Island

13.10.2007 um 20:34 Uhr

Eine Herbstreise nach Island

Nachdem wir schon so häufig im Sommer und einmal im Winter in Island waren, war ich nun sehr gespannt auf den Herbst dort. Diesmal führte mich an erster Stelle mein Beruf dorthin, aber ich konnte natürlich auch noch ein paar zusätzliche Tage einlegen!

 

 

Hier eine chronologische Übersicht über meinen Aufenthalt in Island.

Tag 1 Tag 2 Tag 3 Tag 4 Tag 5 Tag 6 Tag 7+8 Tag 9 Tag 10

Tag 11 Tag 12

12.10.2007 um 19:04 Uhr

Ein Körnchen Wahrheit

Egill

09.10.2007 um 18:50 Uhr

12. Tag

Der Morgen beschert uns beim Frühstück eine Amerikanerin am Tisch, die wieder mal alle meine Vorurteile über Amerikaner bestätigt. Null Ahnung, aber davon viel und viel davon redenFröhlich

Ansonsten ist sie sehr nett, aber mich wundert es immer wieder dass man so unbeleckt durch die Welt kommt. Nun ja, sie ist mit ihrer Freundin, einer Freelancerin unterwegs, die zur Einweihung von Yoko Onos Installation in Island weilt (auf BlogSnæfell gibt es auch noch einen Dirketlink zu Yoko Onos Erklärung dazu, er funktioniert leider nur über diesen Umweg)! Die Freundin ist noch merkwürdiger, sie zieht es vor, ihr Frühstück anstatt in Gesellschaft der anderen Hotelgäste, bei 4° und Nieselregen auf dem Balkon einzunehmen!!!

Wir verabschieden uns ganz schnell aus der Stadt und fahren über den Kleifarvatn und Krysuvík zur Blauen Lagune. Heute sind nur sehr wenige Besucher dort, das Wasser ist wieder blau und heiß, die Dampfschwaden ziehen über die Wasseroberfläche und ich denke daran, dass wir gleich in den Flieger einsteigen werden und Richtung Luxemburg abheben. Und in diesem Augenblick schleicht sich schon wieder das Islandfernweh in mein Herz!

08.10.2007 um 21:53 Uhr

11. Tag

Wir werden morgens von der ersten Helligkeit geweckt, die durch das Fenster fällt, aber draußen liegt Reif auf dem Gras. Ganz gemütlich kochen wir den Frühstückskaffee und ich möchte gern einiges von den Altertümchen fotografieren, die hier zur Deko rumliegen.Wir erfahren später von unserer Gastgeberin, dass es sich hierbei alles um Originale von der Farm handelt! Leider hatte ich die Kamera im Auto liegenlassen und jetzt beschlägt mir sofort die Linse, nachdem ich sie ins Warme geholt habe. Erst nach einer halben Stunde gelingen mir die ersten Aufnahmen ohne Grauschleier.

Wir können erst jetzt sehen, wo wir hier eigentlich gelandet sind und beschließen sofort, das wird nicht der letzte Aufenthalt hier! Wir befinden uns auf der anderen Seite vom Flótshlið, in dem Tal, das Gunnar von Hliðarendi in der Njáls-Saga nicht verlassen wollte, auch auf Gefahr hin hier sein Leben zu verlieren. Wir können es verstehen, nachdem wir draußen einen kleinen Rundgang wagen! Dazu erleben wir einen grandiosen Sonnenaufgang, als sich die Sonne hinter den Bergen hervorschiebt, auch wenn die Wolkenbank aus dem Westen eine Wetteränderung ankündigt.

Irgendwann reißen wir uns doch von diesem Anblick los und verabschieden uns von unseren Gastgebern. Und da der Seljalandsfoss sozusagen um die Ecken liegt, schließen wir dort gleich einen Stopp mit einer kleinen Wanderung an bis zum Hamrafoss. Wir sind völlig allein!

 

Auf dem Weg zurück kommen wir an Hamragarðar vorbei, hier ist der Zeltplatz und im Sommer die Hölle los!

Und auch an diesem schönen Beispiel isländischer Lebensauffassung!Beschäftigt

Unsere Fahrt führt uns nun zum eigentlichen Ziel des Tages, zum Heimatmuseum nach Skógar, wo Hans mir mein Weihnachtsgeschenk kaufen will, dass ich in den letzten Jahren immer mit sehnsüchtigen Augen angeschaut, mir aber nie erlaubt habe: einen Askur ! Wir bekommen erst eine Privatführung von einem jungen Deutschen, der hier in Skógar hängengeblieben ist und sich jetzt vollzeitlich mit um die Sammlung kümmert. Natürlich gibt es wieder vieles, was ich noch nicht fotografiert habe, aber hier heute nur eine ganz kleine Auswahl, das erste für Hallveig, damit sie noch mal sieht, wie das Wollgras früher verwendet wurde:

und das zweite einfach so, weil mir die Gewandnadel so gut gefällt mit den Glasperlen

Nachdem eine Gruppe Amerikaner noch abgefertigt werden muss, öffnet man extra für uns den Shop im Nachbarhaus, aber - großer Schreck - es gibt dort keine Askar mehr! Auf Nachfragen erklärt uns Hans-Martin, dass der alte Mann, der sie früher hergestellt hat, im Sommer gestorben ist und es also auch keine mehr geben wird. Bei uns beiden gibt es lange Gesichter und den Gedanken an die ungenutze Möglichkeit der vergangnen JahreTraurig.

Wir entschließen uns dann, mit einem kleinen Rest Hoffnung, noch nach Vík in den dortigen Souvenirshop bei der Wollfabrik zu fahren.

Vorher lästern wir aber noch über eine Gruppe Österreicher: zwei Motocrossfahrer, die zum letzten Abenteuer der nördlichen Hemissphäre aufgebrochen sind, begleitet von einem Tross von ca. 20!! Betreuern und Kameraleuten mit Bussen und Geländewagen, die im Hof des Museums ein Fotoshooting über min. 2 Stunden abhalten. Wir stellen uns das plastisch vor, wie die zwei Motodrossler unter Aufbietung ihres Lebens die Krossá zu furten versuchen, während der Kameramann die dritte oder vierte Einstellung verlangt.

Wir lassen die Meute zurück und rollen gemütlich weiter in Richtung Osten, nur unterbrochen durch eine kleine Pause an einm Feld mit Dutzenden von Singschwänen, die sich für den Abflug nach Süden dort sammeln. ein imposantes Bild, als sie alle gleichzeitig abheben.

Da ich endlich mal den Sendemast

auf dem Háfell sehen möchte, an dem diese Webcam befestigt ist, lassen wir Vík erstmal hinter uns und auf dem Rückweg kann ich auch die Reynisdrangar fotografieren.

Bei Víkwoll werden wir übrigens fündig (großer Erleichterungsseufzer), ein junger Mann der Region hat die Askurproduktion wieder aufgenommen. Es gibt dort auch noch die Gryla, die Mutter der Weihnachtstrolle für Hans! Wir wollen jetzt bei den zukünftigen Reisen jeweils einen Troll mitbringen, das heißt wir müssen noch 12 mal plus 1 für die Katze plus 1 für Grylas Mann nach Island!!

Die Rückreise nach Reykjavík verläuft unspektakulär (wenn man mal von der Aussicht absieht),

es ist kaum ein Auto auf der Ringstraße. In Hvolsvöllur platzen wir bei unserem Versuch nochmal ins Sagamuseum zu kommen, in eine Chorprobe!!! Das Museum selbst ist geschlossen. Außerdem entdecken wir in der Nähe Selfoss ein Hinweisschild zu einem Wikingerrestaurant. Kennen wir noch nicht - müssen wir uns mal unsere Meinung drüber bilden.Wenige km von der 1 finden wir ein nachgebautes Langhaus, sehr touristisch mit Halle und Bar, aber immerhin aus Grassoden aufgeschichtet und mit Liebe zum Detail.

 

Irgendwann erreichen wir die Stadt und ich finde auch sofort zum Guesthouse Aurora, aber das ist leider voll! Ich erinnere mich an ein kleines Hotel eine Querstraße weiter, Hotel Sunna, und wir probieren es - erfolgreich - dort. Ein gutes Stück teurer als das Aurora, dafür aber auch komfortabler, jedenfalls sehr zu empfehlen, auch durch die Lage direkt an der Hallgrimskirkja!

Den Abend verbringen wir mit einer Stippvisite auf dem Laugavegur, dem Besuch von Buchhandlungen und natürlich zwei Guinness im Celtic Cross. Unsere letzte Nacht in Island bricht an.

 

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07.10.2007 um 19:21 Uhr

10.Tag

Wir schlafen beide in unserem Lieblingszimmer unterm Dach sehr gut und wachen morgens gut ausgeruht auf. Am Frühstückstisch brauchen wir nicht lange auf Agnar, Jóhanna und Franzi zu warten und das Frühstück vergeht unter allerlei Geplauder.

Ich möchte hier noch einmal Jóhanna und Agnar von Herzen danken, dass wir immer wieder so freundlich an diesem wundervollen Ort aufgenommen werden, es sind beide ganz außergewöhnliche Menschen und ich hoffe, dass wir sie noch oft auf Lýsuhóll besuchen können und vielleicht endlich auch mal wieder hier begrüßen dürfen.

Da vor zwei Wochen noch ein Fohlen auf die Welt gekommen ist, darf eine kleine Fotosession auf der Hausweide nach dem Frühstück nicht fehlen. Fönn hat nach langem Hin und Her ein Hengstfohlen von Töfri bekommen, eine spannende und auch traurige Geschichte, die hier den Rahmen sprengen würde. Mutter und Kind sind jedenfalls wohlauf.

Die Lýsuhyrna hüllt sich leider diesmal in Wolken und auch der Snæfellsjökull ist wie abgeschnitten,

aber je weiter wir östlich kommen um so mehr blaue Löcher gibt es in der Wolkendecke. Wir entscheiden spontan unsere Route, wollen nur morgen in der Nähe von Vík sein. Als wir dann kurzentschlossen nach Þingvellir fahren, erwartet uns dort ein wolkenloser Himmel und Heerscharen von Ausflüglern, ich habe noch nie so viele Isländer an einem touristischen Highlight erlebt wir heute. Es ist wirklich nur eine kleine Handvoll Ausländer darunter, die diesmal kaum ins Gewicht fallen.

 

Auf dem Weg zum Laugarvatn fahren wir durch eine bunte Herbstlandschaft - und die Schafe haben noch nicht alle den Weg nach Hause gefunden.

In der Nähe der Laugarvatnshellir begegnet uns sogar eine freilaufende Pferdeherde, die nur unwillig die Straße räumt. Der hübsche Braune ist überhaupt nicht schüchtern und sagt Hans durch das Seitenfenster sogar Hallo.

Kurz vor dem Ort kommt nach einer Kurve zum ersten Mal die Hekla ins Blickfeld, wie gut, dass ich inzwischen eine große Speicherkarte habe, da passen die vielen Fotos wenigstens drauf!!!

 

Natürlich müssen wir auch dem Strokkur und dem Gullfoss Guten Tag sagen, diesmal ist das Wetter besser und die Menschenmassen fehlen. Ich denke dennoch mit ein bisschen Wehmut an die schönen Tage mit meiner kleinen Reisegruppe im Sommer, ich hoffe ihr erinnert euch auch noch gern an diese Zeit. Zumindestens zwei sind ja anscheinend hoffnungslos mit dem Virus infiziert und sind auch schon beim Planen der nächstjährigen Reise.

 



Obwohl das Wetter wolkenlos und warm ist, sieht man im Schatten noch den glitzernden Reif, vor allem dort wo das Sprühwasser hinkommt.

Unsere Reise geht auf menschenleeren Straßen wieder weiter an den stillen, freundlichen Ort mit dem schönen Wasserfall, meine Mitreisenden vom Sommer werden sich sicherlich auch erinnern.

Hans und ich haben diesen Platz ganz alleine für uns, auch Þjóðsveldisbær gehört nur noch einigen Raben und der Stille, es ist schon seit Ende August geschlossen und nur noch von außen zu besichtigen. Jedenfalls erlaubt uns die Temperatur dort einige Zeit ohne Jacke in der Sonne zu sitzen - und folgendes Foto

Wir fahren weiter, am Kraftwerk vorbei auf die andere Seite des großen Flusses, vorbei an einen unwirklichen Landschaft, unter der Hekla entlang, an Wegweisern vorbei, die wieder Sehnsüchte wecken

immer weiter in die untergehende Sonne hinein.

Langsam wird es zu dunkel um Fotos zu machen und wir schauen uns nach einer Unterkunft für die Nacht um. Bei Leirubakki halten wir, ich wäre gerne dort im Schatten der Hekla geblieben, aber leider scheint niemand unser Klopfen zu hören und das Gästehaus ist geschlossen. So fahren wir weiter, nicht ohne vorher Hans den tollen Lavahotpot zu zeigen, der eher schon ein Lavaschwimmbecken ist. So halten wir in Hvolsvöllur um zu tanken und fahren dann in der einbrechenden Dunkelheit weiter. Es sist schon ein bisschen gewagt so einfach auf Verdacht hin im Stockfinsteren noch die Strecke nach Stóra-Mörk unter die Reifen zu nehmen, zumal einige Kilometer wieder schlechte Schotterpiste sind, aber das Glück bleibt bei uns, diesmal öffnet man uns auf unser Klopfen und eine wunderbare Gästeetage mit einem angenehmen Bett wartet auf unsere müden Glieder.

 

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06.10.2007 um 20:04 Uhr

9. Tag

Die Nacht ist kurz und gestört; ein heftiger Sturm bringt unsere kleine Hütte zum Erbeben. Ich habe meine Ohrstöpsel im Auto liegen lassen und erst nachdem ich sie dort im Regen rausgekramt habe, kann ich - zurück im Bett - endlich ein wenig schlafen. Auch mein Mann fühlt sich anscheinend noch nicht wirklich zu Hause und so stehen wir ziemlich früh auf, lassen auch unser Styroporboxenfrühstück bis auf zwei Tassen Pulverkaffee stehen und machen uns auf - erst in Richtung Reykjavik.

Da der Kólaportið noch nicht geöffnet hat, schauen wir uns erst 871 +/- 2 an, Hans ist begeistert und kauft mir gleich den Ausstellungskatalog. Es ist schon erstaunlich, was eine Stadt aus ein paar alten Torfmauern gemacht hat, unsere Museen hier könnten sich eine Scheibe abschneiden.

Danach schlendern wir über den Kólaportið, der in der Nähe des Hafens liegt,  aber fündig werden wir nicht. Deshalb machen wir uns auf Richtung 'Norden, auf der Straße begrüßt uns schönstes Wetter und wir nehmen wieder die 36 und 48 und den Umweg um den Walfjord. Vorher schlage ich aber noch bei Álafoss in Mosfellsbær zu und weiß jetzt auc, dass es dort die Konen mit dem Loðband gibt, die sich so gut zum Weben eignen.

diesmal halten wir uns am Botnsdalur ein wenig länger auf als sonst und können endlich einmal diesen wunderhübschen kleinen Wasserfall erkunden, obwohl es zum Glymur immer noch nicht gereicht hat. Na, ja vielleicht beim nächsten Mal. Kurz vor Þórisstaðir muss ich nochmal anhalten zum Fotografieren, einfach nur bezaubernd, diese Aussichten. Unterwegs fallen uns auch wieder jede Mange hübscher Islandpferde auf, das hier kommt echt wohlgenährt in den Winter!

Natürlich gibt es wieder mal das obligatorische Pylsur im Hyrnan, Borgarnes und das tolle Wetter bleibt uns treu.

 

Werdet ihr eigentlich die ewig gleichen Beschreibungen mit den ewig ähnlichen Bildern nicht langsam satt?

Es geht entspannt weiter durch bis Lýsuhóll

aber zu meiner ganz großen Enttäuschung ist niemand, aber auch gar niemand da!Das kommt davon, wenn man als Überraschung auftauchen möchte und keinem Bescheid sagt. Hans überredet mich es uns im Wohnzimmer mit einem Buch gemütlich zu machen und der Dinge zu harren, die da noch kommen. Eine halbe Stunde später höre ich Jóhannas Hello? im Flur und man hört ihr an, dass sie keine Ahnung hat, wer da im Haus auf sie wartet. Und tatsächlich: ihr Gesicht ist einfach göttlich, als sie uns endlich sieht, schade, dass ich keine Kamera in der Hand hatte. Sie war mit Franzi bei dem schönen Wetter reiten und Agnar ist noch zu einer Reperatur unterwegs. Schnell wird was zu trinken auf den Tisch gepackt und wir feiern gebührend wiedersehen.

Jóhanna weiß auch gleich was sie mit uns machen wird, aber vorher trifft Agnar ein und wir ziehen mit Whisky und Rotwein, Shampoo, Badeanzügen und Handtüchern bewaffnet zum Schwimmbad!

Als wir so im warmen Mineralwasser dümpeln, ein Rotweinglas in der Hand, fehlt eigentlich nur noch ein wenig Musik im Hintergrund zum perfekten Wohlbefinden. Aber irgendwann drängt Jóhanna doch zum Aufbruch. Wir holen noch Franzi ab, die wir dann endlich mal richtig begrüßen können und gleich erfahren, dass sie nächstes Jahr in Hólar studieren und reiten wird (die Glückliche, macht einen Lebenstraum wahr!).

Agnar fährt uns nach Langaholt und nun bekommen wir endlich zu hören, was es dort Besonderes gibt. Der ansässige Koch veranstaltet einmal im Jahr einen Wildabend, an dem er alles, was sich wild in Islands Natur rumtreibt, den Gästen der näheren Umgebung auftischt. Nun ja, das Lamm ist nicht ganz wild, schmeckt aber wie alles andere ausgezeichnet. Leider kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, aber unter anderem gibt es Schwanenbrust, Wildganspastete, Papageitaucher, Schneehuhn, viele verschiedene Fische, aber auch Seehund und Wal. Ich habe alles probiert, aber den Wal haben wir dann doch ausgelassen. Auch Geir trifft irgendwann mal ein und schaut zweimal, nein dreimal zu uns hin, bis er seinen Augen traut. Während desEssens spielt eine Band mit heimischen Musikern tolle Sachen aus den 60ern und 70ern und die Atmossphäre ist rundum gut. Als wir dann mit Franzi uns draußen noch ein wenig abkühlen gehen, gibt es noch ein tolles Lichtspektakel für uns: ein phantastisches Nordlicht steigt über der Bergkette der Snæfellsnes auf. Lange stehen wir drei sprachlos, bis es uns dann irgendwann zu kalt wird. Da Hans und ich recht müde sind und Franzi sehr früh aus den Federn muss, fährt uns eine Nachbarin irgendwann um 11 zurück zum Hof, während Jóhanna und Agnar mit ihren Freunden und Nachbarn weiterfeiern.

 

 

Übrigens sollte mich das folgende Bild ein paar Tage später zu Hause erreichen

Während wir im strahlenden Sonnenschein umherfuhren, tobte im Norden just da, wo wir mit unseren Kollegen am Tag vorher weggefahren sind ein fürchterlicher Schneesturm mit 20 cm Neuschnee, viellen liegengebliebenen Fahrzeugen und hohen Windstärken. Hjördís machte ein paar Aufnahmen von ihrem Haus!

 

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05.10.2007 um 23:28 Uhr

7. und 8. Tag

Für den 6. und 7. Tag gibt es hier nur einen Kurzbericht, da ich außer beim Blönduvirkjun keine Fotos gemacht habe, obwohl ich es jetzt, für eine Stelle der Rückfahrt, durchaus bereue!

 

Am nächsten Tag steht nur ein Besichtigungspunkt, das Blönduvirkjun, auf dem Programm. Es liegt am Beginn des Hochlandes, dort wo es zur Kjölur abgeht. Von der Leistungskapazität ist es mit Abstand das größte der bisher besuchten. Auch hier gibt es wieder eine Ausstellung; ein Bauer der Umgebung hat Kühe gemalt mit Wasserfarben, für jeden Tag des Jahres eine!! Also finden sich hier 365 Kühe in möglichen, aber auch unmöglichen Situationen wie zum Beispiel in einer Badewanne voller Milch. Nett!!Sonstige

 

 

Das Kraftwerk selbst ist sehr beeindruckend, das ständige Vibirieren und Summen und die riesigen Ausmaße, als wir in den unteren Teil des Kraftwerks gefahren werden. Nur eins enttäuscht unseren englischen Kollegen. im Erwärmekraftwerk bkamen wir heißen Grog, im Kröflu ein t-Shirt, im Laxá eine Mütze - und hier? Nur Wissen, aber das ist doch auch schon was, nicht wahr, James?Fröhlich

Anschließend fahren wir noch ein Stück ins Hochland hinein um den Stausee anzuschauen, für mich wieder einmal beeindruckend die Weite und Stille1

 

Anschließend steht eine recht lange und intensive Besprechung des weiteren Projektvorgehens auf dem Programm, zu dem alle Länder etwas beitragen können. Auch der Termin des nächsten Treffens wird festgelegt.

Abends gibt es dann im Hotel noch eine Einladung der örtlichen Schulbehörde und der kommunalen Vertreter, ich muss eine Rede halten, was ich gar nicht so gut finde! Das Essen ist dafür aber köstlich, wieder ein 3-Gänge-Menü!

Am nächsten Morgen gibt es einen herzlichen abschied und danach fahren wir zurück Richtung Keflavik - ohne größere Vorkommnisse bis auf eins! Das Wetter ist diesig und sehr bewölkt, aber zum Glück trocken.

Am Anfang der Holtavörðuheiði kommt mir ein lichthupender Polizeiwagen entgegen. Ich stoppe sofort mit einem etwas schlechten Gewissen

- weiß ich wirklich, dass ich nur 90 km/h gefahren bin?-

und begrüße ihn daher mit einem besonders freundlichen Goðan Daginn. sofort rattert er in isländisch los und ich verstehe nur etwas von: großes Haus - Straße - Achtung und frage mich wirklich, ob das so richtig sein kann.

Er gibt mir daher auf Anfragen nochmal alles auf Englisch durch und tatsächlich: wir sollen vorsichtig fahren, denn ein Schwertransporter mit einem großen Haus kommt uns auf der 1 entgegen! Nun ja, irgendwo auf den Höhen der Heide erscheint auf der Gegenfahrbahn tatsächlich ein großes Haus, ein sehr großes Haus urplötzlich im Nebel und zwingt mich dazu, fast den Abhang am Seitenstreifen runter zu fahren!

Aber wir kommen schlussendlich doch gut in Reykjavik an, wo unsere französichen, englischen und italienischen Kollegen den Nachmittag mit einem Stadtbummel verbringen wollen und nachdem wir unseren Schulleiter am Flughafen, die Koffer der Italienerinnen im Hotel Keflavik und die Mietwagen wohlbehalten abgeliefert haben, treffen wir alle an der Hallgrímskirkja wieder. Heike und ich haben inzwischen ziemlich Hunger und verschwinden erstmal beim Chinesen. Danach statten wir Magga und Mundi noch einen kurzen Besuch ab, die zwei freuen sich riesig uns so völlig unerwartet auftauchen zu sehen.Irgendwann geht es dann zurück zum Motel Alex, wo die anderen schon auf uns warten und dann gönnen wir uns noch ein Bad im hoteleigenen Hotpot mit dem Leichtbier aus dem Bonús.

Ich habe diemal eine Hütte geordert, sehr praktisch und auf jeden Fall empfehlenswert. Irgendwann kurz nach 11 breche ich nochmal Richtung Flughafen auf. Der Flug vom Hahn ist pünklich und gegen 12 kann ich meinen Mann in die Arme schließen!

 

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03.10.2007 um 21:26 Uhr

6. Tag

Heute steht ein sehr langer Tag auf dem Programm, die Fahrt in den Osten zum Myvatn und seinen Sehenswürdigkeiten sowie den Kraftwerken Kröflu- und Laxàrvirkjun! Das Frühstück steht daher schon um halb acht auf dem Tisch und der von der Schule organisierte Bus vor der Tür. Uns erwartet ein sehr anstrengender aber auch ein strahlend schöner Tag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel, zumindestens im ersten Teil.

Unser erster Photostopp ist daher im Öxnadalur von allen gewünscht, wo die tiefstehende Sonne eine ganz verwunschene Lichtstimmung auf die Spitzen der Hraundrangar zaubert.

Der zweite Stopp führt uns an den Góðafoss, der mir noch bestens vom letzten Jahr in Erinnerung ist. Alle sind begeistert, der Wasserfall ist vielleicht nicht so mächtig oder ausdrucksvoll wie der Dettifoss, aber dennoch sehr schön.

Wir können uns gar nicht satt sehen und trennen von der ruhien Stimmung dort und verbringen einige Zeit, bis unsere Gastgegber zum Weiterfahren drängen.

Im strahlenden Sonnenschein geht es weiter bis Skútustaðir am Myvatn, wo es eine kleine Rast und die Gelegenheit zum Mittagessen gibt. Da wenig Touristen unterwegs sind, ist der kleine Souvenirshop geschlossen, öffnet aber extra für uns. Dort erfahre ich auch, dass die Jólasveinir, die Weihnachtstrolle in Dimmuborgir zu Hause sind.

Bevor wir das Kröfluvirkjun besichtigen, gibt es noch eine kleine Stippvisite zu den Solfataren von Námaskarð. Ich würde euch hier gern eine kleine Kostprobe des Geruches ermöglichen, leider ist das Geruchsinternet noch nicht erfunden Sonstige

 

Das Kraftwerk  selbst liegt in der aktiven Zone der Krafla und arbeitet mit geothermaler Energie, also mit heißem Dampf. Beeindruckend auch die Umgebung, die durch die schwarze Lava des letzten Kraflaausbruches in den 70ern geprägt ist. Übrigens gibt es hier neben heißem Dampf auch noch den Schnee von letzter Woche zu bestaunen.

Die Führung war sehr interessant, aber auch anstrengend und so geht es zur Erholung erstmal in die Jarðbödin am Myvatn. Diese Badegelegenheit ist der Blauen Lagune auf der Reykjanes nachempfunden, aber nicht so luxuriös und viel uriger - und der Ausblick über das isländische Hochland entschädigt für das sehr unterschiedliche warme Wasser. Einige Stellen sind ohne Bewegung zu kalt, an anderen wird man dafür gekocht. Alle Teilnehmer haben einen Superspaß am gemeinsamen Bad.

Auf dem Parkplatz gibt es noch eine grandiose Aussicht über den Myvatn und sein Hinterland, leider geht auf diesen kleinen Fotos hier viel von der Ausstrahlung verloren.

Bevor wir noch zum Laxárvirkjun weiterfahren, gibt es noch einen Minirundgang durch die Dimmuborgir, die dunklen Burgen und nicht nur ich entdecke viele versteinerte Trolle.

Beeindruckend auch die knallbunte Herbstbelaubung der Sträucher und Minibäume , die dort im Schutz der Lava wachsen.

Das Laxakraftwerk ist ein kleineres, das eigentlich viel größer ausgelegt war, aber durch Umweltaktivisten gestoppt wurde um die Überflutung von landwirtschaftlich genutztem Land zu verhindern. In den in den Fels gehauenen unterirdischen Räumen und Höhlen ist dafür jetzt Platz für Kunst, zur Zeit eine Ausstellung mit modernen Skulpturen alter nordischer Götter, sehr beeindruckend. Die Ausstellungen sind dazu gedacht, Besucher in die Kraftwerke zu bringen und Berührungsängste zu nehmen und natürlich Informationen über Wasserkraft zu verbreiten. Eine gute Idee - finde ich.

Danach sind wir alle ziemlich groggy und es reicht grade noch zum Abendessen beim Italiener in Akureyri, bevor wir halb eingeschlafen nach der Rückfahrt am Hotel abgeliefert werden. Vom Rest des Abends habe ich nix mehr mitgekriegt!

 

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02.10.2007 um 21:17 Uhr

5. Tag

Nach dem gemeinsamen Frühstück werden wir von Hjördís abgeholt und zur Schule gebracht. Dort erwarten uns die Schüler der Klasse 7. Jeweils zwei betreuen zwei Lehrer und führen uns durch das Schulgebäude. Ich bin erstaunt, wie gut die beiden Mädchen

unserer Gruppe Fragen auf Englisch beantworten können, außerdem sind natürlich alle Lehrer überrascht von Ausstattung und Größe der Schule. Wir wünschen uns natürlich in Deutschland auch ein schuleigenes Schwimmbad, geheizt mit Thermalquellenwasser von Hügel hinter der Schule!

Auch die Ausstattung im Computerrau, den Werkräumen und den Klassenräumen sowie der personellen Besetzung ist üppig und es kommt ein wenig Neid auf.

Nach dem Rundgang gibt es eine Kaffeepause im Aufenthaltsraum, der von der 7. Klasse liebevoll dekoriert wurde, sogar die Kaffeeteilchen (kleinur) wurden im Haushaltsunterricht von den Schülern gebacken! Während der Pause musizieren die Kinder!

Danach gibt es eine erste Besprechung und Vorstellung der beteiligten Länder. Das Mittagessen nehmen wir in der Schulkantine ein.

Nach dem Essen gibt es eine erste Rundfahrt durch den Skagafjörður, zuerst besichtigen wir den alten Torfhof Glaumbær

 .

Die zahlreichen Räume des Hofes enthalten Werkzeuge und Gegenstände des täglichen isländischen Lebens des (überwiegend) 18. und 19. Jahrhunderts. Mich interessieren natürlich vor allem die textilen Ausstellungsstücke, auch die Pflanzenfarben, die sich auf den Decken und Wandbehängen sehr gut erhalten haben.

Aber natürlich muss ich auch die 'Schuhe und Arbeitsgeräte des Hausfrau fotografieren  Auf der Hauswiese (tún) wachsen übrigens die gleichen Pilze wie bei uns zur Zeit - Schopftintlinge.

Danach fahren wir nach Hólar, dem alten Bischofssitz des Nordlandes. Dort wird uns nicht nur die Kirche aus dem 16. Jahrhundert gezeigt und erklärt, sondern wir bekommen auch Einblick in die Stallungen der landwirtschaftlichen Hochschule, bekannt für ihrew qualitative Ausbildung von Pferdeleuten nicht nur aus Island.

Anschließend geht es weiter über die Nehrung bei Sauðárkrókur . Daeinige Teilnehmer beim morgendlichen Rundgang wissen wollten, ob alle Schulen in Island so gut ausgestattet wären, wurde noch kurzfristig ein Besuch in der Stadtschule von Sauðárkrókur organisiert und wir stellen fest, dass die Schule in Varmahlið tatsächlich kein Einzelfall ist.

Den Abschluss bildet ein Besuch in der Heißwasserversorgung der Stadt

Dort werden wir mit Grog und Knabereien empfangen, der Grog wird mit dem heißen Wasser aus 180 m Tiefe zubereitet!!

Leider ist die o.a. Seite auf Isländisch, hier nur so viel, dass schon vor einigen Jahrzehnten ein Bauer anfing, die heißen unterirdischen Quellen vor den Toren der Stadt anzubohren und durch Rohre in die umliegenden Häuser zu schicken. Inzwischen wird die gesamte Stadt durch insgesamt 4 Borhlöcher versorgt, die sich unauffällig in kleinen Gebäuden der Sumpfebene verstecken.

 

Danach führt die Fahrt zu Ásdís nach Syðra-Skörðugili und zu einem fantastischen 3-Gänge-Menü, das sie uns in ihrem Zuhause serviert!

 

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01.10.2007 um 22:48 Uhr

4. Tag

Mit dem 1. Oktober fängng unser offizielles Comenius-Treffen an. Ich werde daher für die nächsten 4 Tage ein wenig allgemeiner und kürzer schreiben, weil sich ja vieles um unser gemeinsames Projekt dreht und eher weniger öffentlichkeitsgeeignet ist.

Nur soviel für diejenigen, die noch gar nicht wissen, worum es sich dabei handelt:

Die Grundschule Reinsfeld hat ein sogenanntes Comenius-Projekt initiiert mit Schulen aus 6 europäischen Ländern: England, Frankreich, Island, Italien, Schweden und Deutschland. Das Projektthema heißt: Erneuerbare Energien in unserer Heimatregion und soll Grundschülern über die kommenden zwei Jahre die Problematik der Energieversorgung bewusst und mit der Alternative der erneuerbaren Energien vertraut machen. Hier in Island findet nun das erste Projekttreffen mit Lehrern aus allen beteiligten Schulen statt, die sich Gedanken machen werden, wir das Thema im Unterricht umgesetzt werden kann.

Da ich die Koordinatorin des Treffens bin, hole ich also am Morgen die ersten Gäste aus England ab: James und Helen und ihr Begleiter Barnaby Bär, der zu Hause den Kindern in Margate über die Reise erzählen soll. Da die zwei ein paar Stunden vor den anderen Teilnehmern eintreffen, fahre ich mit ihnen zur Blauen Lagune, die sie sehr genießen und anschließend in das Cafe am Garðsvíti.

Das werden die einzigen Bilder für den Tag bleiben, denn ab zwei Uhr treffen nach und nach alle anderen Lehrer ein, auch mein Schulleiter und meine Kollegin und Freundin Heike. Ich hole alle am Flughafen ab, organisiere die Mietwagen und um 17 Uhr können wir endlich in Richtung Varmahlið aufbrechen.

Die Fahrt zeiht sich, nur unterbrochen durch Stopp an der Tankstelle in Borgarnes und es wird zunehmend dunkler. Ich habe gut geschlafen und bin noch recht frisch, aber meine Begleiter mussten schon um 4 Uhr morgens aufstehen, um den frühen BA-Flug in London zu nehmen.

Da draußen nun wegen der hereinbrechenden Nacht kaum mehr was zu erkennen ist, macht sich unter den Mitfahrern Müdigkeit breit, bis ich ziemlich abrupt am Straßenrand anhalte! Ja, ich habe mich nicht getäuscht: am fast sternenklaren Himmel mit einem tiefstehenden Mondviertel zeigt sich erst schwach, dann immer stärker ein grünliches Wabern und Wallen. Welch eine Begrüßung für die Gäste: ein schön ausgeprägtes Nordlicht zeigt sich für einige Minuten, auch mein erstes in Island!

Der Weg danach zieht sich, aber ist auch mal irgendwann zu Ende. Wir sind alle im Hotel Varmahlið untergebracht und verschwinden ziemlich schnell gegen 11 in den Federn!

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