Island

16.07.2009 um 12:56 Uhr

3. Tag und der Rest vom 2. - jetzt mit Nachtrag

3. Tag 16. 7. Donnerstag


Gestern ist nach dem Besuch bei Hanna außer Einkaufen nicht mehr viel gelaufen.

Schlussendlich bin ich dann durch eine graue, wolkenverhangene Landschaft in ein graues, wolkenverhangenes Haukadalur gekommen und habe auf Stóra-Vatnshorn erstmal mein Zelt aufgeschlagen.

Das Wetter ist nicht toll, sehr windig, Nieselregen und so entschließe ich mich trotz der frühen Uhrzeit – es ist 17 Uhr – nicht mehr viel zu unternehmen. Der neue Spirituskocher brennt sehr gut und mein Fertigessen ist im Nu gekocht.

Auf Forellenfang habe ich keine Lust, zumal der aufgewühlte See wenig erfolgsversprechend aussieht. Außer mir gibt es nur noch ein Paar in einer der Hütten. Gegen acht lege ich mich dann in mein Zeltchen. Für Leute mit Platzangst ist das gar nix und auch ich habe anfangs Probleme mit dem sehr beengten Raum. Ich bin total groggy aber noch glockenwach. Zum Lesen habe ich auch keine Lust mehr, allerdings will der Schlaf auch nicht kommen. So wälze ich mich hin und her, der Schlafsack ist jedenfalls breit genug und engt mich nicht ein. Gut, dass ich mich für diese Eiform entschieden habe. Kalt ist mir auch nicht, obwohl wir deutlich unter 10° haben und der Wind immer heftiger weht. Mich überfällt eine Sinnkrise und ich überlege, ob das hier wirklich die richtige Entscheidung war. Irgendwann höre ich die Regentropen auf das Zelt fallen und bin dann doch eingeschlafen. Mitten in der Nacht – es ist andeutungsweise etwas dunkler – werde ich nochmal durch heftige Böen geweckt und schlummere aber gleich wieder weg. Als ich dann morgens wach werde, weil ich mal für kleine Königstiger muss, ist es zu meinem Erstaunen schon halb sieben. Ich döse noch bis acht in meinem Schlafsack. Leider ist das Wetter noch nicht besser und daher gibt es nur einen Kaffee, bevor das Zelt und alles andere wieder in meinem Autochen verschwindet – es ist übrigens ein Citroen C3. Im Duschhäuschen hier gibt es Steckdosen und so werden Mobile und Netbook schnell aufgeladen. Gleich will ich weiter, mal sehen wohin.

 

Inzwischen sitze ich in Búdardalur bei Kaffee und Kuchen und isländischer Schmalzmusik und nutze das Internet. Die Wetteraussichten sind sehr gut und tatsächlich quält sich grad die Sonne durch die wolken.

 

gleich geht es weiter in die Westfjorde und ich werde viel an meinen lieben Mann denken  *seufz*

Nächstes Jahr au f jeden Fall wieder zu zweit, mein Schatz!!!

Spät am abend in Flókalundur

Fortsetzung: jetzt bin ich nach mörderischen 300 km, was definitiv zu viel ist, in Flókalundur gelandet. Gegenüber dem gestrigen Campingplatz ist hier jetzt die Hölle los. Die Hauptdurchgangsstraße führt am Hotel vorbei! Aber ich denke, da die Küche um halb zehn schließt, wird dann auch hier der Bär schlafen gehen!

Nachdem ich die Dalir hinter mir gelassen habe, wird es schlagartig schön und bis zu 20° warm. Im Windschutz, zum Beispiel in dem kleinen Wäldchen auf der Straße nach Reykhólar,

hätte man auch noch das T-Shirt ausziehen können. Allerdings ist der Wind auf offener Fläche schon heftig. Die Halbinsel rund um den Skeggöxl

habe ich schon mal für die nächsten Besuch gemerkt.

Es sind übrigens unglaublich viele Isländer, mit Geländewagen und Wohnwagen oder Riesenzelt unterwegs, erkennbar an dem „forschen“ Fahrstil. Da fährt man lieber auf Seite! Eigentlich will ich mir in Reykhólar noch ein Campingstühlchen besorgen, aber das ist wirklich ein viel zu kleines Nest. Die Landschaft ist mal wieder atemberaubend, ein bezaubernder Fjord nach dem anderen öffnet sich,

der heiße Wasserfall bei Gufudalur läuft auch noch,

nur der Adler sitzt leider nicht auf seinem Steinturm. Als ich hier ankomme, bin ich durch die Hitze total verschwitzt und springe erstmal ins Schwimmbad. Es ist erstaunlicherweise wieder fast so leer wie im letzten Jahr, anscheinend sind alle Reisenden zur Zeit mit was anderem beschäftigt. Danach ordere ich mir einen Zeltplatz und muss auch nicht auf den hässlichen oberhalb des Hotels. Ich finde eine lauschige Nische am Strand, geschützt von Büschen ringsum. Diese Nacht sollte ich mir vielleicht überlegen, nur den leichten Innenschlafsack zu nehmen, denn es wird ganz sicherlich heftig warm im Zelt.

Abends sitze ich noch lange am Strand, nadle die Mütze weiter und schaue einfach raus aufs Meer, der Ausblick ist einfach traumhaft! Ich gönne mir noch ne Dose Bier und falle dann recht früh in mein Domizil. Leider läuft der Generator für die Trinkwasserpumpe im Fluss noch eine Stunde bis 10, so dass ich noch wenig lese. Als der Lärm aufhört, bin ich aber auch gleich weg.

 

Ich freue mich übrigens über Kommentare!

 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenislandmone schreibt am 16.07.2009 um 13:04 Uhr:Hallo Marled,
    es macht sehr viel Freude Dein Blog zu lesen! :-)
    Ich wünsche Dir viele schöne Erlebnisse in Island und dass die Sonne sich schnell wieder blicken lässt.
    Bin gespannt was Du noch alles erlebst.
    Liebe Grüsse aus dem unerträglich warmen Deutschland (hach, wäre jetzt auch so gerne in Island!!),
    Mone
  2. zitierenHans schreibt am 16.07.2009 um 14:16 Uhr:Ist das ein Hobbit auf dem einen Foto?
    Und bei diesen Kuchen wird die Forellendiät wohl nicht sehr effektiv werden );
    Ich wünsch dir viel Sonne und Spaß und Forellen.
  3. zitierenBrigitte schreibt am 16.07.2009 um 19:06 Uhr:ich bewundere dein Einsiedlerdasein, aber zum Glück gibt es ja I-net und SCHOKOTORTE ;-)
    liebe Grüße

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