Koch-Schau und Hausfrau
Die Fernseh-Koch-Schau ist beliebt.
Wer zuschaut staunt, dass es sie gibt,
Genüsse, die zu zaubern sind,
verblüffend einfach und geschwind.
Zuerst trinkt man ein Gläschen Wein,
der darf hier gern vom Feinsten sein.
Die Auswahl ist - so scheint’s - geglückt,
denn alle schlürfen ihn verzückt.
Dann wird geraspelt und geschnitzelt,
gelacht, geplaudert und gewitzelt.
Es schmort und schmurgelt in den Töpfen,
Geniales sprüht aus vielen Köpfen.
Ein Küchenchef sich nie erhitzt,
geschweige denn mal richtig schwitzt.
Entspannt und lässig seh’n sie aus,
die Köche - nicht wie ich zuhaus.
Das heiße Fett spritzt auf dem Herde,
als Hausfrau schuft’ ich wie zehn Pferde,
und Schweiß tropft mir vom Angesicht,
wenn ich kreiere ein Gericht.
Als nach so einem Festtagsschmaus,
vergeblich wartend auf Applaus,
ich dennoch frage: „Hat’s geschmeckt“,
mich nur der Hund zum Danke leckt.
