Inchens chaotische Welt

12.12.2009 um 05:04 Uhr

Gedankliche Unruhe

Irgendwie bekomme ich heute meinen Kopf einfach nicht zur Ruhe, obwohl ich ja längst müde sein müsste.*gähn*
Aber es routiert einfach zu viel durch meine Hirnswindungen, das mich wach hält, mich beschäftigt, Tag und Nacht umtreibt....

Es ist zum verrückt werden!
Im November hab ich das oft. Wenn es immer weniger Tageslicht und Sonne gibt und  immer kälter und nässer wird, dann mischt sich das auch schon mal mit melancholischen (Ver)stimmungen. Aber zumeist sind die im Dezember größtenteils vorbei. Wenn die Weihnachtsstimmung kommt, überall die bunten Lichter an den Fenstern auftauchen, Weihnachtsmärkte aufgebaut werden und ihre vertrauten Gerüche verbreiten.

Aber dieses Jahr will sie einfach nicht so wirklich kommen. Zu viele andere Dinge beschäftigen mich. Ungewisse Zukunft, Streitereien und ich habe immer mehr und mehr das Gefühl, nur noch Zuschauer zu sein, aber meine Handlungen nicht mehr wirklich steuern zu können - und genauso unvernünftige Dinge tue ich dann auch - ich WEIß, dass es falsch nicht gut ist, dass es schlimme Konsequenzen haben kann, aber dann ist es auch schon zu spät und ich verdränge es weg mit schlechtem Gewissen und dem Wissen, dass es nicht rückgängig zu machen ist und somit die Konsequenzen so oder so kommen (und es dann auch schon egal ist).

Ach, ich weiß auch nicht. Versuch ich es nochmal mit dem Schlafen, oder les ich noch was, in der Hoffnung, dass mir diesmal endlich die Augen dabei zufallen?


ein nicht müdes und nicht waches, aber sehr unruhiges Inchen

06.12.2009 um 22:12 Uhr

Gefühlsausbrüche

Ich glaube gestern, auf der Zugrückfahrt aus dem Thüringischen, war es das erste Mal das ein Buch etwas bei mir auslöste, was ich bisher nur vom TV kannte; bezogen auf ein Buch hatte ich jedenfalls nichts dergleichen in Erinnerung.

Schwächer als sonst bahnte sich dieses Gefühl seinen Weg, zärtlich und vorsichtig, aber doch wohl vertraut.
Es begann mit dem uralten Ziehen in der Nase bis tief in die Schleimhäute hinauf, wo es die Augen zusammen zog und für einen Moment alle Gesichtzüge entgleisen ließ, die sich kurz darauf mit feuchten Augen wieder entspannten.
Immer häufiger, in der letzten Zeit (Warum weiß ich nicht!), teils heilsam und teils beängstigend (Wann wird alles umsonst gewesen sein?) - nach all den trockenen Jahren.

23.06.2009 um 05:36 Uhr

Nächtliche Wiederholungsgedanken

Ich frage mich, warum ich beim TV so sehr erpicht bin auf die Wiederholungen, selbst wenn der Abstand zum vermeintlichen "Original" manchmal nur wenige Stunden beträgt und es sich manchmal nicht einmal um die erste Wiederholung des selben Stoffs handelt. Ich bin viel zu sehr daran gewöhnt, immer auf der Suche nach neuen Details, und das wird manchmal so drängend, dass es mich sogar von einem schönen Buch wegreißen kann. (Eigentlich sollte es andersherum sein ....)

Bücher hingegen lese ich kaum noch mehr als einmal, ja, in diesem Metier finde ich Repetitionen inzwischen nahezu verabscheuungswürdig. (Es gibt Ausnahmen. Die gibt es immer!)
Der Hauptgund dafür ist schlicht und einfach Zeitmangel. Nicht generell, aber wenn ich mir all die Listen und Zettelchen und virtuellen Wunschzettel ansehe und die Massen, die sich inzwischen an noch zu lesenden Büchern angesammelt haben und die ich wahrscheinlich, selbst wenn ich 100 Jahre alt würde, nicht mehr schaffen könnte (ganz abgesehen von denen die jährlich nur in meinem Beobachtungsradius neu auftauchen), dann kann ich einfach keine Leseminute, die sich mir bietet, mit einer Wiederholung verschwenden, auch wenn es beim mehrmaligen Eintauchen in die selbe Geschichte immer viel neues und altes (wieder) zu entdecken gibt.

Höchstwahrscheinlich lag der hohe Ablenkungsfaktor der Televisions-Repetitionen zur nächtlicher Stunde diesmal tatsächlich nur daran, dass das vor einer knappen Stunde erst begonnene Buch eben noch neu, und ich noch nicht in die Geschichte eingetaucht und verworren war. (Ich versuche zwar immer etwas Abwechslung zu finden zwischen leichter und anspruchsvoller Literatur, der Nachteil dabei ist jedoch, dass es schwer ist gerade den Übergang nach 2 Stunden leichter sehr unterhaltsamer Literatur in ein Buch zu finden, mit einem viel größeren Tiefgang und lang kunstvoll verwobenen und verschachtelten Sätzen und einem Plott, der vom Leser schon auf den ersten Seiten viel mehr Aufmerksamkeit erforderte als das gesamte Buch vorher.)
Ich bin gespannt, wie lange mich das Buch noch wach und vom TV fernhalten wird und wie sich die jetzt schon bannende Story weiterentwickeln wird.

ein immer noch mit den Nachwirkungen des schon als Kind sehr exessiv ausgelebten TV-Junkie-tums (mit dem man auch schon mal Deutschlehrerinen schockieren konnte)zu kämpfen habendes, trotzem immer schon auch Zeit zum Lesen gefunden habendes (wobei ich mich heute manchmal frage wie und wo ^^) Inchen

19.10.2008 um 01:57 Uhr

Der November kommt ... mit großen Schritten

Vertrockneter Montag

Aus dem Bett gefallen,
in braunem Matsch gelandet,
liegengeblieben
und die Decke angestarrt.
Keine Antworten gefunden
auf meine Fragen.
Wieder ins Bett gekrochen
und die Fragen ins Kopfkissen gekotzt.
Stunden später aufgewacht -
überall vertrockneter Ekel
an einem vertrockneten Montag.

27. November 2000

Und es hat sich nichts geändert seit dem, absolut gar nichts. Nicht mal ich ....

A.: Das war vor 8 Jahren!
F.: Macht es nur noch erbärmlicher, findest du nicht?
A.: Aber du hast dich verändert...
F.: Nicht im November ...
A.: Du immer mit deinem November.
F.: Wir haben uns das erste Mal getroffen im November ...
A.: Was hat das damit zu tun?
F.: Du warst oft da im November.
A.: Um dir zu helfen ...
F.: Das hat ja wunderbar geklappt ...
A.: Gibst du mir jetzt wieder die Schuld?
F.: Nein ..., ich dachte nur ...
A.: Was?
F.: Du würdest mich verstehen. Wenigstens manchmal ...
A.: Du weißt, dass das manchmal nicht so einfach ist ...
F.: Deine Ausreden sind auch nicht besser als meine!
A.: Das sind keine Ausreden. Das ist die Wahrheit.
F.: Also gibst du mir Recht!
A.: Worin?
F.: Dass der November schuld ist.
A.: Wir haben doch noch gar nicht November ...
F.: Aber bald!
A.: Du solltest schlafen gehen.
F.: Warum?
A.: Das würde dir gut tun.
F.: Es bringt nur den November näher.
A.: Hör endlich auf mit diesem scheiß November ...
F.: Du kannst ihn weder aufhalten noch ignorieren!
A.: Ich werde jetzt gehen!
F.: Du traust dich ja doch nicht.
A.: Ich gehe wirklich!
F.: Mach doch!
A.: Tschüss!
F.: ...

F.: Bist du noch da?
A.: ...
F.: Ich hab es nicht so gemeint!
A.: ...
F.: Wirklich!
A.: Aber, was willst du jetzt machen?
F.: Warten, dass er November vorbei geht ....
A.: ...

12.03.2008 um 05:22 Uhr

Als wären sie nie dagewesen

Manchmal findet man plötzlich Gedanken in seinem Kopf, die sich in wunderbar formulierten Wortgebilden und -gruppen dort manifestieren, so dass sie sich fast wie von selbst immer weiter fort führen lassen.  Die Gedanken fließen nur so voran mit einer unglaublichen Geschwindigkeit.

Und wenn sie endlich zu Ende gedacht und formuliert sind und man endlich beginnen will sie auch schriftlich festzuhalten, sind sie plötzlich weg. Unauffindbar; als wäre sie nie dagewesen.

Das einzige was einem bleibt: sinnloses Hinstottern, um wenigstens den nackten Gedanken festzuhalten.

15.02.2008 um 05:42 Uhr

Der Abgrund

Ein Abgrund, der nicht sehr breit ist, aber unermeßlich tief.

Auf der einen Seite steht das Mädchen, dass als Baby adoptiert wurde und sich folglich nicht an ihre leibliche Mutter erinnern kann.

Auf der anderen Seite steht eine junge Frau, die gerne eine Mutter sein würde, es aber aufgrund einer Krankheit vielleicht nie sein wird. Am liebsten häte sie das nie erfahren.

Das Mädchen war 11 Jahre alt, als sie es erfahren hat. Als sie erfahren hat, dass ihre Eltern nicht ihre Eltern sind und ihr Name nicht der, mit dem sie geboren wurde.

Die junge Frau berührt oft ihren Bauch, wenn sie alleine ist. Als würde das etwas ändernoder helfen. Sie war schon lange nicht mehr beim Arzt deswegen. Denn sie hat Angst. Manchmal ist Hoffnung besser als Gewissheit. Oder wenigstens leichter zu ertragen.
Das Mädchen fragt sich oft warum es nicht bei ihrer richtigen Mutter sein durfte. Wollte sie sie nicht um sich haben? Sie groß ziehen? Hat sie sie denn nicht geliebt? Niemand kann ihr diese Fragen beantworten.

Die junge Frau wird bald 30. Sie sitzt oft alleine im dunklen Wohnzimmer ihrer Wohnung und denkt nach. Wartet auf den Schlaf, der meistens erst in den frühen Morgenstunden kommen will.
Sie denkt über ihr Leben nach und was sie daraus machen wollte. Sie fragt sich oft warum es das Schicksal (in dieser Hinsicht) nicht gut mit ihr meint. Warum gerade sie? Was hat sie getan um das zu verdienen? Wie soll sie nur mit all dem zurecht kommen?
Niemand kann ihr die se Fragen beantworten.


Sie stehen sich an diesem Abgrund gegenüber, aber ihre Blicke begegnen sich nie.