Hoch hinaus
Samstag
9.7.
14. Tag
Um 20 vor 7 ist die Nacht zu Ende. Da heute eine lange Strecke vor uns liegt, gibt es keinen Langschlaf. Es sind nur wenige so früh mit uns im Frühstücksraum und wir brechen bei verheißungsvollem Wetter - einige Wolken, aber auch viele blaue Löcher - zum Jökulsárlón auf. Weil inzwischen die Sonne richtig herauskommt, gibt es zum Ausgleich für gestern viele Fotostopps am Straßenrand. Witzig ist ein Jeep, den wir immer wieder bis zum nächsten Stopp überholen, um dann seinerseits von ihm überholt zu werden. Aber an den immer neuen Aussichten auf Meer, Gletscherzungen, alpin anmutenden, sogar bewaldete, Hänge mit putzigen kleinen Häuschen kann man einfach nicht so vorbeirauschen.
Am Gletschersee ist erst mäßig was los und wir bekommen Karten für die nächste Fahrt. Es treiben nur relativ wenige Eisberge herum, weiter hinten ist die Lagune bis auf ganz kleine Bröckchen fast eisfrei!!! Trotzdem erhalten wir natürlich unser zweinhalbtausend Jahre alte Eis zum Lutschen. es ist warm und wir können nach der Fahrt mit Kaffee und Waffel draußen in der Sonnen sitzen. Dort hören wir auch mit halbem Ohr, dass irgendwas mit der Katla los ist. Wir erkundigen uns genauer und erfahren, dass es wohl an den Múlakvisl (die Stelle, die gestern so stark nach Schwefel gerochen hat) ein gletscherlauf der Katla die Brücke zerstört und die Passage nach Westen auf der 1 unmöglich für die nächsten Tage gemacht hat.
Nach einer kurzen Diskussion führen wir unseren ursprünglichen Plan aber weiter durch zum Jöklasel zu fahren, eine sehr weise und vorzügliche Entscheidung, wie sich später rausstellen wird. Danke Marion!!!
Die
Strecke den Gletscher hoch ist abenteuerlich mit sehr starken
Steigungen, jähen Abgründen und rubbeliger Straße. Die acht
Kilometer bieten wahrlich atemberaubende Ausblicken und sind jeden
Meter Mühe wert. Die Hütte Jöklasel ist dieses Jahr genau 20 Jahre
alt und wurde an den Rand des Skálafellsjökull gebaut.Dort oben
kann man auf die Bucht von Höfn blicken, weit aufs Meer hinaus, den
großen Gletscher und die Landschaft unterhalb - grandios. Es ist so
warm, dass wir auch dort auf 1000 m Höhe draußen im T- Shirt
sitzen können.
Nach dem Mittagessen geht es wieder abwärts und der Blick öffnet sich immer wieder auf türkisblaue und dunkelblaue Seen. Wir überlegen aber auch wie das im Nebel oder beim rasenden Sturm sein muss, keine schöne Vorstellung.
Die ganze Rückfahrt bis Hvoll scheint noch die Sonne und wir biegen noch in einen unbeschilderten Weg in Richtung Gletscherlagune Breiðárlón ab. Der endet dann irgendwann an den Endmoränen und wir lassen es uns nicht nehmen, bis zum Gletscherfluss zu laufen. Marion zeigt sich besorgt über eventuelle Treibsände, ich witzel noch darüber darüber - da gehts wusch und ich stecke bis über beide Knie im Treibsand!!! Marion muss mir raushelfen. Wieder was gelernt!
Auf dem Rückweg stoppen wir noch in Skaftafell um Genaueres über den Katlaausbruch zu erfahren. Es gibt nichts Neues, außer das die Ringstraße gesperrt ist und in den nächsten 2,3 Wochen wohl erst wieder geöffnet werden kann. Die Bustouristen können mit dem Bus über Landmannalaugar in den Westen oder mit dem Flugzeug von Höfn aus, die 4x4Fahrer haben es sowieso nicht schwer, am schlimmsten trifft es die Mietkleinwagenfahrer, die um die ganze Insel über Akureyri müssen - ganze 1100 km, eine lange Strecke für den, der dringend sein Flugzeug erreichen muss. Für uns ist die Entscheidung abgenommen, wir werden die 208 nehmen.
In Skaftafell gehen wir noch bis zum Gletscherrand und ich bin erschreckt, wie weit er auch hier zurückgewichen ist.
Die Rückfahrt über den Sander ist wie ein Traum. Über Lómagnúpur zieht eine langgestreckte weiße Dampfwolke entlang, die die ganze Landschaft in ein völlig überiridisches, unwirkliches Licht taucht.
In Hvoll kann ich noch einem deutschen Ehepaar einige Ratschläge geben, die ihre reisepläne komplett umstellen müssen wegen der Ringstraßensperrung, danach geht es nur noch ins Bett.

Tapferer S K J
Ganz Tapfere Marion )Hast du noch tropfen?
Tapferste Marled !!!
http://www.icelandreview.com/icelandreview/daily_news/Sail_H%C3%BAsav%C3%ADk_Coastal_Culture_Fes tival_Coming_Up_0_380010.news.aspx
das komplette Programm ist hier zu finden:
http://www.sailhusavik.is/english/programme/
wegen der Sperrung der Strasse kann ich leider nicht oder erst später, ich erwarte zwei grössere \"Paket\"-Lieferungen aus Reykjavik und das dauert jetzt \"etwas\" länger, abwarten.....
Lassts euch weiterhin gut gehen
-- Achs- und Schenkelbruch... ;)
Werner