Inchens chaotische Welt

18.08.2009 um 13:57 Uhr

Liest du mir was vor?

von: InchenG   Kategorie: Erinnerungen

Oder darf ich dir was vorlesen?
Ich lausche gerne Deiner Stimme (wer hätte das gedacht...), aber ich habe auch festgestellt, dass ich mich viel besser konzentrieren und ablenken kann, wenn ich lese, denn der chaotisch abschweifende Kopf bleibt leider auch, wenn mir Deine vertraute Stimme mit vertrauten Worten in den Ohren klingt.
Und dann verschwinden sie nicht, die bösen Ängste und Panikattacken und all die sich in einer Abwärtsspiralle befindlichen trüben Gedanken.
Ich las in dieser Nacht bis zur Heiserkeit(mehrfach), mit Dir an meiner Seite. Wenn ich gar nicht mehr weiter konnte, löstest Du mich für eine kurze Weile ab. Ich habe mich Dir lange nicht mehr so nah gefüllt wie in dieser Nacht. Das schlichtes Vorlesen sowas auslösen kann...?
Du warst einfach für mich da, hast mich nicht festgehalten (was mich erdrückt hätte in dem Moment), nicht auf mich eingeredet(es hätte die Angst nur verstärkt), sondern mir nur zugehört (ohne, dass ich etwas erklären musste).
Gehen musstest Du am Morgen danach leider trotzdem wieder (der Lauf unserer gemeinsamen Zeit), die ersten Tage (und besonders die Nächte) waren so einsam ohne Deine Nähe, ohne Dich weiter als ein paar unbeholfene Schritte entfernt zu finden (und das jede Nacht) - so schlimm war es lange nicht mehr (vielleicht nie).

Jetzt warte ich auf Deine Rückkehr und Nachricht, ob wir uns am We schon wieder sehen werden. Manchmal wünschte ich Du würdest Dir endlich ein Handy anschaffen ....

10.04.2008 um 22:04 Uhr

So schmeckt der Sommer

von: InchenG   Kategorie: Erinnerungen

(War das nicht mal ein Werbeslogan btw.? oO)
Angeregt durch das aktuelle Wochenthema vom Projekt 52 , habe ich mich an die Sommer meiner Kindheit erinnert, in denen ich immer ein bis zwei Wochen bei meinen Großeltern verbracht habe.
Sie hatten ein Häuschen mit einem kleinen Garten, in dem neben vielen verschiedenen Blumen auch allerlei Lebensmittel wuchsen:
Salat und Radieschen im Frühbeet, Kirschen, Birnen auf den zwei großen Bäumen, die dort standen, Rhababer, Erdbeeren und rote Johannisbeeren, so wie ein dichtes riesiges Himbeergesträuch.

Was hab ich besonders die letzten beiden geliebt: wann immer ich im Garten war hab ich welche genascht, frisch vom Strauch in den Mund; und bis heute (wo die Gesträuche längst nicht mehr existieren, weil die Pflege zu anstrengend geworden ist für meine inzwischen 80jährige Oma) sind diese Geschmäcker für mich typisch Sommer.

August 1988 - moi beim Joannisbeeren naschen in Omas Küche (leider nur in schwarzweiß (ihr müsst euch das satte rot der Johannisbeeren einfach VORSTELLEN)

ein irgendwann einen eigenen Garten haben wollendes und zur Zeit leider nicht mal einen Balkon o. ä. habendes Inchen

Nachtrag: Und im Nachbarsgarten gabs Mirabellen ... :)

02.04.2008 um 14:17 Uhr

Struwwelpeter - wiedergelesen und personalisiert

von: InchenG   Kategorie: Erinnerungen

Was ich nicht alles tun kann, wenn ich eigentlich schlafen wollte, es mir aber einfach nicht gelingen will die müden Augen lange genug zuzulassen um in Hypnos' Arme zu fallen.
Ich weiß gar nicht mehr wie ich drauf kam, aber ich habe mir dann einfach mal "Der Struwelpeter" von Heinrich Hoffmann aus meinem Bücherregal gegriffen und begonnen darin zu blättern/lesen. Wobei sich das Lesen zunächst nicht ganz so einfach gestaltete, weil die Ausgabe, die ich habe (von 1979) noch in Fraktur (o.ä.) gedruckt ist und ich diese Schrift schon lange nicht mehr gelesen habe (wegen dieses Buches und einer deutlich älteren Ausgabe von Eulenspiegel konnte ich die Frakturschrift früher mal nahezu fliesend lesen).

StruwwelpeterAber zum Buch: das letzte Mal lesen ist wie geschrieben eine Weile her und mir ist aufgefallen, dass ich mich zwar an die meisten Geschichten und deren vermeintlichen Moralen erinnern kann, mir jedoch komplett entfallen war wie makaber einige der Geschichten sind.
Da werden Beine von Hunden zerfleischt, armen Kindern die Daumen abgeschnitten, oder sie verbrennen zu einem Häufchen Asche. Es wird mit Schusswaffen auf Menschen geschossen und Essstörungen werden gefördert. (Da waren ja die Streiche des Til Eulenspiegel harmloser.)

[Bevor mir jetzt jemand aufs Dach steigt: das ganze ist nicht ernster zu nehmen als ich es meine, aber es ist auch kein Scherz, denn dazu bin ich einen Tag zu spät (und auch soo gar nicht 1.April begeistert).]

Ein paar Anekdoten zu einigen Geschichten hätte ich dann aber doch noch (man sieht: es entwickelt sich :)):

1. Das sture Inchen und der Suppenkasper
Ich bin auch aufgewachsen in dieser 'immer den Teller leeressen'-Mentalität, unabhängig davon ob ich satt war oder mir irgendein Gemüse/etc. nicht schmeckte. Meistens hatte ich damit kein Problem. Aber ich erinnere mich an ein Mittagessen (ich muss 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein), wo ich am Tisch sitzen bleiben sollte bis ich aufgegessen hatte. Und ich wollte nicht essen (ich weiß weder mehr was ich essen sollte noch warum ich nicht wollte, aber es war so) - und ich konnte damals schon stur sein. Und da saß ich maulig am Tisch und die Zeit verging und ich hing meinen Gedanken nach. Es muss mindestens ne Stunde gewesen sein (aber MEIN zeitgefühl mit 8 ... ^^ und ich hab heute eigentlich immer noch keins ;)) - und richtig bewusst daran erinnern wer nun eigentlich "gewonnen" hat kann ich mich auch nicht, aber ich habe den Verdacht, dass ich es nicht war :S.

2. Das Zappel-Inchen und die Glastür
Das ist eine Geschichte an die ich mich Gott sei Dank nicht erinnern kann, die ich aber soo oft von meiner Mum gehört habe, dass es fast so ist als wäre ich dabei gewesen ;).
Klein-Inchen sitzt auf dem Stuhl beim Abendbrot. Klein-Inchen ist langweilig. Klein-Inchen fängt an zu kippeln. Und bevor ein Elt auch nur was sagen oder sonst irgendwie reagieren kann ist das Inchen mit samt Stuhl nach hinten umgekippt und in eine Vitrinentüren der elterlichen Schrankwand gefallen. (Allerdings ohne die Tischdecke und das gesamte Gedeck mit vom Tisch zu rupfen! Immerhin. ^^)
Klein-Inchen hat keine bleibenden Schäden davon getragen (soweit bekannt ;)) und die Scheibe der Vitrinentür hat seither am unteren Ende ein halbrundes Loch und ist auch nie repariert worden, warum weiß ich nicht (als MAHNmal vielleicht?). Sie (die Schrankwand samt kaputter Vitrinentür) stand danach noch Jahre am selben Platz und ist 2004 von der Wohnung mit ins neue Haus umgezogen wo sie im "Hobby"kellerraum ihr Dasein fristet (irgendwann muss ich mal ein Foto machen ;)).

3. Inchen Guck-in-die-Luft
Soweit ich mich erinnere bin ich nie über eine Kaimauer hinaus gelaufen und im Wasser gelandet, gegen eine Laterne gerannt oder habe sonstwelche ernsthaften Zusammenstöße gehabt.
Leicht verpeilt bin ich aber eigentlich immer mal wieder, bleibe dann schon mal an Ampeln stehen, die schon längst grün sind, oder warte an einer Straßenbahnsperrampel, die leuchtet wenn eine Bahn kommt und ausgeht wenn keine kommt, darauf das grün wird.
Schon als Kind war ich immer in meiner eigenen kleinen (Traum)welt und daher nicht immer ganz anwesend (steht mit umständlicheren Worten auch in manchen meiner Grundschulzeugnisse ;)).
Beispiele gibts dafür auch in den letzten Jahren immer mal wieder, ich greife mir einfach mal eins raus, die mir fast just in diesem Moment wieder eingefallen ist (vor dem Wohnblock meiner Eltern stand eine große Laterne, daher kam die Erinnerung ;)):
Mein Vater und ich wollten meine Mum vom Bahnhof abholen und da das Auto aus Platzgründen etwas weiter weggeparkt war, ging mein Vater schon los, das Auto holen und wollte mich dann vorm Wohnhaus aufsammeln. Ich ging also nach unten, es war schon dunkel, ein paar Straßenlaternen beleuchteten die Szene. Direkt vor dem Haus auf der Straße stand ein Auto, irgendwie dunkel, die Kennzeichen waren von der Seite nicht zu sehen und die Silhouette kam schon irgendwie hin. Ich ging auf das Auto zu, öffnete die hintere Tür und wollte gerade meine Tasche auf den Rücksitz werfen, als mich vom Fahrersitz eine junge Frau entgeistert ansah. ... ^^
Ähm..., ja, den Rest muss ich sicher nicht erzählen. Vatern stand mit dem Familienauto ca. 5 Meter hinter dem "falschen" Auto im Dunklen. *hust*


ein sich nun erst einmal genug dem Struwwelpeter gewidmetes Inchen


p.s.: Herje, der ist nun aber doch ganz schön lang geworden, der Beitrag (jaja, wenn manfraumann einmal drin ist). Hoffentlich liest das überhaupt jemand alles :). Danke an alle, die es bis hierhin geschafft haben. ;)

p.p.s.: für die Kleinen: Anarchie! Anarchie!!!

14.03.2008 um 03:52 Uhr

Das Buch der 1000 Bücher

von: InchenG   Kategorie: Erinnerungen

Ich hatte das Buch ohne besondern Grund aus dem Regal gegriffen um ein wenig darin herumzublättern.
Wie so oft musste ich dabei daran denken, dass es das erste Buch war, das du mir damals, bei unserem ersten Treffen geschenkt hast ("hier, ein Paar Socken..." - "das sind aber schwere Socken").
Fast immer vergesse ich allerdings die Widmung, die du mir hinein geschrieben hast und die mir dann ins Auge sprang, noch bevor ich die Erkundungsreise überhaupt beginnen konnte.
Und wieder einmal erinnerte sie mich daran wieviel näher wir uns damals waren - im Gegensatz zu heute.

03.03.2008 um 12:37 Uhr

Geselligkeitsgefühle

von: InchenG   Kategorie: Erinnerungen

Es war schon zu der Zeit als ich mich immer mehr von den Menschen in meiner Umgebung zu entfremden begann. Auch von Dir und den anderen.
Aber die Wochen im Januar, als wir zusammen an dem Projekt gearbeitet haben, habe ich trotzdem genossen. Obwohl es auch Arbeit war. Aber oft saßen wir in geselliger Runde bei Brainstorming oder Meeting beieinander, ich hatte extra Kuchen gebacken (der Dir und den anderen geschmeckt hat :)) und du hast Kaffee bei der Sekretärin besorgt.
Ich würde gerne nochmal mit Dir zusammen arbeiten. Oder auch nur Kuchen für Dich backen ....