Island

07.10.2007 um 19:21 Uhr

10.Tag

Wir schlafen beide in unserem Lieblingszimmer unterm Dach sehr gut und wachen morgens gut ausgeruht auf. Am Frühstückstisch brauchen wir nicht lange auf Agnar, Jóhanna und Franzi zu warten und das Frühstück vergeht unter allerlei Geplauder.

Ich möchte hier noch einmal Jóhanna und Agnar von Herzen danken, dass wir immer wieder so freundlich an diesem wundervollen Ort aufgenommen werden, es sind beide ganz außergewöhnliche Menschen und ich hoffe, dass wir sie noch oft auf Lýsuhóll besuchen können und vielleicht endlich auch mal wieder hier begrüßen dürfen.

Da vor zwei Wochen noch ein Fohlen auf die Welt gekommen ist, darf eine kleine Fotosession auf der Hausweide nach dem Frühstück nicht fehlen. Fönn hat nach langem Hin und Her ein Hengstfohlen von Töfri bekommen, eine spannende und auch traurige Geschichte, die hier den Rahmen sprengen würde. Mutter und Kind sind jedenfalls wohlauf.

Die Lýsuhyrna hüllt sich leider diesmal in Wolken und auch der Snæfellsjökull ist wie abgeschnitten,

aber je weiter wir östlich kommen um so mehr blaue Löcher gibt es in der Wolkendecke. Wir entscheiden spontan unsere Route, wollen nur morgen in der Nähe von Vík sein. Als wir dann kurzentschlossen nach Þingvellir fahren, erwartet uns dort ein wolkenloser Himmel und Heerscharen von Ausflüglern, ich habe noch nie so viele Isländer an einem touristischen Highlight erlebt wir heute. Es ist wirklich nur eine kleine Handvoll Ausländer darunter, die diesmal kaum ins Gewicht fallen.

 

Auf dem Weg zum Laugarvatn fahren wir durch eine bunte Herbstlandschaft - und die Schafe haben noch nicht alle den Weg nach Hause gefunden.

In der Nähe der Laugarvatnshellir begegnet uns sogar eine freilaufende Pferdeherde, die nur unwillig die Straße räumt. Der hübsche Braune ist überhaupt nicht schüchtern und sagt Hans durch das Seitenfenster sogar Hallo.

Kurz vor dem Ort kommt nach einer Kurve zum ersten Mal die Hekla ins Blickfeld, wie gut, dass ich inzwischen eine große Speicherkarte habe, da passen die vielen Fotos wenigstens drauf!!!

 

Natürlich müssen wir auch dem Strokkur und dem Gullfoss Guten Tag sagen, diesmal ist das Wetter besser und die Menschenmassen fehlen. Ich denke dennoch mit ein bisschen Wehmut an die schönen Tage mit meiner kleinen Reisegruppe im Sommer, ich hoffe ihr erinnert euch auch noch gern an diese Zeit. Zumindestens zwei sind ja anscheinend hoffnungslos mit dem Virus infiziert und sind auch schon beim Planen der nächstjährigen Reise.

 



Obwohl das Wetter wolkenlos und warm ist, sieht man im Schatten noch den glitzernden Reif, vor allem dort wo das Sprühwasser hinkommt.

Unsere Reise geht auf menschenleeren Straßen wieder weiter an den stillen, freundlichen Ort mit dem schönen Wasserfall, meine Mitreisenden vom Sommer werden sich sicherlich auch erinnern.

Hans und ich haben diesen Platz ganz alleine für uns, auch Þjóðsveldisbær gehört nur noch einigen Raben und der Stille, es ist schon seit Ende August geschlossen und nur noch von außen zu besichtigen. Jedenfalls erlaubt uns die Temperatur dort einige Zeit ohne Jacke in der Sonne zu sitzen - und folgendes Foto

Wir fahren weiter, am Kraftwerk vorbei auf die andere Seite des großen Flusses, vorbei an einen unwirklichen Landschaft, unter der Hekla entlang, an Wegweisern vorbei, die wieder Sehnsüchte wecken

immer weiter in die untergehende Sonne hinein.

Langsam wird es zu dunkel um Fotos zu machen und wir schauen uns nach einer Unterkunft für die Nacht um. Bei Leirubakki halten wir, ich wäre gerne dort im Schatten der Hekla geblieben, aber leider scheint niemand unser Klopfen zu hören und das Gästehaus ist geschlossen. So fahren wir weiter, nicht ohne vorher Hans den tollen Lavahotpot zu zeigen, der eher schon ein Lavaschwimmbecken ist. So halten wir in Hvolsvöllur um zu tanken und fahren dann in der einbrechenden Dunkelheit weiter. Es sist schon ein bisschen gewagt so einfach auf Verdacht hin im Stockfinsteren noch die Strecke nach Stóra-Mörk unter die Reifen zu nehmen, zumal einige Kilometer wieder schlechte Schotterpiste sind, aber das Glück bleibt bei uns, diesmal öffnet man uns auf unser Klopfen und eine wunderbare Gästeetage mit einem angenehmen Bett wartet auf unsere müden Glieder.

 

Weiter zu Tag 11  

 


Diesen Eintrag kommentieren