Forellendiät
Wie gut, dass ich diese Tagebuch hier führe, sonst würde ich schon völlig das Zeitgefühl verlieren.
Ich war schon ein bisschen viel in der Sonne und muss aufpassen. Deshalb nutze ich jetzt hier im Gästehaus Breidavik und schreibe zumindestens mal den halben Tag.
Eingedenk der langen Strecke gestern habe ich mich entschlossen, heute nur bis ans Ende der Welt zu fahren. Die Nacht war sehr geruhsam und am Morgen möchte ich vor dem Frühstück mein Glück am Vatnsdalsvatn probieren. Leider wird dat nix mit dem Angeln hier.
Stattdessen gibt es einen ganz bezaubernden Picknickplatz hinter Brjánslaekur,
wo ich mir ein Tässchen Kaffee koche und drei Schmieren (moselfränkisch für: Butterbrote) mache. Die Schafe laufen im Watt herum und blöken, die Vögel schwirren durch die Luft, die Sonne scheint und ich kann mich nur schwer von diesem Platz losreißen.
Den nächsten Halt gibt es auf der Kleifaheidi
beim Kleifabúi und ich bin so glücklich, dass ich meinem Mann mal ein kurzes Hallo sagen will. Leider nervt die Tussi von der Mobile-Ansage schon wieder mit ihrem: Your credit will expire in less than 7 days.... so dass ich nur kurz ein paar Worte mit ihm wechsele und dann in meiner Verzweiflung Werner ne SMS schicke. Der ruft mich auch gleich zurück und ist so nett, mein handy-Konto wieder aufzuladen. Wir plauschen noch ein wenig und er bestätigt mir auch meine Entscheidung zuerst in die Westfjorde zu fahren. Im Südosten sieht es nämlich wettermäßig nicht so toll aus wie hier.
Der blaue Himmel und die milden Temperaturen veranlassen mich wieder und wieder zu Stopps
und hier angekommen, merke ich leichte Kopfschmerzen, ein Zeichen für meine Sonnenempfindlichkeit – leider.
Letztes Jahr war es ja sehr neblig, als wir hier durchgefahren sind. Hat ja auch seine Vorteile, wenn man nicht sieht, WIE steil es links und rechts neben der Straße runter geht.
So werde ich jetzt erstmal Päuschen im Schatten machen und dann extra für Brigitte noch ein paar Aufnahmen vom Strand, vielleicht schaffen wir es ja nächstes Jahr gemeinsam hierhin.
Evtl. liefere ich heute Abend noch den Rest vom Tag, aber spätestens morgen früh, bevor ich wieder von hier aufbreche.
Der Tag der kleinen Dinge
Ich bin noch nicht einmal zum Látrabjarg gefahren, gestern war einfach zu viel Auto und zu wenig draußen. Deshalb habe ich mal meinen Beinen zu tun gegeben und nach einem ausgiebigen Gespräch mit einer isländischen Großfamilie hier auf dem Campingplatz habe ich MP3 und Kamera geschnappt und bin zu einem langen Spaziergang ans Meer aufgebrochen. Es ist so warm, dass die Hosenbeine erstmal fallen mussten. Somit ist erwiesen, dass deutsche Trolle weiße Beine haben, Herr Mader!!!! Am Strand gibt es sooo viel zu entdecken, unter anderem einen Rückenwirbel vom Wal. Erstaunlich auch, wie sich hier Pflanzen in dieser überlebensfeindlichen Sand- und Salzeinöde durchsetzen. In Island müssen es nicht immer die großen Dinge sein, die beeindrucken.
Es ist jedenfalls für mich ein ganz besonders erholsamer Nachmittag, an dem ich mich so entspannt wie schon lange nicht mehr fühle, weil alle Alltagssorgen einfach von der Sonne, dem Wind und dem Licht geschmolzen werden. Das einzig Wichtige ist dabei, nicht von den Krias gepickt zu werden, aber die kleinen Viecher haben zwar attackiert, aber nur halbherzig! Irgendwann setze ich mich dann einfach in den Sand und den schaue den Wellen zu und höre dabei Alan Stivell: Beyond words. Vor allem das Stück: l'harpe, l'eau et le vent passt zu diesem besonderen Platz, als ob es hier entstanden ist.
Als mir flau im Magen wird, schlendere ich langsam zurück. Wie hat Ulla Meinecke mal gesungen: Schlendern ist Luxus? In dem Sinne ist das heut ein Luxustag!

Ich wünsch dir noch ne wunderschöne Zeit und lass noch viel von dir hören bzw lesen =)
Liebe Grüße
FallenAngel
du brauchst zum Angeln kein Ganzkörper-Kondom....lach....
sondern genug Angelschnur und ein "isländisches Wurfgewicht"...;)..das sind mit Wasser gefüllte Plastik-Kugeln, schwimmen wenn nur halbgefüllt und sind für den Fisch "unsichtbar", gibts in allen möglichen Grössen in jeder Tanke...auswerfen (ich schaffe 50 bis 100 Meter) und laaaaangsam randrillen, etwa 2 bis 3 Meter Leine zwischen Schwimm-Gewicht und Haken/Blinker, sollte dann klappen