Island

22.07.2009 um 20:33 Uhr

Auf Schafspfaden in die Wildnis

Musik: Clannad: wilderness; album: Anam

9.Tag, 22.7. Mittwoch


Was für ein Luxus! An einem richtigen Tisch auf einem richtigen Stuhl sitzen, Akkus aufladen können, ein richtiges Bett. Wahrscheinlich kann ich vor lauter Luxus nachher gar nicht schlafen.


Nachdem ich mich noch anderthalb Stunden mit den netten Berlinern vom Campingplatz hier unterhalten habe (und sie mir auch tatsächlich die Sitzgarnitur vors Zelt gestellt haben – falls ihr das mal lest, vielen lieben Dank!) schaue ich den Wetterbericht an und sehe, dass für heut Nacht und morgen einiges an Regen prognostiziert ist. Also leiste ich mir gleich ein Einzelzimmer, Schlafsackunterkunft, damit ich unter anderm mal meine ganzen Akkus, vor allem für Handy und Fotoknipse aufladen kann.

 

Danach steht die Halbinsel Skagi auf dem Programm. Was soll ich sagen, es ist mal wieder phantastisch! Obwohl der Himmel langsam zuläuft, sieht es eigentlich nicht nach Regen aus und die Temperaturen bleiben auch im zweistelligen Bereich. Zuerst komme ich über die neue Straße nach Sauðárkrókur an meinem Gruselhaus vorbei, das bei Tageslicht so gar nicht mehr gruselig aussieht.

Danach biege ich ab in Richtung Hraun – und befinde mich schon wieder in einer anderen Welt. Island ist ja sowieso eine andere Welt, hat aber noch soviel Nebenwelten, die wieder anders und faszinierend sind. Skagi ist jedenfalls eins: mehr oder weniger unentdeckt. Obwohl ja Hauptsaison ist, begenen mir vielleicht eine Handvoll Autos und davon scheinen die Hälfte Einheimische zu sein.

Eigentlich sollte man solche Geiheimtipps gar nicht erst veröffentlichen, damit sie in zwei Jahren nicht Haupattraktion sind, wie Hindisvík auf Vatnsnes zum Beispiel, das wohl auch auf Grund der Busladungen Touris, die dort hingekarchelt wurden, inzwischen gesperrt und nicht mehr zum Betreten freigegeben ist.

Da hier ja aber sowieso nur eine auserlesene Schar mitliest und mein blog sehr unbekannt ist, stelle ich es mal online.

Zuerst ist die Halbinsel bergig und ich halte an einer steilen Klippe aus wunderschönen Basaltsäulen. Ich klettere allerdings nicht dort hinauf, sonder folgen den Schafspfaden in entgegengesetzter Richtung, bis ich Ausblick auf die Klippe und die Bucht bekomme.

Dabei fällt mir auch das Flüsschen auf, das sich rechts von mir auch bis zur steilküste schlängelt und ich steige in das Bachtal hinab und folge ihm, bis es nicht mehr geht.

Dort lege ich mich eine ganze Zeitlang an den Klippenrand, hören den Vögeln zu und schaue aufs Wasser!

Irgendwann raffe ich mich zur Weiterfahrt auf, die noch einiges an Überraschungen birgt, unter anderem ein abgelegenes Cafe, das ich an dieser Stelle nie vermutet hätte. Leider macht es erst um 15 Uhr auf.

Die Ostseite der Halbinsel bringt außer dem grandiosen Blick auf den Drangajökull und die Bergszenerie der Westfjorde nicht so viel Aufsehenerregendes, dafür wird meine ganze Aufmerksamkeit von der Straße gefesselt. 8 Kilometer neue gemachte Straßendecke, d.h. Faustgroße Steine einfach aufgeschüttet und noch nicht verdichtet kosten mich einiges an Konzentration. Kurz vor skagaströnd gibt es endlich wieder 'normalen# Schotter und ich gönne mit im Cafe am Hafen für das entgangene Mittagessen mal wieder ein Stück Schokoladentorte.

Ins Kántrybærin gehe ich diesmal nicht, das Konzert mit Maggi und KK war schon Anfang Juli (weißt du noch, Schatz?) und die nächsten Veranstaltungen sind leider erst im August. Auf dem Rückweg zum Hotel begegnet mir noch eine Gruppe Reiter mit einer Herde freilaufender Pferde, ein bisschen Sehnsucht kommt das ja schon auf.

Jetzt gehe ich erstmal ins Schwimmbad, werde dann nochmal mein Anglerglück mit Kochschinken vom Morgen probieren und lass den Abend dann auslaufen.

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHans schreibt am 23.07.2009 um 08:39 Uhr:Da hast du entschieden besseres Wetter als wir hier unten. Genieß es !
    Hast du keine Robben besucht? Die haben doch schon bestimmt auf dich gewartet ;)
    So plopp-mäßig, meine ich.
  2. zitierenIsland_Wiking schreibt am 23.07.2009 um 11:03 Uhr:Nein, diesmal nicht. Ich hoffe später noch welche zu sehen. Heute nacht hat es geregnet, aber jetzt scheint die Sonne schon wieder. fahr jetzt nach Varmahlið nach deinem Gürtel gucken.

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