6. Tag
Heute steht der Golden Circle auf dem Programm. Ich habe gestern noch im Straßenzustandsbericht gesehen, dass die Verbindungsstraße von Þingvellir nach Laugarvatn geöffnet wurde, die spart uns etlich Kilometer!!!
Heute morgen ist es ausnahmsweise mal nicht weiß und die Sonne begrüßt uns. Auf der Straße am Meðalvatn vorbei liegt auch oben auf der Höhe kein Schnee mehr und so ist das Fahren ein reines Vergnügen - noch!
In Þingvellir laufen uns nur wenig Leute über die Füße und so schlendern wir ganz gemütlich durch die Schlucht und kehren über die Ebene wieder zum Parkplatz zurück.
Auf unserem Spaziergang entdecke ich auch diese Rotdrossel, die sehr zutraulich neben dem Weg nach Nahrung sucht. Es sind schon viele Zugvögel zurück, wir sehen allenthalben riesige Schwärme von Gänsen, Singschwänen, aber auch Pärchen von austernfischern und anderen. Nur die Krias vermisse ich noch.
Die Straße nach Laugarvatn ist auch angenehm zu fahren, bis wir zwei Drittel hinter uns haben. Dann wird es löchrig, holprig und die Schneeberge am Straßenrand erinnern eindrücklich daran, dass die Straße bis vor drei Tagen noch gesperrt war. Zum Schluss müssen wir noch einen kleineren See durchqueren und die Schlaglöcher machen die Fahrt auch nicht gerade angenehm.
Ab Laugarvatn geht es glatt über geteerte Straßen und am Verkehr merkt man deutlich, dass das wochenende und Ostern die Menschen nach draußen zieht. Beim Abstecher nach Skálholt bekommen wir noch ein wunderbares Gratiskonzert einer isländischen Sängerin, die dort anscheinend für einen Hochzeit probt. Ihre Stimme erfüllt glasklar den Kirchenraum mit der isländischen Version (die mir übrigens tausendmal besser gefallen hat als das Original) von: Con te partiro von Andrea Bocelli.
Diesmal statten wir zuerst dem Gullfoss unseren Besuch ab. Die Seitenwände des Wasserfalls sind noch vereist, aber das Wasser selbst strömt klar und ungehindert.
Im Haukadalur erschrecke ich mich wieder über die Menschenmassen, die das Geothermalfeld füllen. Anscheinend gehört Ostern inzwischen schon nicht mehr so ganz zur Nebensaison. Strokkur zeigt sich eher müde, das ganze Feld wirkt eingeschränkt in der thermalen Aktivität.
Bei Kerið sind wir nach wenigen Minuten allein. 'Ralf möchte eigentlich gern noch runterklettern, aber wir halten ihn zurück!
Ich wäre auch gern noch etwas hiergeblieben, aber wir müssen noch in Selfoss fürs Abendessen einkaufen, es wird gefüllte Fischplätzchen mit Pellkartoffeln und Salat geben.
Abends sind wir dann noch fleißig mit Weben und Spinnen und packen unsere Koffer, denn morgen geht es weiter in den Westen.
