Im Hier und Jetzt

30.11.2006 um 14:51 Uhr

Tiefseetreue

von: Xenia

Man nennt ihn“ Ceratias holboelli“,*
tief unten im Meere, da liebt er sie
sein Fischleben lang,
ist ganz ohne Zwang
der Ehefrau treu und verlässt sie nie.

Ist erst mal die Scheu überwunden,
wenn sie sich im Dunkeln gefunden,
dann sind sie ein Paar,
für immer sogar
aneinandergeschmiegt eng verbunden.

Ein rührendes Schicksal die Zwei ereilt,
sein eigenes Blut er gar mit ihr teilt,
durch den Liebesbiss
ist es ganz gewiss,
dass die Partnerin stets bei ihm weilt.




*Das Männchen des Tiefseeanglers „Ceratias holboelli“ verbeißt sich im Weibchen, bis es mit ihm verwächst und schließlich sogar den Blutkreislaufmit ihm teilt.[/i]

29.11.2006 um 17:58 Uhr

Stummer Vorwurf

von: Xenia

Lässt du mich schon wieder warten,
lange schon ist Fressenszeit!
Ich kam hungrig aus dem Garten,
doch mein Napf stand nicht bereit!

Ständig um mein Futter flehen,
das bin ich jetzt endlich leid!
Kannst du dies denn nicht verstehen?
Mensch, geh’ in dich, sei gescheit!

Du kannst in Geschäfte laufen,
je nach Laune und nach Lust,
was du gern magst, dir auch kaufen,
mir, als Katze, bleibt nur Frust!

Gibt es denn noch keinen Kühlschrank
mit 'nem Griff für Pfoten dran,
woraus Lieblingsspeis’ und Milchtrank
ich stets selber nehmen kann?

Endlich wär’ ich unabhängig,
das gefiele mir gar sehr,
und auf Küchenmöbel spräng’ ich
selbstverständlich auch nicht mehr!

28.11.2006 um 10:57 Uhr

Delphine

von: Xenia

Bewundernswert, wie es Delphinen

mit ihren stets freundlichen Mienen,

erfolgreich gelingt,

so leicht und beschwingt

ganz selbstlos den Menschen zu dienen.

Geschmeidig durchquer’n sie den Pool,

sie springen und dreh’n sich, so cool

sieht das Kunststück aus,

und gibt’s viel Applaus,

dann freut sich der Trainer der „School“.

Delphintherapien helfen Kindern

ihr Leiden erheblich zu lindern.

Das Kommunizieren

beim Spiel mit den Tieren

kann Krankheiten sogar verhindern.

Ein Menschenfreund ist der Delphin,

und hegen und pflegen wir ihn,

dann bringt er uns Freud’

und Heilung bei Leid.

Unermesslich ist dieser Gewinn.

27.11.2006 um 10:41 Uhr

Ein verhängnisvoller Schwips

von: Xenia

Die Elche geben sich oft Tipps,
wo man bekommt den besten Schwips.
Im Herbst ist’s unterm Apfelbaum,
wo sich erfüllt ihr schönster Traum,
denn ist ein Apfel fermentiert
wird er sofort dort konsumiert.
Er schmeckt den Elchen ganz famos,
weil er so wirkt wie Calvados.
Doch einem wurd’ dies zum Verhängnis,
denn er geriet arg in Bedrängnis,
als er zum nächsten Teiche wankte,
der war vereist, das Tier stark schwankte,
glitt aus und brach dann schließlich ein.
Dies sollte bald sein Ende sein,
denn jede Hilfe kam zu spät,
nach diesem Elch kein Hahn mehr kräht.

26.11.2006 um 12:21 Uhr

Ein Buntbarsch namens Yellow

von: Xenia

For he is a jolly good fellow,

in Deutschland, da nennt man ihn „Yellow“ *

Aus Afrika kam er

vor kurzem zu uns her.

Bei der Ankunft, da riefen wir: „Hello!“

 

Durch sein sonniges Wesen genießt

er Beachtung, wird ständig gegrüßt

von anderen Fischen

aus felsigen Nischen

per Flossengruß, der hier so üblich ist.

 

Sein Anblick vermittelt uns Heiterkeit,

das hell leuchtend goldgelbe Schuppenkleid

strahlt aus Harmonie

 bringt viel Energie,

beschenkt uns mit Glück und Zufriedenheit.

 

 

*Der „Labidochromis caeruleuas (in Deutschland „ Yellow“ genannt) gehört zur Gruppe der Cichlidae/Buntbarsche. Er stammt aus dem Malawi-See.

25.11.2006 um 16:36 Uhr

Auf dem Holzweg

von: Xenia

Ein Holzwurm fraß sich durch den Schrank,

das war nicht leicht, der Weg war lang.

Er kämpfte langsam sich voran

und kam dann endlich oben an.

Die Stubenfliege  fragte ihn:

„Mein armer Wurm, wo willst du hin?

Ich kenne leider nicht dein Ziel,

doch dieser Weg hilft dir nicht viel!

Du tust mir leid, die Wahrheit ist,

dass du hier auf dem Holzweg bist!“

Da sprach der Wurm: „Hab’ ich ein Glück,

dass du dich sorgst um mein Geschick!

Für deine Mühe dank’ ich dir,

doch ist sie gar nicht nötig hier.

Ein Wurm, der sich durch Möbel frisst,

ganz klar doch  auf dem Holzweg ist.

Doch dieses Mal, da trügt der Schein,

ein Holzweg muss kein Irrweg sein.

Er bietet meinem Dasein viel,

der Holzweg ist für mich das Ziel!

24.11.2006 um 15:39 Uhr

Ein sonnenhungriges Rhinozeros

von: Xenia

Ein trauriges Rhinozeros

beklagte still sein schweres Los.

Es stand im Zoo und obendrein,

da fehlte ihm der Sonnenschein

Sein Pfleger dachte: „Armes Tier!

Das muss nicht sein. Ich helfe dir.“

Er hatte Herz und auch Verstand

und das Problem sofort erkannt.

So baute man in diesem Zoo

ein Nashorn-Sonnenstudio.

Hier herrscht – wie kann’s auch anders sein –

von nun an eitel Sonnenschein.

23.11.2006 um 11:03 Uhr

Alles ist relativ

von: Xenia

Mein Tierarzt ist sehr kompetent,

ihm niemals jemand widerspricht.

Er sagte neulich vehement:

„Ein Kätzchen, nein, das schnarcht doch nicht!“

Doch diesmal widersprach ich ihm:

„Mein Sascha schnarcht, das kann ich schwör’n!

Die letzte Nacht war es so schlimm,

das konnte man nicht überhör’n!“

„Ich weiß ‚ne Lösung“, meinte er,

„Ein Eingriff ist nicht nötig hier

und für das Tier wär’s schonender,

wenn Sie es setzten vor die Tür

heut’ nacht, bevor Sie schlafengeh’n.“

Und so geschah’s in dieser Nacht.

Nur Sascha konnt’ es nicht versteh’n,

miaute laut mit aller Macht,

bis ich die Tür ihm aufgemacht.

Zufrieden lag er dann bequem

im Bett, er schnarchte leis und sacht.

Und ich  - fand’s sogar angenehm.

22.11.2006 um 10:50 Uhr

Eine Wiederbelebung mit Folgen

von: Xenia

Ein Teichbesitzer war in Not,

er fürchtete den nahen Tod

des Lieblingsfisches, eines Koi,

der war ihm schon so lange treu.

Viel Zeit war nicht mehr zu verlieren,

er musste schnell das Herz massieren,

doch die Behandlung wirkte nicht,

kein Lebenszeichen war in Sicht.

Beatmung half von Mund zu Mund,

der Fisch war wieder kerngesund,

nur sein Besitzer litt Verdruss,

bekam nie wieder einen Kuss!

20.11.2006 um 16:46 Uhr

Schwein gehabt

von: Xenia

In Rüdesheim am schönen Rhein,

da fielen einmal wilde Schwein’

ganz plötzlich in ‚nen Weinberg ein.

Der Schaden war durchaus nicht klein.

Gefressen war’n die edlen Trauben,

der Winzer mochte es kaum glauben,

der Weinberg war total verdreckt,

den Schweinen hat es gut geschmeckt.

Der Winzer, fast verzweifelt schon,

griff dann ganz schnell zum Telefon.

Die Freude sein Gesicht erhellt:

 Versicherung versprach viel Geld.

 Oktober kam -  Weinlesezeit,

es schwitzten überall die Leut’.

Der Winzer lag im Liegestuhl

in Griechenland am Swimmingpool.

Es ging ihm gut, die Sonne schien,

ein Miturlauber fragte ihn:

„Den Hauptgewinn gehabt? – Kann’s sein?“

„Nein“, sprach er: „nur ‚ne Menge Schwein!“ 

19.11.2006 um 18:18 Uhr

Kätzchens Freiheitsdrang

von: Xenia

Im Linienflugzeug Brüssel-Wien
ein Kätzchen saß im Käfig drin.
Ihm dieser Zustand nicht behagte,
es deshalb laut und deutlich klagte.
Doch niemand sein Miau'n erhörte,
worauf die Mieze sich empörte.
Sie öffnete mit viel Gespür
und sehr geschickt die Käfigtür,
gelangte schnell zum Mittelgang,
den sie schlich unbemerkt entlang.
Dann stand das unerschrock'ne Tier
auf einmal vor der Cockpit-Tür.
Die Tür flog auf, die Katz' sprang rein;
der Kapitän fing an zu schrei'n:
"Was ist denn los, bringt schnell die Katz'
ganz schnell zurück auf ihren Platz!"
Doch dieses leider nicht gelang,
das Tier ihm auf die Schulter sprang.
In allerhöchster Handlungsnot
beschloss zu landen der Pilot.
Es war zwar keinem was gescheh'n,
doch alle hatten klar geseh'n,
wie eines Kätzchens Freiheitsdrang
ihr Flugzeug auf die Erde zwang!

18.11.2006 um 11:18 Uhr

Orchideenzauber

von: Xenia

In meinem Wintergarten
blüht wunderschön die Orchidee.
Gelohnt hat sich das Warten,
vergessen Müh' und Weh.
Geduldig sein, ist's nicht für jeden
ein Schlüssel zum Tor des Garten Eden?

17.11.2006 um 11:59 Uhr

Seelisches Gleichgewicht

von: Xenia

Bist du nicht mit dir selbst im reinen,
wirst du auch andern so erscheinen.
Dir steht's geschrieben im Gesicht,
da ist nur Schatten und kein Licht.

Wie tröstlich, wenn da jemand ist,
der dich so liebt, wie du grad bist,
Verständnis zeigt, bedrängt dich nicht.
Schon ist es da, das Gleichgewicht!

16.11.2006 um 16:05 Uhr

Und so entstand die Wanderdüne

von: Xenia

Es sagte ein Sandkorn zum andern:
"Komm' mit mein Freund und lass' uns wandern.
Ich möcht' so gern hinaus in's Grüne."

Gesagt, getan, los ging das Wandern.
Ein Sandkorn folgte nach dem andern.
Und so entstand die Wanderdüne.

15.11.2006 um 20:55 Uhr

Die Leichtigkeit des Seins

von: Xenia

Im Sumpf saß traurig eine Kröte,

die hatte wirklich große Nöte.

Zu dick war sie, das fand sie grässlich

und ihre Warzen, ach, so hässlich.

Sie schleppte sich durch den Morast,

und jeder Schritt fiel ihr zur Last.

Zuletzt kam sie an einen Teich,

 erschöpft schlief sie dort ein sogleich,

 erwachte dann am nächsten Tag,

als diese Szene vor ihr lag:

Libellen schwebten her und hin,

gar prächtig bunt - hellblau und grün.

Die Kröte sprach in großer Pein:

„Warum muss ich so plump nur sein!“

Die Fluginsekten sagten zart:

„Du bist zwar von ganz andrer Art

als wir, die in den Lüften schweben,

doch kannst auch du viel leichter leben.

Versuch’s  im Wasser, zwar ist’s kalt,

doch wenn du schwimmst, wird’s warm dir bald.“

Sie riefen laut: „Spring rein, hopp hopp!“

Die Kröte sprang, es machte: „Plopp“.

Gemächlich schwamm sie hin und her,

und fühlte sich nicht mehr so schwer.

  Und trägst auch du ein schweres Los,

    verzage nicht, schwimm einfach los.         

14.11.2006 um 12:41 Uhr

Der diebische Falke

von: Xenia

Die Luft war mild, der Himmel blau,

im Tierpark bei der Falkenschau.

Die Vogelfreunde groß an Zahl

sie kamen her von überall.

Der Falke wurde nicht geschont,

er zeigte Flugkunst wie gewohnt.

Ganz plötzlich war es dann gescheh’n,

man sah, wie er aus Himmelshöh’n

pfeilschnell flog zur Tribüne hin.

Was war’s, was ihm kam in den Sinn?

Der Vogel prüfte jeden Kopf,

er suchte sich den schönsten Schopf

und krallte sich entschlossen fest.

Der Schopf bestand zwar diesen Test,

doch nur für eine kurze Zeit.

Das Tier war bald darauf bereit,

 flog rasend schnell dann in die Höh’,

in seinen Fängen – ein Toupet!

Der Mann, dem dieses war gescheh’n,

er wollte fast vor Scham vergeh’n.

Da stand er nun, der arme Tropf,

ganz ohne Haare auf dem Kopf.

Der Vogel kreiste mit der Beute,

zum Gaudium der vielen Leute,

der Falkner hilflos kommandierte,

der Falke jedoch nicht parierte.

Letztendlich kam er doch zurück

und stampfte wild auf der Perück’,

 darauf er diese emsig rupfte,

fast alle Haare aus ihr zupfte,

bis schließlich dann der Falkner kam,

ihm blitzschnell das Toupet wegnahm, 

 dem Eigentümer überreichte,

doch dieser schier vor Schreck erbleichte.

Dann dachte er, ganz Philosoph:

„Das ist doch keine Katastroph’!

Vielleicht hat es ja einen Sinn,

worauf der Falke wies mich  hin.

Man täuscht nicht vor, was da nicht sprießt,

und zeigt sich, wie man wirklich ist!“

Der Menge rief er zu: „Ade!“

Und trug nie wieder ein Toupet.

13.11.2006 um 11:05 Uhr

Vermeidbarer Frust

von: Xenia

Tust du stets mit Lust,
was du doch tun musst,
hast du nur den Verlust
von dich nervendem Frust.

12.11.2006 um 15:55 Uhr

Die fröhliche Banane

von: Xenia

Fragst du dich sehr oft: "Warum
ist wohl die Banane krumm?"
Frag' sie doch, sie sagt es dir,
ich erfuhr es auch von ihr.
Früher war sie kerzengrad',
das fand sie entsetzlich fad'.
Da sie wollte fröhlich sein,
fiel ihr diese Lösung ein.
Nun liegt sie nicht grad' herum,
sondern lacht sich einfach krumm.

11.11.2006 um 17:12 Uhr

Auf gold'nen Brücken schreiten wir

von: Xenia

Auf gold'nen Brücken schreiten wir,
mit Silberschwingen gleiten wir
hinaus in die Nacht.

Im Traume geschehen seltsame Dinge,
wir haben oft den Kopf in der Schlinge,
wir rennen, wir fliegen,
wir fahren in Zügen
und kommen nie an.

Mühsal und Plagen,
Kummer und Klagen,
was tun wir uns an!

Doch träumen wir auch von schönen Dingen,
wir tanzen und lachen, wir lieben und singen,
wir freu'n uns des Lebens,
wir tun nichts vergebens,
uns alles gelingt.

Freude und Schönheit,
Lust und Verliebtheit
uns heiter beschwingt!

Auf gold'nen Brücken schreiten wir,
mit Silberschwingen gleiten wir
hinein in den Tag.

10.11.2006 um 22:00 Uhr

Wenn die Katze aus dem Haus ist......

von: Xenia

Geburtstagsfeiern im Büro,

mein Chef, der liebt so etwas nicht.

Drum sind wir Mitarbeiter froh,

wenn ihn nach auswärts ruft die Pflicht.

 

 Sie rief ihn neulich nach Berlin,

er hatte dort nicht oft zu tun.

Der Boss saß kaum im Auto drin,

da ließen wir die Arbeit ruh’n.

 

 Besonders freute sich Kollege

Joachim Schmidt – der wurde dreißig.

Der Feier stand nichts mehr im Wege, 

für diese hatte er schon fleißig

 

 den Wein besorgt und Flaschenbier.

Auch Naschzeug und viel Leckerei’n,

die gab’s in rauhen Mengen hier,

mehr als genug zum Fröhlichsein.

 

 Die Stimmung stieg. Der Grund: Na, klar,

wir waren alle angeheitert.

Man wird nicht dreißg jedes Jahr,

doch beinah’ wär’ das Fest gescheitert.

 

 Du hast es sicher schon erraten:

Mein Chef stand plötzlich in der Tür

gerochen hatte er den Braten

mit detektivischem Gespür.

 

 Die frohe Stimmung schien verflogen.

Der Chef war gar nicht in Berlin.

Er hatte uns das vorgelogen,

verlegen sah ich zu ihm hin.

 

 Er hielt uns ‚ne Gardinenpredigt,

betreten hörten wir ihm zu.

Die Sache war für ihn erledigt,

er hatte uns verzieh’n im Nu.

 

 Geburtstagsfeiern ohne Boss,

die gibt’s seit diesem Tag nicht mehr.

Doch ab und zu ist hier was los,

das motiviert uns alle sehr.

 

 Denn macht die Firma mal Profit, 

ann gibt der Chef uns einen aus

und feiert selbstverständlich mit.

Wir spielen nicht mehr Katz und Maus!