1. Teil des Tages 9
Mittwoch, den 14.7., 9. Tag
Gestern Abend bin ich dann doch noch in Richtung Vaðallfjöll
geklettert,
wenn natürlich auch nicht die ganzen 7 km bis dahin. Immerhin ging
es noch über den Zaun ein Stück den Berg hinan, wobei ich dann auch
noch eine Schneehuhnmutter mit ihren Kleinen aufgescheucht habe. Die
haben einen ganz guten Trick um ihre noch flugunfähingen Jungen zu
beschützen. Sie laufen völlig entkräftet und anscheinend
flügellahm immer so grad eben vor dem Angreifer in Reichweite von
den Kleinen weg, um sich dann in sicherer Distanz überraschend
gesundet in die Luft zu erheben und davonzufliegen. Leider ist die Aufnahme reichlich verwackelt, das arme Ding konnte einfach nicht stillhalten!
Nach dem Spaziergang war ich dann so groggy, dass ich es so eben noch geschafft habe meine Kleider auszuziehen und in den Schlafsack zu schlüpfen.
Das rächt sich aber, denn mitten in der Nacht (es ist so andeutungsweise etwas dunkler) fange ich an zu frieren, die Temperatur fällt hier oben mit dem Nordwind deutlich, wenn die Sonne hinter dem Berg verschwindet. Zum Glück liegt mein Seidenschlafsack noch im Zelt. Es ist erstaunlich, wie viel so ein dünnes Seidenfähnchen doch als Inlett die Temperatur erhöhen kann. Ich kann noch den Reißverschluss zumachen und werde danach wach, weil es unerträglich warm im Zelt wird. Es ist 9 Uhr morgens!!! Das Schlafdefizit vom Vortag hat seinen Tribut gefordert. Ich lasse den Tag langsam angehen!
