Island

31.07.2009 um 21:37 Uhr

Forellen!!!!!!!

18.Tag, 31.7., Freitag


Heute ist ein recht ereignisloser Tag. In der Nacht werde ich dreimal wach, weil das Zelt laut im Wind flappt, aber ich schlafe gleich wieder ein. Kalt ist mir übrigens nicht geworden! Um 8 stehe ich dann endgültig auf, lasse mich mit Frühstück verwöhnen und unterhalte mich mit diversen Leuten. Mit einer, Gundi aus Wien, deren Tochter zum Reiten ist und deren Mann und Schwager den Gletscher besteigen wollen, lade ich zum Angeln ein. Zuerst ist Wurmsuche angesagt, was bei dem trockenen Boden recht schwierig ist. Außerdem gibt es nicht die fetten wie sonst immer. Auch der Flusslauf ist eine Enttäuschung. Der Wasserstand ist ungewöhnlich niedrig und algen haben den sonst so kalten, klaren und schnell fließenden Fluss erobert. Von Forellen weit und breit keine Spur.

Erst als wir über die alte Grenze am Zaun hinausgehen, werden die Kolkstellen für Forellen entsprechend tief und tatsächlich stehen dort an zwei Stellen recht kapitale Brocken.

Wir laufen also zurück und fragen Johanna, ob wir auch dort angeln dürfen. Wir dürfen.

Diesmal fahren wir mit dem Auto bis unten hin und platzieren uns an entsprechender Stelle.

Mit der Wurftechnik haperts immer noch und so furtet Gundi auf die andere Seite, bekommt von mir die Angel rübergereicht und ich dirigiere sie an die entsprechenden Stellen. Sie kann durch den Überhang nämlich nicht direkt auf die Forellen schauen. Mit meinen Anweisungen versucht sie ihr Glück, aber die Forellen sind wenig interessiert.

Wir geben auf nach zwei Stunden vergeblichen Wurmbadens, auch weil der Wind immer stärker geworden ist, das Wasser kräuselt und uns die Wärme am Körper entzieht. Immerhin gab es die Forellen dja nun mal wenigstens zum Anschauen!!!

 

Danach sind wir beide erstmal so groggy, dass wir ein wenig ruhen. Ich entschließe mich danach ins Schwimmbad zu gehen. Dort gewinne ich die neueste Erkenntnis für meine Liste: das Verhältnis deutsche zu Isländer im Lýsuhólslaug beträgt etwa 20 : 1!!!!!


Auf Lýsuhóll gibt es übrigens inzwischen eine Katze, Mysla genannt, die aber nach meinen Untersuchungen ein Kater ist. Ganz schön frech, der Kleine. Er hat auch schon Kämpfe mit meinem Zelt ausgetragen und schließlich oben drauf gesessen.

    

 

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31.07.2009 um 12:12 Uhr

Endlich wieder Snaefellsnes

17. Tag, 30.7., Donnerstag


Hannas Haus ist wirklich ein Wohlfühlhaus, ich schlafe wie ein Baby und werde erst kurz vor acht wach. Zusammen mit Hanna und Siggi gibt es Frühstück, danach muss Hanna zu einem Interview über die isländischen Hühner nach Reykjavík. Ich unterhalte mich noch eine Zeitlang mit Siggi über die Situation Islands, den Beitritt zur EU (den ganz nebenbei viele Isländer ablehnen). Dann geht es los, erst nach Akranes, das ich auch noch nie besucht habe. Der Aufenthalt bleibt auch recht kurz, einmal durch die Stadt, einmal tanken und schon bin ich unterwegs. In Borgarnes nutze ich nochmal das W-Lan im Landnahmemuseum, bevor es weiter nach Westen geht. Das Wetter ist wunderbar, wieder 16° und so entschließe ich mich, endlich den Eldborg

zu besteigen, an dem wir jetzt schon so oft vorbeigefahren sind. Der Weg ist einfach,

nur zum Schluss, als es auf den Vulkan hochgeht, wird es steil und rutschig. Aber der Ausblick von oben entschädigt für alles.

Im Norden sind die Rauðhólar klar zu erkennen, im Süden breiten sich die Fjörur aus und das Meer glitzert in der Sonne. Der Snæfellsneswind bläst mir um die Nase, aber dort, wo der Weg durch das Birkengestrüpp geschützt ist, wird es richtig warm, warm genug, um ein Sonnenbad zu nehmen. Für den Weg zurück nehme ich mir Zeit, fotografiere hier und da

und setzte mich in die Sonne.

In Lýsuhóll

ist es voll und ich schlage mein Zelt auf. Zur Not gibt es natürlich auch im Haus eine Möglichkeit, aber so lange die Sonne so toll scheint und die Temperaturen angenehm sind so wie jetzt, bleibe ich draußen. Ich kann morgens das Bad im Reiterstübchen für mich alleine nutzen und bin so unabhängig vom Frühstückstrubel im Haus.

Am Abend gibt es ein leckeres Grillabendessen und viele gespräche und Gelächter mit den Mädchen und Jóhanna. Ich darf auch noch den Film von Krafturs Prüfung sehen, wirklich beeindruckend, der Hengst, und dann gibt es vor dem Schlafsack noch das obligatorische Glas Rotwein.

 

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30.07.2009 um 14:45 Uhr

Furten!!!!

16.Tag, 29.7., Mittwoch


Morgens blinzelt die Sonne zwischen den Wolken durch und nach dem ausgiebigen Frühstücksbüffet entschließe ich mich dazu, noch kurz zurückzufahren und mir die Skaftártunga etwas näher anzuschauen, es sind nicht so viele Kilometer. Der Himmel ist jetzt auch so klar, dass der Myrdalsjökull deutlich zu sehen ist.

  

 

Das Gebiet Skaftártunga ist lieblich mit Birkenbestand und Büschen und an einer Stelle sehe ich sogar ein Weizenfeld. Auch der (eigentlich anvisierte) Campingplatz liegt sehr idyllisch zwischen Büschen versteckt direkt an einem Flusslauf.

 

Zurück auf der Ringstraße gibt es noch einen kurzen Stopp im Kerlingardalur vor Vik

und dann noch einmal am Sólheimajökull. Dort kann man auf eine relativ rauen, aber inzwischen viel besser zu befahrenden Schotterstraße bis dicht an die Gletscherzunge, entlang eines nach Schwefel stinkenden Flusses. Wir waren 2003 damals mit Marion und ihrer Familie hier und der Track zum Eis war sehr viel schwieriger, obwohl für PKWs freigegeben, und endete auch viel früher; es war ein gutes Stück zu laufen. Diesmal fährt man viel länger – ich muss sogar einen „Bach“ furten, dessen Tiefe allerdings meinem Kleinwagen angemessen ist ;-).

 

Am Parkplatz stehen ein Bus, der allerdings sehr schnell wieder abfährt, und etliche andere Wagen und ein Schild, an dem man sich für eine geführte Gletschertour mit Steigeisen und Eispickel melden kann. Das hätte ich gerne gemacht, aber leider ist die zeitlich passende Gruppe schon seit 10 Minuten unterwegs und die nächste wird erst in 2 Stunden starten. So wandere ich ein wenig allein an der Eiskante herum, mache viele Aufnahmen von klarem, schmelzendem, schmutzigem, tropfenden und was auch immer Eis, schaue mir die Toteislöcher an, sammele Steine und bedauere den deutlichen Rückgang des Eises.

Schließlich geht es weiter nach Vík und hinter dem Seljalandsfoss hat mich die Zivilisation wieder. Es schüttet wie aus 1000 Löchern und ich bedauere – und beneide gleichzeitig – die Gruppe von Reitern und ihre freilaufende Herde, die den Verkehr auf der 1 ein wenig aufhält. Ich stelle mich an den Straßenrand, fotografiere und zähle: 98 Pferde und 14 Reiter sind auf dem Weg in den Westen.

In Hvolsvöllur gibt es einen kurzen Zwischenstopp und ich entdecke Embla, die mit viel Enthusiasmus ein ehrgeiziges Projekt ins Leben rufen möchte. In drei alten Wellblechhallen möchte sie ein Zentrum für alte Handwerkskünste einrichten, ein Zentrum des Austauschs von Wissen und Vermittlung von Fertigkeiten. Ich werde sicher nächstes Jahr mal nachschauen gehen, wie weit ihr Projekt gediehen ist.

Das nächste bild ist für Brigitte, aber diesmal ohne sie ;-)

Da meine Pläne für die nächsten 4 Tage einfach nur Snæfellsnes vorsehen (der Wetterbericht ist für den Rest des Landes nicht so ganz dolle), treffe ich kurz vor acht bei Hanna am Walfjord ein, nach insgesamt 3500 km!!!! Es ist ein wenig wie nach Hause kommen und nach einem tollen Essen und langen Gesprächen schlafe ich tief und fest bis gegen 8 Uhr. Hanna muss zu einem Interview über die Islandhühner nach Reykjavik, ich plaudere noch ein wenig mit Siggi, ihrem Mann und mache mich wieder auf den Weg.

 

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29.07.2009 um 11:06 Uhr

Erste Erkenntnisse

 

1. Ich liebe Zelten - aber nur wenn das Wetter schön ist!

2. Beim nächsten Mal wirds wieder ein regional begrenzter Urlaub

3. Der Süden ist überflutet von Touristen, der Norden zum Teil noch menschenleer.

4. Die Schweiz und die Niederlande dürften zur Zeit entvölkert sein!

5. Der Wechselkurs macht echte Freude - nur den Isländern nicht.

6. Wenn in Deutschland das Wetter besser wird, verschlechtert es sich in Island und umgekehrt.

7. Auf Zeltplätzen kommt man schnell mit den Menschen ins Gespräch, im Hotel wird man schnell       übersehen.

8. Island ist wunderschön, mit Hans ist wundererschönerer!

9. Fahrradfahrer und Hiker gibt es hier wie Sand am Meer, selten mit glücklichem Ausdruck.

10. Eigentlich müsste an der Ringstraße alle 20 km eine Steckdose installiert sein, um den Bedürfnissen des modernen Touristen entgegen zu kommen.

 

 

 

 

Ich werde diese Liste der Profantitäten gelegentlich weiter ergänzen. Wer anderslautende erkenntnisse hat, möge sie hier mitteilen.

28.07.2009 um 21:52 Uhr

Ein bisschen Luxus muss sein

15.Tag, 28.7., Dienstag

 

HIER findet ihr den Bericht vom letzten Jahr 


Was für ein Unterschied! Wer mag, sollte sich die Einträge von meiner ersten Reise im vergangenen Jahr anschauen und selber die Unterschiede sehen. Jedenfalls bin ich nach einem Spaziergang mit Werner auf dem Ósland wieder auf dem Weg in den Westen. Im Ósland haben wir übrigens Robyn, the frightened Nelly, eine Kanadierin aus Vancouver, gerettet, die sich so sehr vor den Krías gefürchtet hat. Sie ist 6 Wochen auch ganz allein auf der Insel unterwegs, übernachtet aber stets in Gästehäusern oder Jugendherbergen.

 

Dann war es für mich Zeit auf Wiedersehen zu sagen und mich wieder in mein Auto zu setzen. Mein Weg führt ja automatisch am Jökulsárlón vorbei und ich will dort nur ein kleines Päuschen machen. Es ist schon schwierig, einen Parkplatz zu finden, die Autos drängen sich dicht an dicht.

Es nieselt leicht, die Eisberge stauen sich in der Abflussmündung, die Enten am Ufer lassen sich bereitwillig von Dutzenden Touristen fotografieren, das Licht ist diesig, aber das Eis leuchtet wirklich viel blauer als bei Sonnenschein. Warum, hat uns die deutsche Guide letztes Jahr auf der Bootstour erklärt, ich habe es aber schon wieder vergessen.

Es ist mir eindeutig zu viel los hier, also fahre ich weiter und biege kurzentschlossen beim Schild Fjallsárlón ab. Über die holprige Straße ist man nach etwa 1 km bei einem Parkplatz angelangt, wo außer mir noch drei! Autos halten und die sind jetzt auch schon weg. Es schwimmen vielleicht nicht so viele Eisberge im See, aber die Gletscherkante ist viel näher und deutlicher zu erkennen und das Licht ist (auch wenn es abgedroschen klingen mag9 mystisch.

Ich stehe eine Weile auf einem kleinen Hügel und staune nur, dann fängt es so stark an zu regnen, dass ich mich doch in meinen kleinen Wagen verkrieche.

Dann kommen die großen Skeiðarársandur, Einöde pur und dieser Eindruck wird noch durch das Wetter verstärkt – Regen pur.

Ich habe schon wieder keine Lust auf das Zelt und frage daher vor Klaustri (Kurzform für Kirkjubæjaklaustur)

in den ersten Gästehäusern und Hotels nach einem freien Zimmer. Leider ist alles 'fully booked' und ich fahre nach Klaustri rein. Auch dort kein Zimmer zu haben und die freundliche dame an der Rezeption erkundigt sich noch für mich bei anderen Hotels für mich. Aber nichts. Ich schaue mir den Camping Kleifar-Mörk an, wunderschön gelegen, aber man darf sein Auto nicht mit auf den Campingplatz nehmen. Ich bin schon fast entschlossen, bei Hanna anzurufen und bis zum Hvalfjörður durchzufahren, allerdings wären das noch stramme 250 km. Zuvor aber fahre ich in die Skaftártunga, wo ich immer schon mal hinwollte. Das Gebiet ist auch wirklich ganz wunderschön (wahrscheinlich – bei Sonnenschein), aber ich nehme die falsche Abzweigung und bin auf dem Weg in die Berge, (Fjallabak syðri)wo ich eigentlich nicht hinwollte und mit meinem Auto auch bestimmt nicht durchkomme! Ich wende und versuche auf Hrífunes anzurufen – kein Netz!

Also wieder zurück und als das Mobile endlich funktioniert, sagt mir eine stimme: Fully booked. Kurz wird der Campingplatz in Erwägung gezogen, aber in diesem Moment wird der Regen wieder stärker und das Thermometer sinkt unter 10°! In Vík will ich dann endlich Jóhanna anrufen und sie auf mein Kommen vorbereiten, als ich einen letzten Versuch im Hotel Höfðabrekka starte und was für ein Wunder. Ich fühle mich ins Paradies versetzt. Es gibt ein tolles Zimmer, ein Restaurant mit eine Büffet voller Köstlichkeiten (der Koch hat es wirklich drauf) und HotPots, die ich gleich nacher noch nutzen werde.

Also alles, was sich eine einsame Frauenseele so nach 14 Tagen überwiegend Zelten nur wünschen

 kann (fast alles, denn ich denke gleich an einen dreitägigen Aufenthalt mit meinem Schatz hier).

 

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27.07.2009 um 23:54 Uhr

Iceland on the rock

Tag 14, 27. 7., Montag


Egilsstaðir verbreitet die gleiche Tristesse wie jede deutsche Kleinstadt bei Regen.Allerdings gibt es hier ein nettes kleines Cafe, sehr empfehlenswert, in dem man W-Lan hat und dem strömenden Regen draußen zuschauen kann, wirklich empfehlenswert und was Besonderes.

 

Heute morgen wache ich auf und höre das Blöken der Schafe.

Beim Rausschauen ahne ich schon nichts Gutes, der Himmel hat sich komplett zugezogen und selbst die Heribert ist nicht mehr zu sehen. Ich gönne mir den Luxus eines Frühstücks und komme ans Grübeln, ob ich meine Pläne wirklich so durchführen soll. Die Aussagen der Wirtin über das zu erwartende Wetter bestärken mich in dem Entschluss, die Ostfjorde auf ein anderes Mal zu verschieben und mich so schnell wie möglich in den Süden abzumachen. Auch das sehr verlockende Angebot einer Tagestour zur Askja und den Kverkfjöll

im superjeep mit max. 3 Leuten werde ich wohl auf einen späteren Zeitpunkt, dann aber mit meinem lieben Hans, verschieben.

Wenn ich die Aufenthalte im Süden auch noch straffe, ergeben sich vielleicht noch zwei Tage auf der Snæfellsnes. Ich bin noch unsicher, aber das soll hier ja kein Überlebenstraining, sondern nur ein erholsamer Urlaub sein.

Ich fahre die alte Ringstraße, jetzt Straße Nr.?

entlang und wundere mich wirklich, wie die Menschen hier vor 100 Jahren überleben konnten.Im Jökuldalur ändert sich das Landschaftsbild drastisch; grüne Wiesen, freundliche Höfe, sanft geschwungene Hügel und wieder so ein riesiges, von Gletschern ausgekerbtes Trogtal. Teilweise fühle ich mich an Gegenden in der Eifel erinnert, selbst Bäume gibt es hier und da.

 

Irgendwann kommt die Kreuzung, wo ich mich entscheiden muss, ob ich der 1 folge oder die Abkürzung über den Öxi nehme. Da ich Öxi noch nie gefahren bin, die Wolken tief hängen, Schnee in den Dauerregen gemischt ist, entscheide ich mich auch dagegen und folge dem Breiðdalur.

Dort entscheide ich spontan werner anzurufen und bis Höfn durchzufahren, es ist Weltuntergangsstimmung. Ich habe auch überhaupt keine Lust auf Zelten; ob das wohl am Regen, den 4° - 8° und dem Wind liegen mag? In Djúpivogur erreiche ich Werner, die Übernachtung ist gebongt und ich werfe die CD von Clapton/Winwood Live in Madison Garden, 2009 in den Player. Das ist die absolut richtige Entscheidung, mit der richtigen Lautstärke hellt das doch diesen trüben Tag auf ;-))

Ich halte hin und wieder an um Fotos zu machen, aber mag noch nicht mal dabei aus dem Auto aussteigen, so schüttet es immer noch.

In Stafafell steige ich aus, denn dort habe ich vor 23 Jahren schon mal bei meiner ersten Tour mit meiner Freundin übernachtet. Eigentlich wollte ich ja hier wieder übernachten, es stand auf meinem Plan, aber es wäre nicht gegangen; an der Tür klebt ein Polizeisiegel!!!!! Opfer der Krise oder Verbrechen???

 

ich bin schon in der Ortseinfahrt Höfn, als mir eine SMS angezeigt wird. Der Kaffee ist bald alle! Zehn Minuten später habe ich meine Tasse in der Hand.

 

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26.07.2009 um 14:52 Uhr

Zwischennotiz -ergänzt!!!!!!!!!!!

Da ich heute unterwegs ins Hochland, na ja, Rand des Hochlandes nach Möðrudalur bin und nicht weiß, ob es dort eine I-Net-Verbindung geben wird, hier ein kurzer Zwischenstand. Die Nacht war ruhig und um halb acht zu Ende. Ich mache mich nach einer Tasse Kaffee auf den Weg und versuche erstmal in Þórshöfn zu tanken - Pustekuchen. Der Automat sagt mir nur: Ekkert svar (ekkert weiß ich, aber was zum Teufel heißt svar?) Nun ja, der Tank ist noch halb voll. Durch wunderbaren Sonnenschein fahre ich die Ostküste ab bis ins nächste winzig kleine Kaff Bakkafjörður.

 

Auch da sagt der Automat wieder : njet. Erinnert mich an letztes Jahr, nicht wahr, Brigitte? Nur habe ich diesmal keine hilfreiche Brigitte an der Seite und ein ganz klein bisschen nervös bin ich dann doch schon.

Ich besuche dann noch eine Kirche, die ganz aus Treibholz erbaut wurde

und mache einen Abstecher in Selárdalur, wo es ein ganz entzückendes Schwimmbad gibt, umgeben von reiner Natur am Ufer eines Flusses. dort unterhalte ich mich im HotPot mit einem Paar Düsseldorfer, die ihre silberne Hochzeitsreise nach 25 Jahren wiederholen, diesmal nicht mit dem VW-Käfer, sondern mit einem VW-Bus.

Sehr entspannt komme ich dann in Vopnafjörður an, um mir vom Bankautomaten sagen zu lasse: Kann keine Verbindung zu Ihrer Kreditkartenfirma herstellen. Visa wird doch wohl nicht etwa pleite sein? Immerhin nimmt die Bank, aber auch die Tankstelle meine EC-Karte, die auf Rat von Hans dann doch noch eingesteckt habe. Jetzt geh ich erstmal was essen, bevor ich mich in die Einsamkeit verabschiede.

 

Inzwischen bin ich in Möðrudalur, sitze bei einem Glas Rotwein und es läuft der Blues von Helgi Björns: Yfir Esjunna. Die CD war vor zwei Jahren ein Glücksgriff, ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich einfach nach einer CD in Mosfellsbær im Supermarkt gegriffen habe und sie gleich im strömenden Regen auf dem Weg nach Norden angehört habe. Nach dem Essen im Hotel Tangi, das sehr gut und dabei preiswert war, mache ich mich auf den Weg ins Hochland. Dazu gibt es von Vopnafjörður nur den Weg über die 85. Sie führt zuerst in ein gigantisches Trogtal, das Tal der Hófsá. Es ist überwältigend zu sehen, in welchen Dimensionen die Natur arbeitet. In diesem Tal gibt es auch den Hof Bustarfell, den ich mir nicht entgehen lasse. Er ist erstaunlich groß und verwinkelt, sicherlich kein armer Bauer, der hier gelebt hat mit seiner Familie. Danach windet sich die Straße in vielen Serpentinen auf die Jökuldalsheiði, links begleitet von diesem wunderbaren Tal und darüber die schneebedeckten Smjörfjöll, ich kann den Blick gar nicht losreißen und muss mich zwingen mich auf die Straße zu konzentrieren. Das ist im letzten Abschnitt auch dringend nötig, denn irgendwo sind Bauarbeiten im Gang. Die Straße wird tiefer ins Tal verlegt und zweigt auf dem letzten Stück auf die alte Trasse. Das neue Stück ist übelst, scharfkantige große Schotterstücke, auf der der kleine C3 gar keinen Halt findet, ich schwimme hin und her. Es sind gottseidank nur 500 m, die haben mir aber schon gereicht. Danach gibt es Asphalt und dann mündet die 85 schon auf die 1. Der Ausblick ist (mal wieder) überwältigend, das Hochland mit der Heribert (diesmal ist sie es aber wirklich)

und diversen anderen Bergen breitet sich bis in scheinbar unendliche Weiten vor mir aus. Ich biege auf das alte Teilstück der 1 ab und bin nach 8 km schon in Möðrudalur.

Es gibt erstmal Waffeln und Kaffee und ich komme mit einem Schweizer Ehepaar ins Gespräch, das 3! Monate mit dem Camper in Island unterwegs ist. Irgendwo haben wir wohl was falsch gemacht mit dem Geldverdienen. Selbst wenn ich später mal die Zeit habe, werden wir sicherlich nicht das Geld haben uns solchen Luxus zu leisten, mal ganz abgesehen davon, dass selbst mir das vielleicht zu viel wäre. Obwohl, diesmal mussten es ja auch schon drei und nicht zwei Wochen sein ;-).

Hier könnte ich es übrigens durchaus länger als eine Nacht aushalten. Inzwischen ist die Wolkendecke auch schon aufgerissen und nach Norden hin ist der Himmel schon wieder blau. Ist euch übrigens schon aufgefallen, dass in Island trotz bedeckten Himmels oft die Sonne scheint? Ich weiß nicht, wie das funktionieren kann, aber überall sieht man Sonnenflecken im Gelände. Ich wandere in Richtung Herðubreið, höre den Vögeln zu, verfolge Hufspuren, die mich bis zu einem Flüsschen führen. Dort komme ich mit meiner Ausrüstung nicht weiter, ein Pferd müsste man hier haben und ein paar Tage in der Einsamkeit unterwegs sein mit meinem Schatz! Ich habe schon genug Projekte und Wünsche für den nächsten Aufenthalt hier.

 

Übrigens sind mal wieder reste aus der Landnahmezeit gefunden worden: Schaut HIER

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26.07.2009 um 14:38 Uhr

I'm sitting on top of the world

12. Tag, 25.7. Samstag


Gestern Abend habe ich Lundur als Übernachtungsort ausgesucht. Ich habe beim Vorbeifahren bei Ásbyrgi zwar kurz überlegt, aber es schienen mir sehr viele Menschen dort zu sein, so bin ich dann die paar km weiter gefahren (wie sich heute herausgestellt hat, werden in Ásbyrgi an die 250 Läufer eines streckenlaufs vom dettifoss nach hier erwartet!).

Das ist eine gute Entscheidung, denn außer mir sind nur noch ein paar Isländer auf Reittour (die Pferde habe ich leider nicht gesehen) und eine Familie aus ?, na? Berlin? Ruhrgebiet? Holland? da. Grad über die Straße hinüber gibt es einen Swimmingpool mit naturwarmem Meereswasser, den die holländische Familie und ich auch weidlich genutzt haben. Der Abend ist mild mit Sonnenschein fast aus Norden und nach einer Tasse Tee entschließe ich mich zu einer frühen Bettruhe. Kaum eingeschlafen, werde ich auch schon wieder wach, weil Wasser in mein Gesicht spritzt. Hmm, ich habe die Lüftungsklappe meines kleinen Zeltchen aufstehen lassen und es hat grad angefangen zu regnen. Erst möchte ich es ignorieren, als der Regen aber stärker wird, quäle ich mich dann doch raus und verschließe schnell die Öffnung. Die Regentropfen plätschern so beruhigend auf mein Zeltdach, aber es dauert eine Zeit bis ich wieder einschlafen kann. So gegen drei werde ich noch mal wach – die letzte Tasse Tee war wohl eine zuviel – und entsteige meiner Unterkunft. Welch ein Erstaunen, als ich feststelle, dass die letzten Regentropfen als Eis auf meinem Zelt festkleben.

Ich hole mir dann doch vorsichtshalber die Wolldecke mit ins Zelt, die aber wahrscheinlich nicht nötig gewesen wäre.

Um 20 nach 8 ist die Nacht endgültig für mich zu Ende, die Sonne weckt jeden Langschläfer. Es gibt noch kein richtiges Frühstück, nur eine schnelle Tasse Kaffee und den Zeltabbau, denn ich möchte heute auf die Eyjan, der Mittelfelsen von Ásbyrgi klettern.

Das stellt sich als tolle Idee heraus. Bis auf die ersten Meter Kletterei ist das auch ein sehr einfacher Spaziergang, der ganz sanft ansteigend bis zur Spitze führt.

Dort sitze ich im Sonnenschein und höre die Musik von Anwnn. Ich habe Sabine, unserer Leib- und Magenarchäologin und Harfinistin versprochen, mir ihre Stücke an einem besonderen Platz in Island anzuhören. Danke, Sabine, deine Harfe hat wunderbar zu diesem wunderbaren Platz gepasst.

 

Auf dem Weg laufen mir übrigens ständig Babyschneehühner über die Füße und irgendwie müssen schon die ersten Beeren reif sein, denn überall liegen blaulila Vogelkäckerchen. Es gibt auch eine Menge Birkenpilze, genug für ein reichliches Mittagsmahl.

Leider habe ich überhaupt kein Behältnis dabei.

Zum Abschluss meiner Ásbyrgitour fahre ich natürlich noch einmal ans Ende und gehe zum Botnstjörn,

um zu sehen, ob die Entchen dort die BW-Keks vor 19 Jahren gut überstanden haben. Sie haben!

Der Wald dort ist übrigens zeitlos, die Birken sind noch genauso hoch, die Storchschnabel blühen noch genauso lila und der Schachtelhalm ist auch noch der gleiche. Schön, dass es auch solche Orte gibt.


Núpskatla

Schon als ich zum ersten Mal von Núpskatla im Immobilienteil des Morgunblað gelesen habe, war ich fasziniert von diesem Hof und wollte immer mal hin. Das ist jetzt – lasst mich überlegen – mindestens drei Jahre her. Der Hof stand lange zum Verkauf, ob er es immer noch ist, weiß ich nicht. Ich habe mich nicht mehr getraut nachzuschauen; ich wollte keine Träume platzen lassen. Nun war ich da und muss sagen: wo ist der Lottogewinn? Wer hat genügend Geld, diesen Hof mit mir zu kaufen? Schon allein die 8 km lange sehr raue Zufahrt ist ein Erlebnis. Die Melrakkaslétta ist in diesem westlichen Teil sehr flach, nur Heide, kleine Seen und Steine. Irgendwann steht man dann vor dem Tor mit Zaun, das das Núpskatla-Land von anderem trennt. Dort steht ein Schild Willkommen und man möge doch bitte auf den Wegen bleiben wegen der Vögel, bis man bei der Farm ist. Dort steige ich dann auch aus und mache mich auf den Weg zu den beiden Vogelfelsen. Zuerst führt der Weg durch ein Brutgebiet und die Krías sind lästig, aber nicht so aggressiv wie an anderen Stellen. Dann geht’s über einen langen Damm aus mehr oder weniger großen Steinen,

  

der das Meer vom dahinterliegenden See trennt. Der Anfang ist noch einfach, der Damm ist grasbewachsen und es läuft sich gut darauf. Dann gibt es nur noch faustgroße lose aufgeschüttete Steine und das Gehen wird schon mühsamer. Das schlimmste Stück liegt aber noch vor einem: Wacken ab Kindskopfgröße, meist größer, die nur lose und kippelig aufeinander liegen. Das ist sehr anstrengend, denn man muss ständig den nächsten Stein für den nächsten Fuß schon ins Auge fassen. Das Geräusch, mit dem die Brandung diese Steine an den Damm schlägt, ist schon unheimlich.

Dann geht es einen steilen grasbewachsenen Weg entlang, bis sich plötzlich die beiden Drangar (Felssäulen) vor einem auftun. Auf beiden herrscht reichliches Vogelleben, ich kann sogar Papageitaucher ausmachen. Links liegt der schöne orange Leuchtturm, auf den ich jetzt zuhalte bis zu einem Zaun, und der Weg zurück wird durch einen gelben Holzpfeil am Zaun entlang angegeben. Der Weg führt zu einem bildschönen Krater, im Inneren grasbewachsen, die oberen Ränder voller roter Steine.

Außerdem gibt es noch so eine Art Steinburg mit Vörður, die ich mir natürlich unbedingt noch anschauen will. Dabei verliere ich den Weg und muss mich irgend auf dem Rückweg durch das Gelände schlagen, zum Teil sehr anstrengend durch kniehohe Bültenwiesen. Irgendwann kurz vor dem Damm finde ich dann auch den ursprünglichen Weg wieder. Als ich dann endlich wieder beim Auto bin, muss ich erstmal was essen, die Knie sind mir von der Anstrengung doch wackelig geworden und ich hatte noch nichts im Magen außer ein paar Süßigkeiten.

Bedauernd nehme ich Abschied. Das wäre doch hier was als Sommerwohnsitz, so von Mai bis die ersten Herbststürme kommen: ein Hof mit eigenem Forellensee, genügend Land für ein paar Pferdchen, eigenem Krater, Vogelklippen, Treibholz die Menge, Strand, Vögeln und Einsamkeit.


Der Osten der Slétta wir dann regelrecht lieblich mit roten Hügeln, saftig grünen Grastälern, rauschenden Flüsschen und hübschen Gehöften. Irgendwann komme ich dann durch Þórshöfn auf die Langanes und über eine sehr raue Piste direkt am Meer entlang nach Ytra-Lón. Dort ist schon alles voll, aber weil der Wind stark aufgefrischt hat und sehr kalt aus Norden bläst, mag ich nicht mehr zelten. Und so vermittelt mir Miriam ein Zimmerchen auf Hlið, dem Nachbarhof, wo ich der einzige Gast bin. Der Gastgeber, wohl ein älterer Witwer, hilft auf Ytra-Lón noch beim Heumachen. Die Einrichtung zeugt von besseren Zeiten, aber alles ist sauber und der Blick auch den Hliðarvatn direkt vor dem Wohnzimmerfenster ist einfach traumhaft.

 

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24.07.2009 um 17:04 Uhr

Halbzeit

Ich darf übrigens noch kurz drauf aufmerksam machen, dass ich zu einem Bild eine Frage gestellt habe, vielleicht kann sie mir ja eine/r von den Islandkennern beantworten, einfach mit dem Mauszeiger aufs bild gehen und einen Augenblick warten.

Und HIER gibt es die Wetteraussichten für meine momentane Reiseregion. zumindestens bis Sunnudagur sieht es ja nett aus.

11. Tag, 25.7. , Freitag

Am Morgen erwartet Windstille und schneebedeckte Bergspitzen.

Ich unterhalte mich nach dem Frühstück kurz mit einer Französin, die auch restlos begeistert von ihrem Islandurlaub ist und führe noch ein kurzes Gespräch mit Hanna, die einfach wissen möchte, wie es mir geht.

Danach bin ich wieder auf dem Weg. Nach dem Fnjóskadalur erwartet mich ein großartiges Berg- und Wolkenpanorama am Ljósavatnskarð mit dieser typisch isländischen unglaublichen Weite, einfach fantastisch. Am Góðafoss möchte ich gern meinen ersten Stopp machen, aber anscheinend haben sich alle Busse Islands zu diesem Zeitpunkt hier verabredet. Wahre Menschenmassen wälzen sich zum Wasserfall. Die meist älteren Pauschaltouristen (ich höre mindestens 6 verschiedene Sprachen) tragen einen Aufkleber, damit man sie schnell dem jeweiligen Bus zuordnen kann :-( Der Spuk ist in einer halben Stunde vorbei, raus aus dem Bus, ein paar Fotos mit der Mama vor dem Wasser, rein in den Tourishop und dann noch um die Preise gefeilscht. Ich komme stark ins Grübeln, wie viel davon ich selbst auch als Einzeltouri an den Tag lege!

Jedenfalls ergreife ich die Flucht, weil ich das Gewimmel nicht aushalte und fahre weiter über Laugar und durch das anschließende liebliche Tal,. In Skútustaðir schließlich gibt es den nächsten Jólasveinir für meinen lieben Mann und noch eine der günstigen Decken, leider gab bei Álafoss selbst nur welche in modernem Design, außerdem jede Menge Mücken. Während ich an Reykjahlið vorbeifahre zu den Erdbädern, überlege ich wirklich hierzubleiben und die Fahrt zur Askja morgen mitzumachen, da die Wettervorhersage so gut ist. Allerdings gehen mir auch hier schon die Menschenmassen auf die Nerven.


Leider gibt es hier bei den Jarðbadshólar für mich auch keine Verbindung zum Internet, das Netz wird angezeigt, aber ich erhalte nur eingeschränkte oder keine Konnektivität. So kann ich noch nicht mal das Wetter abchecken, in der Touriinfo ist nämlich soviel Andrang, dass ich noch nicht mal danach fragen möchte. Lange bin ich wirklich unentschlossen, ich schaue mir sogar den alten Campingplatz gleich am Seeufer an. Er hat sich deutlich vergrößert, wäre auch zu klein für die vielen Zelte, die jetzt aufgeschlagen sind, aber das Gewächshaus gibt es noch. Es gäbe wirklich so viel zu sehen und zu erwandern! Schlussendlich gibt der umtriebige Verkehr rund um den See und das Wetter mit ständigen Schauern den Ausschlag; ich werde weiter nach Húsavík fahren. Dort in dieser Richtung gibt es blaue Löcher am Himmel. Unterwegs sehe ich viele Bauern, die anfangen Gras zu schneiden, das Wetter verspricht also gut zu werden.

Inzwischen bin ich hier angekommen, über eine weite Ebene

und den Ausblick auf schneebedeckte Berge

und die blaue Skjálfandi-Bucht,

das hat mir Gänsehäute über den Rücken gejagt. Ich sitze jetzt im Gamli Baukur bei so einer Art isländischer Pink Martini (mus. Gruppe), habe eine vorzügliche Forelle

verspeist und bin rundum glücklich.


Gestern hatte ich so einen Durchhänger, in den letzten Tagen musste erstmal der Berufsstress irgendwie verarbeitet werden, I was rather worn out, wie der Isländer ☺ zu sagen pflegt. Früher habe ich dazu 2,3 Tage gebraucht, die Rekonvaleszenz wird immer länger. Heute Nacht hatte ich dann auch einen Alptraum von der Schule, aber jetzt fühle ich mich deutlich besser. Nachher geht’s weiter Richtung Ásbyrgi. und wenn es mir das zu voll ist, suche ich mir wieder ein nettes Farmhousecomping.

 

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23.07.2009 um 11:19 Uhr

Noch am Morgen

10. Tag, 23.7., Donnerstag


Ich habe wie erwartet nicht besonders gut geschlafen, zu warm, Matratze zu weich, zu eingeschlossen. Ich hoffe nur, dass Hans uns zu Haus dann später kein Zelt aufbauen muss, damit ich besser schlafen kann ;-). Immerhin ist mein Zelt trocken, denn es hat tatsächlich die Nacht geregnet. Aber jetzt scheint schon wieder die Sonne, wenn auch bei deutlich kälteren Temperaturen.

Gestern habe ich übrigens am See überwiegend Wurfversuche gemacht und mit den Tipps von Werner klappt das immer besser. Wahrscheinlich bin ich dann topfit, wenn ich Island verlasse.

Falls übrigens irgendwer Lust hat, in Holland Urlaub zu machen, sollte es jetzt tun, alle Holländer sind anscheinend zur Zeit hier! Außerdem gibt es eine Menge Deutscher in unserem Alter (also so ab 50), die vier Wochen und länger unterwegs sind, jede Menge Berliner und jede Menge Familien mit Kindern. Die gehen auch sehr entspannt und verantwortungsvoll mit der Situation um, ich glaube, ich muss meine Vorurteile mal revidieren.

So, jetzt mache ich mich auf den Weg in den eisigen Nordosten mit Schneefall in höheren Lagen! Ihr könnt ja später nochmal reinschauen.

Auf dem Vatnsskarð kurz vor Varmahlið denke ich grad bei heftigsten Regenschauern über meine Übernachtung nach, als das Auto schrecklich an zu piepen fängt. Die Temperaturanzeige blinkt wie wild 3° und die Anzeige erscheint: risk of ice. Damit ist meine Entscheidung gefallen, ich werde mir irgendwo in der Nähe von Akureyri eine sleeping bag suchen. Ich hoffe, das ist für so ein Weichei wie mich entschuldbar. An der Touriinfo in Varmahlið rufe ich zwei Nummer an und die zweite ist auch erfolgreich, ich werde in Draflastaðir übernachten. Ich schaue mich noch ein wenig in der Info um, leider gibt es den Gürtel von Hans nicht mehr. Danach schaue ich auf Syðri-Skörðugili nach, ob Ásís daheim ist, leider erfolglos und dann geht’s zu Unnur, mit mehr Erfolg. Wir führen eine nette Unterhaltung über dies und das und unser geplantes Projekt, bevor ich mich auf den Weg mache.

Das Wetter bleibt gemischt und die Temperaturen schwanken zwischen 4° und 8°. Deshalb gibt es vorerst nur einen kurzen Stopp in Akureyri.

Über dem Fnjóskadalur steht ein Regenbogen, als ich zur Unterkunft abbiege.

Die ist wunderbar, ganz neu, alles mit Fußbodenheizung und nett eingerichtet, vor allem der Glasanbau als Speiseraum hat es mir angetan. Außer mir sind nur noch vier Tschechen da, die mit einem tschechischen Firmenwagen eine einwöchige Rundreise machen. Später sollte allerdings noch einiges an Wandervolk eintreffen.

Da das Wetter (immer wieder heftige Regenschauer) nicht zum Wandern einlädt, gibt’s ein Töurchen nach Grenivik durch Fnjóskadalur. Es ist genau so bewaldet wie in meiner Erinnerung, vor 19 Jahren bin ich hier schon mal mit Hans nach Grytubakki durchgefahren.

Da hier in der Gegend aber nirgendwo Internetzugang zu bekommen ist, fahre ich jetzt zurück nach Akureyri

und werde den Restnachmittag irgendwo in der Innenstadt verbringen.

Leider habe ich meine Kamera im auto vergessen und deshalb gibt es heute keine bilder.dafür aber am nächsten Tag.

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22.07.2009 um 20:33 Uhr

Auf Schafspfaden in die Wildnis

Musik: Clannad: wilderness; album: Anam

9.Tag, 22.7. Mittwoch


Was für ein Luxus! An einem richtigen Tisch auf einem richtigen Stuhl sitzen, Akkus aufladen können, ein richtiges Bett. Wahrscheinlich kann ich vor lauter Luxus nachher gar nicht schlafen.


Nachdem ich mich noch anderthalb Stunden mit den netten Berlinern vom Campingplatz hier unterhalten habe (und sie mir auch tatsächlich die Sitzgarnitur vors Zelt gestellt haben – falls ihr das mal lest, vielen lieben Dank!) schaue ich den Wetterbericht an und sehe, dass für heut Nacht und morgen einiges an Regen prognostiziert ist. Also leiste ich mir gleich ein Einzelzimmer, Schlafsackunterkunft, damit ich unter anderm mal meine ganzen Akkus, vor allem für Handy und Fotoknipse aufladen kann.

 

Danach steht die Halbinsel Skagi auf dem Programm. Was soll ich sagen, es ist mal wieder phantastisch! Obwohl der Himmel langsam zuläuft, sieht es eigentlich nicht nach Regen aus und die Temperaturen bleiben auch im zweistelligen Bereich. Zuerst komme ich über die neue Straße nach Sauðárkrókur an meinem Gruselhaus vorbei, das bei Tageslicht so gar nicht mehr gruselig aussieht.

Danach biege ich ab in Richtung Hraun – und befinde mich schon wieder in einer anderen Welt. Island ist ja sowieso eine andere Welt, hat aber noch soviel Nebenwelten, die wieder anders und faszinierend sind. Skagi ist jedenfalls eins: mehr oder weniger unentdeckt. Obwohl ja Hauptsaison ist, begenen mir vielleicht eine Handvoll Autos und davon scheinen die Hälfte Einheimische zu sein.

Eigentlich sollte man solche Geiheimtipps gar nicht erst veröffentlichen, damit sie in zwei Jahren nicht Haupattraktion sind, wie Hindisvík auf Vatnsnes zum Beispiel, das wohl auch auf Grund der Busladungen Touris, die dort hingekarchelt wurden, inzwischen gesperrt und nicht mehr zum Betreten freigegeben ist.

Da hier ja aber sowieso nur eine auserlesene Schar mitliest und mein blog sehr unbekannt ist, stelle ich es mal online.

Zuerst ist die Halbinsel bergig und ich halte an einer steilen Klippe aus wunderschönen Basaltsäulen. Ich klettere allerdings nicht dort hinauf, sonder folgen den Schafspfaden in entgegengesetzter Richtung, bis ich Ausblick auf die Klippe und die Bucht bekomme.

Dabei fällt mir auch das Flüsschen auf, das sich rechts von mir auch bis zur steilküste schlängelt und ich steige in das Bachtal hinab und folge ihm, bis es nicht mehr geht.

Dort lege ich mich eine ganze Zeitlang an den Klippenrand, hören den Vögeln zu und schaue aufs Wasser!

Irgendwann raffe ich mich zur Weiterfahrt auf, die noch einiges an Überraschungen birgt, unter anderem ein abgelegenes Cafe, das ich an dieser Stelle nie vermutet hätte. Leider macht es erst um 15 Uhr auf.

Die Ostseite der Halbinsel bringt außer dem grandiosen Blick auf den Drangajökull und die Bergszenerie der Westfjorde nicht so viel Aufsehenerregendes, dafür wird meine ganze Aufmerksamkeit von der Straße gefesselt. 8 Kilometer neue gemachte Straßendecke, d.h. Faustgroße Steine einfach aufgeschüttet und noch nicht verdichtet kosten mich einiges an Konzentration. Kurz vor skagaströnd gibt es endlich wieder 'normalen# Schotter und ich gönne mit im Cafe am Hafen für das entgangene Mittagessen mal wieder ein Stück Schokoladentorte.

Ins Kántrybærin gehe ich diesmal nicht, das Konzert mit Maggi und KK war schon Anfang Juli (weißt du noch, Schatz?) und die nächsten Veranstaltungen sind leider erst im August. Auf dem Rückweg zum Hotel begegnet mir noch eine Gruppe Reiter mit einer Herde freilaufender Pferde, ein bisschen Sehnsucht kommt das ja schon auf.

Jetzt gehe ich erstmal ins Schwimmbad, werde dann nochmal mein Anglerglück mit Kochschinken vom Morgen probieren und lass den Abend dann auslaufen.

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22.07.2009 um 09:33 Uhr

Blogigo spinnt bei mir

Ich habe auf einemal nur noch den allerersten beitrag, ist das bei euch auch so?

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21.07.2009 um 23:40 Uhr

Marled geht fischen

8. Tag,  21.7., Dienstag

Nachdem ich hier schon gleich um 1 Uhr eintrudele,

beschließe ich zuerst mir den Fischsee anzuschauen. Der Platz hier ist wundervoll und evtl. werde ich noch einen Tag länger bleiben, da kommt doch so eine gebratene Forelle für das morgige Mittagessen genau richtig. Ich latsche also runter zum See, der ist leider nicht wie in der Karte eingezeichnet, gleich in Spuckweite zum Hotel!

Der See Svínavatn sieht jedenfalls vielversprechend aus und ich finde auch gleich einen guten Zugang zum Ufer. Forellen sehe ich zwar keine, aber das Wasser ist viel tiefer als bei den anderen, schon in Ufernähe. Ich brause also schnell nach Blönduós um mir Krabben als Köder und die von Werner empfohlenen Wasserbälle zu kaufen. Die gibt es natürlich an der Tanke. Danach brause ich wieder zurück, nachdem ich mir auch noch schnell ein paar Erdnägel gekauft habe, denn die ersten sind schon unheilbar krumm!

Ich melde noch kurz meine Angellust im Hotel an und ab geht’s an den See. Zu meinem Leidwesen sind schon ein Vater mit Sohn da und zum Leidererwesen just an der Stelle, die ich mir heut nachmittag ausgesucht hatte.

Und zu aller Verdruss hat der kleine Pimpf auch schon die erste Forelle aus dem See geholt.

Na, es wird ja wohl nicht die einzige im See gewesen sein. Wir plaudern noch nett etwas miteinander und ich verziehe mich dann ums Eck, meine stümperhaften Amateurversuche muss ja nicht gleich jeder sehen. Ich packe erstmal mein Gerödel aus und richte die Angel. Diese Angelschnur ist aber auch verflixt widerspenstig. Immerhin kriege ich irgendwann die erste Krabbe an den Haken und möchte nun anfangen. Vorsichtig linse ich zu den zweien, wie die das machen. Na, alles klar, mit Schwung ausholen, und dann Pose und Köder weit ins Wasser fliegen lassen. Meine ersten Versuche erinnern mich irgendwie an die Versuche Von Grundschulkindern – Mädchen sind da besonders begabt – beim Ballweitwurf. Es ist ein Wunder, dass der Haken nicht hinter mir landet, sondern nur drei Meter vor mir. Ich gebe mir Mühe und zwischen Haken bestücken, Schnur entwirren, Pose richtig schieben, Wasserball wieder befestigen, Rolle entknoten und ähnliches gelingen mir auch ein paar Probewürfe. Es geht schon immer weiter, mindestens 4 m schaffe ich schon nach einer Stunde. Irgendwann haben ich den Bogen raus und die Leine fliegt zig Meter weit. Leider verabschieden sich in diesem Moment auch Vorfach mit Köder, Wasserball und Pose und zurück bleibt ein Stück Schnur mit ein paar Schieberchen dran. Erstmal ruhig durchatmen, schließlich habe ich ja Ersatz dabei. Natürlich keine Pose auch keine Sicherheitshaken, dafür hab ich ja noch son Wasserball, der als Pose (Schwimmer für die Laien) umfunktioniert wird und genügend Reservehaken, sowie ein paar grüne Gewichte, die ich in weiser Voraussicht auch gekauft hatte. Also alles von vorn: Haken dran, Krabbe dran, Gewicht dran. Leider muss ich gleich zum zweiten greifen und bin um die Erfahrung reicher, dass auch Gewichte ordentlich festgebunden werden müssen.-

Ich übe mich im Weitwurf und es wird tatsächlich besser. Leider sind wie weitesten Versuche stets vom Krabbenflug gekrönt. Ja, auch Krabben können fliegen – vom Haken bevorzugterweise, wenn man ihnen genug Schwung gibt.

Inzwischen habe ich mir bestimmt fünfmal den Haken in die Hand gestochen und der Krabbenvorrat geht zur Neige. Ich kann daher auch nix mehr ausrichten, als die Kleinfamilie mir ihren Platz räumt, nicht ohne zuvor stolz ihren zweiten Fang, eine Forelle in der Größe für zwei zu präsentieren.

Nun gut, der Rest der Krabben, die ich noch im Auto hatte, schmurgelt in der Pfanne, dazu gibt es Balireis und hinterher in der Hotellobby ein Glas Rotwein.

Ich glaube, hier bleibe ich noch einen Tag!  

 

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21.07.2009 um 12:00 Uhr

2. Tag der Kleinigkeiten

Diesmal braucht Photobucket ewig zum hochladen der Bilder, deshalb müsst ihr diesmal halt daruaf warten.

7. Tag, 20. 7., Montag


Gegen halb sechs bin ich zum ersten Mal wach und schaue aus dem Zelt. Die Sonne scheint auf den Fjord und vom Thermalschwimmbecken ziehen die Dampfschwaden über das Wasser. Ich lege mich wieder hin und schlaf noch zwei Stunden, bis die Aktivitäten rund ums Hotel mich zum zweiten Masl wecken. Ich entscheide mich zum Aufladen der Batterien nochmal für ein Frühstück im Haus, es gibt ein Frühstückbüffet, sogar mit Lebertran!

Als ich rauskomme, sind Werner und Peter schon im Schwimmbad. Ich plausche noch etwas mit ihnen. Sie haben vor heute am Snæfjallaströnd zu campieren und eine Wanderung ins Kaldalón zu machen, wie ich ursprünglich ja auch vorhatte. Ich überlege noch einen Augenblick, zumal die Aussicht auf Steinbeißer oder Pfannekuchen auch nicht schlecht sind, aber das würde eine ziemliche Veränderung meiner gesamten Zeitpläne mit sich bringen.

Um es gleich zu sagen: von meinen ursprünglichen Plänen habe ich nichts verwirklicht, sondern wieder einen Tag der kleinen Ereignisse begangen.

Eigentlich wollte ich ja auch noch zumindestens bis zur Drangsnes, wenn nicht gar nach Djúpavík und auf jeden Fall schwimmen gehen. Weil meine Vorräte aber zur Neige gehen, entschließe ich mich zuerst zu einem mweg nach Hólmavík. Dort sehe ich auf dem Campingplatz eine ideale Stelle und schon steht mein Entschluss fest. Keine stressigen Pläne heute, ein bisschen rumhängen, Internetzugang gibt’s auch und spazieren gehen, eine kleine karte des Ortes verspricht einen angenehmen Rundgang über den Hausberg.


Gesagt, getan. Ich wasche noch ein Maschine Wäsche, ärgere mich über den steinigen Boden, in den meine dirmeligen Häringe nicht reinwollen, beobachte Isländer beim Ab- und Holländer beim Aufbau ihrer Zelte (die Ausländer erkennt man übrigens oft (nicht immer, siehe mich oder Peter, den Berliner) an den hochwertigen Zelten und der soliden Ausrüstung, die isländer nehmen anscheinend das, was grad im Angebot ist und kommen auch damit klar.).

Zu Mittag gibt es eine Fertiggulaschsuppe (bäh, ging nur, weil ich Hunger hatte) und danach mache ich mich auf, der Berg ruft. Der Nordwestwind bläst mir steif ins Gesicht und ich quäle mich von Meeresniveau auf 125 m hoch. Oben weiß ich wieder mal, dass ich in Island keine Highlights brauche, auch keine Extremerfahrung suche, sondern dass mir die einfachen Pfade abseits der Menschenströme am besten zusagen. Der Trail war jetzt wirklich nix Speketakuläres, aber dafür einfach nur schön.

Als ich zurückkomme, sind eine Gruppe Isländer mit einigen Kindern gerade dabei, ihrer Essensachen zusammenzupacken, die sie am Tisch neben meinem Zelt ausgebreitet haben. Na, das nenne ich doch timing, denn heute Abend gibt’s lecker Spaghetti von Knorr aus der Tüte (das kommt mir daheim aber nicht mehr in die Tüte!!!!) und hinterher zwei Tassen Tee. Das holländische Ehepaar fragt, ob sie auch am Tisch mit ihren Kindern essen dürfen und wir kommen ins Gespräch über Island, Neuseeland, Campen, Kälte und Gott und die Welt. Ich kriege sogar ein Glas chilenischen Rotwein ab. Sie erzählen vor allem ab dem Südosten von dauernder Kälte um 10 °, Regen und starkem wind, so dass sie sogar am Myvatn ins Gästehaus gehen mussten, von dem sie aber nicht so begeistert waren. Irgendwann sind die Kinder müde und weil die Temperaturen heut weniger geschmeidig sind, verkrieche ich mich in mein Auto. Gleich werde ich noch was nadeln und dann geht’s ab in die Heia.

Morgen werde ich vor meine Abreise auf jeden fall noch mal den Wetterbericht checken und danach meine weiteren Pläne ausrichten, denn ich fange mich ja grad erst an ans Zelten zu gewöhnen.

 

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19.07.2009 um 21:52 Uhr

Kein Internet

An all die Kommentatoren:

Es ist übrigens schön, meine Erlebnisse mit euch teilen zu dürfen und zu lesen, dass es euch auch Spaß macht hier mitzulesen. 

Den Trick von Werner werde ich auf jeden Fall am Svínavatn (komme ich morgen hin) ausprobieren, ansonsten muss mein lieber Mann mir wirklich ein foto schicken.

 

6. Tag, 19.7. Sonntag


Grad sitze ich in Isafjörður und versuch vergeblich auf die Blogigo- Seite zu kommen. Server temporarily unavailable :-(((((

Die Situation ist etwas surreal, das Cafe hier ist völlig leer, als ich um halb zehn hier reinkomme. Es ist so eine Mischung zwischen Musikladen, Shop fürs Nötigste (wenn Flaschensauger zum Nötigsten gehören?), Eisdiele, Restaurant und Bistrot und irgendwo quietscht monoton die Eismaschine. Inzwischen sind drei Österreicherinnen hier eingetroffen, die auch noch ein wenig Wiener Kaffeehausschmäh verbreiten.

Gestern habe ich noch eine Zeit mit den Berlinern zusammen gesessen und nach zwei Gläsern Wein dann im Zelt ruckzuck in Tiefschlaf versunken.

Heute morgen ist es bewölkt und windig und schon deshalb beschließe ich, das Frühstück nach Isa zu verlegen. Wenn man ihn zum ersten Mal durchfährt, ist der Tunnel dorthin übrigens ein Erlebnis: einspurig mit ein paar Ausweichstellen für die Gegenfahrbahn, außerdem ziemlich lang. Zuerst bin ich mit vierzig geschlichen, als ich dann aber gemerkt habe, dass der Gegenverkehr wirklich rechtzeitig ausweicht, bin ich durchgebrettert.

Inzwischen kommt hier tatsächlich wieder die Sonne raus und ich bin echt gespannt, ob sich die schlechte Wetterprognose für die nächsten Tage bewahrheit! Gleich geht es weiter rund um die Fjorde nach Reykjanes, auch son Name, den es hier dutzendfach gibt. Mal sehen, was der Tag noch so bringt.

Gestern abend gab es übrigens bei mir lecker isländische Pellkartoffeln und isländischen eingelegten Feta – lecker! Wer braucht da noch Forelle?

Es gibt übrigens eine I-net-Verbindung im Hamraborg und auch bei Indiana-Jones in Súðavík.

Halb acht abends

Und schon scheint die Sonne wieder, nachdem es am Nachmittag wieder ganz schöne Sturmböen gegeben hat. Das Zelt von Peter, dem Berliner im unimog (die drie verfolgen mich irgendwie ;-), lag dabei fast am Boden,

meins hat sich tapfer gehalten. Aber der Reihe nach.

Die Straße nach Isa öffnet sich ganz plötzlich zum Djúp hin und die Aussicht ist einfach nur überwältigend. Die weißen Berghänge von Snæfjallaströnd, das tiefblaue Wasser, die Weite...... Man kann es gar nicht beschreiben.

Dann kommen etliche lange Fjorde, die man alle ausfahren muss. Die Berge an den Seiten sind ziemlich steil, Höfe gibt es fast gar keine und immer wieder öffnet sich der Blick am Ende auf den Djúp und zieht mich in seinen Bann. Wunderschön auch die kleinen Wasserfäden, die überall die Berge runterrinnen. Am Fjordgrund ist es meist richtig windstill und sehr warm, mein Gesicht glüht von der vielen Sonne und der Wärme. In einem der letzten fjorde vor meinem Tagesziel werden die Hänge ein wenig flacher und nicht mehr so beeindruckend und ich freue mich sehr, als ein Brückenbogen über den letzten Fjord eine Abkürzung verspricht, die auch schon in der aktuellen Karte eingezeichnet ist. Aber Pustekuchen..... der Damm und die Brücke sind noch nicht fertig und das kostet mich wieder mehr als 30 km rundrum.

Schließlich bin ich dann am Ziel und auf den ersten Blick enttäuscht; mal wieder der morbide Charme vergangener Zeiten oder anders gesagt: sehr isländisch. Aber das warme Thermalbecken direkt neben dem Hotel lockt, und schnell ist das Zelt aufgebaut und genauso schnell bin ich im Wasser. Es gibt keinen HotPot, aber dort im Seichten, wo das heiße Wasser ins Becken strömt wurde eine lange Sitzbank im Wasser angebracht. Ich bin sehr erfrischt, als ich den Fluten entsteige und entschließe mich zu einem Spaziergang an die kleine Mole, um nach der Möglichkeit der Küstenfischerei Ausschau zu halten.

Das sieht auch sehr gut aus, aber der Wind ist inzwischen so stark, dass das Meer sehr unruhig wird (womit ich wieder beim obigen Abschnitt bin9. Ich entschließe mich daher zu einem Spaziergang rund um die Landspitze, der mich komplett mit meiner Standortwahl aussöhnt. Wunderschön, wenn man von den schmerzhaften Attacken der Seeschwalben absieht. Ja, eine hat mit tatsächlich ihren Schnabel auf die Rübe gehämmert. Die vielen anderen vögel sind viel friedlicher und begleiten mich nur mit ihrem Piepen. Ich entdecke auch die Gamla lauginn, wo vor vielen Jahren Salz mit Hilfe thermaler energie gewonnen wurde.

Jetzt sitze ich und habe Fisch (im Restaurant) gegessen, die Sonne scheint wieder, der Wind hat sich auch gelegt und vielleicht versuche ich es doch mal mit der Flunderfischerei.

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18.07.2009 um 19:26 Uhr

Hiker

5.Tag, 18.7. Samstag


vielleicht schaut ihr auch mal grad beim gestrigen Tag, da gibt es nämlich noch einen Nachtrag.


Auf der vergeblichen Suche nach entweder Einkaufsmöglichkeiten oder einer

I-net Verbindung bin ich schließlich hier in Bildudalur gelandet. Leider kriege ich auch im Hafen keinen Netzaufbau und so wird es wahrscheinlich ein wenig dauern, bis ich wieder Bilder und Berichte ins Netz stellen kann. Heute morgen bin ich übrigens schon um 10 nach 7 wegen unerträglicher Wärme im Zelt wach geworden und da der frühe Vogel die Forelle fängt (*grübel* war der Spruch wirklich SO?), ging das heute mit dem Frühstück und dem Zeltabbau ganz fix.

Schließlich hat frau inzwischen Routine und alles bekommt seinen festen Platz. Die Fjordörtchen sehen jedenfalls dieses Jahr im strahlenden Sonnenschein sehr einladend und freundlich aus. Allerdings ist hier anscheinend immer noch vor zwölf Uhr alles ausgestorben und ich bin froh, wenigstens hier zu einem Kaffee und Doughnut zu kommen. Nur die versprochene w-Lan klappt nicht.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass sich wohl die W-Lan funktion beim Netzbuch aus irgendeinem Grund ausgestellt hatte. Deshalb gab es nirgendwo, auch nicht in den angelaufenen cafes eine Verbindung. Aber wir gut, dass ich das Handbook auf Stick habe und das Ganze wieder reanimieren konnte.

Inzwischen bin ich hier in Korpudalur gelandet und wer noch nicht da, war sollte sich den Namen merken. Es liegt landeinwärts am Ende des Önundafjörður (juhu, ich habe raus, wie die isländischen Buchstaben auf dem Netzbuch gehen) am Talschluss, umgeben von sehr hohen Bergen. Die waren heute wohl auch für die Gerölllawine verantwortlich, der tiefes Grollen und Rumpeln ich heute nachmittag gehört habe. Für einen Moment war es wie ein Erdbeben, aber ich konnte nicht ausmachen, wo die Steinlawine runtergegangen ist.

Aber ich greife vor. Nach Bildudalur sammele ich zwei Holländer auf, die vergeblich auf einen Hike warten; Etienne und Esther. Sie sind ein wenig demotiviert, weil das Trampen in den Westfjorden wohl nicht so gut wie erwartet funktioniert. Ich muss meine ganzen im Auto verstreuten Klamotten zusammenraffen und irgendwie im Gepäckraum verstauen um die Beiden mit Rucksack unterzubringen. Wir machen bei strahlendem Sonnenschein ein Stopp beim Dynjandi und klettern bis obenhin, die beiden sind sehr beeindruckt. Obwohl das Wetter nur halb so schön war letztes Jahr, waren auch deutlich weniger als die Hälfte Menschen damals am Wasserfall. Ich lasse mir den Eindruck nicht stören, ignoriere die geführte Reisetour, die Mütter mit Flipflops und Kleinkindern an der Hand und tatsächlich haben wir an der oberen Fallstufe auf einem großen Stein sitzend, irgendwann das Rauschen und die Wassermassen (fast) für uns allein!

Auf der Weiterfahrt über atemberaubende Pässen und Abfahrten in die nächsten Fjorde, einer schöner als der andere werden die beiden – und auch ich, aber ich kann es mir ja nicht erlauben – durch die Wärme schläfrig.

In Þingeyri gibt es einen kleinen Imbiss mit meinem ersten Pylsur, zu dem ich eingeladen bin. Die beiden wollen nach Isafjörður, um dort ein Boot nach Strandir zu bekommen. Deshalb nehme ich sie bis zum Abzweig nach Korpudalur mit und wir wünschen uns viel Glück für den weiteren Verlauf der Reise. Auch in Korpudalur sitzen schon zwei Deutsche auf der Veranda, die schon drei Tage dort zelten. Gestern hatten sie eine Hochseeangeltour gemacht und unglaublich viel Dorsch gefangen. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, komme ich mit eine weiteren Grüppchen ins Gespräch: Peter, Ella und Werner, die mit ihrem Unimog sechs Wochen durch Island touren. Sie sind bestens ausgerüstet, nur einen Mehrfachstecker bekommen sie von mir und ich dafür ein Glas guten Weißwein und ein langes Gespräch über Island, Reisen und den Sinn des Lebens. Ich habe übrigens den Eindruck, dass sehr viele Menschen über 50 mit geländegängigen Fahrzeugen aus Deutschland angereist sind. Jetzt habe ich mich verabschiedet, um diesen Bericht noch fertig zuschreiben, die Bilder zu sichten und dann in meinem Schlafsack zu verschwinden, der morgige Tag wird nochmal lang.

 

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17.07.2009 um 16:33 Uhr

Forellendiät

4. Tag, 17.7. Freitag

 

Wie gut, dass ich diese Tagebuch hier führe, sonst würde ich schon völlig das Zeitgefühl verlieren.

Ich war schon ein bisschen viel in der Sonne und muss aufpassen. Deshalb nutze ich jetzt hier im Gästehaus Breidavik und schreibe zumindestens mal den halben Tag.

Eingedenk der langen Strecke gestern habe ich mich entschlossen, heute nur bis ans Ende der Welt zu fahren. Die Nacht war sehr geruhsam und am Morgen möchte ich vor dem Frühstück mein Glück am Vatnsdalsvatn probieren. Leider wird dat nix mit dem Angeln hier.

 


Die Uferzonen sind viel zu seicht und man bräuchte schon ein Ganzkörperkondom, um es in der Mitte der Seen zu probieren. Also wieder mal keine Forelle zum Frühstück.

Stattdessen gibt es einen ganz bezaubernden Picknickplatz hinter Brjánslaekur,

wo ich mir ein Tässchen Kaffee koche und drei Schmieren (moselfränkisch für: Butterbrote) mache. Die Schafe laufen im Watt herum und blöken, die Vögel schwirren durch die Luft, die Sonne scheint und ich kann mich nur schwer von diesem Platz losreißen.

Den nächsten Halt gibt es auf der Kleifaheidi

beim Kleifabúi und ich bin so glücklich, dass ich meinem Mann mal ein kurzes Hallo sagen will. Leider nervt die Tussi von der Mobile-Ansage schon wieder mit ihrem: Your credit will expire in less than 7 days.... so dass ich nur kurz ein paar Worte mit ihm wechsele und dann in meiner Verzweiflung Werner ne SMS schicke. Der ruft mich auch gleich zurück und ist so nett, mein handy-Konto wieder aufzuladen. Wir plauschen noch ein wenig und er bestätigt mir auch meine Entscheidung zuerst in die Westfjorde zu fahren. Im Südosten sieht es nämlich wettermäßig nicht so toll aus wie hier.

Der blaue Himmel und die milden Temperaturen veranlassen mich wieder und wieder zu Stopps

 

und hier angekommen, merke ich leichte Kopfschmerzen, ein Zeichen für meine Sonnenempfindlichkeit – leider.

 

Letztes Jahr war es ja sehr neblig, als wir hier durchgefahren sind. Hat ja auch seine Vorteile, wenn man nicht sieht, WIE steil es links und rechts neben der Straße runter geht.

So werde ich jetzt erstmal Päuschen im Schatten machen und dann extra für Brigitte noch ein paar Aufnahmen vom Strand, vielleicht schaffen wir es ja nächstes Jahr gemeinsam hierhin.

Evtl. liefere ich heute Abend noch den Rest vom Tag, aber spätestens morgen früh, bevor ich wieder von hier aufbreche.

Der Tag der kleinen Dinge


Ich bin noch nicht einmal zum Látrabjarg gefahren, gestern war einfach zu viel Auto und zu wenig draußen. Deshalb habe ich mal meinen Beinen zu tun gegeben und nach einem ausgiebigen Gespräch mit einer isländischen Großfamilie hier auf dem Campingplatz habe ich MP3 und Kamera geschnappt und bin zu einem langen Spaziergang ans Meer aufgebrochen. Es ist so warm, dass die Hosenbeine erstmal fallen mussten. Somit ist erwiesen, dass deutsche Trolle weiße Beine haben, Herr Mader!!!! Am Strand gibt es sooo viel zu entdecken, unter anderem einen Rückenwirbel vom Wal. Erstaunlich auch, wie sich hier Pflanzen in dieser überlebensfeindlichen Sand- und Salzeinöde durchsetzen. In Island müssen es nicht immer die großen Dinge sein, die beeindrucken.

Es ist jedenfalls für mich ein ganz besonders erholsamer Nachmittag, an dem ich mich so entspannt wie schon lange nicht mehr fühle, weil alle Alltagssorgen einfach von der Sonne, dem Wind und dem Licht geschmolzen werden. Das einzig Wichtige ist dabei, nicht von den Krias gepickt zu werden, aber die kleinen Viecher haben zwar attackiert, aber nur halbherzig! Irgendwann setze ich mich dann einfach in den Sand und den schaue den Wellen zu und höre dabei Alan Stivell: Beyond words. Vor allem das Stück: l'harpe, l'eau et le vent passt zu diesem besonderen Platz, als ob es hier entstanden ist.

Als mir flau im Magen wird, schlendere ich langsam zurück. Wie hat Ulla Meinecke mal gesungen: Schlendern ist Luxus? In dem Sinne ist das heut ein Luxustag!

 

vor Tag 5                                                                                             zurück Tag 3

16.07.2009 um 12:56 Uhr

3. Tag und der Rest vom 2. - jetzt mit Nachtrag

3. Tag 16. 7. Donnerstag


Gestern ist nach dem Besuch bei Hanna außer Einkaufen nicht mehr viel gelaufen.

Schlussendlich bin ich dann durch eine graue, wolkenverhangene Landschaft in ein graues, wolkenverhangenes Haukadalur gekommen und habe auf Stóra-Vatnshorn erstmal mein Zelt aufgeschlagen.

Das Wetter ist nicht toll, sehr windig, Nieselregen und so entschließe ich mich trotz der frühen Uhrzeit – es ist 17 Uhr – nicht mehr viel zu unternehmen. Der neue Spirituskocher brennt sehr gut und mein Fertigessen ist im Nu gekocht.

Auf Forellenfang habe ich keine Lust, zumal der aufgewühlte See wenig erfolgsversprechend aussieht. Außer mir gibt es nur noch ein Paar in einer der Hütten. Gegen acht lege ich mich dann in mein Zeltchen. Für Leute mit Platzangst ist das gar nix und auch ich habe anfangs Probleme mit dem sehr beengten Raum. Ich bin total groggy aber noch glockenwach. Zum Lesen habe ich auch keine Lust mehr, allerdings will der Schlaf auch nicht kommen. So wälze ich mich hin und her, der Schlafsack ist jedenfalls breit genug und engt mich nicht ein. Gut, dass ich mich für diese Eiform entschieden habe. Kalt ist mir auch nicht, obwohl wir deutlich unter 10° haben und der Wind immer heftiger weht. Mich überfällt eine Sinnkrise und ich überlege, ob das hier wirklich die richtige Entscheidung war. Irgendwann höre ich die Regentropen auf das Zelt fallen und bin dann doch eingeschlafen. Mitten in der Nacht – es ist andeutungsweise etwas dunkler – werde ich nochmal durch heftige Böen geweckt und schlummere aber gleich wieder weg. Als ich dann morgens wach werde, weil ich mal für kleine Königstiger muss, ist es zu meinem Erstaunen schon halb sieben. Ich döse noch bis acht in meinem Schlafsack. Leider ist das Wetter noch nicht besser und daher gibt es nur einen Kaffee, bevor das Zelt und alles andere wieder in meinem Autochen verschwindet – es ist übrigens ein Citroen C3. Im Duschhäuschen hier gibt es Steckdosen und so werden Mobile und Netbook schnell aufgeladen. Gleich will ich weiter, mal sehen wohin.

 

Inzwischen sitze ich in Búdardalur bei Kaffee und Kuchen und isländischer Schmalzmusik und nutze das Internet. Die Wetteraussichten sind sehr gut und tatsächlich quält sich grad die Sonne durch die wolken.

 

gleich geht es weiter in die Westfjorde und ich werde viel an meinen lieben Mann denken  *seufz*

Nächstes Jahr au f jeden Fall wieder zu zweit, mein Schatz!!!

Spät am abend in Flókalundur

Fortsetzung: jetzt bin ich nach mörderischen 300 km, was definitiv zu viel ist, in Flókalundur gelandet. Gegenüber dem gestrigen Campingplatz ist hier jetzt die Hölle los. Die Hauptdurchgangsstraße führt am Hotel vorbei! Aber ich denke, da die Küche um halb zehn schließt, wird dann auch hier der Bär schlafen gehen!

Nachdem ich die Dalir hinter mir gelassen habe, wird es schlagartig schön und bis zu 20° warm. Im Windschutz, zum Beispiel in dem kleinen Wäldchen auf der Straße nach Reykhólar,

hätte man auch noch das T-Shirt ausziehen können. Allerdings ist der Wind auf offener Fläche schon heftig. Die Halbinsel rund um den Skeggöxl

habe ich schon mal für die nächsten Besuch gemerkt.

Es sind übrigens unglaublich viele Isländer, mit Geländewagen und Wohnwagen oder Riesenzelt unterwegs, erkennbar an dem „forschen“ Fahrstil. Da fährt man lieber auf Seite! Eigentlich will ich mir in Reykhólar noch ein Campingstühlchen besorgen, aber das ist wirklich ein viel zu kleines Nest. Die Landschaft ist mal wieder atemberaubend, ein bezaubernder Fjord nach dem anderen öffnet sich,

der heiße Wasserfall bei Gufudalur läuft auch noch,

nur der Adler sitzt leider nicht auf seinem Steinturm. Als ich hier ankomme, bin ich durch die Hitze total verschwitzt und springe erstmal ins Schwimmbad. Es ist erstaunlicherweise wieder fast so leer wie im letzten Jahr, anscheinend sind alle Reisenden zur Zeit mit was anderem beschäftigt. Danach ordere ich mir einen Zeltplatz und muss auch nicht auf den hässlichen oberhalb des Hotels. Ich finde eine lauschige Nische am Strand, geschützt von Büschen ringsum. Diese Nacht sollte ich mir vielleicht überlegen, nur den leichten Innenschlafsack zu nehmen, denn es wird ganz sicherlich heftig warm im Zelt.

Abends sitze ich noch lange am Strand, nadle die Mütze weiter und schaue einfach raus aufs Meer, der Ausblick ist einfach traumhaft! Ich gönne mir noch ne Dose Bier und falle dann recht früh in mein Domizil. Leider läuft der Generator für die Trinkwasserpumpe im Fluss noch eine Stunde bis 10, so dass ich noch wenig lese. Als der Lärm aufhört, bin ich aber auch gleich weg.

 

Ich freue mich übrigens über Kommentare!

 

vor Tag 4                                                                             zurück Tag 2

15.07.2009 um 09:57 Uhr

Mittwoch

2. Tag, 15.7.

Die Landung verläuft glatt und obwohl wir 20 Minuten später gestartet waren, ist es 10 Minuten vor 11, als die ersten Passagiere das Flugzeug verlassen. Von Island habe ich fast nix gesehen, alles voller Wolken, wie schon so oft. Ich hole mir noch schnell ein Sixpack (mit umgerechnet 5 € ja geradezu billig), werde von einem netten jungen Mann empfangen und bekomme ein schön blaues Autochen. Dunkel ist es nicht und deshalb muss ich in meiner Hütte beim Alex erstmal die Rolläden runterziehen. Mein Schlaf ist erwartungsgemäß schlecht, ich werde wohl noch eine Zeitlang brauchen, bis ich mich vom Stress der vergangenen Wochen erholt habe.

Ich liege trotzdem bis 7 Uhr (Ortszeit) in den Federn, bis ich mich endlich zum Frühstück aufraffe. Das gibt es diesmal als Büffet und nicht mehr in diesen Styroporboxen, eine erfreuliche Umstellung.

Die ersten bilder sind auch schon auf dem Rechner und jetzt werde ich gleich mal versuchen, in I-Net zu kommen.

Leider spinnt Photobucket zur Zeit und deshalb gibt es die Bilder vom strahlenden Sonnenschein erst später.

Nachtrag: Es lag wohl am falschen Passwort, aber jetzt gehts.

 

vor Tag 3

14.07.2009 um 12:37 Uhr

Gepackte Koffer

Ich sitze hier schon auf gepackten Koffer und habe mich kurzfristig entschlossen, doch mit dem Uhrzeigersinn um die Insel zu fahren. Die Wettervorhersage sieht für den Süden und Osten zur Zeit nicht so toll aus, da will ich die Westfjorde doch lieber zuerst mal im sonnenschein sehr. Letztes Jahr war das Wetter ja auch toll, allerdings ziemlich windstill, so dass wir fast nix durch den Seenebel gesehen haben, der sich in den Tälern breit gemacht hatte.