Island

25.12.2007 um 21:02 Uhr

3. Tag

3. Tag

Nach dem Frühstück erwartet uns draußen wieder ein blauer, wenn auch ein wenig diesiger Himmel und milde Temperaturen. Für den heutigen Tag habe ich uns eine Strecke an der Küste ausgesucht, die uns in richtung Süden führen wird - und hoffentlich nicht wieder in so verbautes Gebiet wie gestern. Aber nach Alghero wird die Bebauung rasch weniger um dann nach wenigen Kilometern bis auf sehr vereinzelte alte Bauernhöfe ganz aufzuhören. Es empfängt uns eine wildromantische Steilküste mit Bergen zur Linken bis 800 m und steil abfallenden Klippen zur Rechten bis zum blauen Meer, 47 km lang bis zur nächsten kleineren Stadt.

dort, wo die Berge nicht bewachsen sind, kommen bizarre Felsformationen zum Vorschein.

Wir müssen oft anhalten damit ich bilder machen kann. Auch von den Schafherden, die sich auf den Steilhängen verteilen.

 Ein kleines Schild am Straßenrand weist auf den Nuraghen Appiu hoch oben auf dem Berg hin, auf der Karte sieht die Straße gut aus, warum also nicht?

Nun ja, mit hiesigen Straßen würde ich den Schlängelweg

den Berg hinauf zwar nicht vergleichen, aber wir kommen oben an und stehen - ja, vor verschlossenen Türen. Die Nuraghensiedlung hat geschlossen und nur auf Anraten eines jungen Pärchens, das dort mit seinem Camper auf dem Parkplatz übernachtet hat, zwängen wir uns am Tor durch einen halboffenen Schafzaun, um näher an die Ruinen zu kommen. Schade, dass keine weitergehende Bsichtigung möglich ist, der Komplex scheint sehr gut erhalten bzw. restauriert.

Der Weg zurück eröffnet uns wieder atemberaubende Aussichten!

Bosa durchfahren wir rasch, denn wir suchen ein schönes Plätzchen um unser Picknick auszupacken. Die Fahrt geht wieder auf die Hochebene und durch das kleine Städtchen Pozzomaggiore, das mit seinen bemalten Hauswänden auffällt.

Auf der Hochebene mit einem herrlichen Weitblick bis zum Valle dei Nuraghi finden wir zwischen Korkeichen einen schattigen Platz,

ein Brunnen gluckert und auf einem Steintisch können wir unser Mittagessen

ausbreiten und es uns auf der Steinbank gemütlich machen. wir bleiben noch eine Weile und schauen uns die geschälten Stämme der Korkeichen an, ein ungewohntes Bild.

Ausgeruht und gesättigt geht es noch ein Stück über die Hochebene, vorbei an pittoresken Dörfern

und verwunschenen Wäldern. Hie und da blitzen auch Nuraghen

zwischen dem Grün durch, aber wir wollen ja ins Valle dei Nuraghi und so halten wir nicht an! Allerdings muss ein Stopp sein: hinter einem Dorf in einer Senke laufen einige Schweine frei herum.


Mit einem kleinen Umweg erreichen wir endlich unser Ziel und es ist natürlich - geschlossen! Allerdings ist der Zaun um die Nuraghensiedlung den Bauarbeiten drumherum zum Opfer gefallen und so können wir ungehindert die Siedlung umrunden.
Die Zufahrt zum benachbarten Nuraghen Oes, den man durchaus schon von der Straße her sehen kann, finden wir erst gar nicht und so entschließen wir uns noch zu einem Abstecher zur Necropoli Sant Andria Priu. Das finden wir auch problemlos, aber es ist - wie kann es auch anders sein - geschlossen. Diesmal umgibt ein unüberwindlicher Zaun die Anlage, so dass uns nur ein Blick zwischen den Gitterstäben hindurch gewährt wird - schade, dass hätte ich mir wirklich gern von Nahem betrachtet.

Dafür sonnen sich etliche Eidechsen auf der Mauer zwischen den Brombeeren.

Auf dem Rückweg gibt es immer wieder wunderschöne 'Ausblicke, allerdings zeigt das Grünland ein weiteres dringliches Problem Sardiniens auf: die Überweidung. Viele der vorhandenen Grünflächen sind bis auf die Graswurzeln abgefressen, der Bewuchs zeigt deutliche Stresssymptome!

Der Rückweg führt uns dann an zwei schön gelegenen Stauseen und etlichen Olivenhainen

und Gemüsefeldern, überwiegend mit Artischocken

vorbei. Natürlich kann ich es nicht lassen einmal rohe Oliven zu probieren. Eine Erfahrung, die man nicht unbedingt gemacht haben muss, denn sie sind unbehandelt sehr bitter und der Geschmack bleibt mir noch lange Zeit auf der Zunge.

 

Den Abend verbringen wir dann noch einmal in Alghero, wo sich in der Altstadt anscheinend alle Familien zum Weihnachtsflanieren eingefunden haben, es ist jedenfalls brechend voll. Etwas schwierig gestaltet sich unsere Restaurantsuche. Schlussendlich land en wir in einer Pizzeria, kulinarisch nicht so der ganz große Treffer! Aber es ist natürlich anschließend noch sehr romantisch bei Vollmond am Strand entlang zu schlendern.

 

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