Im Hier und Jetzt

30.12.2006 um 09:59 Uhr

Prosit Neujahr

von: Xenia

S tille Nacht is over now

I n the streets gibts viel Radau

L eider mag my dog this nicht

V iel zu noisy, ratlos kriecht

E r dann quickly hintern Schrank

S oon begins with Glockenklang

T welve o’clock das Neue Year

E ilig öffnen bottles wir

R ufen: „Prosit Neujahr – Cheer(s)!“

14.12.2006 um 11:30 Uhr

Des Wortes Macht

von: Xenia

Wohltätig ist des Wortes Macht,
wenn sie der Mensch bewusst, bedacht,
so einsetzt, dass sie Werte schafft.

Doch furchtbar wird dann diese Macht,
wenn Hass und Kriege sie entfacht
und Feindschaft schürt mit aller Kraft.

Worte können Menschen hetzen,
tief im Inneren verletzen,
sie in die Verzweiflung treiben.

Worte können Menschen trösten,
manche sie von Leid erlösten,
mittels Lesen oder Schreiben.

Worte können Spaß bereiten,
auch wenn wir uns einmal streiten,
muss es nicht gleich boshaft sein.

Worte, die harmonisch klingen,
tragen auf des Textes Schwingen,
Freude in das Herz hinein.

Wissen, Weisheit, tiefer Sinn
bringen Menschen viel Gewinn,
werden im Gehirn gespeichert.

Manches Buch, das man empfohlen,
hat uns nur die Zeit gestohlen,
keineswegs den Geist bereichert.

Wo man Menschen mundtot macht,
Meinungsfreiheit wird verlacht,
Unrecht herrscht mit roher Kraft.

Wohltätig ist des Wortes Macht,
wenn sie uns die Vernunft gebracht
und dauerhafte Werte schafft.

12.12.2006 um 14:42 Uhr

Schnee von gestern

von: Xenia

Schneeflöckchen sucht' im weißen Kleid,
nach einem Ehemann.
Es blieb ihm dafür nicht viel Zeit,
weil's Flockenleben kurz sein kann.

Auch sollte es der Richt'ge sein,
nicht dick, nicht dünn, auch nicht zu klein.
Es schwebte eifrig hin und her,
die Partnersuche war arg schwer.

Ganz müde von der Sucherei
sank es erschöpft ins Gras,
und sah erfreut dass nahebei
die Zwillingsschwester saß.

"Ach, Schwesterherz, ich find' ihn nicht!
Bist du denn besser dran,
ist er bei dir denn schon in Sicht,
der ideale Flockenmann?"

Die Schwester schaute traurig drein
und schluchzte vor sich hin:
"Ich glaub', es soll mein Schicksal sein,
dass ich noch Jungfer bin!"

Mensch, willst auch du nicht einsam sein,
entscheide dich, bleib' nicht allein.
Sonst geht's dir wie den Flockenschwestern,
und du bist nur noch Schnee von gestern!

11.12.2006 um 11:48 Uhr

Überraschung auf der Chaussée

von: Xenia

In Sachsen fuhr im BMW
ein junger Mann auf der Chaussée.
Auf einmal sah er - ei der Daus -
an seiner Seite einen Strauß.

„Das gibt’s doch nicht, dass dieses Tier
mit mir rennt um die Wette hier“,
das dachte er und glaubte schon
an eine Halluzination.

Der Strauß war echt, bald wurde klar,
dass er ‚ner Farm entflohen war.
Ein Strauß, der schnelle Autos liebt?
Wer sagt denn, dass es das nicht gibt!

04.12.2006 um 10:29 Uhr

Das Löwenherz

von: Xenia

Ein Löwe liegt in seinem Käfig,
nicht gut gelaunt und äußerst schläfrig.
Da hoppelt flink ein Has’ heran,
dicht vor dem Käfig hält er an.

Der Hase denkt: „Das arme Tier
ist eingesperrt im Käfig hier,
verdammt zur Tatenlosigkeit,
der wär’ doch sicher gern in Freiheit.“

Da fällt dem Hasen etwas ein.
Laut ruft er: Löwe, lass’ mich rein!
Hör bitte zu und sei kein Tor,
ich schlage ein Geschäft dir vor.

Ganz langsam hebt der Leu den Kopf:
„Was willst du denn, du armer Tropf!“
Der Hase spricht: „Du bist mein Vorbild,
vor dir läuft weg das edle Wild.

Nur einmal möcht’ ich sein wie du,
drum höre ganz genau mir zu.
Dafür brauch’ ich dein Löwenherz,
nein, dies ist kein verrückter Scherz.

Mein Hasenherz, das geb’ ich dir,
es schadet dir gewiss nicht hier,
dein Löwenherz, das gäb’ mir Mut.
Am nächsten Tag mach’ ich es gut

und revanchiere mich dafür.
Ich öffne dir die Käfigtür
und gebe dir dein Herz zurück.
Dann bist du frei und machst dein Glück.

Der Löwe nimmt den Vorschlag an.
Mit dessen Mut läuft’s Langohr dann
geradewegs zu seinem Feld
und fühlt sich wie ein großer Held.

Dort zielt ein Jägersmann auf ihn.
Wird nun der Hase vor ihm flieh’n?
Nein, zornig geht er auf ihn zu,
ruft laut: „Heut’ lässt du mich in Ruh“,

schlägt ihm die Flinte aus der Hand,
der Mann wird weiß wie eine Wand
und läuft dem Hasen schnell davon.
Der ruft ihm nach in bitt’rem Ton:

„Nie wieder wirst du Tiere jagen,
von nun an werde ich dich plagen!“
Ganz stolz läuft er zum Käfig hin,
der Löwe wartet schon auf ihn

und wird vom Hasen schnell befreit.
Sie trennen sich. Nach kurzer Zeit
ist’s Langohr wieder auf dem Feld.
Ja, gestern hat er noch als Held,

den Jäger in die Flucht geschlagen.
Soll er denn heute schon verzagen?
Da geht ihm auf ein helles Licht:
„Ich brauch’ das Löwenherz ja nicht!

Die Angst, ich lass sie nicht mehr zu,
und das ist alles, was ich tu’.
Vor der Gefahr lauf’ ich nicht weg,
denn sowas hat ja keinen Zweck.
Ich schau’ ihr mutig in’s Gesicht.
Ein Angsthas’ bin ich nämlich nicht!“

03.12.2006 um 17:44 Uhr

Von den Freuden des Dichtens

von: Xenia

An einem Sturm- und Regentag
der Dichter am Computer saß.
Er war begabt, ganz ohne Frag',
das Schreiben machte ihm auch Spaß.

Er war in Form und schaffte viel,
so schrieb er zügig weiter,
als etwas auf die Tasten fiel,
ein Tropfen war's ... ein zweiter.

Er sah zur Decke - zapperment!
Ein Riss war dort erschienen,
der mit 'nem Schaden ohne End'
nun drohte, ihm zu dienen.

Das Bild von Spitzweg fiel ihm ein,
half ihm aus dem Debakel:
Sein Regenschirm, zwar ziemlich klein,
schützt' den PC vor Makel.

Dann stieg er schnell hinauf auf's Dach,
die Löcher herzurichten.
In eines Dichters Lebenslauf
gibt's ständig was zu dichten!

02.12.2006 um 16:55 Uhr

Ente im Eis

von: Xenia

Im Stadtpark lag 'ne Menge Schnee,
und zugefroren war der See.
Die Mutter hier spazierenging,
an ihrem Arm die Tochter hing.

Da rief die Kleine laut und kläglich:
"Die Ente dort ist unbeweglich.
Die Flügel sind ihr festgefroren,
wenn niemand hilft, ist sie verloren!"

Bald formten Leute einen Kreis
und spähten wie gebannt aufs Eis.
Voll Mitgefühl man sich besah
das arme Tier, dem Tode nah.

Es dauerte nicht lange mehr,
da kam herbei die Feuerwehr.
Man legte Leitern übers Eis,
die Leute flüsterten ganz leis.

Als einer dieser Helfer dann
ganz nah war an der Ente dran,
griff er nun sehr beherzt nach ihr,
verschreckt flog da das scheue Tier

laut schnatternd, flatternd ihm davon.
Der brave Mann, der lange schon
ganz müde war von seiner Pflicht,
verlor darauf das Gleichgewicht.

Das Eis zerbrach, er fiel sogleich
schwer wie ein Mühlstein in den Teich.
Die Ente sah in aller Ruh’
dem Drama aus der Ferne zu.

Wie konnte sie auch schließlich wissen,
dass man sie selbstlos und beflissen
nur vorm Erfrieren retten wollte,
und nicht ein Braten werden sollte.

01.12.2006 um 12:35 Uhr

Dagegen ist ein Kraut gewachsen

von: Xenia

Das Tier ist gut organisiert,
sich oft sein Leiden selbst kuriert.
Der Affe, Vogel oder Hase
mit Kräutern, Lehm und hartem Grase
sucht sich mit seinem sechsten Sinn
die optimale Medizin.
Und hat ein Berggorilla Durchfall,
so findet er für diesen Fall
die Heilung in für ihn speziellen
Baumrinden gegen Salmonellen.
Vor kurzem stellten Forscher fest,
dass Stare schmücken gern ihr Nest
mit Kräutern. Das stärkt ganz bequem
dem Jungstar das Immunsystem.
Der Fruchtstiel einer Cashewnuss
ist Affen zwar kein Hochgenuss,
doch gibt's für sie nichts Besseres
zur Vorbeugung von Karies.
Gesundheit steht ganz obenan
bei Mensch und Tier. Wie gut, dass man
so manche Krankheit dann und wann
mit Kräutern selber heilen kann.