Island

24.06.2008 um 20:46 Uhr

4. Tag - Mittwoch

Überraschung: am Morgen erwartet uns draußen - Sonnenschein und blauer Himmel, die Wolkenschicht von gestern hat sich verzogen.

Brigitte ist vor mir wach und begibt sich schon nach draußen, wo viele nervige Mücken auf sie lauern. Ich hole sie ab mit der typischen diesjährigen Handbewegung der Islandurlauber: Fliegen wegwedeln.

 

Das Frühstück ist reichlich und wir verlassen danach Hrauneyjar erstmal weiter in Richtung Norden. Auf meiner Karte ist die Straße noch ein Stück asphaltiert eingezeichnet, bevor sie in die Sprengisandur übergeht. Das Hochland ist schon um uns, überwältigend mit Weite und Leere.

Die Hekla schimmert hier und da zwischen den Bergen durch und fängt schon wieder an, Wolkenschäfchen um sich zu scharen.

 

Wir drehen schließlich kurz vor dem þórisvatn um und machen als nächstes einen kleinen Zwischenstopp am Hjálparfoss in Erinnerung an unsere vorjährige Reise mit den anderen. Allerdings ist das Wetter diesmal so schön wie man es sich kaum besser vorstellen kann.

Den Wasserfall haben wir eine ganze Zeit für uns allein und Brigitte kann es nicht lassen, wenigstens ein Fußbad zu nehmen. Es ist eine wundervolle, warme und sehr entspannende Zeit, die wir dort verbringen, bis uns eine Busladung Touristen auf- und weiterscheucht von diesem friedlichen Ort.

Aber ich muss natürlich immer mal etwas Neues ausprobieren und so biegen wir ab von der 32 zum þjorsádalslaug, denn wir wollen jetzt endlich schwimmen gehen. Im Reiseführer steht: geöffnet ab 11 - Montag und Dienstag geschlossen. Nun gut, ich habe vor Jahren schon mal vor dem lokað-Schild an der Abzweigung gestanden, weil die Saison vorbei war, ein Jahr später waren wir montags in der Region, so dass heute ja endlich mal alles passt. Nach einer langen Strecke Schotterpiste, vorbei an Bäumchen pflanzenden Jugendlichen unter dichten Fliegennetzen, erreichen wir endlich mal wieder JWD im Nichts, aber wirklich sehr schön gelegen, das Schwimmbad.  Auf der Hinweistafel sehen wir die Öffnungszeit durchgestrichen und statt dessen 13 Uhr eingetragenWütend. Wir umrunden das Schwimmbad trotzdem, finden dahinter auch den heißen Bach, der das Schwimmbad speist und auch eine Lücke im Holzzaun. Aber schlussendlich bin ich doch zu feige einfach so meinen Badeanzug anzuziehen und reinzuspringen. Es wird aber heute nicht unser letzter Schwimmbadversuch bleiben!

Die Fahrt geht also weiter an der þjórsá auf der 32 entlang, die Landschaft erinnert zunehmend an Auenland, so wie die Landschaft am Tag zuvor auf der anderen Seite dieses Flusses wie Mordor wirkte. Weil ich an Gaukshöfði in den Jahren vorher auch immer nur vorbeigefahren bin, entschließe ich mich diesmal für einen Stopp und eine schnelle Besteigung. Brigitte schaut sich inzwischen unten am Fuß des Berges die Natur an, ich mache schnell ein paar Fotos und wäre dann beim Abstieg fast abgestürzt, da ich mal wieder beim Aussteigen aus Bequemlichkeit meine Wanderschuhe nicht angezogen habe. Auch einfache Wander- und Laufstrecken können ihre Tücken haben, hier war es der lose Lavasand.

Danach reisen wir zumGullfoss über Flúðir mit einem kleinen Picknick unterwegs im Sonnenschein.

Geysir  und Gullfoss  sind voll von Leuten, aber wir treffen im Cafe die nette Hamburgerin von Skógar, die uns noch erzählt, dass sie in Landmannalaugar entsetzlich gefroren hat. Unterwegs such wir immer mal wieder nach einem Schwimmbad, landen dann aber schlussendlich im HotPot von Nesbúð.

Irgendwo auf der Strecke bekomme ich noch einen Anruf von Werner: das Paket ist angekommen, allerdings über Reykjavik mit Zollstempel!!! Die isländischen Postbeamten haben einem in Hella aufgegebenen Päckchen mit deutschem Absender und englischem Stempel dann wohl doch nicht getraut!

In Nebúð sind wir die einzigen Gäste außer einem schweizer Ehepaar, dass sich über sein Zimmer beschwert, weil es von dort keine Aussicht auf den See gibt. So gehört der HotPot und alles drumherum uns allein! Das Essen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert (ich habe Seeforelle) und danach wandern wir noch zum heißen Bach. Eigentlich möchte ich noch ein Stück den unzähligen Wanderwegen folgen, aber es fängt, wie immer an zu regnen. Darum folge ich Brigitte ziemlich bald wieder auf unser Zimmer und nach ein wenig lesen endet auch dieser Tag.

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