.

Schon komisch. Ich war gerade am Meer und ich vermisse es jetzt am meisten. Aber die Erinnerung daran belebt und wiegt mich sanft in Gelassenheit.

~Schritt für Schritt~

 

 


 

 

 

 

 

23.10.2009 um 10:55 Uhr

Akzeptanz oder Ablehnung?

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Da war doch was.
Irgendetwas hatte ich aus den Augen verloren…
Irgendetwas hatte ich hinter dem Vorhang gehalten.
Und einen wirklich wichtigen Schritt zwischendrin vergessen und verdrängt.
Mich somit eigentlich selbst betrogen.
Es ist außerordentlich raffiniert, wie wir uns selbst betrügen können.
Wir sind richtige Verdreher.
Wir sind faszinierende Schauspieler im Spiegel unseres Selbst.
Suchen im Außen, den Grund für unseren Schmerz.
Wenn wir doch nur wieder den Zugang zu uns finden würden!
Wir müssen hinter keiner selbsterrichteten Fassade leben und uns somit von uns selbst entfernen.

Und ich muss auch nicht in der Wir- oder Man-Form sprechen, um die Dinge auf Distanz zu halten.
Ich schaffe mir dadurch eine künstliche Trennung. Halte mich vom Kern fern. Von der Wurzel des Geschehens. Und werde so nicht in Akzeptanz mit mir gehen können.

Und jetzt?
Wie ich es drehe und wende, ich komme immer wieder auf das gleiche Ergebnis - auf den gleichen Grund.
Alles was ich an Anderen ablehne, halte ich von mir fern und lehne somit auch an mir selbst ab (wobei dem erstmal die Erkenntnis vorangegangen sein sollte, dass es sich um Ablehnung handelt). Ablehnung geht immer wieder einher mit mangelnder Selbstliebe. Das mag sich logisch anhören… für den Verstand. Aber kann ich das auch so f ü h l e n?

Das war die Krux in meinen Selbstanalysen. Alles hinterleuchtet – toll. Aber einen ganz wichtigen Schritt dabei unterdrückt und mich somit vom Fühlen meines Wesens abgehalten. Wenn es um ein wichtiges Lebensthema (ich nenne es ungern „Problem“) geht, welches mich fordert, dann habe ich bisher sofort versucht dem Ideal meines Verstandes gerecht zu werden und zu entsprechen. Das ist ein cleveres Ding! Die Themen in meinem Blog sprechen sehr oft von meinem Ideal, meinem Wunschdenken. Der Drang immer alles sofort in Liebe aufzulösen mag ja sehr weise sein, ist aber für den Lernprozess zu schnell und meistens auch ein Schutzmechanismus, um nicht zu tief gehen zu müssen. Vielleicht sollte ich überhaupt erstmal
a n s c h a u e n, was kommen möchte. Es f ü h l e n. Mich hineinbegeben und wirken lassen. Hinschauen, worum es bei diesem Thema überhaupt geht. Was dabei an Gefühlen eigentlich wirklich anwesend ist. Was will ich denn sonst auflösen? Ich weiß doch gar nicht, was ich gehen lasse, wenn ich es sofort von mir wegschiebe und es vorher nicht einmal angeguckt habe bzw. nur an der Oberfläche wahrnahm.

Gestern hatte ich das erste Mal – das erste Mal, an das ich mich bewusst erinnere – einen Augenblick, wo ich ein Thema, eine Baustelle von mir, direkt angeschaut und gefühlt habe. Indem ich das tat, geschah etwas Unglaubliches. Ich konnte es zum ersten Mal an mir
a k z e p t i e r e n! Ich konnte es fühlen, den Schmerz anschauen. Wow! Welche Stärke plötzlich präsent war! Ich komme nicht mehr in die Rechtfertigungsposition. Indem ich es akzeptiere, kann ich zu mir stehen und meine Selbstliebe nähren, ohne dass ich diese Leere von außen füllen muss. Alles ist in mir! Das ist bahnbrechend. Alles Gelaber für’n Wind. Das Gelaber wirklich e r f ü h l e n ist das Geheimnis. Wie einfach alles sein kann, wenn man selbst die Wahl hat: Gehe ich in Akzeptanz oder in Ablehnung? Ich habe die Wahl. Ich schaffe mir meine eigene Welt. Verblüffend, wie ich mich mit meinem Wegschiebe-„In-Liebe-auflösen“-Mechanismus oft selbst belogen habe…

Manchmal ist der Schritt zur Einfachheit eben alles andere als einfach.

Alles wird sich ändern – ich spüre es. In andere Richtungen, als ich denke.

Also denke ich wohl lieber nicht…
Denken wird überbewertet! ;)

 

15.10.2009 um 13:43 Uhr

Entscheidung gefragt!

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Es geht darum Verantwortung zu übernehmen für einst getroffene Herzensentscheidungen. Endlich mal. Aktiv und bewusst. Sicherlich ist das Universum ein schwingendes Ding und Gestern ist nicht gleich Heute und Morgen nicht Gestern, aber Ausreden findet man wohl immer um sich vor Verantwortung zu drücken. Es geht darum zu Selektieren. Was ist wirklich wichtig? Es geht endlich mal um mich. Eine total von außen unbeeinflusste Entscheidung aus tiefstem Herzen zu treffen. Es geht darum es endlich mal nicht allen Anderen Recht machen zu wollen, um in vollendeter Harmonie zu leben und damit von sich selbst abzulenken und wegzulaufen. Es geht darum bei sich selbst zu bleiben oder zu sich selbst zu finden (wenn man noch nicht da ist) und dabei seine Umwelt trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Im Einklang sein. Mit Dir und mir. Mit allem.

Ich erkenne Muster wieder. Und auch, wenn die Art mich in diese Rolle zu pressen oft sehr schroff ist und ich mich im ersten Moment aus Trotz dagegen versperre, blockiere, ablehne und zurückschieße – so ist sie doch hilfreich, wenn ich mich später wieder dafür öffne und reflektiere. Zugeständnisse machen und Einsehen haben das macht eine runde, gesunde Selbstreflektion aus. Die tut weh, aber nur dem Stolz… und der ist Sch(w)ein!

Mut beweisen. Integrität. Zuversichtlich in die Zukunft sehen. Ein Ziel haben. Herausforderungen annehmen. Auf die Zeichen achten.

Damit ich auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann!

Ist das denn so schwer?
Manchmal ist der Hut viel zu klein, um all diese Dinge darin zu verstauen…

 

15.10.2009 um 10:22 Uhr

EntBlätterung

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Es wird da gerade etwas wach. Etwas Großes.
Ich bin ganz kurz vor einer Erkenntnis. Ich fühle, wie etwas durch einen bereits geöffneten Türspalt lunzelt. Noch etwas schüchtern, den richtigen Zeitpunkt abpassend, aber genau wissend, wann es soweit sein wird. Mit einer wachen, kraftvollen Präsenz und einem Geschenk in beiden Händen. Ein Geschenk so kristallklar, wie ein tiefer, blauer Bergsee. Und es ist der Lohn für meine Seelenarbeit, der letzten Wochen, Monate, Jahre, ichweißesnicht.

Woher ich das so genau weiß?
Meine Träume verraten es mir… und ein Wissen in mir. Intuition?
Irgendetwas blättert sich so langsam von mir ab.

Eine alte Struktur löst sich auf. Ich weiß noch nicht, wann und durch was genau es passiert ist. Die letzten Wochen waren voller Emotionen und Gedankenkarusselle. Mir ist aufgefallen, dass ich ein absoluter Denker bin, dass Kommunikation ein wichtiger Bestandteil meines Wesens ist und mein Intellekt sehr stark ausgeprägt. Diese Erkenntnis hat Welten bewegt und mich veranlasst alte, in mir verankerte Glaubenssätze zu überprüfen. Das hat noch mehr Chaos angerichtet. Ich drehte mich ständig im Kreis und setzte mich unter Druck, wo es nur ging. Druck, Druck, Druck. Mein Gott, ich hab schon Druckstellen… Doch irgendwie hat das etwas mit mir gemacht. Trotz des Kreistanzes hat es mich vorwärts gebracht.

Ich weiß, dass dieses Wochenende etwas damit zu tun hat. Allein schon die Entscheidung an sich wird etwas in mir heraus lösen.
Nur wie entscheide ich mich? Es fällt mir unglaublich schwer, weil der Verstand seine Argumente bereitgelegt hat. Ich weiß, dass ich mit Denken hier nicht weiter komme. Rein logisch fühlt sich nicht rein an für mich. Ich habe die Möglichkeit an einem Workshop teilzunehmen, nach dem ich mich schon lange sehne. Mein Gefühl sperrt sich jedoch dagegen und ich hab keine Ahnung wieso. Wenn es Angst vor etwas Neuem ist, dann weiß ich, dass ich sie überwinden sollte… Auf der anderen Seite gäbe es ein Konzert in einer anderen Stadt mit mir weniger bekannten Menschen. Das klingt weniger spektakulär, aber hier stehen auch alle Möglichkeiten offen. Abwägen bringt nix, weil wegen Druckspuren… Aber was tun? Jetzt muss eine Entscheidung her. Dem Schicksal übergeben hat nicht viel gebracht – ich muss aktiv werden und mich bewusst für meine Zukunft entscheiden… Jetzt!

Die Druckspuren verteilen sich im Bauchraum…

 

22.09.2009 um 11:32 Uhr

Spiralförmiger Brummkreisel

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

Stimmung: energiegeladen

 

Wo fang ich denn schon wieder an?

Alles in Bewegung und immer auch in Richtung Wachstum ausgerichtet. Ich müsste langsam schon 3 Meter groß sein, wenn man das nur an den Dingen misst, die mir Tag für Tag begegnen… Ein freudiger Tanz der Emotionen von hier nach da und von der Mitte, aus der Mitte und wieder zurück. Dieser Richtungstanz ist individuell und macht Spaß. Das ganze Leben macht Spaß – selbst wenn es mal weh tut. Ich liebe es hier zu sein – liebe es Erfahrungen zu sammeln. Sammeln und jagen. Mit vollster Intensität. Alle, die ich habe. Leidenschaftlich. Manchmal weiß ich nicht so recht wo ich hingehöre – verliere mich im Detail, oder streife alles mal kurz im Vorübergehen. Dann versinke ich im Chaos und der Zugang zu meinem innersten Innern scheint blockiert. Da aber alles ein Wechselspiel ist, komm ich irgendwie wieder an und spüre wofür mein Herz klopft. Ich denke, so langsam sickert der Grund meines Hierseins – meines Soseins. Dem jetzt nur noch eine Richtung geben…. Nur noch… Wenn Nurnoch nicht so scheinheilig mit dem Zaunpfahl winken würde… Hier entlang! Folgen sie dem weißen Hasen! Aber Häschen, halte ein für einen Moment! Wir haben keinen Zeitdruck! Alles Hirngespinst.

Keine Angst mehr was zu verpassen. Nicht mehr alles gleichzeitig. Kein innerer Druck es jedem Recht machen zu müssen.
Bedacht. Ruhend. Mehr Raum für meine Bedürfnisse – meine wirklichen Bedürfnisse!

Ich hab meine Mitte wieder. Schön ist das.

Veränderung ich spür Dich kommen.
Sie kommen Dich zu holen, niemand wird Dich finden – Du bist bei miiiiiiirrrr!!!
(Tschulldigung, der musste sein *kicher*)

 

11.09.2009 um 16:03 Uhr

Abschied

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

  

Meine Liebe Helene,

ich fühle Veränderung in meinem Leben. Veränderung, die mich nun in andere, neue Richtungen führt. Veränderung, die mich dazu bewegt heute mit einem wichtigen Teil abzuschließen. Das war für mich keine leichte Entscheidung, aber doch eine, die schon längst fällig ist und sich deutlich fühlbar in mir zeigt. Deine Mail ist ein weiteres Zeichen dafür. Ich nehme sie zum Anlass mich von Dir und der Gruppe zu verabschieden. Die letzten Male haben mir gezeigt, dass die Zeit dafür nun reif ist. Das bitte ich Dich nun nicht in die „falsche Sparte“ abzulegen, wie Du so schön sagst. Denn ich möchte nicht gehen, ohne Dir zu sagen, welch ein Segen Du für mich warst und wie viel Impulse Du in meinem Leben gesetzt hast, riesige Tore in mir zu öffnen! Ich bin Dir unendlich dankbar für die Zeit und für das gemeinsame Wachsen. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich bin glücklich, Dich zu kennen, Deine Wärme und Güte fühlen durfte, und mir Deine Liebe, Offenheit und Dein wertvoller Erfahrungsschatz zu Teil wurden! Aber wie jeder Abschied ist er neben Dankbarkeit auch mit Melancholie und Traurigkeit gefüllt. Ich werde die Zeiten von früher vermissen bzw. vermisse sie schon jetzt. Aber ich habe Vertrauen in meinen Weg und ich weiß, dass er mich in die für mich „richtige“ Richtung führen wird. Und wenn es so soll, dann werden wir uns wiedersehen. Wer weiß, was morgen, in einem Jahr oder später ist… vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder… Ich bin jedenfalls sehr dankbar, Dich als meine spirituelle Wegbegleitung für die letzten zweieinhalb Jahre gefunden zu haben! Und eines kann ich Dir sagen: Mein Weg geht weiter – ich habe viel gelernt und wenn ich eines weiß, dann, dass ich keine Rückschritte machen werde – im Gegenteil!

Ich wünsche Dir alles Gute und ein freudvolles und lichtvolles Lernen mit Deinen Schülern!


Alles Liebe,
Schnute

07.09.2009 um 11:27 Uhr

Marionetten der Gefühle

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Lieber Engel, mein treuer Wegbegleiter,

heute wende ich mich an Dich, weil ich Deine Unterstützung brauche. Lange habe ich Dich nicht mehr kontaktiert und ich hoffe, Du bist nicht traurig deswegen.

Bitte hilf mir auf meinem Weg, nicht mehr Marionette meiner Gefühle zu sein. Keine Selbstgeißelung mehr durch Machtspielchen. Keine verschlossenen Herzen, durch Mauerbau.

Auf der Suche nach wirklicher Nähe, brauche ich Distanz. Abstand. Abstand von allem Außen, um mein Innen wieder zu finden. Ich brauche mir keine Liebe von anderen „erbetteln“, um meiner Selbst wert zu sein. Oder mein Ego zu stärken.
Ich möchte wieder spüren können, wer ich wirklich bin.
Mich wieder schätzen und lieben. Auf der Suche nach meiner Wahrheit.

Bitte zeig mir den Weg auf meiner inneren Reise!

Ich bin so sehr fokussiert auf dieses einengende Gefühl, dass ich erblinde – nichts anderes mehr sehen und fühlen kann.
Ich fühle die Resonanz meines Körpers, ich fühle meine innere Zerrissenheit. Ich fühle mich gefangen davon. Finde keinen Ausweg. Ich kann ihn sehen, aber nicht fühlen. Jetzt, gerade jetzt ist mir nach Leben dieser Emotion. Ich habe mir versprochen, meine Emotionen leben zu dürfen, ohne den Drang haben zu müssen, sie sofort wieder zu wandeln. Meine Emotionen sind völlig menschlich. So spirituell, wie ich auch denke und fühle, das Menschsein möchte ich mir erlauben zu leben. Denn Erdflucht macht sich mehr als breit. Flucht in meine Träume, Flucht in mein kleines, großes Universum. Wie sagte Serena? Ich habe auch hier auf der Erde meine Bühne auf der ich auftreten kann. Danke dafür! Und wenn ich schon dabei bin… Danke! An die beiden wichtigen Menschen in meinem Leben, die mir erlauben, Ich zu sein. Die mir sagen, es ist alles okay… wie Du bist, was Du tust… was Du fühlst. Die Verständnis und den tiefen Glauben in mich haben. Die mir ganz viel Kraft geben in Momenten des Schwachseins. Sie drehen sich nicht um, weil sie mit dieser Energie nicht umgehen können, oder weil sie diese Emotionen gerade nicht tragen können. Sie fangen mich auf und sprechen mir Mut zu, ohne gleich den Masterplan auf einem Silbertablett servieren zu müssen. Sie nehmen mich in den Arm und geben mir Liebe, aus sich selbst heraus – ganz wichtig. Nicht nur, weil ich es gerade brauche, sondern viel viel wichtiger: ~Weil sie die Liebe zu mir wirklich fühlen~ Danke von ganzem, tiefstem Herzen für Eurer Vertrauen in mich!!

So. Nachdem ich mich ausgiebig meiner Emotion gewidmet habe, solange bis sie mich ankotzt, werde ich mich -mit Hilfe von Dir, mein liebster Engel- wieder nach „Oben“ verbinden und Raum für mich schaffen. Der erste Schritt mit Hilfe eines wunderbaren Räucherrituals und gleichzeitiger Innenschau gestern Abend ist gemacht…

(Danke liebster Folklorum-Räuchermann! <- Mein Glücks- und Lichtbringer des Wochenendes!)

 

06.08.2009 um 16:49 Uhr

Wut im Bauch

von: Tigerschnute   Kategorie: Lebensphasen

 

Ich hab mich geärgert. Richtig doll. Sogar ein bisschen Wut hat ausbrechen wollen. Uiuiui…
Und als ich mich da so im Ärger suhlte – rechts, links, oben, unten, vorn, hinten, mittendrin und allen Himmelsrichtungen, die wir noch nicht kennen, meine Gedanken im Kreise Zwölferbahn fuhren und mein Körper langsam zittrig wurde, passierte es plötzlich in mir.

STOPP!
Was soll das eigentlich? Was mach ich hier? Wohin führt das Ganze?
Mir ist aufgefallen, was ich mit mir und anderen tue.
Jemand ist wegen einer scheinbaren Banalität sauer auf mich. Und ich? Ich geh voll rein, nehme mir das an, suhle mich, ärgere mich, rege mich auf, weine und wüte… wegen was? Einer scheinbaren BANALITÄT! Moment mal! Ich ärgere mich hier gerade krumm, weil sich jemand über eine Kleinigkeit ärgert???? Tue ich dann nicht in diesem Moment genau dasselbe, was ich bei anderen ablehne? Was für ein Mechanismus, mannoman. Ich kann mich entschuldigen und dann die Dinge, die da noch ablaufen, bei „jemandem“ lassen. Fertig. Aus die Maus. Wenn ich mich da hineinsteigere, was passiert dann wohl? Ich nähre das Problem des anderen und versau damit nicht nur seine Stimmung (die ohnehin schon unten ist) sondern auch noch meine eigene. Bei mir läuft das alles mehr oder weniger intern ab, aber der Andere spürt doch trotzdem die Energien, die da durch die Gegend purzeln. Es wirkt. So oder so. Mit oder ohne bewusstem Einfluss…

Was tue ich stattdessen?
In Liebe sehen. Wirklich. Von Herzen.
Das fällt oft schwer, weil aus den Emotionen heraus alles schwarz ist und man doch eigentlich sooo Recht hat!
Der Trick? Vogelperspektive. Mal wieder. Wie sieht denn diese Starre in mir und uns überhaupt aus dem Universum (Baum reicht ja auch schon)
betrachtet aus? Ja, total albern! Im Moment ist es vielleicht das größte Problem, aber im ganzen Leben? Also steh ich mir mit meiner in mir zusammen gefallenen Starre nicht mehr selbst im Weg und betrachte mit Liebe. Das ist die Lösung aller Probleme. Ich möchte ja echt nicht hippiemäßig klingen, aber es hilft. Das sind alles die verletzten inneren Kinder, die da in uns walten. Wenn man das verstanden hat, kommt die Liebe von allein.

Und wenn ich verzeihen kann… dem Anderen und vor allem mir selbst… dann ist es Liebe. (Amen.)

Ein schönes Gefühl Fortschritte zu spüren. Fast schon bin ich solchen Situationen dankbar, weil sie mich immer wieder zum Weiterkommen animieren.
Und das ist wiederum paradox. Denn einerseits ist der Auslöser eine Kleinigkeit, die Programme dahinter aber andererseits viel größer… Ich kleines Menschlein guck mich also von oben an, um festzustellen, dass die Situation aus einer Lappalie heraus resultiert, um dann mit Liebe zu fühlen und am Ende doch festzustellen, dass die Situation zum Wachstum notwendig und wichtig uuund eigentlich KEINE Kleinigkeit war… Ohje, ohje… Kann mir wer folgen?

Macht ja nüscht.
Gut ist jedenfalls, dass aus der kleinen Kleinigkeit keine kaputten Wände zustande kamen… Die hätte ich nämlich beinah eingetreten… Die Rechnung meiner Firma hätte ich ungern begleichen wollen…