Island

23.06.2008 um 21:04 Uhr

2. Tag - Montag

Die Nacht war ruhig und dauert bis halb acht. Brigitte und ich bereiten das Frühstück vor und danach wecke ich Anke. Sie hat in ihrem Zelt ganz gut geschlafen, war aber mehrfach wach. Dagegen fühle ich mich wesentlich ausgeruhter als gestern und so machen wir uns nach einer kurzen Fotosession auf dem Hof wieder auf den Weg - zum Jökulsárlón!

Wir wollen es auf uns nehmen, trotz der vielen Kilometer, denn das Wetter ist wieder wunderbar und verlockt zum Reisen. Unterwegs halten wir Ausschau nach einer Tankstelle - dünn gesät in diesem Bereich des Landes. In der Nähe von Skaftafell werden wir endlich fündig, aber mit der Kreditkarte will es immer noch nicht klappen. Dafür habe ich aber noch etwas Bargeld und Brigitte will sich beim Einkaufen auch nicht lumpen lassen, sie kommt unter anderm mit einer Tüte Djúpur!!! (njammnjamm) zurück. Einiges der landschaftlichen Höhepunkte entgeht mir mal wieder, die Konzentration auf die Straße ist wichtiger, aber meine beiden Mitreisenden fotografieren fleißig und natürlich gibt es auch immer wieder Fotostopps.

Wir halten mehrfach, weil wir diesen sonnenbeschienenen Motiven einfach nicht widerstehen können;

auch auf einem Parkplatz mitten im Sander. Dort sind die Überreste der Leitplanken vom großen Gletscherlauf 2000 zu bewundern

 

Die Kilometermenge bis zum Breiðarmerkarjökull ist beachtlich, vergeht aber wie im Fluge und die Lücken zwischen den Hügeln geben die ersten Blicke auf den Gletschersee frei.

Kaum angekommen, dränge ich die beiden anderen aufs Boot, dass grad zur nächsten Fahrt freigegeben wird - wir sind die letzten, die an Bord dürfen. Unser Guide empfängt uns freundlich, es ist eine junge, deutsche Frau, die diese Arbeit hier als Ferienjob macht - und übrigens bei einem Islandbesucher anscheinend großen Eindruck hinterlassen hat. Einige Wochen später erschien jedenfalls in einem Islandforum so eine Art Suchmeldung.

Eine zauberhafte Welt empfängt uns und diesmal verschließt mit keine Wolke, kein Nebel die Sicht auf die Gletscher- und Bergpracht ringsum. Trotzdem möchte ich die Fahrt 2006 in tiefhängenden Wolken nicht missen, die dem See etwas Unwirkliches, ja fast Unheimliches und Fremdartiges verlieh.

 

Das sonnige Wetter verhilft uns jedenfalls diesmal zu einem wunderbaren Bild von den drei Grazien auf dem Eis

 

Ansonsten können nur Bilder annähernd zeigen, was wir gesehen und bestaunt haben.

Wir können uns auch nach der Fahrt kaum losreißen und sitzen beim Cafe noch einige Zeit auf der Terasse in der Sonne. Irgendwann brechen wir wieder zurück nach Westen auf. Diesmal halten wir bei den kleinen, unbekannten Schönheiten der Gletscherwelt. Das ist das schöne an Island. es gibt die großartigen Plätze, wo jeder zu finden ist, aber 100 m von der Hauptstraße entfernt, findet man kleine Sensationen, die man mit keinem zu teilen braucht.

Irgendwann erreichen wir Skaftafell und wandern bei schönstem Wetter nocheinmal zur Gletscherzunge, die gegenüber 2006 wieder geschrumpft ist, der See davor ist jedenfalls größer geworden.

Diese Fläche war vor etlichen Jahren noch mit Eis bedeckt, ein deutlicher Beweis für die globale Klimaerwärmung.

 

Am Infozentrum sagen wir auch Anke Lebewohl, die sich entschieden hat, noch eine Nacht hier zu verbringen, bevor sie nach Landmannalaugar weiter will.

Die Kilometer über den Skeiðarársandur

ziehen sich, bis der Lómagnúpur wieder sichtbar größer wird.

Die Fahrt nach Skógar unterbrechen wir noch einmal in Klaustri, um dort den hiesigen Supermarkt zu plündern. Leider hat der fehlende Regen den Systrafoss fast zum Verschwinden gebracht, wir entdecken ihn jedenfalls nicht . Wenn genügend Wasser im See ist, sieht er übrigens SO aus.

Dafür gibt es viele idyllische Fleckchen dort in der Gegend

Danach überqueren wir noch das beeindruckende Lavafeld des Eldhraun

dessen Ende durch die Laufskálavarða markiert wird. Dort haben unzählige Reisende zum Dank für eine geglückte Überquerung der Sander einen Stein auf den anderen getürmt.

Endlich in Skógar angekommen steckt uns die lange Fahrt, so schön sie auch war, so in den Knochen, dass wir den Schwimmbadbesuch canceln und statt dessen nach dem Abendessen grad noch so einen Gang an den Wasserfall schaffen!

 

 

 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBrigitte schreibt am 17.08.2008 um 08:38 Uhr:danke für die Sonntagmorgenlektüre

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