Island

21.07.2009 um 12:00 Uhr

2. Tag der Kleinigkeiten

Diesmal braucht Photobucket ewig zum hochladen der Bilder, deshalb müsst ihr diesmal halt daruaf warten.

7. Tag, 20. 7., Montag


Gegen halb sechs bin ich zum ersten Mal wach und schaue aus dem Zelt. Die Sonne scheint auf den Fjord und vom Thermalschwimmbecken ziehen die Dampfschwaden über das Wasser. Ich lege mich wieder hin und schlaf noch zwei Stunden, bis die Aktivitäten rund ums Hotel mich zum zweiten Masl wecken. Ich entscheide mich zum Aufladen der Batterien nochmal für ein Frühstück im Haus, es gibt ein Frühstückbüffet, sogar mit Lebertran!

Als ich rauskomme, sind Werner und Peter schon im Schwimmbad. Ich plausche noch etwas mit ihnen. Sie haben vor heute am Snæfjallaströnd zu campieren und eine Wanderung ins Kaldalón zu machen, wie ich ursprünglich ja auch vorhatte. Ich überlege noch einen Augenblick, zumal die Aussicht auf Steinbeißer oder Pfannekuchen auch nicht schlecht sind, aber das würde eine ziemliche Veränderung meiner gesamten Zeitpläne mit sich bringen.

Um es gleich zu sagen: von meinen ursprünglichen Plänen habe ich nichts verwirklicht, sondern wieder einen Tag der kleinen Ereignisse begangen.

Eigentlich wollte ich ja auch noch zumindestens bis zur Drangsnes, wenn nicht gar nach Djúpavík und auf jeden Fall schwimmen gehen. Weil meine Vorräte aber zur Neige gehen, entschließe ich mich zuerst zu einem mweg nach Hólmavík. Dort sehe ich auf dem Campingplatz eine ideale Stelle und schon steht mein Entschluss fest. Keine stressigen Pläne heute, ein bisschen rumhängen, Internetzugang gibt’s auch und spazieren gehen, eine kleine karte des Ortes verspricht einen angenehmen Rundgang über den Hausberg.


Gesagt, getan. Ich wasche noch ein Maschine Wäsche, ärgere mich über den steinigen Boden, in den meine dirmeligen Häringe nicht reinwollen, beobachte Isländer beim Ab- und Holländer beim Aufbau ihrer Zelte (die Ausländer erkennt man übrigens oft (nicht immer, siehe mich oder Peter, den Berliner) an den hochwertigen Zelten und der soliden Ausrüstung, die isländer nehmen anscheinend das, was grad im Angebot ist und kommen auch damit klar.).

Zu Mittag gibt es eine Fertiggulaschsuppe (bäh, ging nur, weil ich Hunger hatte) und danach mache ich mich auf, der Berg ruft. Der Nordwestwind bläst mir steif ins Gesicht und ich quäle mich von Meeresniveau auf 125 m hoch. Oben weiß ich wieder mal, dass ich in Island keine Highlights brauche, auch keine Extremerfahrung suche, sondern dass mir die einfachen Pfade abseits der Menschenströme am besten zusagen. Der Trail war jetzt wirklich nix Speketakuläres, aber dafür einfach nur schön.

Als ich zurückkomme, sind eine Gruppe Isländer mit einigen Kindern gerade dabei, ihrer Essensachen zusammenzupacken, die sie am Tisch neben meinem Zelt ausgebreitet haben. Na, das nenne ich doch timing, denn heute Abend gibt’s lecker Spaghetti von Knorr aus der Tüte (das kommt mir daheim aber nicht mehr in die Tüte!!!!) und hinterher zwei Tassen Tee. Das holländische Ehepaar fragt, ob sie auch am Tisch mit ihren Kindern essen dürfen und wir kommen ins Gespräch über Island, Neuseeland, Campen, Kälte und Gott und die Welt. Ich kriege sogar ein Glas chilenischen Rotwein ab. Sie erzählen vor allem ab dem Südosten von dauernder Kälte um 10 °, Regen und starkem wind, so dass sie sogar am Myvatn ins Gästehaus gehen mussten, von dem sie aber nicht so begeistert waren. Irgendwann sind die Kinder müde und weil die Temperaturen heut weniger geschmeidig sind, verkrieche ich mich in mein Auto. Gleich werde ich noch was nadeln und dann geht’s ab in die Heia.

Morgen werde ich vor meine Abreise auf jeden fall noch mal den Wetterbericht checken und danach meine weiteren Pläne ausrichten, denn ich fange mich ja grad erst an ans Zelten zu gewöhnen.

 

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