Island

29.08.2005 um 17:59 Uhr

7. Tag

Ein sehr schöner angenehmer Tag liegt hinter mir. Ich schlief sehr gut und wachte so gegen 8 Uhr auf. Meine beiden Mitreisenden wollten und wollten nicht richtig wachwerden, so dass ich um halb zehn dann allein 'richtung Keldur fuhr.. Keldur kenne ich ja noch nicht, aber leider war es wegen der Schäden durch das Erdbeben im Frühjahr geschlossen. Nun ja, die fahrt allein war es wert! Beeindruckt haben mich vor allem die kilometerlangen Hecken um Gunnarsholt herum.

Nach Frühstück und Postkartenschreiben brachen  wir dann richtung Osten auf. Während ich bei Keldur noch durch Regenschauer gafahren war, lockerte die Bewölkung im Osten immer mehr auf. Am Seljalandsfoss ging dann bei strahlendem Sonnenschein A.s Kamera kapputt und die beiden fummelten die ganze Zeit daran herum, während ich mir in aller Ruhe die Welt und die beiden von der anderen Seite des Wasserfalls anschaute.

Dýrhólaey und Vík habe ich diesmal bei Sonenschein erlebt und meine kurze Ruhepause auf dem Treibholzstamm in der Wärme war schon besonders.

Auf dem Weg dorthin versuchten wir auch noch einen dieser Eissturmvögel zu retten, die unterwegs zum 'Meer waren. Zum Dank bespuckte er mich mit einer sehr übelriechenden öligen Flüssigkeit!!!

 

Der Rest des Tages verbrachten wir mit langen Gesprächen zum Teil im Kaffi Langbr´k, zum Teil beim Abendessen in unserem Gästehaus.

28.08.2005 um 17:50 Uhr

6. Tag

Stimmung: Heimweh nach meinem Schatz

Die Nacht war sehr stürmisch und kurz, heute morgen ist der Himmel bewölkt mit kurzen sonnigen Abschnitten. Gerade richtig, um das Thermalfeld anzuschauen. Ich habe das Gefühl, Strokkur will nicht mehr so richtig. Die Ausbrüche waren kurz, die Fontänte niedrig, aber vielleicht fehlten ihm auch die Menschenmassen. Wir waren nämlich völlig allein auf dem Thermalfeld!!!! Das erste Mal und wer weiß, ob uns das nochmal passieren wird.

Ansonsten  war der Tag sehr anstrengend. Viel Fahrerei, die ich gern öfter unterbrochen hätte zum Wandern und Schauen, aber wenn man mit mehreren unterwegs ist muss man Rücksicht nehmen.

Einen Zwischenstopp hatten wir bei Stöng, das diesmal sogar auf war. Wer sich für das Äußere interessiert, mag sich meinen Bericht vom vorigen Jahr anschauen, für alle anderen daher nur die Katzen von Stöng

Nachdem wir unser Quartier in Hvolsvöllur bezogen hatten, das ganz schön gemacht ist, aber ziemlich dicht an der 1 und der Stadt liegt, musste ich mich dann mal absetzen und bin ins Fljótshlið und ins Kaffi Langbrók

gefahren. Gruppenreisen ist mitunter anstrengend. Hier ein Blick auf den Þríhyrningur.

Abends war ich dann noch mit A. Fohlen auf Lágafell gucken. Gitte aus Saarbrücken begleitete uns auf die Riesenweide, auf der allein schon das Suchen der Herde eine mittlere Tagesaufgabe bedeutet. Stunden später und Kilometer weiter wurden wir dann doch noch mit einem Blick auf die Fohlen belohnt. Mir hatte es besonders ein sehr helles Fohlen - Perlino oder Cremello - angetan, aber ausgerechnet dieses Stütchen von 30 anderen wollte die Besitzerin behalten.

In der gut eingerichteten Küche haben A. und ich dann noch Tortellini mit Käsesoße gekocht und sind dann ziemlich müde ins Bett gefallen. M. hat es tatsächlich geschafft von 4 Uhr nachmittags bis 9 Uhr morgens durchzuschlafen!

 

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27.08.2005 um 18:34 Uhr

Tag 5

9.46 Uhr

Die beiden Schlafmützen verpassen den besten Teil des Tages – die Sonne weckt mich mit wolkenlosem Himmel.

Nachdem ich die beiden endlich aus dem Bett geschmissen hatte, kam ein Anruf von G., dass er jetzt bereit wäre mit uns die Fahrt raus aufs Meer zu machen. Natürlich nahmen wir das Angebot an. Die Fahrt bei warmem Sonnenschein war ein tolles Vergnügen. Obwohl die See ziemlich rau war, ist keiner von uns seekrank geworden, dafür aber nass bis auf die Knochen.

Ich denke, G. hat es ein teuflisches Vergnügen bereitet, die Wellen so zu kreuzen, dass A. und M. immer die volle Breitseite abkriegten. Ich hatte mich schon mal vorsichtshalber gleich am Anfang dicht an die Kajüte geklemmt und blieb eher verschont. Nach einer Stunde fingen die beiden in den nassen Klamotten an auszukühlen, so dass wir trotz des tollen Wetters wieder zurückmussten.

Nachmittags ging es dann im T-Shirt durch þingvellir. Ich habe die Schlucht und das Feld selten so eindrucksvoll mit dem durchsichtigen, klaren Himmel und der Weite erlebt wie dies Mal. Unvergessen noch der völlig verregnete Blitzdurchlauf vor zwei Jahren. Dafür haben wir uns diesmal sehr viel Zeit, auch im Besucherzentrum genommen und sind weit durch die Ebene spaziert.

Deshalb kamen wir auch erst recht spät bei Geysir an und im Hostel mit den Schlafsackunterkünften war nix mehr frei wie schon zuvor in der Juhe in Laugarvatn. Damit hatte ich so spät im Jahr nicht mehr gerechnet, und weil wir müde und ausgehungert waren, haben wir uns dann im Hotel Geysir ein Zimmer zu dritt geteilt. Das bestand dann aus einer Soimmerhaushälfte

Geysir außen

Zimmer innen

 

 

 und für 3000 ISK zu der Grundmiete von 9000 ISKwurde mir dann noch eine Decke und ein Kissen auf die Couch gelegt!

Das Essen im Restaurant war sehr gut, aber eigentlich auch schon außerhalb unseres Budget. Man gönnt sich ja sonst nix. Das Panorama war natürlich mit dem spuckenden Strokkur draußen unvergleichlich, wo hat man sonst schon so was?

Das Thermalfeld konnten wir dann natürlich wegen der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr besichtigen und verzogen uns ziemlich schnell in unser Häuschen.

 

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26.08.2005 um 19:10 Uhr

4. Tag

 

Irgendwann am späten Nachmittag

 

Heute morgen  weckte uns strahlender Sonnenschein. A. entschied sich für einen Ausritt zur Lavahöhle, während M. und ich nach Arnarstapi fuhren um h. den längst fälligen Besuch abzustatten und den verpassten Spaziergang von neulich nachzuholen. Auf dem Rückweg waren wir dann noch in der Rauðfeldsgjá.

Zur Zeit läuft der Himmel zu, eine merkwürdige Stille liegt auf dem Land, ein diffuses Licht strahlt über dem Gletscher. Kein Grashalm regt sich, es geht kein bisschen Wind – sehr ungewöhnlich für Island.

Als ich nachmittags meinen obligatorischen Ausflug ins ausgetrocknete Bachbett

 oberhalb der Straße machte (mal wieder allein), lag so etwas wie mitteleuropäischer Spätsommer in der Luft. Es war recht mild, ein wenig diesig und hell. Jetzt ist es ganz anders – fremd….

 

Der Abend wurden dann noch sehr lustig mit Jóhannas vorzüglichem Lammrücken und Ms Klüsserather Wein!

 

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25.08.2005 um 19:56 Uhr

3. Tag

Stimmung: Gespannt auf alles!
Musik: Papar. Leyndarmál fræ..

 

Strahlend blauer Himmel, kaum Wind, Riesenforellen……. Aber keine hatte Hunger. Dafür wir, als wir vom Angeln wieder zurück kamen. Nach einem kleinen Mittagsimbiss machten wir uns auf den Weg nach Stykkishólmur.

Um halb drei standen wir pünktlich vor der Webcam um unseren Lieben daheim einen Gruß zu schicken.

 

 Der Kuchen in der Narfeyrarstófa war mal wieder sehr lecker.

Natürlich bestiegen wir dann Mel zuliebe auch den Helgafell! Es war für die beiden ein ganz besonderes Erlebnis und für mich auch schon sehr lange her, dass ich oben gestanden habe.

Über Grundarfjörður ging es nach Bjarnarhöfn. Dort hat sich seit unserem letzten Besuch einiges verändert. Der Hákarl-Verkauf und die Herstellung finden ihren Rahmen jetzt in einem kleinen Museum

 

, das natürlich Eintritt kostet und voll mit Amerikanern war, als wir ankamen. Wir hielten uns daher nicht erst lange für eine Verkostung auf, sondern sind gleich weiter zum Aufstieg über den Gletscherpass.

 

 

Es war wie immer für mich wieder eine Zitterpartie. Die richtigen Outdoorfreaks werden darüber lachen, aber mit unserem kleinen Mietwägelchen und den dicken Steinen war es wirklich nicht so einfach und wir haben mehrfach anhalten und unters Auto schauen müssen!

Dafür waren Wetter und Aussicht phantastisch, kalt, aber kristallklar!

Auf dem Hof  war die 2. Angelpartie etwas erfolgreicher. Wir konnten uns beim Abendessen eine! Forelle teilen.

 

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24.08.2005 um 11:04 Uhr

2. Tag

Musik: Sileas:Delighted with harps

Endlich da! Die Landung war weich, die Autoübergabe problemlos und das Willkommensbad in der Blauen Lagune entspannend wie immer. Nur die Fahrt nach Westen durchwachsen: das Wetter war sehr gemischt und es wurde dann lange, bevor wir an unserem Zielort eintrafen schon dunkel.

Da es in der Nacht wahnsinnig stürmte (ich habe übrigens später von verschiedenen Leuten von dieser Sturmnacht gehört: im Zelt, im wohnanhänger, im Gästehause) habe ich dementsprechen schlecht geschlafen, der Kaffee bei der ankunft hier auf Lýsuhóll mag das seine noch dazu beigetragen haben. Daher bin ich nicht mit M. und A. reiten, sondern sitze hier und genieße es angekommen zu sein und von richtigem Islandwetter begrüßt zu werden: Sonnenschein, jagende Wolkenfelder, Schauer mit Hagel und Graupel und natürlich Regenbögen

Besonders dramatisch der Nebel, der bei strahlendem Sonnenschein die Berge runterkriecht.

20.15 Uhr

Bisher war es ein anstrendgender Tag. Gegen Mittag sind wir nach Ólafsvík aufgebrochen . Dort gab es Hamburger und einen kleinen Einkauf, bevor wir meine Lieblingsroute rund um den Gletscher antraten mit Stopps bei Öndverðarnes (diesmal ohne Orcas) und Arnarstapi. Den Abzweig nach Dritvík habe ich irgendwie übersehen. In Arnarstapi kamen wir grad bis an die Steilküste und dann fing es so an zu schütten, dass wir entnervt flohen.

Zurück in Lýsuhóll haben wir dann noch zwei Mainzer Tramper getroffen, die zum Spiel Mainz-Hafnarfjörður nach Island gereist waren!°!

 

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23.08.2005 um 15:08 Uhr

1. Tag

Stimmung: grenzenlos
Musik: Tri Yann

Endlich - der start war wie ein Traum! Ich sitze hier an einem hervorragenden Fensterplatz, Reihe 22 Platz F und habe eine wunderbare Sicht auf das Land unter mir.

Die Warterei im Flughafen war kurzweilig, wir standen ziemlich vorne in der Warteschlange! Übrigens - welche Überraschung - G.M. sitzt mit uns in der gleichen Maschine, Hans hat ihn auf dem Flughafen entdeckt. Er wird mit seinen Freunden einen Ritt an die Snæfellsnes und ins Hochland machen, vielleicht treffe ich ihn ja in Lýsuhóll.

Ich hab mir grad eine Tasse Kaffee gekauft und wollte mit einem meiner alten 100ISk-Scheinen bezahlen, der Stewart war sehr erstaunt und meinte, ich solle den Schein besser behalten. Es gibt ihn nicht mehr, nur noch die 100 ISK-Münzen und die Scheine haben schon Sammlerwert!

Im fast vollen Flugzeug sitzen übrigens eine Menge Isländer mit vollgepackten Einkaufstüten. Beim derzeitigen Kurs lohnt sich der Einkauf auf dem Festland ja wirklich!

Über dem Meer gibt es ein paar lockere Wolkenbänke aber die Shetlandinseln liegen wolkenlos unter uns. Ganz anders als ich sie mir vorgestellt habe: flach mit breiten, weißen Sandstränden und in der Mitte deutlich erkennbar Feld an Feld, am Rand winzige Häuschen. So in der Sonne schon ein fast kitschiges, mediterranes Bild!

Und zum ersten Mal sehe ich auch die Faröer mit ihren wilden, steilen Klippen, dem grünen Weideland und den tiefblauen Seen. Irgendwann werden wir auch die noch erobern!

 

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