Island

30.07.2009 um 14:45 Uhr

Furten!!!!

16.Tag, 29.7., Mittwoch


Morgens blinzelt die Sonne zwischen den Wolken durch und nach dem ausgiebigen Frühstücksbüffet entschließe ich mich dazu, noch kurz zurückzufahren und mir die Skaftártunga etwas näher anzuschauen, es sind nicht so viele Kilometer. Der Himmel ist jetzt auch so klar, dass der Myrdalsjökull deutlich zu sehen ist.

  

 

Das Gebiet Skaftártunga ist lieblich mit Birkenbestand und Büschen und an einer Stelle sehe ich sogar ein Weizenfeld. Auch der (eigentlich anvisierte) Campingplatz liegt sehr idyllisch zwischen Büschen versteckt direkt an einem Flusslauf.

 

Zurück auf der Ringstraße gibt es noch einen kurzen Stopp im Kerlingardalur vor Vik

und dann noch einmal am Sólheimajökull. Dort kann man auf eine relativ rauen, aber inzwischen viel besser zu befahrenden Schotterstraße bis dicht an die Gletscherzunge, entlang eines nach Schwefel stinkenden Flusses. Wir waren 2003 damals mit Marion und ihrer Familie hier und der Track zum Eis war sehr viel schwieriger, obwohl für PKWs freigegeben, und endete auch viel früher; es war ein gutes Stück zu laufen. Diesmal fährt man viel länger – ich muss sogar einen „Bach“ furten, dessen Tiefe allerdings meinem Kleinwagen angemessen ist ;-).

 

Am Parkplatz stehen ein Bus, der allerdings sehr schnell wieder abfährt, und etliche andere Wagen und ein Schild, an dem man sich für eine geführte Gletschertour mit Steigeisen und Eispickel melden kann. Das hätte ich gerne gemacht, aber leider ist die zeitlich passende Gruppe schon seit 10 Minuten unterwegs und die nächste wird erst in 2 Stunden starten. So wandere ich ein wenig allein an der Eiskante herum, mache viele Aufnahmen von klarem, schmelzendem, schmutzigem, tropfenden und was auch immer Eis, schaue mir die Toteislöcher an, sammele Steine und bedauere den deutlichen Rückgang des Eises.

Schließlich geht es weiter nach Vík und hinter dem Seljalandsfoss hat mich die Zivilisation wieder. Es schüttet wie aus 1000 Löchern und ich bedauere – und beneide gleichzeitig – die Gruppe von Reitern und ihre freilaufende Herde, die den Verkehr auf der 1 ein wenig aufhält. Ich stelle mich an den Straßenrand, fotografiere und zähle: 98 Pferde und 14 Reiter sind auf dem Weg in den Westen.

In Hvolsvöllur gibt es einen kurzen Zwischenstopp und ich entdecke Embla, die mit viel Enthusiasmus ein ehrgeiziges Projekt ins Leben rufen möchte. In drei alten Wellblechhallen möchte sie ein Zentrum für alte Handwerkskünste einrichten, ein Zentrum des Austauschs von Wissen und Vermittlung von Fertigkeiten. Ich werde sicher nächstes Jahr mal nachschauen gehen, wie weit ihr Projekt gediehen ist.

Das nächste bild ist für Brigitte, aber diesmal ohne sie ;-)

Da meine Pläne für die nächsten 4 Tage einfach nur Snæfellsnes vorsehen (der Wetterbericht ist für den Rest des Landes nicht so ganz dolle), treffe ich kurz vor acht bei Hanna am Walfjord ein, nach insgesamt 3500 km!!!! Es ist ein wenig wie nach Hause kommen und nach einem tollen Essen und langen Gesprächen schlafe ich tief und fest bis gegen 8 Uhr. Hanna muss zu einem Interview über die Islandhühner nach Reykjavik, ich plaudere noch ein wenig mit Siggi, ihrem Mann und mache mich wieder auf den Weg.

 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBrigitte schreibt am 30.07.2009 um 18:22 Uhr:Ist ja klar, wenn der Laden geöffnet ist, sitze ich nicht draußen ;-) -
    Nun wirst du wohl ein bisschen zur Ruhe kommen, grüße bitte Jóhanna und Agnar von mir. Schöne Tage noch
    Brigitte

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