Island

02.08.2009 um 00:18 Uhr

Der Gletscher

19.Tag, 1.8. Samstag

Ich schlafe wie ein Baby in meinem kleinen Zelt und bin morgens sehr erstaunt, als sich der sanfte Regen bemerkbar macht. Es ist halb acht, völlig windstill und ich denke, das wäre eine gute Zeit zum Angeln. Es gibt eine kleine Katzenwäsche und dann ab zum Bach. Die Forellen stehen dort immer noch wie eine eins, aber haben ebenso immer noch keinen Hunger. Ich genieße dennoch Stille und Natur um mich herum und bin rechtschaffen hungrig, als ich nach neun ins Haus komme. Dort ist große Aufbruchstimmung, die Schwedinnen werden von Jóhanna nach Reykjavík gebracht, wo sie die Nacht über bei Magga bleiben wird. Morgen kommen die Reittourgäste, die sie dann aus der Hauptstadt mitbringen wird.

Für mich steht heute ein Gletscherumrundung auf dem Plan.

Zuerst geht es nach Arnarstapi, um Haddý und Geir guten Tag zu sagen. Geir macht Heu – irgendwo, und Haddý ist mit ihrem kleinen Shop beschäftigt, aber sie hat ein wenig Zeit um mit mir über die finanzielle und sonstige Situation Islands zu reden. Außerdem zeigt sie mir ihren kleinen Polarfuchs, den sie bekommen hat, nachdem die Mutter erschossen wurde.

Dann ruft die Pflicht und ich verabschiede mich nach Hellnar. Es ist viel los, halt Verslunarmannahelgi, und das kleine Pier ist voll mit Isländern. Einige von ihnen angeln, mit Erfolg, wie man sieht.

Ich leiste mir Waffeln im kleinen Hafencafe, bevor es weiter geht.   

Das Barðárlaug steht auf meiner Liste, nicht weit von Hellnar. Der Weg dahin ist nicht so weit und ich bin ganz allein am Kratersee, außer einem Kormoran, der auf einem Stein sitzt und sich trocknet. Irgendwann komme ich ihm wohl zu nahe, denn er stürzt sich wieder in die Fluten und ist irgendwann verschwunden. Der Krater soll wohl früher warm gewesen sein, was für eine Vorstellung, dort alleine eine Runde schwimmen gehen zu können.

 

Danach möchte ich endlich mal nach Drítvík, nachdem wir schon x-mal in Djúpalónssandur

waren und es nie den Kilometer dorthin geschafft haben. Ein Kilometer hört sich wenig an, aber es ist doof zu gehen, weil es sehr lange über aufggeschüttete Lava bergauf geht. Dort treffe ich auch die beiden Studenten wieder, die drei Tage Zeit für Island haben, bevor sie zur Meeresbodenvermessung auf der Polarstern im Reykjavíker Hafen einschiffen. In Drítvík führt der alte Seemännerweg weiter und ich folge ihm bis zu einigen Ruinen. Es sind einige Wanderer unterwegs, vor allem Isländer in kleinen Grüppchen. Auf dem Rückweg verpasse den Abzweig zum Labyrinth, das ich mir auch noch unbedingt anschauen wollte. Nun gut, wieder ein Punkt auf der To-Do-Liste.

Bei Öndverðarnes sind inzwischen die ersten Kilometer asphaltiert, wie auch der Weg zu Djúpalónssandur. Aber nach Skarðvík fängt die Schotterachterbahn wieder an und es sind keine Autos mehr unterwegs. Am kleinen Leuchtturm steht das Auto eines Pärchen, die ich aber nur aus der Ferne sehe. Mein Ziel sind die Klippen, dort weht ein heftiger Nordwind und die Brandung donnert weiß an die Felsen – mal wieder Zeit zum Schauen und Staunen.

In Ólafsvík endlich gibt es noch einen Besuch in der Hamburgerbude, die jetzt: 

heißt. Der Hamburger ist immer noch gut und über die Preise kann man auch nicht meckern.

Leider ist die Straße über die Fróðárheiði immer noch nicht fertig. Wieder schlagen scharfkantige große Schottersteine an den Unterboden, ein Geräusch, dass ich gar nicht gern höre. 4,5 km dauert das und ich fluche unterwegs mehr als einmal.

Abends gibt es noch einmal lange Gespräche über deutsche Touristen, die gern hier in Island die Freiheit auf dem Pferd erleben wollen und dass es für die Reitguides nicht immer Zuckerschlecken ist. Leider ist es nochmal nasskalt geworden und ich überlege, ob ich heute Nacht nicht das freigewordene Zimmer beziehen soll.

 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHans schreibt am 02.08.2009 um 09:30 Uhr:Ob die Frodarheidi jemals fertig wird, wage ich zu bezweifeln.
    Aber wenn ich die Hamburgerbude sehe, bekomme ich direkt Lust auf so einem Hamborgarinn mat ölli.
  2. zitierenhallveig schreibt am 06.08.2009 um 14:00 Uhr:Der Burger war lecker damals. Schon vorletztes Jahr hieß der Laden HobbitInn.
  3. zitierenRobyn schreibt am 13.08.2009 um 20:44 Uhr:Great pictures of Iceland! And thank you for protecting me from the Arctic Terns in Höfn!

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