Deja vu - live aus der Narfeyrarstófa
Alles schon mal dagewesen: ich sitze hier beim Essen, im Hintergrund läuft Coldplay,nur mein Schatz fehlt!! Ich fühle mich wundervoll und der bisherige Tag war wie ein Traum.
Der Himmel am Morgen lässt Gutes ahnen, noch bewölkt, aber hier und da zeigen sich blaue Löcher. Nach dem Frühstück im Haus entschließe ich mich, endlich einmal wenigstens ein Stück den Berg hinterm Haus hochzuklettern.
Auf dem Weg dorthin mache ich noch schnell ein paar Bilder vom HotPot neben der Schule
Dan durchquere ich die Herde der Jungpferde, die mich sehr neugiergig beäugen und mir eine ganze Zeit auf den Fersen bleiben.
Erst als ich unter dem Zaun durchkrabble um auf die andere Seite zu kommen, bleiben sie zurück und interessieren sich wieder mehr fürs Gras. Ich lasse mir Zeit und fotografiere Kleines und Großes.

Ich klettere über loses Geröll, blicke in die Bachschlucht und die gegenüberliegende Seite. Dort scheint es eigentlich leichter bergan zu gehen. Es ist grün und Schafe weiden dort. Hinterher soll ich erfahren, dass die linke Seite aber an einem Steilfelsen endet, wo es für Normalwanderer wie mich nicht mehr weiter geht. Aber ich bin ja sowieso rechts und klettere weiter und weiter. Irgendwo in der Mitte des Hanges suche ich mit ein grasiges Plätzchen, ein Stück weiter oben hört die Vegetation ganz auf.
Der Himmel klart immer mehr auf, es ist warm und windstill und mir ist so, als könnte ich ewig dort oben sitzen bleiben. Der Rundblick auf die Ebene, die Wiesen, die Seen,
die Lava, das Meer unter mir ist einfach unbeschreiblich.
Irgendwann such ich mir den Weg zurück, bei diesem tollen Wetter möchte ich doch noch einmal auf die Nordseite der Snæfellsnes, nach Stykkishólmur.
Dort gibt es den obligatorischen Besuch in der Narfeyrarstófa und einen Spaziergang im Hafen.
Ich besuche auch das neueröffnete Vulkanmuseum und darf mich gleich einer Miniführung des Museumsleiters anschließen. Mit seinen Erklärungen bekommen die Bilder dort einen Hintergrund und die Erzählungen lassen sie lebendig werden.
Auf dem Rückweg nehme ich eineige alte Straßen, z. Bsp. die durch die Berserkjarhraun und die alte Vatnaleið, die wir noch gefahren sind, bevor die neue Passtraße eröffnet wurde. Jetzt ist es ohne Geländewagen unmöglich, mehr als 1,2 km dort langzufahren, der Asphalt ist an vielen Stellen aufgeplatzt, wegspült oder geweht und Schlaglöcher machen Kleinwagen wie meinem die Durchfahrt unpassierbar.
Als ich am Abend zurückkomme, bin ich so voll mit Eindrücken, dass ich mich nicht mehr lange an den Unterhaltungen im Haus beteilige, sondern sehr schnell in meinen Schlafsack verkrieche. Mein letzter Blick gilt dem Gletscher, dann bin ich auch schon eingeschlafen.

Hab dich vermisst.
Marled
ist die Zeit stehen geblieben? Bist du wieder im Lande? Wäre schön von dir zu hören,
lg Brigitte