Es stürmt weiter
3.Tag Mittwoch, 8.7.
Nach einer sehr stürmischen Nacht wachen wir ziemlich früh auf und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Arnarstapi. Wir wollen Haddý und Geir besuchen. Der Wind bläst auch dort so heftig, dass wir die Autotüren beim Aufmachen mit beiden Händen festhalten müssen und es ist nur zu verständlich, dass die Reittouren heute ab und stattdessen Sightseeing angesagt ist.
In Arnarstapi unterhalten wir uns noch lange mit Geir und seinem kauzigen Gast Gunni, ein älterer Mann, dessen Mutter aus dem Kaffeesatz las und der mit 14 das Saufen und Hu.... in Hamburg als Matrose gelernt haben will. Es wird viel gelacht und einige Geschichten ausgetauscht. Das vermisse ich ganz stark bei Kontakten mit jüngeren und städtischen Isländern – das Geschichtenerzählen und den oft derben Humor, der aber nie verletzt.
Draußen
zeigen sich erste Löcher im Grau der Wolken und gleich leuchtet das
Meer in einem tiefen Blau, gekrönt von weißen Häubchen.
Wir schauen uns noch das Félagsheimilið
an, in dem Ólina eine Ausstellung über vergangene Tage eröffnen will und ich fotografiere „the mystery“, ein ding, von dem niemand weiß, was es mal war.
Als wir dann aufbrechen, ist der Himmel schon mehr blau als grau und bei unserer Wanderung von Djúpalónssandur nach Dritvík ist es dann sogar ganz windstill. Diesmal finde ich das Labyrinth und wir liegen eine ganze Zeit in den Krähenbeeren und dösen in der warmen Sonne vor uns hin.
Kurz hinter Vatnshellir,

der neuentdeckten und für den Publikumsverkehr geöffneten Höhle fängt der Wind wieder an zu blasen und das Thermometer fällt von kuscheligen 18° auf 9°. Deshalb gibt es nur noch einen kleinen Stopp in Ólafsvík für den obligatorischen Hamburger und danach geht es ohne Stopp zurück.
Ich schlafe erstmal ziemlich schnell ein, weil der Stress der vergangenen Woche seinen Tribut fordert und erst um 8 raffen wir uns nochmal für einen Spaziergang am Strand von Buðir auf
Danach geht gar nix mehr außer einem langen tiefen Schlaf und selbst das Heulen des Windes kriege ich schon nicht mehr mit.
