Island

08.07.2008 um 19:52 Uhr

6. Tag - Dienstag

Dem Reiseführer (Lonely Planet, bedingt empfehlenswert) zufolge verlassen wir heute die eigentlichen Westfjorde, die demnach erst so ungefähr bei Flókalundur beginnen und begeben uns in die Welt der südlichen Fjorde, die tief und schmal in das Land einschneiden und steil aus dem Meer emporragen. Dadurch werden eine Menge Halbinseln gebildet, die zum Teil nur durch meterschmale Landbrücken mit dem Festland verbunden sind. Das Wetter ist immer noch berauschend, blauer Himmel, sanfter Wind und strahlende Sonne, wir haben beide mit einem leichten Sonnenbrand zu kämpfen.

Am Horizont scheint der Snæfellsjölull wie eine Wolke am Himmel zu schweben.

Wie umrunden etliche Fjorde, klettern wieder mal über Pässe und finden meist am Fjordende einen netten Bauernhof, obwohl die Landschaft fast menschenleer wirkt und durch die Landflucht auch zu werden droht.

Bei Djúpidalur gibt es eine heiße Quelle, die ein Schwimmbad speist - unter Dach, für isländische Verhältnisse eher ungewöhnlich. Wir entdecken auch die zugehörige Quelle, ein Bohrloch in der gegenüberliegenden Felswand, durch den Fluss vom Schwimmbad getrennt. Der Weg dorthin scheint nur von den Schafen genutzt zu sein, aber wir lassen uns den Spaziergang dorthin nicht nehmen. Schließlich stehen wir staunend vor der Wand, aus der das heiße Wasser als Wasserfall über die Felsen sprudelt - einfach so!




Danach sind wir ziemlich schnell in Bjarkarlundur und entscheiden uns deshalb noch einen Abstecher nach Reykhólar

und zum Damm über den Gilsfjörður zu machen.

 

Irgendwann beziehen wir dann unser Zimmer. Es hat keine Nummer, sondern trägt den Namen eines Seevogels wie die anderen Zimmer auch. Es heißt Lómur - Gavia stellata oder Sterntaucher, eine nette Idee. Das Zimmer ist auch ansprechend, die Zwischenwände leider nicht. Man hat das Gefühl, dass das Nebenzimmer nur durch eine dünne Pappwand abgetrennt ist; könnte ich isländisch, würde ich die Unterhaltung nebenan sehr gut verstehen. Nur gut, dass ich meine Ohrstöpsel dabei habe.

Die Küche bietet heute Fiskihlaðborð - Fischbüffet mit schmackhaftem Dorsch, Schellfisch und gebackenem Salzfisch sowie einer schmackhaften Soße und Kartoffeln - der Koch ist jedenfalls sehr zu empfehlen. Sogar für das gut sortierte Salatbüffet stehen zwei Dressings zur Auswahl. Das ist schon was Besonderes, der Isländer liebt nämlich seinen Salat so wie seine Umgebung: "natürlich"!!

Wir haben uns das Essen nach unserer Wanderung auf den Hausberg hinter dem Hotel auch redlich verdient und danach gibt es noch drei Seiten zu lesen, bevor wir die Augen zumachen.

 

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