Tag 6 und 7 haben ich noch nicht fertig und ich werde auch einiges zu Hause noch überarbeiten, aber der gestrige und heutige Tag sind soweitlesbar.
Montag,
den 13.4.
Heute
erwache ich bei stahlblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Einige
meiner kleinen Gruppe haben gar nicht gut geschlafen, der Wind hat
die Ferienhäuschen ganz schön durchgerüttelt. Ich denke, dass die
Nacht heute besser wird.
Die
Gespräche beim Frühstück sind lange, aber gegen 10 brechen wir auf
und fahren zuerst zur Raudsfeldsgjá. Der übliche Weg ist
unpassierbar, wir müssen über hohe Schneewehen klettern und ein
Stück am Bach entlang. Ich gehe nicht mit in die Schlucht, aber sehe
zu, wie sich die anderen dort aufhalten.
Es gibt schon Unmengen von
Möwen dort, die auf den Anfang des Frühlings warten um mit ihrem
Brutgeschäft zu beginnen. Der Weg zurück ist schwierig über das
lose Gestein und das steile Schneefeld, aber sonnenschein und
Fernsicht entschädigen uns für die Mühen.
In
Arnarstapi parken wir bei Snjófell, das noch geschlossen hat. Die
Aussicht auf die Klippen ist atemberaubend, aber irgendwann fällt
mit auf, das etwas fehlt. Die Krias sind noch nicht da, und obwohl
sich schon sehr viele Graugänse, Singschwäne und Austernfischer am
Meer tummeln, gibt es auch noch keine Papageitaucher. Alle sind
entzückt vom pittoresken Hafen und als wir endlich wieder zurück am
Wagen sind, hat auch das Restaurant auf und wir bekommen soup of the
day and fish of the day.
In
Djúpalónssandur
ist es windstill und richtig warm, die Fliegen
schwirren schon durch die Luft und die ersten Spitzen von Sauerampfer
und Löwenzahn spitzen an den sonnenbeschienenen geschützten Stellen
schon aus der Erde. Unsere Taschen sind steinschwer,
als wir uns
wieder auf den Weg machen. Die Straße rund um den Gletscher ist
übrigens inzwischen durchgehend asphaltiert.
In
Ólafsvík gibt es heute keine Rast und die Fródarheidi hält
Überraschungen in Form von meterhohen Schneewehen und teilweise noch
schneebedeckten Straßenabschnitten für uns bereit. Die Aussicht ist
gigantisch, ich habe noch nie soviel Schnee auf und um den Gletscher
herum gesehen.
Zum
Abschluss machen wir noch einen kleinen Schlenker nach Ytri-Tunga.
Dort holt uns der scharfe Wind wieder ein und mir ist heute zum
ersten Mal bewusst, dass es ja noch Winter hier ist.
Seehunde sehen
wir keine, finden aber einige merkwürdige
Meereshinterlassenschaften.
Nach
ein wenig Ruhe auf dem Hof bekommen wir den Schlüssel zum Schwimmbad
in die Hand gedrückt und schleichen uns durch den Hintereingang zu
den Umkleiden. Das Schwimmerbecken ist ziemlich kalt, der HotPot
dafür umso heißer, und ich halte es nicht lange darin aus ohne das
Gefühl zu bekommen gekocht zu werden. Immerhin macht mir der rückweg
zu den Duschen durch den heftigen und schneidend kalten Wind nix mehr
aus. Mein Körper hat die Hitze gespeichert und hält sie noch eine
ganze Zeit lang. Ich muss an Brigitte denken, die an diesem Abenteuer
auch ihren Spaß gehabt hätte.
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