Im Hier und Jetzt

07.08.2007 um 10:05 Uhr

Koch-Schau und Hausfrau

von: Xenia

Die Fernseh-Koch-Schau ist beliebt.
Wer zuschaut staunt, dass es sie gibt,
Genüsse, die zu zaubern sind,
verblüffend einfach und geschwind.

Zuerst trinkt man ein Gläschen Wein,
der darf hier gern vom Feinsten sein.
Die Auswahl ist - so scheint’s - geglückt,
denn alle schlürfen ihn verzückt.

Dann wird geraspelt und geschnitzelt,
gelacht, geplaudert und gewitzelt.
Es schmort und schmurgelt in den Töpfen,
Geniales sprüht aus vielen Köpfen.

Ein Küchenchef sich nie erhitzt,
geschweige denn mal richtig schwitzt.
Entspannt und lässig seh’n sie aus,
die Köche - nicht wie ich zuhaus.

Das heiße Fett spritzt auf dem Herde,
als Hausfrau schuft’ ich wie zehn Pferde,
und Schweiß tropft mir vom Angesicht,
wenn ich kreiere ein Gericht.

Als nach so einem Festtagsschmaus,
vergeblich wartend auf Applaus,
ich dennoch frage: „Hat’s geschmeckt“,
mich nur der Hund zum Danke leckt.

26.05.2007 um 16:52 Uhr

Im Knast nicht erwünscht

von: Xenia

Einem Einbrecher wurde im Knast
seine Strafe zur bleischweren Last,
und weil endlos sie schien,
da beschloss er zu flieh'n,
plante sorgfältig ganz ohne Hast.
Schon nach einiger Zeit brach er aus,
dank genauester Kenntnis des Bau's,
doch wo sollte er hin,
denn im Gartenhaus drin,
hielt er's zitternd vor Kälte nicht aus.
Ganz verzweifelt lief er ohne Rast,
fast verhungert zurück in den Knast,
doch man ließ ihn nicht rein.
Ohne Einweisungsschein
ist man hier kein willkommener Gast.

19.05.2007 um 15:17 Uhr

Sofias Versprechen

von: Xenia

Letzte Woche gab kund die Loren:
"Für den Fußball, da muss was gescheh'n!"
Wenn Neapel schnell aufsteigt,
einen Striptease sie uns zeigt.
Wer will da wohl noch Ballspiele seh'n.
 

21.03.2007 um 10:41 Uhr

Glück im Schatten

von: Xenia

Ein dunkelgrünes Efeublatt
schaut sich im Garten um und klagt:
"Ich bin so müde, fühl' mich matt,
mein Typ ist hier nicht mehr gefragt
in dieser Frühjahrshelligkeit
mit all' dem frischen, jungen Grün.
Ich ziehe vor die Winterzeit,
den Schnee, das Tannengrün,
den Nebel und die Dunkelheit.
Jedoch will ich nicht traurig sein
und ziehe mich diskret zurück
von hellem Licht und Sonnenschein,
im Schatten finde ich mein Glück!"

09.03.2007 um 16:37 Uhr

Schicksalsschläge

von: Xenia

Warum gescheh'n auf seinem Wege
dem Weisen niemals Schicksalsschläge?
Wenn ihn beim Steinschlag trifft ein Brocken,
dann ruft er gänzlich unterschrocken:
"Hab' ich ein Glück, die Welt ist mein,
das muss der Stein der Weisen sein!"