Island

05.07.2008 um 21:52 Uhr

3. Tag, Samstag

Nach dem Frühstück geht es ziemlich schnell Richtung Norden und die Bergwelt der Westfjorde begrüßt uns zum ersten Mal.

Zuerst ist der Himmel noch bedeckt, aber je weiter wir uns die Berge hochschrauben, desto größer werden die blauen Flecken. Die Straße ist dramatisch, die Aussicht auch - es wäre der richtige Trip für Marion!!!! Dieser Teil unterscheidet sich sehr vom restlichen Island, noch rauer, steiler, steiniger, kälter, einsamer!

Nach vielen Fotostopps (ihr wseht hier nur eine minikleine Auswahl)und Abhängen, Heiden, Fjorden und natürlich dem fantastischen Dynjandi mit seinen vielen Fossar

sind wir in þingeyri und suchen unsere Unterkunft Guesthouse Vera! Nachdem wir einige Male das Dorf (302 E.) durchkreuzt haben, fallen uns in einigen Gärten die Menschenansammlungen auf! Es handelt sich dabei um 'Súpa í garði', Suppe im Garten. Die teilnehmenden Häuser sind durch ein Schild an der Straße gekennzeichnet, man darf dann einfach hinters Haus, den Garten bewundern und die Suppe probieren, die dort ausgegeben wird - eine nette Idee! Danach finden wir endlich unser Gästehaus und es ist auch jemand da. Das Zimmer entpuppt sich als Überraschung- es handelt sich um ein geräumiges und komplett eingerichtetes Appartment im Souterrain.

Allerdings wird es dann mit der Bezahlung schwierig. Nein, nicht das es zu teuer wäre, ganz im gegenteil - es ist absolut preisgünstig, aber die Besitzerin nimmt kein Visa und im Ort gibt es keinen Bankautomaten. Wir entschließen uns in Euro zu bezahlen, auch wenn wur dadurch mehr bezahlen als wir müssten. Nach einigem Zögern wechselt der 50er den Besitzer und wir ziehen uns um, weil wir ja noch am Wikingerfest teilnehmen wollen.

Leider haben wir die Wanderung zum eigentlichen Anlass des Festes, nämlich einen Rundgang zu den Schauplätzen der Gisli-Súrsson-Saga, verpasst, also gehen wir gleich zum Festgelände. Das Fest ist miniklein, jedenfalls, was den Wikingerbereich betrifft. Es gibt drei Zelte, ein wenig Wikingerspiele, aber viele nette Unterhaltungen, unter anderm mit einer Frau von den Lofoten, die regelmäßig dorthin kommt um Kurse im alten Handwerk zu geben. Der Platz dort ist aber sehr schön angelegt, ein großer Steinkreis mit einem Langfeuerplatz in der Mitte und einem Häuschen auf einem Hügel, alles direkt am Meer!

Um 6 zieht Seenebel auf, es wird feucht und kühl, der 'Markt' ist zu Ende und wir ziehen uns um für den Unterhaltungsteil am Abend.

Der findet auch auf dem Wikingerplatz statt und wir lernen gleich Cecile aus Frankreich und Kyra aus USA kennen, denen wir schon auf der Fähre begegnet sind. Sie sind mit Zelt und Rucksack unterwegs und sind auch extra wegen des Festes hergekommen. Zu uns gesellt sich ziemlich bald ein englischer Archäologiestudent und wir kommen auch mit einer Menge Isländer ins Gespräch. Das Feuer wird entzündet und alle drängeln sich, um ein bisschen von der Wärme abzubekommen.

Irgendwann äußert Kyra den Wunsch nach einem Bier und da es am Ort kein Bier zu kaufen gibt, fragt Hans einen der Isländer. Der ruft gleich beim örtlichen Hotel an und fragt für uns nach, ob wir dort Bier kaufen können. Hans und ich fahren zum Hotel und bekommen nach dann 10 Dosen Viking Gull auf unsere Frage nach 'richtigem' Bier. Zurück stellen wir fest, dass es sich leider doch nur um das Öl (Leichtbier) handelt, im Gegensatz zum Bjór, das dem richtigen Bier in Deutschland entspricht. Leider, weil das Öl nicht besonders schmeckt. Aber der nette Isländer von eben kommt schon wieder auf uns zu und erzählt uns, dass er gerade vom Manager des Hotels angerufen wurde. Der entschuldigt sich mit vielen Worten, dass er uns das falsche Bier verkauft hat und bietet uns an, die Reste umzutauschen. Diesmal fährt Hans alleine und kommt mit einer ganzen Tragetüte voll Flaschenbier wieder zurück, viel mehr, als die Reste unseres Öls wert warenFröhlich.

Inzwischen hat die örtliche Band ihre Instrumente aufgebaut, und wir hören viele der Hits, die wir jeden Tag auch im Autoradio hören - die Stimmung ist bombig. Als das Konzert vorbei ist, unterhalten wir uns noch lange mit Einheimischen über Gott und die Welt, die Gefägnisse in Island, die Finanzsituation und Hans erzählt sich mit einem Bandmitglied schmutzige Witze - Männer sind doch überall gleichFröhlich. Wir werden noch zum Tanzen in der Gemeindehalle eingeladen, aber ich bin dann doch sehr müde.

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